Jan-Christian Dreesen Vorstandsvorsitzender FC Bayern AG

Es anzustreben, finde ich auch richtig. Hin und wieder bewusst zu investieren, um die sportlichen Ziele zu erreichen und dabei einen kleinen, verkraftbaren Verlust hinzunehmen, fände ich aber auch richtig.

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Ja, gegen verkraftbare Verluste habe ich auch nichts. Da liegt die Akzeptierbarkeit ja schon im Begriff. :wink:

Für den FC Bayern gibt es allerdings keine verkraftbaren Verluste, denke ich. Das soll um jeden Preis vermieden werden. Das meinte ich.

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Du meinst, auch Verluste, die objektiv verkraftbar wären, sind für den FC Bayern subjektiv nicht verkraftbar?

Ich glaube die sind einfach nicht so präsentabel. Und Außenwirkung ist sehr wichtig.

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Schwer, das an einem Beispiel festzumachen. Ganz hundertprozentig richtig ist meine These natürlich nicht, wenn man bedenkt, dass sie Wirtz geholt hätten und dafür einen Verlust in Kauf genommen hätten. Aber da muss der FC Bayern schon extrem überzeugt von sein.

In der Vergangenheit gab es so ein, zwei Punkte – vor allem nach dem Triplesieg 2020 –, wo ich das Gefühl hatte, dass Bayern es verpasst hat, gezielt zu investieren, um erfolgreich zu bleiben. Irgendwo auch verständlich, du verlängerst dann lieber mit der Generation, die erfolgreich war und hoffst, dass das so bleibt. Aber aus meiner Sicht wären mehr Reize sinnvoll gewesen. Ich spreche hier nicht von einem Riesenumbruch, aber eben davon, gezielt zu versuchen, der abfallenden Kurve entgegenzuwirken, bevor sie da ist.

Immer noch sehr abstrakt, aber konkreter kriege ich es gerade nicht hin. Mein persönliches Gefühl ist, dass die Vorgehensweise an mancher Stelle etwas zu zurückhaltend und vorsichtig ist. Aber ich kann natürlich auch komplett danebenliegen und so, wie sie es machen, ist es absolut richtig.

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Kommt auf das Unternehmen an und dessen Struktur. Feindliche Übernahme, Zerschlagung

Anderes Thema

zu dem ich mir Gedanken gemacht habe. Weil ja viel davon geschrieben wird, dass man an den „Einnahmen was machen muss - sprich sie zu verbessern“. Konkrete Ideen eher Fehlanzeige. Weder von den Verantwortlichen im Klub noch sonstwo liest man da etwas. Klar, das ist auch ein Thema das den Fußballfan nicht sonderlich interessiert. Trotzdem habe ich mir die letzten Tage ein paar Gedanken darüber gemacht, da mich solche Dinge ja etwas umtreiben, gerade nach dem Interview.

Dreesen äussert sich im besagten Interview wie folgt:

WELT AM SONNTAG: Welches sind für Ihren Klub derzeit die größten Herausforderungen?

Dreesen: Unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Wenn man das ernst nimmt, heißt das: Es braucht mehr Geld. Von selbst kommt das nicht – der FC Bayern muss dafür auch etwas hergeben bzw. verändern.

Ich habe mal folgende Ideen zusammengetragen:

Anteile & Kapital

Ein Ansatz wäre das, was man damals mit BMW versucht hat:
Anteile von Audi zurückkaufen und an einen neuen Partner weitergeben.
Der aktuelle Audi-Vertrag läuft bis 2029, Adidas bis 2030.

Der neue Marketing-Vorstand Rouven Kasper war beim VfB Stuttgart maßgeblich daran beteiligt, dass Porsche mit 10,4 % eingestiegen ist. Es ist absolut vorstellbar, dass er so etwas auch beim FC Bayern vorbereitet.

Eine Kapitalerhöhung, bei der der e.V. z. B. 70 % behält, könnte realistisch 260–350 Mio. € bringen. Die bisherigen Anteilseigner (Adidas, Audi, Allianz) würden dabei nur leicht verwässert – von 8,33 % auf etwa 7,8 %.

Ja, das ist „Verkauf von Tafelsilber“. Aber:

  • Bayern müsste sich nicht verschulden
  • Trainingsgelände, Infrastruktur und Transfers ließen sich moderner finanzieren
  • Man bleibt vollständig handlungsfähig und unter 50+1

Neuer strategischer Sponsor / Investor

Dafür bräuchte man einen globalen Partner, nicht nur einen Deutschland-Sponsor.
Ideal wäre jemand, der:

  • in USA, Asien und vielleicht auch Indien präsent ist,
    Zukunftstechnologien besetzt (E-Mobilität, Software, Vernetzung),
    und Bayern international sichtbarer macht.

Beispiele aus dem Mobility-/Techbereich:

  • BYD, Rivian, NIO, XPeng
  • Batterie- & Energy-Unternehmen wie CATL, LG Energy Solution
  • oder auch Zukunftsbranchen aus Golfstaaten / Indien / USA

Audi ist aktuell ein starker Partner – trotzdem könnte ein Tausch oder Ergänzung langfristig Sinn ergeben.

Regionale Sponsoringrechte

In Spanien, Italien oder England ist das üblich:
Ein Sponsor fürs Trikot global, aber Extra-Deals für USA, Asien, Afrika, MENA usw.

Damit wären 20–30 Mio. € pro Jahr zusätzlich möglich – ohne dass Fans in Deutschland etwas davon merken.

Digitale Memberships (Abo-Modell)

Nicht im klassischen Sinn von Vereinsmitgliedschaft, sondern:

  • Streaming von Test- oder Freundschaftsspielen
  • exklusive Interviews, Inhalte, Dokumentationen
  • Rabatte auf Merch
  • NFTs oder digitale Collectibles
  • Vorabzugang zu Tickets bei USA-/Asien-Touren

Wenn man z. B. 1 Mio. Fans weltweit gewinnt, die 4–12 € im Monat zahlen, wären das:

25–35 Mio. € pro Jahr

Das ist im Grunde die moderne Version von Hoeneß’ China-Idee („100 Mio. Chinesen zahlen 1 Euro“).

Merch & Lifestyle – da sind andere viel weiter als wir

PSG, Real, Juventus oder City machen das aggressiver:

  • Kooperationen mit Designern / Streetwear-Marken
  • Pop-Up-Stores und feste Shops in Asien & USA
  • Lizenzvergabe an Mode- und Lifestyle-Brands

Der FC Bayern verlässt sich hier fast komplett auf adidas – und wirkt dadurch älter als nötig.
Man muss jünger und internationaler wirken.
(Mit Gnabry als Style-Botschafter wäre das sogar halb ernst gemeint :wink:)

Potenzial: 20–30 Mio €/Jahr

Hospitality, Arena & Events

Die Allianz Arena ist top, aber es geht mehr:

  • modernisierte Logen
  • mehr Events wie NFL (ja wird schwierig mit der Stadt München)
  • Frauen-Team gezielt vermarkten
  • Campus stärker nutzen

Auch hier liegen 15–25 Mio. € pro Jahr drin, ohne Ticketpreise erhöhen zu müssen.

Gesamtpotenzial ohne Kapitaldeal

Alle Maßnahmen zusammen könnten in den nächsten 5 Jahren:

200–250 Mio. € zusätzliche Einnahmen pro Jahr bringen.

Mit Kapitalerhöhung oder Anteilsrotation käme noch ein Einmalbetrag von 260–350 Mio. € oben drauf.

Wenn Bayern international konkurrenzfähig bleiben will, muss sich etwas bewegen – sonst wird es schwierig mit der von Dreesen angesprochenen internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

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Zumindest das können wir ausschließen. Das ganze kaderbezogene Agieren der Bayern (Auswahl und Timing von Transfers, Nachwuchseinbindung, Entscheidungen über Verlängerungen versus Verabschiedung von aktuellen Spielern usw.) ist doch hochgradig inkonsistent. Da werden munter sich einander widersprechende Ziele verfolgt, Person X will etwas machen, wogegen Person Y aus derselben Führungsetage gleichzeitig ein Veto einlegt etc. Das haben wir ja in diesem Sommer wie durch ein Brennglas beobachten können und ausführlich aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet und analytisch zerpflückt.

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Danke für den Beitrag. Meine Kompetenz liegt vor allem in anderen Bereichen, weshalb ich da keine sinnvolle, detaillierte Antwort geben kann, aber ich habe das mit großem Interesse gelesen.

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Sehr starke Denkanstöße, da reicht ein Herzchen nicht aus - danke. :+1::heart:

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Sehe ich auch so. Die schwarze Null muss immer stehen. Corona ist ein gutes Beispiel. Klar war die Zeit damals sehr unsicher, aber man hätte nach dem Triple mehr machen können. Thiago durch Roca ersetzt. Mehr braucht man nicht sagen.

Wirtz hätte uns cca. 50 Mio. gekostet pro Jahr. Diaz kostet uns 31,5 Mio. + Jackson 24,5 Mio. Insgesamt also 56 Mio. für zwei Spieler. Bei Wirtz bräuchte es natürlich noch einen zweiten Spieler. Da hätte man „kreativ“ werden müssen und einen Perisic 2.0 holen. Der Patron hat beim Doppelpass aber gesagt, dass man im Winter nochmals nachlegen kann, wenn bedarf bestehen sollte. Deswegen kann man davon ausgehen, dass für den Spieler nicht nur 6 Mio. zur Verfügung gestanden hätten.

Ich glaube es war teilweise Strategie sich finanziell angeschlagen zu geben, um die Preise (Wirtz) etwas zu drücken.

Gleichzeitig gibt es wie von Alex beschrieben einige Alarmzeichen. Mal sehen was für Zahlen beim Sponsoring verkündet werden. Letzte JHV hatte Diederich für das nächste Jahr (also dieses) bessere Zahlen versprochen (verkündet).

Die Gehaltspirale wurde schon vor 2 Jahren mehr oder weniger gestoppt. Auch nach diesen Sommer ist man ± auf den gleichen Stand wie im September 2024. Es steht nur die Upamecano-Verlängerung an. Man könnte durch die auslaufenden Verträge im Sommer sehr viel Geld sparen ohne dabei sportlich viel einzubüßen.

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Aber hat das überhaupt einen Effekt? Ich glaube auch, dass das die Strategie war, aber ich finde nicht, dass man z.B. Diaz deswegen günstiger bekommen hat.

Ein Goretzka Abgang wäre wahrscheinlich aktuell wirklich kein großartiger Verlust. Für Guerreiro gilt das gleiche. Bei Neuer, Gnabry und Upamecano ist die Sache schon anders.

Ich wäre mit „viel Geld sparen“ vorsichtig. Auf dem Papier laufen zwar teure Verträge aus, aber realistisch sieht es so aus:

Olise: Vertrag bis 2029, verdient ca. 10–12 Mio. Wird man halten wollen → Gehalt geht hoch, sonst ist er weg.

Kane: Vertrag bis 2027. Verlängerung = Handgeld + höheres Gehalt. Ins letzte Vertragsjahr darf er nicht.

Pavlović: Aktuell nur ca. 1,5 Mio – komplett unter Marktwert. Der wird bald deutlich mehr verdienen.

Upamecano: Vertrag 2026. Entweder verlängern (teurer) oder Ersatz holen – ein guter IV ist nicht günstiger.

Gnabry: Ja, je ca. 15 Mio Gehalt wären weg. Aber Ersatz auf Niveau kostet auch – ob mit Ablöse oder Handgeld + Gehalt.

Goretzkas Gehalt lässt sich tatsächlich einsparen. Braucht es nicht Mal zwingend Ersatz.

Neuer wird verlängern :wink:

Unterm Strich:
Sparen geht nur mit echter Gehaltsstrukturänderung oder bewusst günstigeren Ersatzspielern. Sonst verschiebt man Kosten eher, statt sie zu reduzieren.

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Wenn Diaz am Ende der Saison ähnlich Statistiken wie Olise hinlegt und danach sieht es aus, dann wird auch Diaz sicherlich bezüglich einer Vertragsverlängerung nachfragen.

Glaube auch nicht, dass es viel bringt. Diaz ist eigentlich auch ein Beispiel, wir gut es uns geht. Fast niemand hat hohe Ablösen für ältere Spieler bezahlt. Der FCB kann es sich leisten.

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Olise soll 13,5 Mio. verdienen. Er hat noch lange Vertrag. Man kann gerne jetzt verlängern, aber akut ist es jetzt nicht.

Glaube nicht, dass er nochmals mehr verdienen wird. 25 Mio. sollten reichen. Hier wird eher die pot. Laufzeit entscheidend.

Woher kommen die 1,5 Mio. Bei Capology stehen 5,5 Mio. , was ich für realistisch halte. Der Vertrag wurde in der Anfangszeit von Eberl verlängert.

Upa hatte ich ja auch geschrieben. Das ist die wichtigste Verlängerung.

Bei Gnabry sollen es 19 Mio. sein. Ja, Ersatz würde was kosten. Vielleicht bleibt am Ende doch. Man sollte aber knapp 10 Mio. sparen können. Meine persönliche Schmerzgrenze ist aktuell bei 8 Mio. was ich ihm bieten würde.

Bei Goretzka ist die Situation ähnlich. Wenn er bleibt, dann sollte er cca. die Hälfte seines jetzigen Gehalts bekommen. Je nachdem wie die Saisons verläuft, könnte man sich trauen, die Position 4 im Mittelfeld an ein Talent zu vergeben.

Jackson sind auch 8 Mio. Gehalt. Klar auch hier braucht es Ersatz.

Für Guerreiro braucht es keinen Ersatz.

Glaube ich auch. Dann sollte man aber Nübel von der Gehaltsliste bekommen. Der kostet uns wohl 6,5-8 Mio. pro Jahr. Ich habe in meinem Kopf Nübel einfach dazu gerechnet. Sorry dafür. Mein Fehler.

Gnabry, Goretzka, Nübel, Guerreiro, Jackson machen zusammen cca. 55 Mio. Im besten Fall musst du nur Gnabry und Jackson als Offensivspieler Nr. 5 und 6 ersetzten. Dazu eben die Upa-Verlängerung. Unter dem Strich sehe ich schon genügend Einsparpotential ohne viel Substanzverlust.

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Olise sehe ich weit weniger entspannt als Du.
Kane wird m E. ein gutes Handgeld kosten.
Ansonsten stehst 2027 ohne Topstar da.

Bei Pavlovic hatte ich falsche Zahlen.
Das ist trotzdem kein adàquates Gehalt, wenn er sich als Nationalspieler durchsetzten sollte.
Wenn du für 4 Spieler

nur zwei holst, wird der Kader noch kleiner.

Man kann ja Goretzka durch einen Jugendspieler ersetzen als ZM Nr. 4 und die Guerreiro-Rolle (Pos. 7-8) in der Offensive kann man mit einem Jugendspieler besetzen. In der Offensive hat man ja genug davon. Man müsste also nur Jackson und Gnabry ersetzen. Karl wird nächste Saison auch nicht mehr den Status "Jugendspieler " haben, falls er weiterhin genug Spielzeit bekommt, deswegen kann man mMn ohne Probleme in der Offensive einen weiteren Jugendspieler einen Kaderplatz geben.

Handgeld für Kane könnte man vielleicht auch umgehen in dem man ihm eine lange Laufzeit für das volle Gehalt bietet und oder wieder eine AK einbaut.

Pavlovic wird sicherlich irgendwann auch eine Gehaltserhöhung bekommen, wenn er weiterhin performt und fit bleibt, aber sehe ich nicht in den nächsten 12 Monaten kommen.

Bei Olise schon eher. Aber auch hier rechne ich nicht mit einem Gehalt von 20 Mio.+ sondern eher 17-18, weil er in den ersten 3 Jahren des neuen Vertrages schon kompensiert wird. Das ist dann der Unterschied zu Davies und Upa. Wenn Olise 20+ möchte, dann kann man mMn fast schon warten.

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Olise ist potenzieller Ballon d’Or Gewinner.
Muss nur dort spielen wo er die besten Chancen auf die CL hat.

Wenn der Spieler wechseln will, ist es nicht so einfach zu warten. Das gäbe große Unruhe.

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Klar, aber wenn er aus sportlichen Gründen wechseln möchte, dann ist es egal ob er noch 2 oder 4 Jahre Restlaufzeit hat. An der Ablöse ändert es auch nicht viel.