Weltmeisterschaft 2022 in Katar

JA. Ganz sicher, davon kannst Du ausgehen.

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Einige Zahlen zu den TV-Zuschauern. Wenn auch, wie im Artikel zutreffend erwähnt, noch mit Vorsicht zu genießen.

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Die Zahlen von England, Italien und Frankreich überraschen schon, wenn sie denn stimmen.

Muss man aber ganz lesen. Bezieht sich nur aufs Eröffnungsspiel, das ja zu bester Sendezeit stattfand - anders, als 2018.

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„Im Jahr 2010 spielte Deutschland um 13:30 Uhr gegen Serbien. Damals schalteten 22 Millionen Zuschauer ein.“

Damals war es ein Freitag. Dass macht wohl schon einen Unterschied, ob es Mittwoch in der Mittagszeit ist oder Freitags wo’s Wochenende bei vielen schon um 12:00 Uhr startet.

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Dass das Ganze im Winter stattfindet hat sicher auch seinen Anteil. Ich hab bisher so gut wie jedes Spiel geschaut, wenn auch die meisten nur so nebenher. So ein richtiger Hype wie 2014 z.B. hat sich bei mir aber schon länger nicht mehr eingestellt. Liegt wohl auch daran, dass die Nationalmannschaft seit 2014 bei mir einfach nicht mehr schafft, diese Euphorie auszulösen. Unter Löw und Bierhoff wurde gefühlt alles nur irgendwie verwaltet. Flick war dann ein Bisschen meine Hoffnung aber gefühlt hat sich so gut wie gar nichts verändert an der Spielweise, den Nominierungen usw.

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Dein ganzer Beitrag entspricht ziemlich genau auch meinem Verhältnis zur WM und v.a. zur DFB-Elf.

Dass Flick nicht wirklich großartig was verändert, war aber von Anfang nicht ausgeschlossen.
Er ist ja ein DFB-Mann und kommt aus dem selben Konglomerat wie Bierhoff, Jogi und Co.

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Ich hatte zumindest auf eine spielerische Veränderung gehofft, also mehr von dem Hurra Fußball, der bei uns eine Zeit lang so geil funktioniert hat. Gespielt wird aber der selbe alte, langweilige Filz, der die Nationalmannschaft die letzten Jahre so unfassbar langweilig gemacht hat. Dazu kommt dann noch dieser NL Blödsinn, der mir total am Arsch vorbei geht und allgemein der mittlerweile total überfrachtete Fußballkalender mit fast nur noch englischen Wochen. Überdrüssigkeit ist wahrscheinlich das richtige Wort dafür.

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Interessant. Anekdotisch würde ich behaupten das es noch nie so still war zur WM hier in England. Wenig Fahnen an Autos und Läden, wenig Produkt Werbung etc. kann sich natürlich schnell ändern wenn die Engländer heute Abend wieder gewinnen.

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Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass nach anderen Quellen bei diesen Zahlen das Streaming (noch) fehlt.
2010 dürfte das so gut wie keine, oder gar keine Rolle gespielt haben.
In den letzten Jahre, s. Home-Office, dürfte das geradezu explodiert sein. Gerade zu dieser Uhrzeit.
Also sollten auf diese Zahlen noch mal x (?) Millionen dazu kommen.

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Bin mir fast sicher, dass alle messbaren Quellen in der Quotenmessung berücksichtigt werden. Kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich da wirklich auf die 5.500 Haushalte beschränkt.

Hallo BayernExpat,
Was mich interessieren würde: Gibt es in UK auch Pubs, die die WM boykottieren?

Hat die Bundesregierung so etwas unterschrieben?
Scholz Habeck Baerbock Faeser ? Anyone?

Finally, the letter declared the two governments’ intention to advance and implement fair recruitment practices to protect migrant workers, exchange knowledge in the field of labor protection, including but not limited to occupational safety and health and the prevention of heat stress, and facilitate dialogue on labor issues.

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Sportdiplomatie

Gibt es so etwas in D?

Danke für dein angenehmes Feedback, @jep. Dein Feature ist klasse, ich hab’s mir angehört. Es geht zwischen Adorno, effective altruism, Bankbetrug und bezahltem Sex zwar etwas drunter und drüber, aber eine strukturierte Argumentationsführung war noch nie Kennzeichen des Freistils und gedankenanstoßend war es allemal.

Die Frage, die ich mir im Zusammenhang mit der Frankfurter Schule oft stelle: Wir sind eingebettet in „falsche“ Strukturen, unser Handeln wird determiniert von „falschen“ Institutionen, epistemische Autonomie ist eine Illusion - okay, gut. Aber was ist die Alternative? Wie soll eine bessere Gesellschaft aussehen? Eine, die auch funktioniert? Eine Gesellschaft atomisierter Individuen, in der Abhängigkeitsstrukturen und überindividuelle Institutionen prinzipbedingt keinen Platz haben, kann es nicht sein. Wir würden an den einfachsten Krankheiten sterben, es gäbe keinen Fortschritt, nichts. Eine total zentralisierte Gesellschaft, in der eine zentrale Macht die „richtigen“ Strukturen für alle verbindlich vorgibt und durchsetzt, auch nicht. Die empirischen Beispiele, die es in der Menschheitsgeschichte in dieser Richtung gegeben hat, sind erschreckend. Also bleibt im Prinzip nur eine bestimmte Form von Mittelweg übrig, so wie wir ihn jetzt auch leben, eine Gesellschaft, die versucht individuelle Freiheit und Spielräume der individuellen Persönlichkeitsentfaltung zu verknüpfen mit überindividuellen Institutionen und zentralisierter Machtausübung zum größtmöglichen Wohl ihrer Mitglieder - und die dabei unweigerlich Friktionen und „falsche“ Strukturen erzeugt und Anpassungsverluste hinnehmen muss, aber wenigstens anpassungsfähig und nach vorne offen ist.

Ich finde die Frankfurter Schule intellektuell anregend, aber ich kann diesem Systemwechsel-Vibe, der im Prinzip allen marxistischen und marxistisch inspiriereten Strömungen immer anhängt, nur wenig abgewinnen.

Hörenswertes Feature. Wenn du mal wieder über so etwas interessantes stolperst, @jep, immer nur her damit.

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… im besten Popperschen Sinne.

Hallo Alex, danke für Dein ausführliches Statement. Deinem Resümee kann ich mich vollinhaltlich anschließen. Keine der dargestellten Strategien vermag wirklich zu überzeugen. Aber mir hat das Zuhören genau wie Dir Spaß gemacht.

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@Alex: Die Frankfurter Schule war ja noch der Spätmoderne verhaftet. Ehrlich, ich glaube, Adorno wäre heute überfordert. Ebenso Gadamer, wie man ja in seinen Einlassungen zu Anfang des Ukraine-Krieges sehen konnte; diese waren ja stark von einem ideologischen Pazifismus geprägt.
Die Postmoderne, heute würde ich von einer Hyper-Postmoderne sprechen, erlaubt keine „Ganzheitlich systemischen“ Antworten mehr.
Ich möchte das am Beispiel Quatar exemplifizieren:

  • Habeck - als unsere Vertretung, wenn man es so nennen darf, „bittet“ in Quatar um Gaslieferungen. Die „Machtsituation“ dabei ist asymetrisch, wir brauchen in diesem Fall Quatar mehr als Quatar uns.
  • Nancy Faeser, eine Kollegin von Habeck und ebenfalls „unsere“ Vertretung, trägt eine One-Love-Binde, die wiederum der LGBTQ-„Flagge“ nicht allzu ähnlich ist: Ein Statement, und doch keines.
  • Das ZDF berichtet kritisch von der WM in Quatar.
  • Das ZDF schaltet Werbung von Quatar-Airways.
  • Der FC Bayern ist Werbepartner von Quatar-Airways und absolviert seine Wintertrainingslager auch dort.
  • Kein Spieler des FC Bayern würde auch nur auf fünf Prozent seines Gehaltes verzichten, wenn man sich nur von Quatar als Werbepartner trennte.
  • Der DFB „verdient“ mit der Teilnahme an der WM Geld, wenn auch nicht soviel wie vermutlich erwartet :face_with_head_bandage:
  • Die Spieler sehen sich genötigt, vor dem Spiel „Ein Zeichen“ zu setzen, was auch von den Medien, welche wiederum an der Werbung von Quatar Airways Geld verdienen, provoziert (mir fällt kein besseres Wort ein) wurde.
  • 2022 wurde Katar in die Gruppe der Major non-NATO ally aufgenommen. Im Nahen Osten kann man sie also - politisch - als „Verbündete“ betrachten.
  • Ganz allgemein noch das Gast-Gastgeber Problem: Muss sich der Gast, er nimmt schließlich die Einladung an, den Gepflogenheiten des Gastgebers unterwerfen oder muss der Gastgeber, wenn er schon einlädt, den Wünschen und Forderungen der Gäste nachgeben? Könnte es Kompromisse geben? Und wo? Wann sollte man sich auf Kompromisse einigen?
    (Diese Beispiele sind keinesfalls vollständig; es handelt sich um eine Auswahl aus dem Stegreif).

Jeder oben angesprochenen Protagonisten ist Teil eines ausdifferenzierten funktionalen Systems (Luhmann). Diese Systeme werden immer weiter ausdifferenziert, und diese Systeme funktionieren ja mit ausschließlich „eigenen“ Codes, und sie können mit anderen Systemen kollidieren (wie heißt das bei Luhmann?)
Und im Falle Quatars kollidieren eben diese ausdifferenzierten Systeme. Das war jetzt, zugegebenermaßen „Luhmann Light“. Es wäre sicher interessant, darüber mal eine auführliche Arbeit zu schreiben, obwohl dies vermutlich eine 24-bändige Monumentalarbeit würde.

Wir führen kein Leben „im Falschen“, sondern, wenn überhaupt, „neben“ vielen anderen Leben (Systemen).

@jep Nochmals danke für den Link! Ob er, wie Alex monierte, argumentativ etwas unstrukturiert war, weiß ich nicht, aber er war ästhetisch hervorragend produziert (mir gefielen vor allem die „richtig“ und „falsch“ Signale - die eine sofortige Einordnung möglich machten, indem man zustimmte oder ablehnte)

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Und dazu rührt die FIFA auch noch kräftig mit in der Suppe dergestalt, dass sie eigene, sehr weitgehende Anforderungen an Gastgeber wie Gäste stellt.

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Genau, stimmt, das habe ich ja völlig vergessen: Ein weiterer Mitspieler - wir haben es also mit einem Dreieck - neumodisch „Trias“ genannt - zu tun:
Gast : physisch-geografischer Gastgeber (Quatar) : institutioneller Gastgeber (FIFA).
Also: Kein 24-bändiger, sondern ein 124-bändiger Wälzer :rofl:

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Frage allgemein. Ich muss sagen dass ich seit dem Kanada Spiel extrem die Lust auf die WM verloren hab. Ist auch Fußballerisch alles eher ziemlich mau und wenig ansehnlich. Geht’s noch mehr Leuten so?

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