Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Wieso sollten die was machen? Sicherlich nicht, so lange ein Blender mit Taschenspielertricks im Weißen Haus sitzt.

Das Geschäft auf Pump ist ja keine neue Erfindung. Aber die Dimensionen die es erreicht hat, die sind schon in Dimensionen vorgestoßen, wie ich sie mir nie hätte erträumen können.

Ich bin ja ein altes Schlachtross und in den 80ern und frühen 90ern wirtschaftlich sozialisiert worden. Mein Hero in jungen Zeiten war noch Lee Iacocca. Der damalige Junk Bond König Michal Milken wurde noch zu lebenslangem Berufsverbot und Knast verurteilt (Trump hat das Berufsverbot übrigens in seiner 1. Amtszeit aufgehoben).

Heute muss ich drüber lachen, weil das doch alles so harmlos war.

Es gibt ja auch noch zumindest hoffnungmachende Nachrichten aus den USA: das Kennedycenter wird nicht weiter mit Trumps Namen verschandelt:

Ebenso hat heute die Bundesrichterin Angel Kelly entschieden, dass der Abbau von Gedenktafeln, die z.b. an die Sklavereigeschichte der USA erinnern, rechtswidrig sei und rückgängig gemacht werden müsse:

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Fortsetzung der Diskussion von WM 2026: Tag 4 im Blog – Nmecha und Brown als Gamechanger für Deutschland:

Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen mich hierzu zu äussern, bevor der Thread geschlossen wurde.

Worum es mir geht, und da bin ich tatsächlich heikel, ist die Religionsfreiheit. Sie hat für mich eine extrem hohe Bedeutung, weil sie ein demokratisches Grundrecht ist. Und ich bin überzeugt, dass sie elementar für eine friedliche und freie Gesellschaft ist. Wenn wir unsere Augen öffnen, sehen wir, dass dort, wo sie nicht gewährleistet ist, sich Gewalt, Repression und Unfreiheit breit machen.

Bedroht wird sie dabei nicht nur von aussen. Oft sind es gerade intolerante Glaubensrichtungen selbst, die anderen die Freiheit nehmen, sobald sie die Macht dazu haben. Darum ist die Trennung zwischen Macht (normalerweise der Staat) und Religion so bedeutend.

Bei der Intoleranz liegt für mich die Grenze. Ein Glaube darf für sich selbst vorgeben, wie man zu leben hat, so viel er will. Was er nicht darf, ist anderen ihre Art zu leben absprechen. Der Unterschied ist der zwischen einer Überzeugung für mich und einer Vorschrift für alle. So eine Intoleranz finde ich keinen Deut weniger demokratiefeindlich als die Unterdrückung des Glaubens.

Und deshalb will ich beides auseinanderhalten. Wo eine Weltanschauung intolerant wird, gehört sie kritisiert, da gibt es für mich nichts zu beschönigen. Nur sollte die Kritik dann auch die Intoleranz treffen und nicht gleich das Beten an sich verdächtig machen. Für mich ist diese Unterscheidung kein Ausweichen, im Gegenteil, sie ist mir der eigentliche Punkt.

Das war alles nicht der enge Gegenstand dieses Threads, schon klar. Aber es ist die Haltung, aus der heraus ich überhaupt argumentiere.

Ich wollte das einfach noch kurz klarstellen. Danach ist die Diskussion ein wenig aus den Fugen geraten wie mir scheint. Die Schliessung des Threads war die logische Konsequenz.

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Da ist es wieder… das Wort… „Einordnung“!

Wieso muss einem immer alles von anderen „eingeordnet“ werden? Und muss das immer mit erhobenem Zeigefinger von oben herab passieren?

Einordnen bedeutet weder von oben herab noch mit erhobenem Zeigefinger. Es ordnet einen Sachverhalt in einen größeren Kontext ein. Vielleicht bist du der Meinung, dass das nicht nötig sei - dein gutes Recht. Das gute Recht anderer ist es, das Thema zu diskutieren.

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Dieser inhaltlich zutreffende und gut geschriebene Essay ist leider paywallgeschützt und kann im Gegensatz zu anderen von mir verlinkten auch nicht verschenkt werden. Auf diese Weise könnt Ihr ihn dennoch lesen:

“Auch wenn es sich um einen SZ Plus-Artikel, exklusiv für zahlende SZ-Leser, handelt, gibt es mit dem kostenlosen SZ Plus-Testzugang oder via SZ Plus-Tagespass jedoch durchaus kostengünstige Varianten, um den Artikel lesen zu können.”

Ja, die SZ und der Claudius Seidl. Beide sehr geschätzt. Sehr klug.
Aber ich habe mich gestern trotzdem auf eine kleine Widerrede eingelassen :wink:

Claudius Seidl hat recht. Die demokratische Rechte hat den Kulturkampf nicht gewonnen, sondern der AfD. Wer jahrelang über Gendersternchen, Volkserzieher und linksgrüne Bevormundung schimpft, spielt auf dem Platz der AfD, und auf diesem Platz ist die AfD die bessere Mannschaft. Merz hat 2018 versprochen, sie zu halbieren, und ihr stattdessen das Vokabular geliehen, mit dem sie sich heute als einzige echte Opposition inszeniert. So weit folge ich Seidl ohne Widerwillen.

Nur zieht er aus der richtigen Beobachtung den bequemsten Schluss. Bei ihm klingt es, als seien die Sorgen der „besorgten Bürger" durchweg Einbildung, geschickt geschürt von zynischen Kulturkämpfern. Der Messermigrant als Phantasma, die Abschiebung als reine Grausamkeit, der Wähler als Getäuschter. Das ist mir persönlich zu einfach.

Es gibt reale Überforderung in unserer Gesellschaft. In den Kommunen, an den Schulen, auf dem Wohnungsmarkt, bei der Integration und bei der schlichten Frage, was ein Staat eigentlich noch durchsetzen kann. Diese Probleme wegzudeuten, weil ihre Benennung in den falschen Mündern verdächtig klingt, ist derselbe Fehler wie ihre Übertreibung, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Der entscheidende Punkt liegt zwischen beiden Lagern.

Es sind die reale Probleme die der Nährboden des AfD-Erfolgs sind, aber eben nicht seine Erklärung.

Wer AfD wählt, tut das selten, weil ihn ihre kommunalpolitischen Konzepte überzeugen. Die gibt es kaum. Er tut es, weil die Partei aus Misstrauen und Trotz eine Haltung macht und aus dem Gefühl, nicht gemeint zu sein, eine Identität. Diese Haltung aber fällt nicht vom Himmel. Sie wird mitproduziert davon, wie über die Probleme geredet wird. Und hier schließt sich der Kreis zu Seidl. Denn ich finde, dass auch sein Ton sie mitproduziert.

Sein Essay tut genau das, was er anklagt. Er beklagt die Herablassung gegenüber dem einfachen Wähler in einer Prosa, die selbst vor Herablassung trieft. Das „dumm und naiv genug", der süffisante Schweinsbraten, der mitleidige Blick auf die Provinz. Das ist die Volkserzieherattitüde, die er Merz vorwirft, nur von der anderen Seite. Ein Text über das Scheitern im Kulturkampf, der eben selbst ein Stück Kulturkampf ist. Wenn Verachtung das Problem ist, dann hilft keine Verachtung mit anderem Vorzeichen.

Bleibt die strategische Frage, die Seidl für entschieden hält.Hätte ein anderer Kurs die AfD klein gehalten?

Das weiß er nicht, und ich weiß es erst recht nicht.

Das dänische Beispiel, das hier gern als Trost bemüht wird, taugt dazu schlechter, als es aussieht. Mette Frederiksen hat den rechten Rand zwar zeitweise eingehegt, aber gerade dadurch, dass sie die restriktive Substanz übernahm und ein gutes Stück der Tonlage gleich mit.

Wer Dänemark als Beleg anführt, plädiert also halb für genau das, was er eigentlich ablehnt. Darin steckt die unbequeme Lehre. In der Praxis nämlich, verschwimmt die Grenze zwischen einem Problem lösen und sich den Frame des Gegners borgen.

Sicher ist darum nur eines. Merz’ Strategie hat nicht funktioniert. Dass die AfD heute stärker da steht als je zuvor und die Union so schwach, beweist nicht, dass die Gegenstrategie funktioniert hätte. Ein gescheiterter Versuch ist kein Beleg für die unversuchte Alternative.

Was sollen wir denn dann tun, fragt man sich? Wenn man das so genau wüsste. Jedenfalls nicht einfach die Sprache der AfD kopieren, da hat Seidl absolut recht, auch wenn die dänische Erfahrung zeigt, wie unscharf diese Linie verläuft.

Aber eben auch nicht so tun, als verschwänden die Probleme, sobald man ihre Benennung den Falschen verbietet. Die Aufgabe der demokratischen Parteien ist die unbequemste von allen. Sie müssen reale Probleme tatsächlich zu lösen, ohne den rechten Deutungsrahmen gleich mitzuliefern, und ohne den linken, der große Teile der Wählerschaft vorsorglich für verloren erklärt.

Daran scheitert Merz sichtbar. Seidls Essay zeigt mir persönlich vor allem, dass die andere Seite den gleichen Fehler macht, nur eleganter.

Kommt gut durch die Hitze :slight_smile:

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Da sehe ich auch die einzige Chance:

Denn diese Diagnose ist natürlich richtig.

Und diese Probleme wären allemal lösbar. Mit Geld. Sehr viel Geld!

Aber dazu bräuchte es eine massive Steuerreform, von der über 90% der Bevölkerung sogar profitieren könnten. Nur eben nicht die paar Top Prozent, denen das Geld eh schon aus den Ohren kommt. Und die in echt, wenn man mal von rein materiellen Überfluß (der immer noch da wäre nur weniger extrem) absieht auch extrem profitieren (in gated communities leben zu müssen wie in Südafrika macht auch für die Reichen langfristig wenig Spaß aber da steuert auch Europa - die Schere geht quasi überall immer weiter auseinander - drauf zu ohne gravierende Reformen) davon würden wenn es dem Rest der Bevölkerung besser ginge…

Quasi eine Anti-FDP (und ich sage das als FDP Wähler in ganz jungen Jahren; ja, jung und naiv :joy:) Politik - nicht von ungefähr steht sie am schwächsten aller Parteien der letzten Jahrzehnte da…

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Man kann indessen auch fragen: war die Gegenstrategie wirklich eine solche? Manche erforderliche Kurskorrektur wäre leichter zu bewerkstelligen, wenn zumindest mit Blick auf die Motive derjenigen, die der AfD das Wasser abgraben wollten, Gewissheit bestünde. Leider musste man allerdings in den letzten zehn, fünfzehn Jahren wiederholt den Eindruck gewinnen, dass weiten Kreisen des rechten demokratischen Lagers der Aufstieg der AfD ganz gut zupass kam: im Grunde hatten diese unappetitlichen Burschen mitsamt ihres um keinen Deut besseren weiblichen Führungspersonals ja recht. Man selbst war nur viel gewiefter und konnte diesen „gärigen Haufen“ (O-Ton Gauland, einstiger Parteifreund) doch wunderbar die Drecksarbeit machen lassen und zugleich der noch nicht überzeugten Gesellschaft als Buhmann präsentieren, ohne ernsthafte Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass der Feind doch im linksgrün versifften Lager der woken Sozialromantiker stand. Der Tag würde kommen, an dem die zu praktischer Politik weitgehend unfähigen Ekelpakete ihre Schuldigkeit getan haben würden und man sie in die Bedeutungslosigkeit zurückschicken würde. Ganz neu wäre solche Kalkulation nicht und ein gefährliches Spiel mit dem Feuer ohnehin. Häufig, aber eben nicht immer zum Scheitern verurteilt.

Ehrliche Bewunderung und nur notdürftig kaschierte ideologische Nähe: was ließe sich denn stattdessen aus der ohne aktuelle politische Not betriebenen Liebedienerei gegenüber einem in selbstverursachten Kalamitäten steckenden US-Präsidenten plausibler herauslesen, als die das mit sichtlichem Stolz überreichte DFB-Trikot mit der Rückennummer 47 (für die so überaus grandiose 47. Präsidentschaft) sich der überraschten Öffentlichkeit darstellt? Einem Präsidenten, der mitsamt seiner Entourage nicht müde wird, den europäischen Bürgern die AfD, Fidesz und jüngst Restore Britain als letzte Rettung ihrer jeweiligen Heimatländer dringendst ans Herz zu legen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Aber wer wird denn da gleich schlechte Laune kriegen? So weit ist man doch gar nicht voneinander entfernt, und jetzt läuft doch gerade ein lustiges Volksfest (naja, lustig nicht für alle). Aber man kennt ja seine Bürger: dumm und naiv genug sind sie halt, um solche Anwanzerei für einen vergnüglichen Spaß unter Sportsfreunden zu halten und über alles andere einfach mal gnädig hinwegzusehen. Verlogenheit, du hast einen Namen (womit selbstredend niemand der hier Kommentierenden gemeint ist).

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Man ist da übrigens näher dran (das wird gerne übersehen) als zB vor 2 Jahren.

Da kam rot-rot-grün recht kontinuierlich auf 32%, jetzt grün-rot-rot auf 38%.

Klingt vielleicht nicht dramatisch - ist aber schon der halbe Weg zu einer de Fakto Mehrheit, für die aktuell 44% ausreichend wären…

PS: und auch die Alternative mit Kenia (immerhin auf 49% aktuell) unter jemand wie Wüst oder Günther ist mit dem totalen AFD Halbierungs Versagen von Merz auch am wahrscheinlicher werden immerhin

Sicher. Nur kommt dann die Gegenseite mit aufaddierten 50 + Prozent einer strukturell rechts wählenden Gesellschaft daher. Schon lange gibt es ja die Rechenspiele im Unionslager, die sich als eigentlich berechtigte Empfänger der AfD-Ergebnisse betrachten.

Immer wieder wird doch argumentiert, dass man sich so scharf von den Grünen abgrenzen müsse, weil die ca. 30 % AfD-Wähler sonst noch das letzte Vertrauen in die Demokratie verlören. Ich bezweifle stark, dass das, was in meinem Bundesland ganz gut funktioniert, als Role-Model für den Bund taugen könnte.

Von Merz Leuten, klar.

Aber dass die auf dem Holzweg sollten sie eigentlich längst hinreichend belegt haben.

Neue Führung braucht nicht nur das Land sondern insbesondere die CDU…

PS: in UK (auch da nicht nur Reform sondern auch Grün im absoluten Höhenflug) wäre Merz längst kurz vor dem Rauswurf - da könnte man sich in D noch was abkucken. Führungswechsel während einer Regierungsphase sind da aber leider fast ungehört obwohl es eigentlich ein wertvolles Instrument zum Kurswechsel wäre.

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Mal ein bissl abseits vom Thema Politik (oder doch nicht?!):

Hat das jemand von euch mitbekommen? Wie schätzt ihr die Sache ein? Bewusste Verweigerung der FSK um den Produzenten zu schaden?

Rede, Bruder, rede! (Zwanzig Steuerprozent rauf!)

Ich mich nicht gut genug aus, um es präzise einschätzen zu können.

Aber wenn ich im verlinkten Artikel diesen Absatz lese, bekomme ich eine leise Ahnung, worin möglicherweise das Problem besteht:

“Besonders stark im Fokus der Kritik steht eine von Boll selbst beschriebene Sequenz, in der eine Gruppenvergewaltigung durch Migranten dargestellt wird. Der Regisseur erklärte, diese Szene sei bewusst Teil der Inszenierung und beruhe auf seiner Auswertung, bzw. Interpretation, statistischer Kriminaldaten. Genau dieser Inhalt hat die Debatte um Tonalität, Darstellung und gesellschaftliche Wirkung des Films deutlich verschärft und wesentlich dazu beigetragen, dass die Einstufung der FSK im Vorfeld so kontrovers diskutiert wird.”

Hypothese: Es ist denkbar, dass man nicht dem Produzenten schaden will, wenngleich man es faktisch wahrscheinlich tut. Sondern dass man der Meinung ist, solche Szenen gehörten nicht in unsere Kinos. Eine Sichtweise, der ich schon etwas abgewinnen könnte, sollte sie denn für die Verweigerung der Freigabe maßgeblich sein.

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Die folgenden Wikipedia-Einträge sowie die Kontroverse um sein gescheitertes Projekt, den Anschlag von Hanau zu verfilmen, wecken in mir die Frage: Was veranlasst Dich zu dem Versuch, eine Diskussion über Uwe Boll loszutreten? Kennst Du sein Oeuvre? Wenn ja, was kannst Du über die Qualität seiner Filme sagen? Sind sie besser, als das allgemeine Expertenurteil zu besagen scheint? Wenn nein, warum ist in Unkenntnis seiner Filme die Ablehnung durch die FSK überhaupt ein Thema für Dich?

Filmkritik

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Boll wird immer wieder als einer der schlechtesten Filmregisseure bezeichnet, auch als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ und „der Welt“.[44][45][46] Gelegentlich wird Boll mit dem Trashfilm-Regisseur Ed Wood verglichen, so bezeichnete ihn eine britische Kinozeitschrift 2006 als „Son of Ed Wood“, und bei den Razzies wurde er als „Deutschlands Antwort auf Ed Wood“ tituliert.[47]

Auszeichnungen und Negativpreise

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Boll und seine Filme wurden mehrfach mit dem Negativpreis Goldene Himbeere bedacht. So gewann Boll 2009 die Goldene Himbeere als „Schlechtester Regisseur“ für seine Filme Postal, 1968 Tunnel Rats und Schwerter des Königs – Dungeon Siege und wurde zusätzlich für das „Schlechteste Lebenswerk“ (Worst Career Achievement) ausgezeichnet.[48][49] Dieser Preis war zuvor seit 1987 nicht mehr vergeben worden.[50] Als Reaktion beleidigte Boll die Mitglieder der Razzie-Gesellschaft als „Arschlöcher“.[51] Boll war zuvor aufgrund seiner Filme BloodRayne 2005 und Alone in the Dark 2006 jeweils als „Schlechtester Regisseur“ nominiert, außerdem als „Schlechtestes Filmpaar“: „Uwe Boll zusammen mit ALLEN Schauspielern, Filmkameras oder Drehbüchern“.[52][53][54] Mehrere seiner Filme waren in unterschiedlichen Kategorien nominiert, darunter Schwerter des Königs in der Kategorie „schlechtester Film“ und BloodRayne sogar in insgesamt sechs Kategorien.[55]

Ich versuche mal, deinen Punkt etwas klarer zu spiegeln:
Ehrlich gesagt erschließt sich mir nicht, was die verlinkten Wikipedia‑Einträge überhaupt mit der Freigabeentscheidung der FSK zu tun haben sollen. Die Biografie von Boll, seine frühere Filmkritik und die Hanau‑Kontroverse mögen für eine persönliche Bewertung seiner Person oder seines „Oeuvres“ interessant sein, aber sie sind doch nicht der Maßstab, nach dem eine Freigabe erteilt oder verweigert wird.
Ob man seine Filme kennt oder für „gut“ hält, ist nochmal eine andere Ebene. Mir ging es in der Diskussion weniger darum, Boll als Künstler zu rehabilitieren, sondern um die Frage, nach welchen Kriterien eine Behörde bzw. Institution wie die FSK ihre Entscheidungen trifft – und wie konsistent diese Kriterien angewendet werden. Wenn es primär um Inhalte, Darstellungsform und mögliche Wirkung auf Zuschauer gehen soll, dann ist die persönliche Einschätzung von Boll über Wikipedia‑Einträge aus meiner Sicht nur sehr begrenzt relevant für die Freigabefrage.

Nochmal zur Klarstellung: Da könnte statt Boll auch Maier, Müller, Öztürk stehen! Der Name ist austauschbar

Schön und gut, das mag ja alles sein. Es ist ja aber nun nicht so, dass hier regelmäßig über die FSK sowie die Konsistenz ihrer Entscheidungen diskutiert würde. Da liegt es auf der Hand, sich dafür zu interessieren, was denn der Anlass ist, die Qualität ihrer Entscheidungen zu hinterfragen. Du batest um eine Einschätzung zu den Gründen für ihre aktuelle Entscheidung, und in meiner ersten Antwort äußerte ich, anknüpfend an einen Abschnitt aus dem von Dir verlinkten Artikel, eine Vermutung. Danach habe ich versucht, mir Informationen über Bolls bisheriges Werk zu verschaffen. Diese scheinen meine Hypothese zumindest nicht sofort ad absurdum zu führen.

Du hast Boll angeführt. Da ich kein Freund von Whataboutismen bin, habe ich mich mit ihm und dezidiert nicht mit Maier, Müller, Öztürk und auch nicht mit allgemeinen Betrachtungen über das Wirken der FSK befasst; dafür fehlt mir auch, wie eingangs bemerkt, das Expertenwissen. Sollte es Dir darum gehen, solches anzuzapfen - ein, wie ich finde, gut nachvollziehbares Interesse -, ist dies hier womöglich nicht die ideale Adresse.

Wenn ich mir nun schon die Mühe mache, mich Deinem Anliegen mit der mir möglichen Sorgfalt zu widmen, wäre es nett, wenn Du nicht nur die Sinnhaftigkeit der von mir gelieferten Antwortversuche in Frage stelltest, sondern Deinerseits auch auf meine Frage nach Deinem Motiv eingingest, für Deine Recherche ausdrücklich Uwe Boll auszuwählen. Du hältst es ja für möglich, dass die FSK ihm schaden will. Wie kommst Du zu der Vermutung? Läuft da eine anhaltende Fehde zwischen Behörde und Produzent? Und sollte das der Fall sein: warum? Du scheinst mehr zu wissen; dann solltest Du nicht weiter zusehen, wie ich mit der Stange im Nebel herumstochere, sondern Deine Karten auf den Tisch legen.

Ich habe einen aktuellen Fall einer verweigerten Kennzeichnung durch die FSK angeführt.
Für die Frage, ob die Entscheidung der FSK nachvollziehbar ist, ist der Produzent des Films aus meiner Sicht zweitrangig.
Wenn man stattdessen vor allem auf seine Person abstellt, verschiebt das den Fokus weg von der eigentlichen Sache, nämlich der Begründung der FSK‑Entscheidung.
Zumal der konkrete Fall und die verweigerte Kennzeichnung derzeit ohnehin recht breit diskutiert werden.

Ich kann mich in den letzten Jahren auch an keinen konkreten Fall erinnern, in dem einem bekannten Produzenten die Freigabe für einen Kinofilm verwehrt wurde.
Gerade weil solche Entscheidungen selten sind, finde ich sie diskussionswürdig zumal der Fall aktuell ja präsent ist.
Wenn hier nur diskutiert werden soll, welche Partei gerade die beste oder schlechteste ist, dann passt mein Beitrag wohl nicht ins gewünschte Schema. In dem Fall wäre eine präzisere Threadbeschreibung allerdings hilfreich.

Ich stimme Dir zu: die Entscheidung ist diskussionswürdig. Und nein: es gibt kein “gewünschtes Schema”, das dagegen spräche, die Diskussion hier zu führen. Für diese Bewertung spricht unter anderem auch der Umstand, dass ich mich auf sie einlasse.

Gewiss. Aber auch wenn es völlig okay ist, hier darüber diskutieren zu wollen, halte ich es für hinnehmbar, dass der oder die Mitdiskutanten nicht sofort komplett im Bilde sind. Die von mir geäußerte Vermutung bezog sich, wie gesagt, auf Teile des in Frage stehenden Films. Ich finde es andererseits nicht verwerflich, wenn ich mir daraufhin einen Eindruck zu verschaffen suche über das Wirken Bolls. Damit habe ich aber selbstredend keine Wertung der Entscheidungskriterien der FSK abgegeben. Das könnte ich auch gar nicht, wegen meines unumwunden eingestandenen Mangels an Intimwissen.

Sei doch bitte so lieb und gib uns ein kurzes Resümee des Diskussionsstands. Du bist viel mehr drin in dem Fall, das muss ich doch nicht alles nochmal selber herausfinden. Sollte der erwähnte Artikel den Diskussionsstand in etwa wiedergeben, dann bleibe ich bei meiner Vermutung: man möchte die Darstellung einer Massenvergewaltigung durch Migranten nicht in deutschen Kinos sehen, ungeachtet des zugrunde liegenden künstlerischen Konzepts. Wenn es Gründe gibt, die für Deine Andeutung sprechen, die FSK wolle dem Produzenten schaden, dann lässt sich dieses immerhin nicht per se undenkbare Motiv nur seriös diskutieren, wenn konkrete Anhaltspunkte auf den Tisch kommen. Bisher lieferst Du sie nicht, daher befürchte ich, dass hier unwahre Unterstellungen mit einer kräftigen Ladung heißer Luft befeuert werden sollen.