Was die Ticketpreise angeht, stimme ich @RasenRambo zu. Die Nachfrage ist gigantisch, das Angebot ist knapp. Durch günstige Tickets im Primärmarkt verschiebt sich das Problem teurer Tickets lediglich auf den Sekundärmarkt.
Q: What happens when you give away FREE MONEY?
A: RENT SEEKING!
Setting a below-market price, and hoping/praying that the tickets go to fans and never get resold, is economic fantasy land.
Yup, das ist das Problem. Die Zahlungsbereitschaft ist die einzige – wenn auch imperfekte – Möglichkeit, die Intensität der Fanliebe einer Person realistisch festzustellen. Wer am meisten für ein Ticket zu zahlen bereit ist, ist auch der größte Fan.
In einer Welt, in der der Stadionbesucher letztendlich sowieso den Preis X bezahlen muss, ist es für die FIFA cleverer, diesen Preis gleich selbst zu verlangen, statt die Tickets für Beträge weit unterhalb des Gleichgewichtspreises an den Mann zu bringen und dann dabei zusehen zu müssen, wie der Preis X danach umgehend auf Wiederverkaufsplattformen erzielt wird.
Die einzige Möglichkeit, Menschen, die sich keine Tickets für mehrere hundert Dollar leisten können, Zugang zu Spielen im Stadion zu ermöglichen, wäre der Verkauf von Tickets für ein paar Dutzend Dollar mit anschließendem Weiterverkaufsverbot. Dann wird allerdings die Überzeichnung des Angebots noch viel größer sein (die Tickets sind günstiger) und die Ticketzuteilung wird noch viel stärker einer Lotterie mit äußerst geringen Gewinnaussichten gleichen. Der Preis wird als primäres Zuteilungsinstrument durch den Zufall ersetzt. Das mag man besser oder gerechter finden, aber das Problem knapper Tickets und Millionen unbefriedigter Ticketwünsche wird dadurch nicht gelöst, es wird sogar noch größer. Denn die Nachfrage nach Tickets und damit bei einem fixen Angebot auch die Zahl enttäuschter Ticketkäufer ist natürlich deutlich größer, wenn die Tickets nur ein paar Dutzend Dollar statt mehrere hundert Dollar pro Stück kosten.
Weil und insofern ein Weiterverkaufsverbot durchzusetzen unrealistisch ist, kann ich das Pricing der FIFA verstehen und finde es, gegeben die tatsächlichen Gegebenheiten des Marktes, auch folgerichtig. Ich hätte in der gleichen Situation höchstwahrscheinlich genauso gehandelt (vom Profitinteresse der FIFA einmal ganz abgesehen).