Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Das sagst Du nur, weil Du ein Mensch bist. :slightly_smiling_face:

Da bin ich genauso radikal. Zustimmung!

Da schätzt Du mich falsch ein. Vielmehr glaube ich, dass wir da näher beieinander liegen als Du vermutest. Würde ich meine Regulierungsvorschläge konkretisieren, könntest Du vermutlich mit dem meisten leben. Übrigens ist, soweit ich weiß, momentan China tatsächlich das Land, das die stärksten Regulierungen (intern) vornimmt. Da sie auch diejenigen sind, die in der Entwicklung wohl mit am weitesten sind, ließe das schon tief blicken.

Es geht mir nicht darum, ex ante irgendwas zu verbieten und regulieren, schon gar nicht aus Prinzip. Aber wir wissen bereits genug, um viel stärker einzugreifen als wir das tun. Außerdem vernachlässigst Du die politische Komponente weltweit. Ein besseres Beispiel als die Entwicklung eines Autos wäre diesbezüglich die Atomkraft. Es hat schließlich seinen Grund, warum man nicht will, dass Uran völlig losgelöst Iran anreichert, Verzeihung, umgekehrt natürlich. Eine Technologie, die, ich wiederhole mich, in seiner Funktionsweise wie in seinen Auswirkungen auf Gesellschaften so unklar wie gefährlich und missbrauchsgefährdet erscheint (und dies ist nicht meine Einschätzung, sondern die der meisten Experten und Entwickler), sollte einfach besser unter Kontrolle gehalten werden. Mehr Aufklärung, mehr Sicherheitssysteme, mehr internationale Zusammenarbeit.

Ist natürlich Wunschdenken. Aber ich sehe das wie @AchWas es oben andeutet. Die größten Kritiker und Mahner bezüglich KI kommen übrigens fast alle aus dem Lager der (ehemaligen und jetzigen) Entwickler. Es geht dann halt nicht um einen Toten, der vielleicht von einem Auto zusammengefahren wird. Es geht um ganze Gesellschaften, die destabilisiert werden könnten, und noch mehr.

Ich bin auch für technologischen Fortschritt, aber nur dann, wenn das Mindset der Menschen, die damit und darunter leben und hantieren, dem einigermaßen folgen kann. Solange die politische Lage aber so ist, dass die größten Irren an den Schalthebeln sitzen, wäre es doch wirklich suizidal zu glauben, ausgerechnet denen sollte man eine der potentiell disruptivsten Entwicklungen seit Menschengedenken so anvertrauen, dass man sagt: Fortschritt, super, macht mal! Besser gestern als heute!

Regulierung heißt übrigens nicht Strangulierung. Es ist wie mit dem Kapitalismus, um noch eine Metapher zu wählen: ich stelle nicht infrage, dass er wie kein anderes Wirtschaftssystem allgemeinen Wohlstand hervorbringen kann. Unsere Form der Regulierung lautet hier: soziale Marktwirtschaft.

Dito. Ich sage mal so: Samples sind für mich durchaus kreativ, manche zumindest. :wink:

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Nur als Ergänzung: in Stanley Kubricks „2001: Odyssey im Weltraum“ aus dem Jahr 1968 (also fast 60 Jahre her) wurde dem Computer HAL 9000 (heute würden wir es eine KI nennen) sprichwörtlich der Stecker gezogen - als letztlich einziges Mittel gegen sein Vorgehen gegen die Besatzung des Raumschiffs. Das war natürlich nur ein Film, das zugrundeliegene Thema und die moralischen bzw. ethischen Fragestellungen aus heutiger Sicht waren aber wahrhaft visionär.

Ich persönlich wäre unbedingt und sehr strikt gegen eine Zugestehung von überhaupt irgendwelchen Rechten an eine KI, in welcher Form auch immer. Nur als Beispiel: wir gestehen einer KI, die von Menschen mit elektrischer Energie versorgt wird, ein Recht auf Existenz, weil es ein gewisses „Bewusstsein“ entwickelt hat (welcher Form auch immer, aber ganz sicher nicht menschlich, sondern letztlich basierend auf Nullen und Einsen im Rahmen eines gewissen Programms oder Musters, welches Menschen erschaffen haben, und letztlich auf Siliziumbasis operiert). Diese KI könnte beliebig multipliziert werden, und der Energiebedarf geht an eine Grenze, die wir überhaupt zur Verfügung stellen können bzw. zulasten der Menschheit geht (das tut es ja heute schon). Dann sollten wir als Menschen kein Recht haben, diese Maschinen abzuschalten? Das scheint mir ehrlich gesagt eher absurd. Und überhaupt nicht inhuman, im Gegenteil.

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Wie stellen wir Bewusstsein überhaupt fest? Kann man das nicht nur von innen?
Was man von ausieht könnte ja vieles sein, aber ist es auch Bewusstsein?

Schön, dass Du Kubricks 2001 erwähnst. Tatsächlich gibt es Dutzende Filme, die diese Fragen thematisieren und durchdeklinieren. Ich denke bei dem Thema oft an Isaac Asimovs Buch Ich, der Robot (später, sehr frei, verfilmt mit Will Smith in der Hauptrolle). Darin stellt Asimov die grundlegenden Robotergesetze auf, die heute noch in verschiedenen kulturellen Gebieten kursieren. Man kennt sie, etwa dass Roboter so programmiert werden, dass es ihnen unmöglich gemacht wird, Menschen zu schaden. Wie nicht nur dieser Stoff andeutet, entstehen hierbei mehr Situationen, wo dies komplexer und unklarer wird, als man es sich vorstellen konnte.

Das scheint mir sehr resolut. Ich würde einwerfen, dass dies letztlich statt auf Ko-Existenz immer auf einen Kampf ums Dasein hinausläuft, sobald die Voraussetzungen womöglich erfüllt werden, über die wir hinsichtlich Bewusstwerdung gesprochen haben. Ich bin da tendenziell bei @Alex, weil es eben schon humanistisch gedacht ist, wenn man aus Respekt vor einer anderen Spezies (und sei es auf Siliziumbasis) nicht ausschließlich egoistisch (im Sinne der Menschheit) denkt. In unserer Geschichte haben wir das zur Genüge getan, indem wir zahllose Arten vernichtet haben - und zwar Arten, die (im Gegensatz - noch - zur KI) ganz sicher empfindungsfähig waren. Um nur ein Attribut hinsichtlich Bewusstsein anzutasten.

Natürlich, wenn man angegriffen wird, sollte man sich verteidigen dürfen. Die Rolle allerdings, die wir für die KI als Schöpfer spielen, darf meines Erachtens keine Rolle spielen, so wie Du es andeutest. Wenn überhaupt, könnte man sogar dagegen argumentieren, indem wir als Schöpfer sogar besondere Verantwortung tragen.

Es ist eine sehr komplexe Frage. Wenn ich es mal ganz schlicht herunterbreche:

In dem Augenblick, wenn ich mich mit einer anderen Spezies verständigen kann, was im Falle KI über Sprache zweifellos möglich ist (wenngleich herausfordernd), sollte ich mich verpflichtet fühlen, eine produktive Lösung zu finden. Eben im Sinne einer Koexistenz. Ich würde das nicht als absurd empfinden, sondern als progressiv. Man sollte als Menschheit immer im Blick haben, dass wir womöglich nicht immer an der Spitze der Nahrungskette stehen. Oder am Hebel des AUS-Schalters.

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Momentan gar nicht, zumindest nicht allgemeingültig und wissenschaftlich abgesichert. Die Frage haben wir weiter oben angekratzt. Bewusstsein? Sehr viel Fragen, einige Kriterien, interdisziplinäre Unterschiede im Verständnis. In der Philosophie kann man hier aus mehreren Theorien die wählen, die einem am besten taugt. Und dann fangen die Fragen erst an. So zumindest meine Empfindung :slightly_smiling_face:.

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Ich verstehe diesen Standpunkt, würde mich da eher als - ich sage mal so - „Realist“ einordnen. Deine Gedanken sind aus rein ideeller Sicht lobens- und bedenkenswert, keine Frage.

Ich möchte mir auch kein Urteil darüber erlauben, was der „bessere“ Standpunkt ist - ich denke, beide sind gerechtfertigt mit guten Argumenten von beiden Seiten. Auch hier noch mal ein Danke an alle Mitdiskutanten.

Edit: Entschuldigung, ich hake trotzdem nochmal nach: gleichzeitig stellt sich mir trotzdem die Frage, warum wir einen gewissen Begriff des Humanismus auf eine „Serverfarm“ mit Siliziumchips ausweiten wollen oder sollten. Das scheint mir irgendwie die Kernfrage zu sein…

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Klara und die Sonne?

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Ich glaube es ging nicht darum, künstlichen Intelligenzen humane Rechte zu verleihen, sondern dass es der Humanismus gebiete, anderen Bewusstseinformen auch bestimmte Rechte zuzustehen.

Tierrechte unterscheiden sich ja auch von Menschenrechten, also warum sollten sich da nicht beliebig viele Abstufungen vornehmen lassen? Aber Du hast ja absolut Recht, dass das die Menschen entscheiden, und nicht die KI.

Mit Rechten kommen auch Pflichten. Oder Gesetze oder sowas. Mein Vorschlag für Regel Nummer 1, die Antwort auf Dein Beispiel: Selbst-Klon-Verbot! :innocent:

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Träumen Androiden von elektrischen Schafen?

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Das müssen wir @Cosray8d fragen, rein vom Profilbild her.

Ich zitiere mal aus der Erklärung des modernen Humanismus (Generalversammlung der Humanists International , Glasgow 2022):

  1. Humanisten streben danach, ethisch zu sein

Wir akzeptieren, dass Moral der menschlichen Natur innewohnt, in der Fähigkeit von Lebewesen begründet ist, zu leiden und zu gedeihen, durch den Nutzen des Helfens und nicht des Schädigens motiviert ist, durch Vernunft und Mitgefühl ermöglicht wird und keiner Quelle außerhalb der Menschheit bedarf. (…)

Wir sind der Meinung, dass die persönliche Freiheit mit einer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft verbunden sein muss. Ein freier Mensch hat Pflichten gegenüber anderen, und wir empfinden eine Fürsorgepflicht gegenüber der gesamten Menschheit (…), und darüber hinaus gegenüber allen empfindungsfähigen Wesen.

Wir erkennen an, dass wir ein Teil der Natur sind, und akzeptieren unsere Verantwortung für die Auswirkungen, die wir auf den Rest (…) der Welt haben.

  1. Humanisten streben nach Rationalität

Wir sind bestrebt, Wissenschaft und Technologie zu nutzen, (…) und dies niemals gefühllos und zerstörerisch.

  1. Humanisten streben nach Erfüllung in ihrem Leben

Wir schätzen das Streben nach Wissen und die Bescheidenheit, Weisheit und Einsicht, die es uns verleiht.

  1. Der Humanismus erfüllt das weit verbreitete Bedürfnis nach einer Quelle von Sinn und Zweck

Humanisten erkennen an, dass niemand unfehlbar oder allwissend ist und das Wissen über die Welt (…) nur durch einen kontinuierlichen Prozess des Beobachtens, Lernens und Umdenkens gewonnen werden kann.

Wir sind davon überzeugt, dass die Menschheit das Potenzial hat, die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, durch freies Forschen, Wissenschaft, Mitgefühl und Vorstellungskraft zu lösen, um den Frieden (…) und das menschliche Wohlergehen zu fördern.

Wenn ich aus diesen Auszügen einen Begriff des Humanismus ableite, möchte ich kein Blade Runner sein. Dann leide und fühle ich mit den Replikanten. Auch wenn ich selbst keiner bin.

(By the way: Man stelle sich vor, man würde einen derartigen Text in eine KI einpflanzen, als maßgebliche Orientierung, so wie die Gesetze der Robotik. Ich fürchte nur, Sam Altman verfolgt andere Pläne.)

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Ich stehe recht ambivalent zu AI.

Hier gab es schon einige kritische Argumente, die ich so auch so unterschreiben würde.

MMn ist wie immer nicht die Technik/AI das Problem sondern der Missbrauch durch die Tech-Bros.

Es ist schlussendlich ein Tool, ein Hilfsmittel, dass langfristig Produktivität steigert und uns (eigentlich) viel Zeit sparen sollte.

Wenn dann aber ein Musk/Zuckerberg/… daherkommt und die AI mit Fakenews/Propaganda füllt, dann ist es schlicht Missbrauch.

Ich kann mich noch an die Anfangszeit von Grok erinnern als ich zum Spaß die AI auf das “White Genocide” Thema angesprochen habe. Musk wollte dass die AI dieses Thema stärker auf seiner Plattform anspricht und hat sich damit komplett lächerlich gemacht, während die AI hin und hergerissen zwischen gefütterten Talkingpoints und der “Wahrheit” war.

Ich zumindest bin (noch) auf der Seite, dass die AI kein Bewusstsein hat.

Es gibt sicherlich gruselige Stories von Menschen, die sich durch AI zu untypischen und soger gewalttätigen Taten haben hinreißen lassen bis hin zum Selbstmord.

Letztendlich ist es aber nur ein Spiegel der gefütterten Daten und dem Algorithmus.

Ein unter Depressionen leidender Mensch wird mit der AI einen Echochamber finden, der seine selbstzerstörerischen Tendenzen verstärken kann.

Und das liegt vor allem daran, dass eine AI eben nicht selbstständig denken kann sondern immer versucht eine zufriedenstellende Antwort zu geben - gibt es diese in den gefütterten Daten nicht, dann improvisiert sie mit “richtig klingenden” Antworten.

Ein gutes Beispiel ist die Frage: “Wie viele “r” sind in dem Wort Strawberry?”

Die AI hatte vor einiger Zeit immer wieder mit 2 geantwortet.

Warum? Weil eine häufig gestellte Suchanfrage in Google lautet “Wie viele “r” hat das Wort berry"?”

Die AI übernimmt die Antwort auf diese häufig gestellte Frage und überträgt es auf das Wort strawberry.

Das heißt die AI konnte nicht selbstständig die “r” in dem Wort zählen und hat stattdessen aus den gefütterten Daten die Antwort ausgespuckt.

Auch bei generierten AI-Bildern und Videos basieren diese auf echten Bildern und Videos.

Sie kreiert nichts neues und macht auch immer wieder Fehler - (früher zb häufig Anzahl der Finger oder schielende Augen).

Doof ist dass natürlich für Künstler jeglicher Form.

Die Werke von Malern/Zeichnern, Sängern/Musikern, Sprechern und Schauspielern (etc) werden kopiert, zerkaut und neu ausgespuckt.

Die meisten werden nie für den Raub ihres geistigen Eigentums entschädigt werden - auch weil u.A. die Trump-Regierung ihre schützende Hand über die Tech-Bros hält (wobei es wahrscheinlich auch bei den Demokraten kaum besser gelaufen wäre) und die EU heillos überfordert mit der Gesetzesgebung beim technischen Fortschritt ist.

Auf der anderen Seite eröffnet AI auch neue Möglichkeiten für Leute mit nicht so großen finanziellen Mitteln.

Es gibt bspw. einige sehr gute AI-Cover von Songs, die in der Qualität ohne AI als Tool nie entstanden wären - und dort hat man auch ein Arrangement beigesteuert.

Oder auch Youtube/Insta-Kanäle mit witzigen und unterhaltsamen AI-Clips

Dann herrscht natürlich auch die Gefahr durch den Missbrauch bei Propaganda.

Gerade rechtspopulistische Parteien lieben das Verbreiten von Hetze und Fakenews mit Hilfe von AI (zb durch die Darstellung von rassistischen Stereotypen).

Aber zurück zum Bewusstsein.

Viele der Tech-Bros bereiten sich aktiv auf eine mögliche AI-Apokalypse vor und sehen sie als nicht unwahrscheinlich an (P(Doom) Culture) während sie gleichzeitig die Entwicklung dahin beschleunigen (z.B. Peter Thiel und Musk).

Kann AI also irgendwann Bewusstsein erlangen, eigenständig handeln und sich entscheiden die Menschheit auszulöschen?

Dass niemand der Tech-Bros die Möglichkeit ausschließen kann ist jedenfalls bedenklich.

Ich glaube aber, dass Klimawandel und Endzeit-Kapitalismus schneller sind (die natürlich von AI und deren Rechenzentren gefördert werden).

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Um etwas flapsig zu forumlieren. Der ganze Spaß kostet eine Stange Geld.
Ungefähr 2,6 Billionen USD (deutsche Billionen, nicht amerikanische).

Der, der das Geld investiert, will natürlich auch etwas davon haben.
Aber tendenziell bin ich auch eher beim Papst, was das Thema angeht (egal ob es jetzt der Papst ist, der das geschrieben hat oder nicht, nur in der Sache).

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Generell: Eine ganz großartige Diskussion, der ich philosophisch gar nichts mehr hinzufügen möchte.

Hier ist aber noch ein ganz wesentlicher Aspekt, der noch etwas zu kurz kam. Die Medien und damit auch wir nehmen zu viel von dem, was die Tech-Bros über KI, seine Möglichkeiten und seinen zukünftigen gesellschaftlichen Impact sagen - in erster Linie Leute wie Sam Altman und Dario Amodei, gelegentlich auch Jensen Huang und andere Tech-CEOs -, für buchstäblich bare Münze. Dabei sind mit deren Äußerungen, die den öffentlichen Diskurs und die Fear Of Missing Out in der Wirtschaft maßgeblich formen, ihre eigenen handfesten monetären Interessen verbunden. Nur wenn der ungeheuere Zufluss an Billionen von Investorengeldern in KI auf Jahre hin erhalten bleibt, werden OpenAI, Anthropic, ihre Hyperscaler wie Oracle, AWS, Codeweave etc. und in geringerem Umfang die GPU-Produzenten wie nVidia, Taiwan Semiconductor, Broadcom etc. nicht unter ihren Private-Equity-Schulden implodieren. Der Geldzufluss wird aber nur auf diesem Niveau anhalten, wenn wirklich die Welt von heute auf den Kopf gestellt wird, so dass man damit das reingesteckte Geld auch wieder mit Gewinn herausbekommt, und diese Hoffnung nähren alle Äußerungen der Leute, die davon abhängen. Dass sie uns unter diesen Voraussetzungen wahlweise das Blaue vom Himmel versprechen oder existenzielle Angst auf den verschiedensten Ebenen machen, hat durchaus Methode. Bis zu einem gewissen Grad würde ich sogar von Schlangenölverkauf sprechen.

Der kurz- und mittelfristige Finanzbedarf von OpenAI und Anthropic ist die volumengrößte finanzielle Wette auf Geschäftserfolg, die die Menschheit jemals getätigt hat. Dabei ist gemessen an der Menge an Geld, die bis dato schon in diese Technologie geflossen ist, der messbare Return on Investment erschreckend gering.

Ein kleines Beispiel aus meinem beruflichen Umfeld: Der Umfang an Quellcode-Check-Ins in GitHub (für Nicht-Informatiker: ein globales, zentralisiertes Versionskontrollsystem für Softwareentwicklung) hat sich heute im Vergleich zu vor 18 Monaten glatt verdreifacht. Das ist vor allem auf mit KI-Unterstützung oder durch KI vollständig erstellten Programmcode zurückzuführen. Man kann also davon ausgehen, dass sich das Volumen der weltweiten Softwareentwicklung nach Codezeilen mindestens verdreifacht hat. Ist das in Form von Durchbrüchen geschäftlicher oder wissenschaftlicher Natur irgendwie fühlbar? Wurde Software in diesem Zeitraum besser oder auch nur sicherer? Nichts davon ist als Wertschöpfung nachweisbar und das ist bei dieser Größenordnung des quantitativen Wachstums einigermaßen erstaunlich. Es wurde bislang nur mehr teures Hintergrundrauschen erzeugt, das dazu noch von den großen KI-Firmen nach wie vor hoch subventioniert ist und nicht ansatzweise die echten Kosten beim KI-Modellanbieter widerspiegelt. Um rentabel zu arbeiten müssten die durchschnittlichen Tokenpreise bis zu etwa 10-15 Mal höher liegen als heute, weil die heutige Kostenstruktur (Strombedarf, GPUs, Data Center- und Infrastruktur) das vorgibt. Für die Anwenderunternehmen wird sich dann die Frage stellen, ob sie damit auf Sicht selbst bei spekulativ disruptivem KI-Wachstum überhaupt noch ROI realisieren können.

Zudem ist das KI-Planwachstum, das der Geldzufluss innerhalb der nächsten 3-5 Jahre voraussetzt, in Data Centern und Kraftwerkskonstruktion sehr fragil. Neue GPU-Generationen kommen jedes Jahr heraus, müssen gekauft, eingebaut, genutzt und abgeschrieben werden. Neue Data Center, in denen diese GPUs eingebaut sind, brauchen 3 Jahre Bauzeit in dieser Größenordnung, die dafür nötigen Kraftwerke inkl. Planung eher 5-7 im besten Falle. Für die nötige Erweiterung der in den USA durchaus maroden Netzinfrastruktur gibt es noch nicht mal vorsichtige Schätzungen und ohne diese kommt der neue Strom nicht in vollem Umfang in die neuen Data Center. Die KI-Unternehmen müssen aber auf Biegen und Brechen innerhalb der nächsten 3-5 Jahre profitabel werden und sich selber tragen, sonst ist bei dieser Burn Rate auf der ganzen Welt nicht mehr genug frisches Geld da, um deren Betrieb weiter zu subventionieren.

Ich glaube, dass es durch diese angespannte wirtschaftliche Gemengelage im Moment keine ehrliche Einschätzung der zukünftigen Möglichkeiten von KI gibt. Es ist zwischen Skynet (exponentielles Wachstum) und dem baldigen Erreichen eines Plateaus, über das LLMs - z.B. durch Mangel an weiterem belastbaren Trainingsmaterial ausgereizt sind - (logarithmisches Wachstum), alles möglich. Ich bin grundsätzlich als Technik-Nerd hochfasziniert von der Technologie und interagiere täglich mit ihr, aber ich glaube, viel von dem, wie Menschen KI sehen, rührt auch von der menschlichen Grundsehnsucht, den Gott in der Maschine (oder zumindest eine andere denkende Spezies) sehen zu wollen. Es ist halt einsam, so allein im Universum.

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Der „freie Sachse“ aus Aue-Bad Schlema hat es nicht geschafft Bürgermeister zu werden. Es gibt doch noch gute Nachrichten.

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Und siehe da, er hat es scheinbar geschafft.

Für mich ist er immer noch ein wenig ein Hochstapler. Aber vielleicht bin ich auch zu alt

(Es folgt eine grobe Zusammenfassung zu Musk, die bestimmt einiges auslässt und nicht einmal ansatzweise seine Verbrechen, Skandale und widerlichen Charakter vollständig beschreiben kann)

Klar, ist er - er hat nie etwas erfunden, hat Charisma wie ein toter Fisch und sein Startgeld stammt aus einer Smaragdmine seines pädophilen Vaters.

Aber Leute wie er gehen im amerikanischen Kapitalismus und politischen Lage auf.

Er konnte ein paar Establishment-Demokraten blenden mit seinem falschen PR-Bild eines brillianten Erfinders und Geschäftsmannes - quasi ein Real Life Tony Stark - und hat dafür Startups gekauft und sie mit seinen Paypal-Millionen aufgepumpt und sie als wertvoller dargestellt als sie eigentlich sind.

Mit Starlink/Space-X hat er sich zu einem Global Player entwickelt, was auch nur dank den USA mgl war.

Mit Milliardenschweren Subventionen und künstlicher Überbewertung seiner Aktien ist er dann zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden und mit Zusammenarbeitet des Trump-Regimes ist er zum reichsten geworden und hat nebenbei Den Bürokratieapparat der USA zerstört und sich die persönlichen Infos der US-Bürger unter den Nagel gerissen.

Und nun hat er es geschafft, dass mit den Index-Funds die Rentenersparnisse der US-Bürger indirekt gestohlen werden - also für ihn investiert werden.

Überall sonst wäre das illegal und Musk würde dafür in den Knast gehen müssen - nicht so in den USA.

Nochmal das Video:

In den USA können Milliardäre sowieso Steuern umgehen, Monopole/Oligopole aufbauen und Milliardensubventionen erhalten.

Und mit jedem neuen Präsidenten wird die Schere größer, die Tricks dreister und die Korruption offensichtlicher.

Nun gibt es Trump, der sogar einen Krieg führt um sich und seine Freunde und Verbündeten zu bereichern.

Nie wurde offensichtlicher Insider-Trading betrieben.

Nie wurde offensichtlicher ein Genozid und ein Eroberungs-/Angriffskrieg unterstützt.

Nie wurden offensichtlich so viele Beweise vernichtet mit den Epstein-Files und so viele offen schuldige Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder auf freien Fuß gelassen.

Nie konnte man sich offensichtlicher vom Gefängnis frei kaufen.

Nie wurden offener und schneller die Medien gleichgeschalten.

Nie konnte ein Präsident offener und häufiger Lügen verbreiten.

(…)

Falls es jemals wieder einen demokratischen Präsident geben sollte, wird es ihm/ihr unmöglich sein das alles umzukehren - auch weil so viele Demokraten da mit machen.

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Sein wirtschaftliches Reich wird irgendwann implodieren. Komplett.
Es ist eigentlich fast komplett auf Personenkult und Fantasie gebaut.
Weder Tesla, SpaceX, Twitter, … - da fährt nichts wirklich vernünftige Gewinne ein.
Ich gebe ihm noch maximal 10 Jahre - dann wird er für einen der größten wirtschaftlichen Zusammenbrüche jemals verantwortlich sein.

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Musk ist v.a. ein Chamäleon, denn wohl kein anderer Geschäftsmann verstand es, in so unterschiedlichen politischen Richtungen und Gesellschaftsschichten Anhänger anzuziehen. Für mich ist Musks Aufstieg sehr eng mit Tesla verbunden und Tesla war definitiv lange Zeit ein Produkt, das v.a. in der links-progressiven Szene und da v.a. bei den finanziell besser Gestellten viele Anhänger hatte. Tesla machte die E-Mobilität „sexy“ und Musk war so etwas wie ein Kreuzritter im Kampf gegen die alten weißen Männer, die an ihren fossilen Verbrennern festhalten, egal ob in den USA oder in Europa. Rechts der Mitte waren seine Beliebtheitswerte auf jeden Fall deutlich niedriger.
Als der „Messias“ dann auch noch in Deutschland eine große Fabrik bauen wollte, wurde er v.a. von rot-grüner Seite hofiert. Die heute von ihm so hoch geschätzte AfD war damals im Übrigen die einzige Partei im Brandenburger Landtag, die gegen den Bau der Fabrik stimmte.
Dann führte Musk eine totale Kehrtwende durch und wurde plötzlich zum Liebling der rechten Szene und auch derjenigen, für die seine bisherigen Produkte finanziell unerschwinglich waren. Hier ist mMn der Kauf von Twitter und die neuen Nutzungsregularien der turning point gewesen, denn er bediente genau das Klischee der Rechtsparteien, dass man jetzt endlich wieder sagen dürfe, was man wolle und die Wahrheit nicht mehr unterdrückt wird. Twitter (bzw. X) kann sich jeder leisten und Musk sorgte dafür, dass es auch jeder mit rechtem Bullshit zumüllen durfte. So etwas bringt einen in der Gunst von Leuten, die z.B. Tesla hassten, recht schnell nach oben. Und das machte ihn natürlich auch für Trump interessant. Mit dem Bündnis mit Trump und der ihm dadurch zugefallenen politischen Macht katapultierte er sich dann in finanzielle Sphären, die wohl selbst für ihn unvorstellbar waren.
Kurz zusammengefasst:
von links-progressiv auf den Thron gehievt, von rechts in absurde Sphären gehoben.
Wer kann schon von sich behaupten, dass er in seinem Leben erst eine Ikone von Teilen der links-progressiven Szene war und dann zu einem Helden der rechten Szene wurde?

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Great ! Thx. Wie schon antizipiert, wird es hier in 12min auf den Punkt gebracht !

Er und MrOrange sind vermutlich die größten Blender aller Zeiten und das wird weiter Schule machen, sofern es hier keine Verfolgungen und Zugriff der Justiz geben wird.

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