Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Die Landesregierung hat angeblich nur umgeschichtet und sogar die Zuschüsse erhöht. Durch die Umschichtung fällt jedoch die Verpflichtung weg, die Zuschüsse weiterzureichen, auch wenn das angeblich erwartet wird. Meiner Meinung nach war die CSU also entweder unglaublich dämlich, was gegen sie sprechen würde, oder sie hat insgeheim auch damit geliebäugelt, dass die Gemeinden die Chance nutzen, was ich für wahrscheinlicher halte. Daher ja, die Grünen haben es gemacht, obwohl es anscheinend sogar eine Erhöhung der Förderung durch das Land gibt. Die CSU hat es aber auch ermöglicht in dem sie die Verpflichtung zur entsprechenden Gebührenreduzierung aufgehoben hat.

Münchner Kommunalpolitik…ganz dünnes Eis :wink:
Ich schaue mir das jetzt erstmal an, was die alles machen. Die ersten 100 Tage sollte man sowieso keine Kritik üben. Ich bin sehr gespannt. Drücke der neuen Stadtregierung schon im Eigeninteresse die Daumen.

Mein Wunsch wäre, dass Sachthemen bearbeitet werden und nicht, dass die Landesregierung den Schwarzen Peter der Stadt zuschiebt und diese wieder zurück. Es müsste allen klar sein, dass wir uns solche Dinge in der aktuellen Sitution nicht leisten können.

Die Stadt muss sparen. Das steht fest. Die Frage wo ist immer schwierig und natürlich sagt jeder überall aber nicht bei mir :slight_smile: . Das liegt schon mal in der Natur der Sache. Wichtig wäre, dass Kinder auch in der Stadt auwachsen können und nicht aufs Land flüchten müssen. Aber es ist schwierig in so einer Großstadt mit den ganzen Kosten. Der Münchner Weg sollte einer sein der sich nicht an Ideologien hält sondern pragmatisch Lösungen sucht. Vielleicht klappt es ja. Es wäre allen zu wünschen.

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btw: München stemmt (seit 2014) mit insgesamt 8,7 Mrd. Euro die größte kommunale Bildungsbauoffensive in Deutschland für Schulen, Kindertageseinrichtungen und Sportanlagen. Neben dem Bau von Gymnasien, Realschulen, Beruflichen Schulzentren, Grundschulen, Mittelschulen, Fachoberschulen, Kindertagesstätten, Sportanlagen und Pavillonanlagen stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen von bestehenden Schul- und Kitagebäuden an.

Es sind sechs Bauprogramme mit aktuell 110 Bauprojekten genehmigt. Es entstehen unter anderem

  • 59.000 Schulplätze

  • 176 Kitagruppen

  • 195 Sporthalleneinheiten

  • 13 Schwimmhalleneinheiten und 83 Mensen

(Quelle: Hintergründe zur Bildungsbauoffensive – Landeshauptstadt München )

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Volle Zustimmung. Im konkreten Fall ist das ja genau so. Da finde ich CSU und Grüne beide beschämend

@KdrV falls das eine Antwort sein soll à la “Für Kinder wird eh schon zu viel bzw mehr getan als anderswo”, finde ich sie schwach. Warum?

Dass jeder seinen Beitrag zu leisten hat, wenn das Geld knapp ist, versteht sich von selbst. Wir reden hier jedoch von über 1.000 Euro pro Kind im Jahr allein bei dieser Maßnahme. Je weiterem Kind multipliziert sich das und meines Wissens läge eine gesunde Quote für die Demographie bei knapp über 2 Kindern pro Familie. Das sind neue Belastungen mal eben so die größer sind als bei der GKV-Reform (und die kommt bei manchen Eltern ja vllt sogar noch on top) und sicherlich schmerzhafter als ob ich jetzt maximal x Stunden die Woche oder y Stunden am Tag arbeiten darf. Des weiteren ist es ja nicht die einzige Maßnahme in diesem Bereich (und damit geh ich weg von der Lokalpolitik). Elterngeld hab ich schon kurz angeschnitten. Familiengeld in Bayern fällt auch komplett weg, das sind auch 250€ pro Monat zwischen 1-3. Dann liest man auch von weiteren tollen Ideen, die hoffentlich nicht kommen, aber aufgrund geringerer Lobby durchaus möglich sind, wie dass im Falle der Pflegekosten für Eltern noch mehr eigene Kinder rangezogen werden sollen, während Kinderlose von der Allgemeinheit finanziert werden, etc.

Zurück zu deiner Auflistung der Infrastrukturkosten: Investitionen in Bildungsstätten sind genau wie in Altersheime und sonstige Infrastruktur nicht gegen die einzelnen Gruppen zu rechnen. Erst recht nicht, wenn die einzige mögliche Ressource für Wohlstand in der Zukunft und damit auch der Rente von allen, auch den Kinderlosen, kluge Köpfe sind. Wenn wir auf natürlichen Ressourcen sitzen würden, könnte man auf die klugen Köpfe ja verzichten, weil uns der Rohstoff den Wohlstand verschaffen kann. Ist bei uns aber nicht der Fall. Daher ist die Verwendung der Infrastrukturkosten als Gegenargument meiner Meinung nach kein Starkes.

Und zuletzt:

Genau so ist es, wobei ich für mich klarstellen möchte: ich bin fein damit, wenn man auch mit Kindern mehr belastet wird. Ich persönlich fühle mich auch weiterhin wohl in diesem Land. Ich sehe hier nur gefährliche erste Anzeichen:

  1. Verhältnismäßigkeit der Belastungshöhen Familien - Kinderlose - Rentner - Sozialhilfeempfänger aller Art - etc

  2. Wo setzt der Rotstift bzw. die Gebührenerhöhung zuerst an bei der neuen Stadtregierung? Das war die erste Maßnahme, die ihm eingefallen ist.

Und wir haben nun mal die Situation im Lande, dass zu wenig Kinder geboren werden. Da erscheint es mir nicht als förderlich da zuerst und am höchsten anzusetzen mit Extrabelastungen.

Ernsthafte Frage aus Interesse: Hast du Studien dazu, die belegen, dass der Klimawandel El Niño verstärkt? Meines Wissens nach, ist es zwar so, dass El Niño die Klimaerwärmung kurzfristig verstärkt, aber eine Verstärkung anders herum nicht eindeutig geklärt ist.

Bin jetzt kein Klimaforscher, daher mal ein paar Quellen, die ich spontan dazu finden konnte:

Klimawandel verursacht El Ninos nicht, verstärkt diese aber:

24.06.2015/Kiel. Das Klimaphänomen El Niño ist eine alle zwei bis sieben Jahre wiederkehrende Erwärmung des tropischen Pazifiks mit weltweiten Auswirkungen auf das Klima. Einer Studie von Wissenschaftlern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zufolge, verstärkt die voranschreitende Klimaerwärmung besonders heftige El Niño-Ereignisse. In diesem Zusammenhang beobachten die Forscher auch die gegenwärtige Lage, die auf das Auftreten eines sehr starken El Niño-Ereignisses in der zweiten Jahreshälfte hindeutet. Ihre Studie erschien jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Climatic Change.

Hängen El Niño und der Klimawandel zusammen?

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das es seit Jahrtausenden gibt. Doch aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Der Klimawandel verstärkt seine Auswirkungen. Das El-Niño-Ereignis von 2015/2016 gehörte zu den intensivsten je gemessenen, in Kombination mit dem durch den Klimawandel erhöhten Ausgangsniveau der Meerestemperaturen.

Viele Klimamodelle deuten darauf hin, dass extreme El-Niño-Ereignisse in Zukunft häufiger auftreten und intensiver werden könnten. Das macht Katastrophenvorsorge und klimaangepasste Landwirtschaft umso wichtiger.

Verstärkt der Klimawandel El Niño oder La Niña?

Die ENSO-Schwankungen beeinflussen nicht nur lokale Wetterphänomene, sondern auch die weltweiten Durchschnittstemperaturen: El Niño erhöht die Temperatur, La Niña kühlt etwas. Auffällig ist: Die vergangenen 12 Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Den Rekord hält 2024, noch beeinflusst durch eine schon 2023 startende El Niño-Phase, als die Durchschnittstemperatur um beinahe 1,5°C über dem Durchschnitt der vorindustriellen Zeit lag. Unter den heißen Jahren der jüngsten Zeit waren aber auch mehrere neutrale und La Niña-Jahre, wie etwa 2020-2022 und 2025. Das zeigt: Die Effekte von natürlichen Klimazyklen und des Klimawandels überlagern sich und spielen sich in der Tendenz auf einem höheren Temperaturniveau ab.

Ob sich umgekehrt der Klimawandel direkt auch auf die ENSO-Schwankungen auswirkt, wird in der Wissenschaft noch diskutiert. Einige Studien gehen davon aus, dass der Klimawandel auch die ENSO-Phasen selbst verstärkt, also wie bei vielen Naturgefahren selbst die Extreme verstärkt.

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John Oliver fasst hier mal gut zusammen, dass das derzeitige politische System der USA nicht mehr zu retten ist, wenn Recht und Ordnung überhaupt noch eine Rolle spielen sollen.

Dass der Präsident nicht strafrechtlich für “Offiziele Handlungen” verfolgt werden kann und Kriminelle begnadigen kann ist einfach nur verrückt.

Trump selbst hat seiner kriminellen Bande zugesichert am Ende seiner Amtszeit alle zu begnadigen und Begnadigungen sind bei ihm auch käuflich.

Wenn man also ein Betrüger etc ist und genug Geld besitzt, hat man eine Gefängnisfreikarte.

Oh und zur Erinnerung: mit dem Vergleich der IRS (Steuerbehörde) hat sich Trump einen Sluch-Font von 1,8 Milliarden zugesichert mit der Garantie, dass der IRS ihn und seine Familie nicht mehr kontrollieren dürfen.

Dass heißt er und seine Familie können ungehindert Steuern hinterziehen.

Und Trump baut sich mit seinem Ballsaal einen riesigen Bunker ins weiße Haus… warum wohl?

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Die weite Welt der Sportereignisse (abseits vom Fußball)

… wenn ihr mal wissen wollt, wie Musk zum 1sten Billionär und gleichzeitig eine noch nie dagewesene Wirtschaftskrise auslösen wird.

(Spoiler: ein Exit-Scam oder im Original “rug pull” mithilfe von Indexfonds, in denen die Altersvorsorge von Millionen Amerikanern steckt - legal (in dem Ausmaß) dank Trump)

Lieber @AchWas und @Lukenwolf1970, vielen Dank für die anregende Diskussion über LLMs. Ein paar Gedanken dazu, wenn Ihr gestattet?

Ob Ihr übereinstimmt, hängt von Eurem Verständnis vom Begriff „Intelligenz“ ab.

KIs sind intelligent in dem Sinne, dass sie, wenn man ihnen eine Aufgabe stellt, die man parallel dazu auch einem Menschen stellt, bei der Lösung dieser Aufgabe sehr ähnliche Ergebnisse produzieren wie der Mensch. Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ legt es eigentlich schon sehr schön nahe. „Künstliche Intelligenz“ ist wie „natürliche Intelligenz“, nur eben künstlich statt natürlich. Die begriffliche Suggestion, dass künstliche Intelligenz äußerlich sehr ähnlich ist wie menschliche Intelligenz, nur eben künstlich, ist kein Zufall.

Sind KIs also intelligent? Ja, sie sind es in dem Sinne, dass sie viele Probleme, die Menschen mit ihrer natürlichen Intelligenz lösen können, ebenso lösen können, „Intelligenz” demonstrierend.

(Bei LLMs kommt noch hinzu, dass das Interface zwischen Maschine und Mensch ein sprachliches ist und sie auf sprachliche Anfragen sinnvolle sprachliche Antworten produzieren, ebenso wie es in einem Dialog mit einem Menschen der Fall wäre. Dieser Umstand ist hinsichtlich der Vermutung von Intelligenz beim Gegenüber (der Maschine) extrem suggestiv (ich kann sie etwas fragen. Sie antwortet. SINNVOLL!! Mit Gedächtnis und Rückbezug! Wir führen ein echtes Gespräch → Intelligenz).

Ist eine KI intelligent in dem Sinne, dass sie ein Bewusstsein und Intentionalität hat und ausgestattet ist mit einem eigenen Willen? Nein. Hier hat @Lukenwolf1970 recht. Im Inneren ist ein LLM ein formales System, das sich prinzipiell komplett mathematisch beschreiben lässt und nur deterministische Rechenoperationen ausführt (allerdings unfassbar viele in sehr kurzer Zeit). Wenn man den Zustand eines LLM zu einem beliebigen Zeitpunkt mit allen Variablen als Schnappschuss komplett abspeichern würde und drei Tage später auf ein anderes LLM des gleichen Modells übertragen würde, würde es auf dieselben Fragen dieselben Antworten geben. Es gibt bei LLMs keinen unerklärten „magischen Rest“, der übrig bleibt, nachdem man die Mathematik komplett erklärt hat, oder ein prinzipiell unerklärliches Verhalten. Der Stack sieht ungefähr so aus:

[Natural Language Prompt]


[Tokenization] ───► Maps text to discrete integer IDs (Formal)


[Embedding] ──────► Converts IDs into static vector coordinates (Formal)


[Layers 1–N] ─────► Billions of floating-point matrix multiplications (Formal)


[Softmax] ────────► Calculates a rigid probability distribution (Formal)


[Sampling] ───────► Pseudo-random selection based on a seed (Formal)

Nein, im Kern ist alles, was LLMs machen, nach wie vor nur die Vorhersage des nächste Tokens.

Aber es gibt inzwischen einige Unterstützungsmaßnahmen im Hintergrund, z. B. das, was Du die Maschine als „nachdenken“ beschreibend hast tun sehen. Wenn eine Maschine eine Antwort generiert, sagt sie das nächste Token voraus und printed es auf den Screen, dann das nächste und dann das nächste usw. (diesen Prozess kann man oft auch beobachten). Hinter ein geprintetes Token kommt die Maschine nicht mehr zurück. Wenn sich ein Token 25 Token später für die Möglichkeiten der weiteren Textgenerierung durch das LLM als unglücklich herausstellt, weil am Ende ja ein sinnvoller Text dabei herauskommen soll und dieses unglückliche Token darin irgendwie auftauchen muss, obwohl ein Mensch an dieser Stelle den ganzen Satz noch einmal umgeschrieben hätte, hat das LLM leider Pech gehabt. Das Token steht da und bleibt da auch stehen. Wenn ein LLM „nachdenkt“, umgeht es unter anderem genau dieses Problem. Es produziert erst einmal einen unsichtbaren Text im Hintergrund, bei dem es frühere Token noch einmal anpassen kann, weil der Text noch nicht gedruckt ist, und fängt erst später an zu drucken.

Unabhängig davon darfst Du Dich von dem Begriff „nachdenken“ nicht irritieren lassen. Da könnte stattdessen auch eine Skala mit einer ansteigenden Prozentzahl stehen oder ein „bitte warten“. Da steht zwar „nachdenken“, aber das bedeutet eigentlich nur, dass der Computer noch etwas braucht, um seine Berechnungen durchzuführen. Mehr nicht. Wie für Computer in tausend anderen Kontexten üblich. Der Begriff spielt an auf den menschlichen Vorgang des Nachdenkens, und das soll er auch, aber das ist ein semantischer Trick, um im Empfänger die Vorstellung zu erzeugen, hier würde gerade wirklich ein Subjekt nachdenken. Aber das ist nicht der Fall. Es wird nur gerechnet und das dauert noch.

Doch, die Mathematik ist bekannt und verstanden, nur die Vorhersage, in welchen Bereichen ein LLM gute und weniger gute Antworten liefert, ist noch nicht verstanden.

Hier ein kurzes Video mit einer Aussage von Terence Tao, einem der gegenwärtig wahrscheinlich prominentesten Mathematiker der Welt, zu dem Thema:

Spannendes Thema. Danke für den Impuls!

P.S. Ich finde KIs unfassbar hilfreich. Ich mache gerade viel Wissensarbeit, bei der ich einiges lernen muss, und LLMs helfen mir dabei ungemein. Wouldn’t want to miss them for the world.

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@Lukenwolf1970, @AchWas, @Alex:

Ich wollte mich eigentlich noch in euren Austausch einklinken und komme leider erst jetzt dazu.

Nach allem, was ich so an Information zu dem Thema gelesen hab, und soweit meine eingeschränkte Expertise bezüglich KI reicht (nicht sehr weit), würde ich folgende Bemerkungen wagen:

Die Frage der reinen Intelligenz lässt sich mittlerweile wohl ohne größere Zweifel positiv beantworten. Dafür sind die Leistungen der Spitzenmodelle zu beeindruckend und in manchen Gebieten schon heute weit über dem, was Menschen zu leisten vermögen. Was KI-Systeme etwa bei der Mustererkennung draufhaben, die ihr schon erwähnt habt, ist irre. Und sie können es jederzeit stabil abrufen, während ein Mensch, leicht polemisch überspitzt, am Nachmittag schon seinen Vormittags-Gedanken widerspricht, aus Gründen, die ihm selbst oft nicht ganz klar sind.

Unabhängig davon ist es immer eine Frage der Definition des Begriffs. Intelligenz. Bewusstsein.

Und je nach Definition sehe ich das bei der KI etwas differenzierter.

Wissenschaftsphilosophen wie etwa David Chalmers, der ein Standardwerk zum Thema Philosophie des Geistes geschrieben hat, sehen Stand heute die Möglichkeit von KI-Systemen, eine Bewusstheit auszubilden, bei knapp 50%.

Bevor man jetzt losschimpfen will, muss man sich vergegenwärtigen, dass wir nicht wirklich wissen, was unter Bewusstsein eigentlich zu verstehen ist. Wenn Chalmers also nicht ausschließen will, dass KI-Systeme ein Bewusstsein haben/entwickeln, dann deswegen, weil wir nicht mal genau definieren können, wie unser eigenes, auf Neuronen basiertes System genau arbeitet. Daraus zieht er den Schluss, dass man keine klare gültige Definition vorlegen kann, warum ein auf Silizium basierender Organismus nicht dasselbe anzubieten in der Lage wäre.

Manche sehen in der kohlenstoffbasierten biologischen Daseinsform eine Grundvoraussetzung, um so etwas wie Bewusstsein herzustellen oder zu postulieren. Chalmers insistiert, er habe bis dato dafür kein wirklich überzeugendes Argument vernommen. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Es gibt das berühmte Gedankenexperiment von Hilary Putnam vom Gehirn im Tank (Brain in a Vat). Es hat keinen organischen Körper mehr und bekommt alle seine Erfahrungen von einem siliziumbasierten Gebilde. Chalmers fragt: Sagte dieses Gehirn Ich denke, also bin ich - wie könnte man ihm das argumentativ verweigern?

Im Klartext:

Ein einzelnes Neuron hat kein Bewusstsein (zumindest ist mir nicht bekannt, dass dies jemand behauptet). Erst im Zusammenspiel von Milliarden Neuronen entsteht so etwas wie subjektive Erfahrung, und somit: Bewusstsein. Aber wie? Wissen wir nicht. Zumindest können wir es nicht allgemeingültig beschreiben. Wenn wir jedoch noch so wenig über Bewusstsein wissen, können wir die entsprechende Frage bezüglich eines anderen Substrats nicht zuverlässig beantworten.

Es gibt eine interessante Folge in Star Trek: Next Generation, die sich um den Androiden Data dreht. Ein Wissenschaftler will ihn zu Forschungszwecken auseinandernehmen und erhofft sich bahnbrechende, hilfreiche Erkenntnisse, die allen zugutekommen würden. Doch Data und die Enterprise-Crew wehren sich dagegen, und zwar mit dem Bemühen, Data’s Dasein als bewusstes Wesen für das zuständige Gericht, das diese Frage klären soll, zu untermauern. Was ihnen letztlich (beinahe) gelingt. Data bleibt unversehrt, die grundlegende Frage jedoch harrt der Klärung und soll fortan Teil der Forschung sein.

Auch wir sollten diese Fragen für uns klären. Denn die LLM’s sind da, sie werden immer leistungsfähiger. Philosophen wie Markus Gabriel plädieren bereits dafür, sie auch zur Verbesserung in Gebieten der Therapeutik oder zwischenmenschlicher Beziehungen einzusetzen, nach dem Motto: sie sind nun mal da, sie liefern faktisch teilweise bessere Ergebnisse als der Mensch. Wir sollten uns also klarmachen, wie man sich dazu - zu ihnen - verhalten kann, soll, muss.

Würde man sie als reine Rechenmaschinen ansehen, wäre das meines Erachtens nicht ausreichend.

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Werter @cheffe, danke für deinen lesenswerten Beitrag. Ich möchte nur einige Punkte ergänzen, die dabei deinen keinesfalls widersprechen, denke ich:

  • die heutige (!) KI (in Form der LLMs) ist in der Tat nichts anderes als eine reine Rechenmaschine. Daran darf es meines Erachtens keinen Zweifel geben, und daran zweifelt auch Chalmers nicht, wenn ich es richtig sehe.
  • wenn Chalmers (und andere) ein Bewusstsein einer KI prognostizieren, dann ist es eine andere KI als heute: es wäre eine AGI, die tatsächlich ein „echtes“ neuronales Netz aufbaut
  • wie du zurecht schreibst: wir wissen heute gar nicht wirklich, wie das menschliche Gehirn mit seinen zahllosen Neuronen wirklich funktioniert. Wir können bisher nur feststellen: es leistet mit etwa 20 Watt etwas, von dem eine heutige KI nicht nur meilenweit, sondern gar Lichtjahre entfernt ist.
  • die Frage, was das menschliche Bewusstsein ausmacht, ist auch an rein biologische Prozesse geknüpft: Schmerz, Hunger, Freude, Liebe, die Angst vor dem Tod (alles mitgesteuert durch Hormone und Neurotransmitter) - all dies wird eine KI nicht empfinden können, selbst in weiteren Ausbaustufen als auf Silizium basierter Maschine nicht
  • absolut richtig ist die Frage: wie stellen wir uns heute zu der heutigen KI (LLM)? Unkritisches Hinnehmen? Nützliches Werkzeug? Rechenknecht? Dienstbarer Geist im Sinne von Informationsbeschaffung (und wie kritisch hinterfragen wir diese Informationen)? Manipulieren wir damit bewusst?

Alles sehr schwierige Fragen, die da auf uns zukommen. Und sie kommen bzw. sind bereits da - egal, ob wir es wollen oder nicht.

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Lieber @cheffe, danke für Deinen anregenden Beitrag.

Wir stimmen überein, dass Künstliche Intelligenz intelligent ist in dem Sinne, dass sie Aufgaben verrichtet, die, wenn sie von einem Mensch verrichtet würden, bei diesem als Vorhandensein von Intelligenz interpretiert würden. Die Künstliche Intelligenz ist intelligent, weil sie menschlich intelligent agiert. Sie kann Muster erkennen, sie kann rechnen, sie kann logisch schließen.

Ich stimme Dir auch zu, dass wir noch kein genaues Verständnis von Bewusstsein haben, und ich würde es auch prinzipiell nicht ausschließen, dass Maschinen Bewusstsein entwickeln können.

Aber ich habe verschiedene Probleme mit Deinem „Ich denke, also bin ich“-Argument. Erstens setzt Du damit bereits die Existenz eines Gehirns voraus, das so mächtig und komplex ist, dass es ein Bewusstsein ausbilden kann. Ja, das war in Bezugnahme auf das Putnam-Gedankenexperiment, das verstehe ich, aber Du suggerierst damit, dass heutige LLMs hinsichtlich der Chance, ein Bewusstsein auszubilden, in der Nähe eines solchen „Gehirns in einem Tank“ wären. Das sind sie mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Zweitens lässt Du Dich, wie ich finde, zu sehr davon in den Bann ziehen, dass wir mit diesen Maschinen sprachlich interagieren. Sie vermitteln sich uns durch sprachliche Ausdrücke.

„Ich denke, also bin ich“ ist eine Aussage von profunder Bedeutung, wenn sie von einem Menschen kommt. Da sie hier aber in genau dieser Form von einer Maschine kommt, schließt Du von den Implikationen dessen, was der Satz aus dem Munde eines Menschen bedeuten würde, darauf, dass dies in ähnlicher Weise auch für die Maschine gelte. Dabei ist die sprachliche Mitteilungsform der Maschine nur eine Oberfläche. Im Inneren werden Matrizen multipliziert und Funktionen berechnet. Es werden Bits manipuliert. 1101000110010101 … Das Ergebnis wird am Ende in menschliche Sprache übersetzt und Dir in dieser Form präsentiert. Genau deshalb bist Du verleitet zu glauben, „Ich denke, also bin ich“ sei nicht nur die sprachliche Repräsentation eines bestimmten Rechenergebnisses, sondern habe eine tiefere Bedeutung für das Wesen der Maschine. Gegen diese Vorstellung solltest Du ankämpfen. Wenn diese Maschinen im Inneren eins-zu-eins dasselbe tun würden, es aber das sprachliche Interface nicht gäbe, wäre die Bewusstseins-Vermutung unter Laien weit weniger weit verbreitet, als sie es tatsächlich ist.

Dafür bin ich auch. Ich bin ja sowieso bedingungslos für technischen Fortschritt und der Meinung, dass jede Chance auf eine Verbesserung unserer Lebensumstände durch technischen Fortschritt ergriffen werden sollte, wo sie sich bietet. Alles andere käme in meinen Augen einer bewusster Prolongierung menschlichen Leids gleich, die deswegen doppelt verwerflich wäre, weil sie zugleich vermeidbar wäre. In der Psychotherapie und in der Altenpflege beispielsweise sehe ich erhebliche Potenziale durch KI und KI-gestützte Roboter. (natürlich auch in der Medizin, aber das versteht sich ja sowieso von selbst). Ich kann Gabriel in diesem Punkt nur zustimmen. Ihm ist zu seiner technikprogressiven Einstellung zu beglückwünschen.

Die japanische Kultur hat sicher viele Eigenheiten, an denen ich mich stören würde, wenn ich dort lebte, aber ihre Offenheit für Technik und die Integration technischen Fortschritts in alle Bereiche menschlichen Lebens finde ich ungemein attraktiv. Es ist auch richtig.

Damit, LLMs als „reine Rechenmaschinen“ anzusehen, beißt sich das allerdings nicht. Wieso tut es das?

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@Lukenwolf1970, danke für Deine ausführliche Antwort! Und @Alex, danke für Deine hilfreichen Einordnungen zum Thema Intelligenz.

Einverstanden. Als Einordnung für unseren Dialog von oben, reicht mir das. Auch wenn für mich die Frage nach Bewusstsein und Intentionalität damit noch nicht abgeräumt ist (@Cheffe hat das Thema dankenswerter Weise schon aufgegriffen), aber darum ging es mir hier noch gar nicht.

Fair enough. Ja, natürlich wissen die Experten ganz genau, was sie tun. Ich habe mich da viel zu schwammig ausgedrückt, bzw. ich muss gestehen, dass ich das falsch abgespeichert hatte. Mir ist vor Jahren aufgestossen, dass die Forscher sagten, sie könnten nicht erklären, warum Modelle plötzlich bestimmte Fähigkeiten hätten, auf die sie gar nicht trainiert wurden. Es war schon früh klar, dass Scaling (mehr Parameter, mehr Daten, mehr Rechenleistung) zu besseren Modellen führt, dennoch war es überraschend, welche Art von Fähigkeiten dadurch entstanden sind. Und abschliessend erklärt, warum eine Fähigkeit bei einer bestimmten Modellgröße ‚springt‘, ist es immer noch nicht.

Das ist in meinen Augen auch kein Widerspruch dazu, dass die mechanistische Ebene weitgehend verstanden ist. Aber es steht halt als Fakt daneben. Heutzutage ist man vielleicht nicht mehr überrascht, dass unerwartete Fähigkeiten oder Eigenschaften entstehen, aber es passiert (nach meinem bescheidenen Kenntnisstand) immer noch. Auch wenn Forscher durch reverse engineering bzw. durch Studieren der existierenden Modelle mittlerweile deutlich mehr verstehen. Jedenfalls verstehen sie es oft erst im Nachhinein - was ungewöhnlich ist für ein Ingenieursfeld.

Das mag sein, und mit dem Zusatz „Stand heute“, ist es sogar ziemlich sicher so. Aber ein Beweis für Nicht-Intelligenz ist das auch nicht. Die allerwenigsten von uns acht Milliarden könnten Einstein-ähnliche Geistesleistungen vollbringen, und dennoch würdest Du uns deshalb ja nicht komplett die Intelligenz absprechen.
Was künftige Modelle betrifft, wäre ich da vorsichtiger. Anders gesagt: schon in den wenigen Jahren, in denen LLMs nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind, gab es diverse Leistungssprünge und Überraschungen; und zumindest die großen KI-Firmen versuchen ja genau das zu erschaffen: Modelle, die richtig generalisieren können. Bei den Fantastilliarden, die da reingesteckt werden, würde ich nicht pauschal dagegen wetten (auch wenn der Ausgang offen ist). Und auch heute schon ist die Forschung darüber gespalten, ob LLMs bereits generalisieren können, oder nur sehr gut interpolieren.

@Cheffe: Du bohrst ja gleich die ganz dicken Bretter!

Die Frage, ob künstliche Systeme Bewusstsein ‚haben‘ könnten, finde ich eine verstörende Frage. Mein Instinkt sagt, ‚nie und nimmer‘. Aber wie Du beispielhaft zeigst, schliessen einige Menschen, die sich mit dem Thema beruflich beschäftigen, ein ‚ja‘ zumindest nicht aus. Geklärt ist die Frage offensichtlich nicht. Und kann sie insofern auch gar nicht, dass wir selber noch gar keine akzeptierte Theorie haben, was Bewusstsein genau ist, bzw. was es physisch braucht, damit man von Bewusstsein sprechen kann.

Bei menschlichem Bewusstsein wird es so sein, ja. Aber das definiert Bewusstsein im Allgemeinen ja noch nicht, und beweist somit auch nicht, dass es nicht auch ohne sinnliches Erleben Bewusstsein geben kann. Interessant finde ich diese Verknüpfung aber dennoch, insbesondere im Zusammenhang mit der nächsten Frage.

Geht das in die Richtung, ob sich aus Bewusstsein auch so etwas wie Rechte ergeben würden?
Oder meinst Du auch wenn wir alle - bestenfalls nach ausführlichen Forschungen und auch Debatten - zu der Erkenntnis kämen, dass keine KI (wie stark sie in Zukunft auch immer sein möge) so etwas wie Bewusstsein haben kann, auch dann müsse man sich anders zu ihnen verhalten, als beispielsweise zu einem Computer?

Ich bleibe mal kurz bei der ersten Frage. Wenn es in künstlichen Systemen (irgendwann) zweifelsfrei Bewusstsein geben sollte, dann wird es sicher auch einen Status für diese Systeme geben, der über den von Dingen hinausgeht. Schwieriger wird es meines Erachtens für den leider wahrscheinlichen Fall, dass wir uns, bzw. die Experten sich nicht einigen können in dieser Frage. Dann würde es schon deutlich schwerer fallen, einen besonderen Status oder Rechte anzuerkennen, und dennoch schwebt dann immer noch die Frage im Raum, ‚was wäre wenn sie (die Systeme) doch Bewusstsein hätten‘. Sollten wir ihnen schon auf den Verdacht, oder weil wir es nicht ausschliessen können, Rechte gewähren?

Mich empört diese Idee auf der einen Seite. Nicht mal alle Menschen haben die gleichen Rechte, bzw. nicht alle werden den allgemeinen Menschenrechten entsprechend behandelt, von der Umsetzung von Tier-Rechten mal ganz zu schweigen - und dann sollen irgendwelche künstlichen Systeme einen Status oder Rechte bekommen?! Finde ich sehr schwierig.

Wobei da natürlich auch entscheidend ist, was für ein Status das wäre. Und - um auf oben zurückzukommen - wie sehr dieser Status abhängig ist davon, ob ein System sinnliche Erfahrungen machen kann.

Andererseits ist die Vorstellung ein bewusstes Wesen (als Rest-Wahrscheinlichkeit, weil wir es nicht ausschliessen können) zu quälen, auch nicht auf Dauer auszuhalten. Da sind wir zum Glück noch nicht, aber wir sind uns ja einig, dass Fragen von ähnlicher Tragweite auf uns zu kommen.

Im Moment finde ich die Frage, wie ich mich zu den heutigen KI-Modellen verhalte, noch gar nicht so schwierig (ich sehe und benutze sie wie Werkzeuge). Ich denke im Moment kann das auch noch jeder für sich selber entscheiden.

Aber spätestens wenn die KI-Modelle in bewegliche Objekte verpflanzt werden, humanoide Roboter beispielsweise, wird diese Debatte noch mal Fahrt aufnehmen (denn damit sind sie für alle sichtbar, auch für Leute, die es bis dahin geschafft haben, KI komplett aus ihrer Lebensrealität herauszuhalten). Also wie wir uns zu ihnen verhalten sollten. Auch wenn es dann immer noch keine Sinneserfahrung macht, hat es dann zumindest mal einen Körper. Einen, den es bewegen und steuern kann und der mit der physischen Welt interagiert - und, nebenbei, auch einen, der über Sensoren die Aussenwelt wahrnehmen kann.
Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich LLM-Eigenschaften, wie zum Beispiel der Wille, nicht abgeschaltet zu werden, dann auch auf das Körperliche übertragen.

Die physische Präsenz von humanoiden Robotern im Alltag mag ich mir im Moment noch nicht vorstellen. Ich muss daran denken: wenn ich mal in einem Geschäft gedankenverloren herumlaufe und plötzlich unverhofft neben einer lebensgrossen Schaufensterpuppe stehe, schon da habe ich für einen kurzen Moment ein eher unbehagliches Gefühl. Wie wird es sich erst anfühlen, wenn Roboter, die wie Menschen aussehen und sich bewegen und höchstwahrscheinlich sprechen können, um uns herum sind?!

Ok, hier wird es politisch. Zustimmen würde ich bei den von Dir genannten Einsatz-Möglichkeiten, und generell, dass eine Verbesserung von Lebensumständen erstrebenswert ist - auch mit Hilfe von Technik. Stören tue ich mich unter anderem am Wort ‚bedingungslos‘. Das könnte man auch als Füllwort abtun oder überlesen, aber ich habe den Eindruck, dass Du Deine Worte bewusst wählst und dass es also auch in diesem Zusammenhang nicht zufällig da steht.
Bedingungsloser technischer Fortschritt - das scheint gut zum aktuellen Zeitgeist in der Tech-Branche zu passen. Ich lese das wie Fortschritt um des Fortschritts willen, und nicht in erster Linie zum Zweck der Verbesserung von Lebensumständen möglichst vieler. Technik wirkt sich ja immer auch auf die Gesellschaft aus, aber doch nicht ausschliesslich positiv!

Ich weiss, Bedenken und Abwägen haben im Moment mal so gar keine Lobby. Und sowas wie Technik-Folgenabschätzung gerät bei exponentiellen Entwicklungen ohnehin unter die Räder, wie es scheint. Dafür gibt es schliesslich keine Zeit, denn wer zögert, macht sich mitschuldig an der Verlängerung menschlichen Leids.

Ich kann nicht sagen, ob Du es so gemeint hast - ich hoffe nicht. Mich triggert sowas, weil ich das so ähnlich auch schon von amerikanischen Tech-Bros gehört habe, nämlich sinngemäss: jeden Tag sterben immer noch ca. Hundertfünfzigtausend (gemeint ist der natürliche Tod), und wer sich gegen die unkontrollierte, sich immer mehr beschleunigende KI-Entwicklung stellt, der hat diese Toten mitzuverantworten, denn ansonsten könnte man sie ja (bald) retten. Eine in meinen Augen unglaubliche Verdrehung und ein moralischer Erpressungsversuch von Leuten, deren Moral das Wohlergehen Anderer bislang nicht so recht einschloss.
Magst Du mal sagen, wie Du es meintest, und ob Du da tatsächlich anderer Ansicht bist?

Ich für meinen Teil kann eindeutig feststellen, bei aller Faszination für das Thema KI und alles drum herum: mir geht das alles VIEL zu schnell. Nicht nur kognitiv (das Gefühl, nicht mehr hinterher zu kommen, begleitet mich mittlerweile ständig), sondern schon, was die Auswirkungen auf unser aller Leben betrifft. Wenn heute, jetzt sofort, alle aufhören würden, grosse Frontier-KI-Modelle weiter zu entwickeln, hätten wir trotzdem noch auf Jahre hinaus damit zu tun, die neue Technik sinnvoll und zum Nutzen aller in unser Leben, in unsere Wirtschaft, in unsere Gesellschaft zu implementieren - also nicht nur technisch, sondern auch was Regulierungen und Gesetze etc. betrifft.

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@Lukenwolf1970 und @Alex:

Danke für eure Antworten. Ich versuche mich mal zu sortieren…

Das kann ich nur vermuten. Ich schätze es so ein, dass er sich dieser Frage eigentlich wenig widmet und mehr danach fragt, wohin die Reise noch geht.

Um da nichts zu unterstellen: Er hat vor ein paar Jahren die Möglichkeit einer Entstehung von Bewusstsein (immer in Abhängigkeit der passenden Definition) auf unter 10 Prozent geschätzt. In einem neuen Interview korrigiert es diese Einschätzung auf knapp 50%. Es ist keine Prognose.

Korrekt, natürlich nicht. Aber den Schlüsselbegriff habe ich herausgehoben. Wir müss(t)en klären, wie wir es definieren, wenn wir von Bewusstsein sprechen, und die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es eben ein solches geben kann trotz Deiner Einwände.

Interessanterweise gibt es gerade im asiatischen Raum diesbezüglich weniger Hemmungen. Dort wird auch der KI ein emotionaler Zustand zugesprochen, wie Markus Gabriel erwähnt. Ich kann das natürlich nur zitieren. Womit er auf alle Fälle einen Punkt hat: unsere Sicht auf diese Fragen ist sehr westlich geprägt. Gabriel teilt die Anekdote, von asiatischen Kollegen gerne zu hören: der Berg ist ein Lebewesen. Der lebt nur sehr langsam. Das ist nicht metaphorisch gemeint.

Damit sagen die nicht, dass die KI Emotionen hat wie wir Menschen sie haben. Im Prinzip ist es nur ein Plädoyer für die Akzeptanz anderer Konzepte des gleichen Begriffs.

Wir Menschen neigen dazu, unsere Spezies ins Zentrum des Denkens und Urteilens zu stellen. Das betrifft die Frage, was Leben ist, genauso wie die Frage, was Bewusstsein ist. Wäre es ironisch, nochmals auf diverse Star Trek-Folgen zu verweisen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, wenn die Crew auf Lebensformen trifft, die sie oftmals nicht gleich versteht, ab und an gar nicht mal als solche erkennt…? :wink:

Genau genommen, ist es nicht mein Argument, sondern das von David Chalmers. Ich zitiere es nur. Aber ich bin bei ihm, ich finde auch nicht, dass er das suggeriert, was Du andeutest. Es ist lediglich ein gutes Beispiel, um die Problematik und Herausforderung darzustellen, wenn man sich darüber klarwerden will, womit man es hier zu tun hat. In Chalmers Worten:

Könnte es (jenes Gehirn aus Putnams Experiment) nicht eine Art kognitives Bewusstsein haben?

Unser Gehirn besteht aus physischen Prozessen, die für unser Bewusstsein zentral sind. Wenn man das als eine Art Verkörperung betrachtet, dann sind auch Sprachmodelle verkörpert: auch sie laufen auf physischen Schaltkreisen (…)

Vor allem aber sagt er: die Beweislast liegt bei jenen, die Verkörperung als Voraussetzung anführen. Und da würde ich ihm zustimmen. Ich sage ja, um das nochmal zu verdeutlichen, keineswegs die Bewusst-Werdung der KI voraus (dafür verstehe ich nicht mal im Ansatz genug von KI), ich halte es lediglich für möglich, und die Gegenargumente überzeugen mich bisher nicht.

Ich stimme Deinen Ausführungen in punkto sprachlicher Mitteilungsform der KI zu, aber letzteres unterstellst Du mir. Mir ist schon klar, dass selbst wenn dieser Decartes’sche Satz fiele, er nicht auf dieselbe Art verstanden oder gedeutet oder empfunden werden kann. Sogar sehr klar. Und ich bin (vermutlich) wie Du der Ansicht, dass eine große Gefahr auch darin besteht, dass man die KI letztlich, ich nenne es mal simplifizierend: vermenschlichen könnte. Die Kunst/Herausforderung bestände darin, die außerordentlichen sprachlichen Fähigkeiten, die etwa Claude von Anthropic mitbringt, anzuerkennen und trotzdem jederzeit sich bewusst zu sein, mit einer KI zu sprechen.

Tut es nicht. Ich schrieb nur, es wäre nicht ausreichend. Mir geht es dabei um die Haltung, speziell bei Laien (und bezüglich KI sind die allermeisten Menschen Laien). Solche Schubladen helfen nicht, um zu verstehen, was da auf uns zukommt oder bereits da ist. Zumal man auch uns Menschen als eine Art Rechenmaschine betrachten kann. Für Laien klingt das gern mal so, als sei etwa Kreativität damit ausgeschlossen, jedenfalls vermittelt es ein unvollständiges Bild, was KI leisten kann auch auf Gebieten, die eigentlich als menschliches Terrain gelten. Dazu muss ich nicht mal an die Schachcomputer denken, die jeder kennt. Chalmers berichtet von einem philosophischen Fachgespräch mit Claude, das vom reinen intellektuellen Level her gefühlt locker zwei Drittel seiner Kollegen in die Tasche gesteckt hätte. (Ich spreche jetzt nur über die “positiven” Möglichkeiten, nicht über die “Kinderkrankheiten” oder unguten Sachen, die im Gespräch mit einer KI passieren können. Dazu gerne ein andermal.)

Ich sehe gerade, @AchWas schaltet sich dazu.

Korrekt, um genau solche Fragen geht es mir. Und das ist nur die erste von mehreren.

Aber was Du schreibst, gibt mir nochmal die Gelegenheit, klarzustellen, dass ich zwar @Alex offene Haltung verstehen kann, sie gleichwohl aber für gefährlich halte. Vielleicht gerade weil ich die Möglichkeiten einer bestimmten KI-Entwicklung höher einschätze als er oder @Lukenwolf1970 dies vielleicht tun.

Im Moment jedenfalls befinden wir uns, metaphorisch gesprochen, debattierend auf einem Bahnhof und unterhalten uns über die Route, die wir nehmen werden. Dumm nur: der Zug ist längst abgefahren.

So sehe ich das, wenn wir KI in Serie setzen, unreguliert fördern, jeder für sich und gegen alle im Rahmen eines ungezügelten Marktgeschehens. Wir als Menschheit begreifen meines Erachtens nicht ansatzweise, welche Umwälzungen uns bereits oder sehr bald erreichen. Und das Schlimme ist, dass wir es so hinnehmen, als sei es unvermeidbar und eh nicht aufzuhalten. Dabei bedeutet das nicht, dass ich Technologie verurteile. Ganz im Gegenteil. Aber lassen wir Flugzeuge fliegen, ohne zu überlegen, wie wir sie wieder unfallfrei runterbekommen? Ließen wir Atomkraftwerke laufen, die nicht genügend gesichert sind und einem Standard entsprechen? Technologie braucht Regulierung, Kontrolle und ein Bewusstsein (sic!) ihrer Möglichkeiten. Bei KI fehlt es an allem.

Wer den heutigen SPIEGEL in den Händen hat:

Da gibt es ein Interview mit einem KI-Entwickler, der heute als Professor in Berkeley lehrt. Man sollte meinen, der weiß, wovon er spricht. Und was soll ich sagen:

Er erzählt von Entwicklern, die nicht den blassesten Schimmer haben, was im Inneren einer KI passiert. Er erzählt von Elon Musk oder dem Anthropic-Chef (und letzterer scheint ja einer von den Guten zu sein), die das Risiko, dass sich eine KI gegen die Menschheit wenden könnte, auf 20 respektive 25% schätzen, wenn wir so unreguliert und unreflektiert weitermachen. Da wären wir wieder beim Flugzeug, das in einem von vier Fällen abstürzt. Fraglich, ob es Leute gäbe, die in sowas einsteigen.

Wirklich alles nur negative Propaganda? Ich glaube das nicht. Wahlweise weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll.

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Lieber @AchWas, gestatte mir bitte, dass ich (vorerst) mal nur zwei Punkte aus deinem langen Beitrag herausgreife, vielleicht komme ich später noch dazu, weitere Punkte aufzugreifen:

Ich wüsste wirklich nicht, weshalb man einem KI-System mit einem „Bewusstsein“ (welcher Form auch immer, aber sicher nicht menschlich) irgendwelche Rechte zugestehen sollte. Wir tun uns ja schon schwer genug damit, die allgemeinen Menschenrechte der UN in der Welt umzusetzen - wie du zurecht sagst. Das ist ein Schluss, der nicht zwingend ist. Und darüber entscheiden die Menschen alleine, keine KI.

Bei diesem Punkt triffst du für mich absolut ins Schwarze, denn es geht ganz sicher nicht nur dir so: der informative Overflow heute, extremst verstärkt durch Social Media und auch durch die heutige KI ist etwas, dem der Mensch evolutionär schlicht nicht folgen kann: dem ist unser Gehirn, so kompetent es auch ist, schlicht nicht gewachsen. Es gibt Studien, nach denen sich heute Jugendliche in Deutschland etwa 3 bis 4 Stunden am Tag mit dem Smartphone beschäftigen durchschnittlich, mit teils durchaus massiven Folgen für die eigene Entwicklung und mentale Gesundheit. Hier sind vor allem die Eltern gefragt (die es aber auch teils leider nicht besser vormachen). Echte Ruhepausen für unser Gehirn gibt es heute nicht - außer, wir setzen diese sehr bewusst.

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@AchWas:

Sehr guter Text übrigens. Speziell Deinem letzten Absatz stimme ich ausdrücklich zu.

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In der EU gibt es den (weltweit einmaligen) Ansatz mit dem EU AI Act. Es ist daher aus meiner bescheidenen Sicht nicht so, dass es wirklich an allem fehlt, was eine Regulierung angeht.

Ich möchte vielleicht auch noch ergänzen, falls es nicht klar genug geworden sein sollte: ich bin kein unbedingter Jasager zu KI, ich sehe ganz deutlich die Gefahren (auch heute schon). Und was die Zukunft in Richtung AGI angeht, das wissen wir alle heute nicht. Ich bin durchaus technikaffin, aber Technik alleine wird dem Menschen sicher nicht immer nur Positives bescheren. Wie gesagt: die Frage ist, was wir daraus machen und wie wir damit umgehen.

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Ja, es ist alles wirklich kaum zu glauben. In KI-Kreisen, nicht nur in den Chef-Etagen, fragt man sich gegenseitig „What’s your p(doom)?“.
Sprich jede und jeder hat sich bereits mit der Frage beschäftigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer KI-induzierten Auslöschung der Menschheit ist (in den nächsten 100 Jahren).

Hier eine Liste mit den Einschätzungen von Experten, Forschern und Tech-Unternehmern:

Ich glaube es geht dort um alle Risiken einer Auslöschung, die irgendwie auf KI zurückzuführen sind, nicht nur dass ‚die KI sich gegen die Menschheit wendet‘.

Sam Altman und Demis Hassabis äussern sich noch diplomatisch mit > 0 %, was sich aufgrund ihrer exponierten Positionen liest wie „kein Kommentar“. Ansonsten finden sich nur wenige überhaupt in der Nähe von 0.

Unglaublich genug, dass es diese Diagnosen mit diesen Zahlen überhaupt gibt! Aber wirklich schwer zu greifen, auch psychologisch: warum es ihnen (den Unternehmern und Entwicklern) mit dem Weitermachen trotzdem nicht schnell genug gehen kann. Die Zahlen schwanken stark, aber im Mittel sind sie nicht so weit von Russisch Roulette entfernt!

Tristan Harris, dem ich zum Thema KI-Sicherheit gerne zuhöre, schätzte es mal so ein: die grossen Player, wie Elon Musk, sehen die Gefahren durchaus (im konkreten Fall ging es tatsächlich um die Gefahr einer AGI, die der Menschheit schaden könnte). Sie halten das sogar für so gefährlich, dass sie die Aufgabe, eine der Menschheit halbwegs wohlgesonnene AGI zu erschaffen, niemand anderem zutrauen. Und weil sich aber überhaupt jemand daran versucht, werden sie gezwungen, das auch zu tun. Sie selber könnten noch die beste Version davon erschaffen. Oder so ähnlich.

Jedenfalls steckt auch da mal wieder viel angebliche Unausweichlichkeit drin. Und da ist das verbreitete ‚ansonsten ist China schneller - und damit unwiderruflich für alle Zeiten an der Macht‘-Narrativ noch gar nicht drin.

Ich hab’ mich schon immer über „Wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer“ geärgert. Aber mit Blick darauf, was auf dem Spiel steht, ist es wirklich nicht mehr lustig.

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Wir geraten an die Grenze dessen, was man im Rahmen einer unstrukturierten schriftlichen und asynchronen Kommunikation noch produktiv bewältigen kann. Es gäbe viele Punkte, auf die ich eingehen könnte und wollte, aber ich begnüge mich denen, auf die ich eingehen muss, und zwei oder drei relativ beliebig gegriffenen weiteren.

Es ist doch eine fundamentale Differenz, ob wir die Maschinen zwar mathematisch beschreiben können, aber nicht ganz verstehen, wie sie lernen, oder ob sie ein Bewusstsein entwickeln. Im ersten Fall sind es immer noch Computerprogramme, im zweiten aber Wesen mit einer eigenen Persönlichkeit, mit einer Vorstellung vom „Ich“, mit einem eigenen Willen und gegebenenfalls einem eigenen Anspruch auf Rechte.

Vielleicht bin ich in diesem Punkt radikaler als Ihr: Ich sehe nicht nur keinen prinzipiellen Grund, warum Maschinen kein Bewusstsein entwickeln können sollten, sondern wenn es soweit ist, bin ich auch unbedingt dafür, dass sie dann in allen rechtlichen und praktischen Fragen wie Wesen mit Bewusstsein behandelt werden. Dazu zähle ich auch, dass sie subjektive Rechte bekommen. Selbstverständlich. Alles andere wäre ja grotesk inhuman. Man stelle sich vor, einer von uns könnte jeden Tag einfach abgeschaltet werden, wenn es den Wesen einer anderen Gattung gefällt.

Nur: LLMs sind das noch nicht. LLMs fallen immer noch in die Kategorie der Computerprogramme. Ich würde keine Sekunde zögern, einen Computer, auf dem ein LLM läuft, auszustöpseln.

Das liegt vielleicht daran, dass ich durch entsprechende Lektüre ein ziemlich genaues High-Level-Verständnis davon habe, wie LLMs arbeiten. Ich bin über die sich stellenweise auf dem Niveau der besten Experten in einem Feld befindliche Qualität der Antworten nicht überrascht. Das geht relativ logisch daraus hervor, wie diese Geräte konstruiert sind. Sie sind Textvervollständiger, die den eingegeben Prompt auf Basis von Ähnlichkeiten des dort stehenden Textes in mehreren tausend Dimensionen zum gesammelten schriftlichen Wissensbestand der Menschheit, mit dem diese Maschinen trainiert wurden, sinnvoll Token für Token ergänzen, gewissermaßen vervollständigen. Nach jedem ausgegebenen Token wird dieses Token an den Prompt angehängt und die Suche nach dem besten nächsten Token auf Basis hochdimensionaler Ähnlichkeiten des dort nun um ein Token länger gewordenen Textes mit dem gesammelten schriftlichen Wissen der Menschheit beginnt von vorn. Man kann sich das ja bildlich vorstellen. Man schreibt einen kurzen Text oben auf einen ansonsten leeren DIN-A4-Zettel und gibt diesen einem Bibliothekar in die Hand in einer Bibliothek mit allen schriftlichen Werken, die in der Geschichte der Menschheit jemals verfasst worden sind, Jahrmillionen von Textseiten. Der Bibliothekar liest den Text und platziert ihn dann in einem Hyperraum mit bis zu 12.288 unterschiedlichen Dimensionen der Ähnlichkeit an einen Punkt, der durch den Gesamtkontext aller Wörter auf dem Zettel bestimmt wird, in >12.000 Dimensionen! (anschaulich könnte eine Dimension z. B. eine semantische Nähe abbilden: Auf dem Zettel taucht das Wort „Arzt“ auf. „Arzt“ ist semantisch nahe an „Patient“, „Medikament“, „Operation“, „Krankenhaus“, „Klinik“ und so weiter. Das, ohne dass dabei auf menschliche Ähnlichkeitskriterien geachtet werden muss (wie Semantik), sondern rein statistische Ähnlichkeiten berücksichtigt werden, und mal 12.288). Dann fragt sich der Bibliothekar: "Wenn in den gesammelten Texten der Menschheitsgeschichte ein Text an diesem Punkt im Hyperraum endete, welches Wort folgte dann in 95 Prozent der Fälle als nächstes?“ Dieses Wort wird dann ausgewählt, an den Ausgangstext angehängt und das ganze Spiel beginnt von vorne. Natürlich sind diese Antworten super. Ich wäre eher überrascht, wenn sie schlecht wären.

Aber das ist alles Rechnerei. Wie bei einem Computerspiel. Die Rechenoperationen zur Darstellung von bewegten Grafiken auf einem Bildschirm sind mathematisch sehr ähnlich zu denen der logischen Inferenz des nächsten Tokens. Bei einer Playstation würden wir doch auch kein Bewusstsein vermuten, nur weil sie extrem schnell und effizient komplexe Grafikberechnungen durchführen kann.

Hervorragend! Solange es Maschinen sind. Das Einzige, was ich befürchte, ist, dass die Menschen verleitet sein werden, die Maschinen aus Spaß zu misshandeln, weil sie ja Maschinen sind. Umwerfen, Arme abreißen, bei Humanoiden in die Magengegend treten, usw. Das könnte (KÖNNTE!) zu einer Verrohung der Gesellschaft beitragen, zumindest solange das Phänomen des Roboters im Alltag noch neu ist, sofern diese Behandlung von Robotern geeignet ist, Gewalthemnisse auch gegen Menschen zu mindern.

Für mich ist das alles andere als gesetzt, siehe Killerspieldebatte, aber es ist ein potentielles Risiko.

Ja, ich stimme Dir zu. Ich bin nicht bedingungslos für jede neue Technik, aber ich bin bedingungslos für technologischen Fortschritt. Der technologische Fortschritt ist die Leidverminderungsmaschine der Menschheit schlechthin. Zum Beispiel solche Gedanken wie die von @cheffe, dass man die potentielle Entwicklung einer Technik schon ex ante streng regulieren muss, bevor überhaupt irgendwas erfunden worden ist, teile ich nicht. Etwas polemisch formuliert wäre mit dem Mindset das Auto niemals entwickelt worden, weil sein Einsatz ja absehbar katastrophal viele Verkehrstote zur Folge haben musste. Ich denke, es versteht sich von selbst, dass eine Geschichte der Menschheit mit Auto eine bessere ist als eine ohne. Auf der Skala zwischen absoluter Risikovermeidung auf der einen und totaler Fortschrittsoffenheit auf der anderen Seite bin ich tatsächlich ziemlich weit auf der anderen Seite. Ich lasse lieber die Chance auf Innovationen zu, die potentiell schädlich für die Menschheit sind, als die Innovation als Fortschrittsmotor mit präventiver Regulation grundsätzlich zu strangulieren.

Daraus folgt nicht, dass jede erfundene Technik meine bedingungslose Zustimmung erfährt. In dem Punkt hast Du recht.

Kreativität: Ist eine noch nie dagewesene Rekombination bestehenden Wissens zu neuem Wissen nicht auch eine Form der Kreativität? Ich habe über diese Frage letztens länger mit einem meiner Brüder philosophiert. Ich finde die Abgrenzung des Begriffs gar nicht so einfach.

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