Nein, das ist nicht Amerika. Das ist mir wiedermal zuviel Zynismus. Ich sagte schon, dass die USA solche Nummern wie bei Maduro auch früher abgezogen haben, aber der Unterschied wurde von mir auch benannt. Wenn du darauf nicht eingehen willst oder dir das, was ich angebracht habe, nicht wichtig ist, okay. Aber zu suggerieren, es hätte in der Geschichte der Amis nicht den Einsatz für die oben genannten Werte gegeben (die die Trump-Administration ins Gegenteil verkehrt), ist halt faktisch Unsinn.
Was du da andeutest, läuft auf die Logik hinaus, dass es besser sei, wenn es drei schurkische Regine gibt als zwei. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, es gäbe eher weniger als mehr davon. Aber das ist gar nicht der Punkt: wenn die Weltpolitik wieder auf das Recht des Stärkeren reduziert wird und sich sogar der Big Player, der bisher noch am ehesten für eine regelbasierte Ordnung und Bündnisfreiheit stand, auf diese Linie einschwenkt, bedeutet das schlicht, dass sich alle anderen zu fügen und nur noch die Wahl haben, von welchen Erpressern, Gangsterbossen und Schurken sie beherrscht werden wollen.
Es mag dich überraschen, aber es wäre denkbar, dass wir sehr übereinstimmende Meinungen über die Folgen des “Sozialismus” venezolanischer Prägung für die Wirtschaft eines Landes haben.
Nur geht es hier niemandem darum, Typen wie Maduro oder eine bestimmte Wirtschaftsform zu verteidigen. Ich für meinen Teil finde es nur etwas naiv, in der heutigen Zeit davon auszugehen, dass der gute alte Kapitalismus, so er denn Einzug erhielte, “ratzfatz” die negativen Folgen eines irregeleiteten Systems wettmacht. Wir können ja davon ausgehen, dass Trump Interesse daran hat, künftig sämtliche wirtschaftspolitischen Handlungen Venezuelas dahingehend zu bestimmen/beeinflussen, dass sie sich günstig auf seine Kumpels in der Ölindustrie auswirken. Und genauso wenig, wie er sich für die ärmeren Amerikaner interessiert, interessiert er sich für die Bevölkerung Venezuelas.
Zum FJS-Spruch: Da hatte er bei aller ironischen Überspitzung im Kern einen historisch korrekten Punkt und Recht, wie übrigens sehr oft.
Allerdings lassen sich im Jahre 2026 mittlerweile genügend Punkte hinsichtlich der verschiedenen Ausprägungen des Kapitalismus finden, um ähnliche Sprüche über Menschen zu klopfen, die immer noch daran glauben, dass der Markt alles regelt, vor allem, wenn er so pervertiert wird wie einige sehr reiche und mächtige Männer dies heutzutage eben tun. Nicht wahr? Um das zu erkennen, muss man bei Gott kein Linker sein.
Aber nochmal:
Das ist alles nicht das Problem. Venezuela ist nicht das Problem. Die Art und Weise, Politik in etwas zu verwandeln, was nur die heutige Variante von Kolonialismus und Imperialismus ist - DAS ist das Problem.