Dass jetzt auch noch Williams dem FCB abgesagt hat, ist schon frustrierend.
Vor einem Jahr hat uns erst der sechste Trainer zugesagt, Wirtz geht lieber zu Liverpool und Sané lieber nach Istanbul, und jetzt auch noch Williams…
Was ich als jahrzehntelanger FCB-Fan wirklich ernüchternd finde, ist, dass entweder unser Verein kaum noch die Magnetwirkung früherer Jahre besitzt und/oder unser Management nicht fit genug ist, um die Spieler, die uns interessieren, rechtzeitig zu verpflichten.
Williams ist jetzt schon der so und so vielste Star, der wochenlang als unser Wunschtransfer gilt - ohne zu berücksichtigen, dass wir für den Spieler selbst anscheinend nie die erste Wahl waren. Dieses Muster hat sich jetzt schon etliche Male wiederholt.
Wünschen würde ich mir natürlich das genaue Gegenteil: dass nämlich Eberl und Freund einen viel versprechenden Spieler unter Dach und Fach bringen, OHNE dass die Medien davon Wind bekommen.
Und, zweites Kriterium, dass der betreffende Spieler auch wirklich gerne zu uns kommt - auf Wirtz z.B. machte man sich monatelang große Hoffnungen, OHNE dass der in irgendeinem Interview auch nur angedeutet hätte, dass er es attraktiv fände, „eines Tages“ mal für den FCB spielen zu dürfen.
Ebenfalls recht frustrierend ist, dass die BL-Saison schon lange beendet ist, aber unsere Transferaktivitäten (sowohl was Ab- als auch was Zugänge betrifft) noch weit von ihrer tatsächlichen Realisierung entfernt sind.
In den letzten Jahren wurde hier immer moniert, dass die wichtigsten Personalplanungen für die neue Saison eigentlich schon bis Mai realisiert werden müssten, damit man Planungssicherheit hat und nicht kurz vor Transferschluss überteuerte Transfers tätigen muss.
Nun gut, in diesem Sommer besteht eine Ausnahmesituation wegen der Klub-WM. Bzw. man muss erst deren Ende abwarten, um zu wissen, wieviel Geld man in den USA einnehmen wird und ob man sich gewisse Transfers überhaupt leisten kann.
Obwohl ich Eberl eigentlich sympathisch finde, teile ich mittlerweile den in den Medien kolportierten Verdacht, dass die „Adults“ unzufrieden mit Eberl sind, wenn er nicht in aller nächster Zukunft a) ein bis zwei einigermaßen lukrative Spielerverkäufe realisiert (wie z.B. Boey, Palhinha, Min-jae Kim oder Coman - am liebsten wäre mir ja Gnabry, aber das ist leider unrealistisch…) und b) noch ein bis zwei echte Verstärkungen einkauft.
Jedenfalls haben sich die Hoffnungen, die man damals an Eberls Verpflichtung knüpfte (dass er extrem gut vernetzt sei und unsere Kaderpolitik im Gegensatz zu seinen Vorgängern auf ein völlig neues Niveau heben werde), bislang noch nicht erfüllt. Bei der Beurteilung Eberls muss man aber auch einschränken, dass er womöglich für Dinge verantwortlich gemacht wird, an denen er nur teilweise beteiligt war, weil er nicht unabhängig agieren kann und ihm ständig jemand reinredet.
So war es sicherlich kontraproduktiv, dass er sich wochen- bis monatelang nicht um etwaige teure Neuverpflichtungen kümmern konnte, weil man Hoeneß´ Einfluss auf Wirtz´ Vater lange überschätzt hatte.
Beneiden tue ich Eberl um seine schwierige Aufgabe nicht.
Ziemlich frustriert bin ich aber, dass unser FCB seit Jahren diversen Trainern und Spielern hinterherlaufen muss und ständig Absagen kassiert.
Ich wünsche mir die Zeiten zurück, wo sich die richtig guten Jungs darum gerissen haben, einmal im Leben für den FCB tätig werden zu dürfen.
Die werden aber wohl so schnell nicht wiederkommen.