Wie ist das dann bei den Topspielen im Zweitmarkt - sind die dann ratzfatz immer gleich weg die reinkommen oder hat man da trotzdem auch ein wenig Auswahl?
Hängt oft ein bisschen mit dem Timing und Glück zusammen.
Es gibt Spiele da geht garnichts, dann gibt’s Spiele da merkst du schon, dass immer wieder Tickets rein gehen, dann sind sie wieder Weck und so geht’s hin und her.
Aber wenn so ein regelmäßiges kommen und gehen an Tickets ist, hab ich bis jetzt fast immer Tickets bekommen.
Bin dann aber teilweise schon den ganzen Tag immer wieder drin um dann online zu sein wenn Tickets drin sind.
Aber zb in der tuchel Saison gegen man utd wars problemlos. Da waren verhältnismäßig viele drin.
Und im Winter ists deutlich leichter als im Sommer.
Aber grundsätzlich hab ich deutlich mehr Karten übern zweitmarkt als durch Bewerbung bekommen.
Die kosten aktuell 19€ für die CL.
So funktioniert die Ticketvergabe nicht. Ein wohlhabender Fan kann sich für alle Ticket-Kategorien bewerben. Ein Fan mit wenigen Mitteln kann sich nur für die untersten Kategorien bewerben. Die bezahlbaren Kategorien sind also deutlich umkämpfter. Gleichzeitig gibt es in diesen Kategorien auch wenige Tickets, da hier ein Großteil mit Jahreskarten belegt ist.
Deine Idee würde also aus einer sozialen Sicht nur dann funktionieren, wenn der FC Bayern alle Gehälter und Vermögensverhältnisse seiner Fans überprüfen würde, um den wohlhabenden Fans nur Zutritt zur höchsten Kategorie zu gewähren - was natürlich Quatsch ist. Dein Vorschlag bedeutet daher nichts anderes, als bei armen Menschen die Chancen, ein Top-Spiel sehen zu können, erheblich zu reduzieren.
Wir reden hier über EINE noch teurere Top Kategorie (vielleicht sogar eine neue noch kleinere), die jetzt schon längst wegfällt für ärmere Leute weil ihnen jetzt schon zu teuer, siehe jetzt schon offensichtlich Faktor 8!
De Fakto würde sich für die armen Menschen also eher gar nix ändern als „erheblich“.
Aber ist ja nix neues - jeder Vorschlag wo auch nur irgendwo Preise erhöht werden ist natürlich unpopulär beim Volk.
So ähnlich wie wenn’s um Steuererhöhungen geht - wenn da von Reichensteuer (und bei so einem Begriff ging es bei mir wesentlich eher um Einkommensmillionäre bzw. Milliardäre als zb 100k+ im Jahr) die Rede ist drehen auch sehr viele Leute am Rad, die meilenweit davon entfernt je davon betroffen zu sein.
Aber man könnte ja irgendwann, also regt man sich auf. So ändert sich dann aber halt nie was.
Und wir holen uns die 5 Mios extra im Jahr, statt dass die Topkategorie noch bisschen teurer halt dann über einen Dreckssponsor (sorry) wie Emirates.
Suuuuuper!
Wir sind im Wesentlichen immer noch ein gemeinnütziger Fußballverein, dessen Zweck es ist, Sport zu betreiben und die Gesellschaft daran teilhaben zu lassen. Gewinnmaximierung mit der Konsequenz, dafür Menschen vom Sport auszuschließen, ist eben nicht unser Geschäftsmodell. Sonst könnte man auch einfach die Stehplätze restlos streichen.
Du gehst wie üblich 0,0 auf meine Argumente ein…
Es geht nicht um Gewinnmaximierung sondern eben so Sachen wie ein Sports Washing für Emirates sich zu ersparen. Das ist soviel wie wir an einem einzigen Heimspiel einnehmen - da brauchts also keine großen Preissteigerungen in der Breite: Die absolute Spitze würde völlig ausreichen…
Und eben kein bisschen darum irgendjemand ausschließen sondern eine jetzt schon teuerste und für viele unerschwingliche Kategorie noch teurer zu machen weil es für manche andere kaum ne Rolle spielt die jetzt schon diese teuren Tickets kaufen.
Auch dass man dafür die günstigen Kategorien (mehrere, auch die nicht eh schon fast weg für Jahreskartenbesitzer) sogar noch günstiger zusätzlich machen könnte wie vorgeschlagen.
Wird alles ignoriert…
So macht diskutieren leider wenig Sinn!
dito
150€ ist halt irgendwie machbar. 350€ nicht.
Da wird’s interessant und da sieht man auch wo’s herkommt:
Für DICH ist es machbar. Für die armen Fans, die Du vor schiebst ist auch das schon nicht machbar.
Für Dich wäre es eventuell (auch das ist nicht klar weil die 350 Euro ja nur ein Beispiel waren, wenn Du Dir 200 Euro zB noch leisten könntest hättest Du sogar wieder bessere Chancen auf Ticket als zuvor weil dann etwas weniger Nachfrage) ein Nachteil - und das kann natürlich nicht sein, dass Du ne minimal kleinere Chance auf Ticket hast als jetzt auch wenn man mit der Extrakohle eben sogar die billigen Tickets für die wirklich armen Fans noch erschwinglicher und erreichbarer machen könnte. Aber das interessiert eben nicht wirklich…
Daher weht also der Wind - das übliche…
Die billigsten Tickets sind schon extrem niedrig. Ein normales Bundesligaspiel fängt bei 15€ an. Ermäßigt sogar 7,50€. Das ist auch die Baseline der ganzen Bundesliga. Wo willst du da noch groß entgegen kommen? Bei Menschen, die so gut wie keine Kohle für Freizeit übrig haben, ist das sowieso die einzige Chance.
Die restlichen Preise sind ziemlich eng beisammen und für die meisten Menschen für ein einmaliges Erlebnis irgendwie erreichbar (aber auch dann vielleicht das einzige Highlight des Jahres), aber nicht erreichbar, wenn wir über 350€ reden. Je höher der Preis desto weniger Menschen können ihn logischerweise zahlen und desto weniger Tickets sind im freien Verkauf, die für den Ottonormalbürger greifbar sind.
Der FC Bayern hat meiner Meinung schon eine ziemlich gesunde Preisstruktur. Man hat sehr günstige Tickets auf den Stehplätzen, man hat eine halbwegs erreichbare Spanne für die meisten Sitzplatz-Tickets, so dass die Jahreskarten bezahlbar sind, höhere Sitzplatzpreise für Gelegenheitsbesucher und in den Logen zieht man den Reichen die Kohle aus der Tasche.
Das ist meiner Meinung nach gerade so noch eine halbwegs akzeptable Balance aus gesellschaftlicher Teilhabe und den unternehmerischen Interessen. Ich möchte beim FC Bayern nicht Verhältnisse wie in England, wo bei den Top-Teams nur noch Touristen im Stadion sitzen, die dann dem Jahreskarten-Besitzer sein Ticket für die 350£ abgekauft haben.
Ja, ich weiß der Status quo ist immer total toll und egal was man ändern will schlimm schlimm schlimm!
Gerade noch argumentierst Du die billigsten Tickets sind eh fast keine im freien Verkauf, jetzt sind sie auf einmal eh schon so toll, dass nix ändern braucht, immer so wie’s gerade für einen passt, gell - wenn man aber die nächst teureren mehr verfügbaren näher an die billigen zieht und dafür die teuersten höher würde das mehr Leuten mit Finanzproblemen eine Teilhabe ermöglichen.
Aber man kann natürlich nur an seinen eigenen Vorteil denken und da passt es jetzt schon so gerade für einen (und wenn für einen selber ok, dann doch bestimmt auch für die anderen, gell), also BLOSS nix ändern…
PS: das Konzept mit den speziell teureren Tickets für die es sich leisten können wurde zB im Konzertthread ziemlich gefeiert um so über Cross Sponsoring mehr ärmeren den Besuch zu ermöglichen. Und nur weil man jetzt schon so was hat in die Richtung durch die verschiedenen Preisklassen heißt es nicht dass man es nicht noch besser machen könnte in sozialer Hinsicht, da ginge noch viel mehr weil es eben auch ne Menge Leute gibt bei denen der Preis fast keinerlei Rolle spielt. Aber klar, lassen wir alles so wie’s ist - eh geil, passt schon…
PPS: und der Verein holt sich die Kohle dann ja stattdessen über Emirates rein, also keine Sorgen und kein persönlicher Nachteil, super!
Tangiert auch vorallem Finanzthemen…
„Laut einer Analyse von Euromericas Sport Marketing belegt der deutsche Rekordmeister im internationalen Vergleich Rang vier. Rund 2,38 Millionen verkaufte Trikots im vergangenen Jahr unterstreichen die ungebrochene Strahlkraft der Münchner. Nur drei Klubs liegen vor den Bayern: Real Madrid führt das Ranking mit 3,13 Millionen verkauften Trikots an, gefolgt vom FC Barcelona mit 2,94 Millionen und Paris Saint-Germain mit 2,55 Millionen.“
Vorne mit dabei.
„Beim FC Bayern ist es vor allem ein Name, der den Trikotverkauf befeuert: Harry Kane. Der englische Nationalstürmer zählt laut dem Portal Score90 zu den zehn Spielern mit den höchsten Trikotverkäufen weltweit. Mit 867.000 verkauften Kane-Trikots im Jahr 2025 belegt der Bayern-Star Rang neun – knapp hinter Bruno Fernandes und Cristiano Ronaldo.“
Bemerkenswert. Mehr als ein Drittel der verkauften Trikots gehen auf Kane.
Stark! Bei einem Trikotpreis von ca. 100€ wären das 86 Mio. Umsatz pro Jahr. Nachdem Trikots an sich wenige Kosten verursachen, könnten bis zu 43 Mio Gewinn beim Verein bleiben - in einem Jahr.
Lohnt sich der Kane-Transfer insofern doppelt?
Ihr sprecht doch hier über Kategorien 1-4, oder? Kategorie vier beziehungsweise Stehplatz ist stark subventioniert und im freien Markt eigentlich nicht erhältlich. Kategorien 2-3 haben leichte preisliche Abstufungen sind aber jetzt schon extrem teuer.
Um überhaupt an Tickets zu kommen, darf man sich nicht auf eine Kategorie festlegen. In 90 % aller Fälle bekomme ich Kategorie eins, bedeutet die teuerste Kategorie für Normalo Fans. Wenn wir da zu zweit hinfahren und 150 € pro Karte bezahlen für ein Champions League Spiel +80 € Benzin plus parken plus etwas essen ist man für einen Mittwochabend schnell bei 500 €. Sehe nicht dass man das noch teurer machen sollte. Fußball ist für alle da.
Bei diesen rein betriebswirtschaftlichen, vereinfachten Betrachtungsweisen über den Volkssport Nummer eins muss ich echt aufpassen keinen Ausschlag zu bekommen
Es sind eher an die 10 Millionen Gewinn. Der Anteil, den die Klubs bekommen, wird von den Medien oft auf ca. 10€ geschätzt.
Wenn es dann um den Spieler selbst geht, muss man noch die Käufer abziehen, die sowieso ein Bayern-Trikot gekauft hätten.
Von den Trikots, die der FC Bayern über seine eigenen Kanäle in seinen stationären Fanshops und im Online-Geschäft verkauft, sollte er die Einzelhandelsmarge selbst einstreichen können. Angenommen, dieser Anteil läge bei weiteren 10 Millionen Euro, dann könnte der FC Bayern das Gehalt von Kane fast vollständig mit dem Trikotverkauf finanzieren. Das ist schon nicht schlecht.
Dann dürften die Gerüchte ja auch durch aus stimmen das als Ronaldo nach Madrid wechselte seine Ablöse allein durch seine Trikotverkäufe refinanziert wurde ![]()
Nein.
Nein. Bzw. natürlich ja, aber. Aber: Zusätzliche Einzelhandelsmarge bedeutet nicht zusätzlichen Profit.
Der wichtigste Punkt ist der von @Gut_Kick gemachte: Die meisten Trikotverkäufe sind kein Zusatzgeschäft, sondern Eh-da-Erlöse. Bayernfans kaufen sich Bayerntrikots. Der Spielerflock variiert. Für 10 verkaufte Kane-Trikots “verliert” der FC Bayern 3 Musiala-Trikots, 3 Olise-Trikots und 3 Kimmich-Trikots. Ein verkauftes Trikot bringt dann wirklich zusätzliche Einnahmen. Vielleicht sind es bei einem globalen Superstar wie Kane auch zwei.
Daneben bin ich wie einleitend gesagt skeptisch, was die üppige(re) Marge im eigenen Verkauf angeht. Mehr Rohmarge maybe, dafür aber auch hohe Handlingkosten für Miete, Logistik, IT, Personal etc. Ich glaube nicht, dass der FC Bayern ausreichende Volumen für hohe Skaleneffekte oder generell ausreichend effiziente Prozesse in seinem stationären Handel hat.
Ich habe mich mal ausführlich mit dem damaligen Head of Tralala von Fanatics unterhalten, der hatte mir glaubhaft dargelegt, dass es für Vereine profitabler ist, wenn Fanatics das komplette Merch-Handling übernimmt. (Der hat natürlich parteiisch argumentiert. Und was für die meisten Vereine gilt, muss nicht für den FCB gelten, aber grundsätzlich. Aber dennoch. Es hat mich in meiner Einschätzung bestärkt.)
Ich verstehe Deine Einwände, Georg. Ich habe einmal etwas recherchiert.
Im Herbst 23 stand im Kicker Folgendes:
Der Hype um ihn war schon beinahe absurd. Am Tag seiner Ankunft spielte München verrückt. […] Allein am ersten Wochenende verkaufte der FC Bayern rund 20.000 Trikots mit dem Namen Kane auf dem Rücken. […] Und die Faszination geht nahtlos weiter. […] Für die gesamte Spielzeit 2023/24 vermutet der FC Bayern letztlich mehr als 100.000 verkaufte Kane-Trikots. Dann wäre er der erste Profi beim deutschen Rekordmeister, der diese Zahl in einer Saison erreicht.
100.000 Kane-Trikots in der Saison 23/24. Allzeit-Rekord für einen FCB-Spieler.
Im Geschäftsbericht der Bayern für diese Spielzeit steht Folgendes:
Der Bereich Handel konnte seinen Gesamtumsatz um 28 % erheblich steigern und einen Rekordumsatz erzielen. Wesentlicher Wachstumstreiber waren die vertriebskanalübergreifend hervorragenden Absatzzahlen der Trikotgeneration 2023/24 mit ca. 50 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr.
50 Prozent (!) Wachstum bei den Trikoterlösen.
Vereinfacht gesagt ergibt sich damit für mich folgendes Bild:
- Saison 22/23: Trikotumsatz x.
- Kane kommt
- Saison 23/24: Trikotumsatz 1,5x
Meine Vermutung auf Basis dieser Daten ist, dass es bestimmt gewisse Verdrängungseffekte gegeben hat, aber dass Kane tatsächlich ganz viele zusätzliche Trikots verkauft hat, die ohne ihn nicht verkauft worden wären. Deiner Vermutung, dass im Absatz die Trikots von Kane vor allem die Trikots anderer Spieler verdrängen, würde ich also vorsichtig widersprechen.
Was die Marge betrifft, kann ich nur spekulieren. Aber auch hier würde ich Dir vorsichtig widersprechen. Angenommen, ein Trikot kostet im Geschäft 100 Euro. Wenn ein Verein dieses Trikot über seine eigenen Kanäle (online und offline) vertreibt, sind von diesen 100 Euro auf jeden Fall weg:
- 10 Euro für Produktion und Transport nach Deutschland
- 20 Euro Herstelleranteil (Adidas, Nike, Puma, …)
- ~20 Euro Umsatzsteuer
Damit verblieben dem FC Bayern beim Vertrieb über seine eigenen Kanäle pro verkauftem 100-Euro-Trikot rund 50 Euro Rohertrag zur Deckung seiner Kosten für Personal, Energie, IT, Miete, Versand, Abschreibungen usw. Ich kenne die operative Kompetenz und Kostenstruktur des FC Bayern im Merchandising-Vertrieb nicht, aber der Verein sollte sich im Laufe der Jahrzehnte, die er Merchandising auf eigene Rechnung verkauft, eine handwerklich solide und operativ effiziente Vertriebsorganisation aufgebaut haben. Ich wäre ehrlich überrascht, wenn die Bayern im Eigenvertrieb pro Trikot im Durchschnitt weniger Gewinn machen würden als bei einer vollständigen Vergabe des Vertriebs an eine Agentur wie Fanatics (klar, wenn Fanatics die Leistung zum Selbstkostenpreis anbieten würde, dann natürlich schon, aber das ist ja unrealistisch). Möglich ist es natürlich trotzdem. Ich kenne mich weder abstrakt noch konkret mit den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen im Merchandising eines Fußballvereins gut genug aus und spekuliere letztlich nur.
Was ich aber schon zu sagen wage: Wenn die Kooperation mit Fanatics für die Bayern günstiger wäre als ein Eigenvertrieb, würde dieser Vorteil mit jedem zusätzlich abgesetzten Trikot schrumpfen. Beim Übergang vom verkauften Trikot 100.000 zum verkauften Trikot 100.001 haben die Bayern immer noch die vollen Erlöse (den vollen Kaufpreis), aber bis auf die jedes Mal in voller Höhe anfallenden Versandkosten kaum weitere zusätzliche Kosten. Man braucht für dieses Trikot keinen zusätzlichen Mitarbeiter, man braucht keinen zusätzlichen Server, man braucht keinen zusätzlichen Online-Auftritt, man braucht so gut wie keinen zusätzlichen Lagerraum etc. Alle Kosten, die theoretisch für das Trikot 100.001 anfallen würden, sind schon für das Trikot 100.000 angefallen. Die Marge dieses Trikots ist riesig. Vermutlich (!) haben die Bayern für das durch Kane verursachte Trikotplus seit seiner Ankunft beim Verein nicht wirklich viel an neuer Infrastruktur und neuem Personal aufbauen müssen, welche/s ohne dieses Trikotplus nicht notwendig gewesen wäre. Unter dem Strich dürfte der Profit, den die Bayern mit den Kane-Trikots seit dessen Ankunft in München im Eigenverkauf gemacht haben, sehr, sehr ordentlich sein.
DANKE für die Recherche, Alex! Ich habe mit Georgs konservativer Schätzung arg gefremdelt (speziell den 10% Marge), konnte die Zahlen aber nicht recherchieren.