Weltmeisterschaft 2022 in Katar

Ich kann gut leiden, was du da schreibst:)

Man kann die Spiele ja nicht nur auf den öffentlich-rechtlichen Sendern verfolgen daher ist nicht klar wie viele Menschen wirklich Fußball gucken, aber das Interesse ist auf jeden Fall gesunken.

Hallo @Mehmet68, im Prinzip habe ich gegen etwas populistische Triebabfuhr hin und wieder nichts einzuwenden, das dient ja auch der geistigen Hygiene - und selbstverständlich sollst auch du daran teilhaben dürfen. :wink:

Vielen Dank für deine Erklärungen. Bei der Bewertung des Handlings der COVID-19-Pandemie durch die Politik bin ich aufgrund der Außergewöhnlichkeit und Ungewissheit der Situation um einiges nachsichtiger als du, aber ich akzeptiere selbstverständlich, dass du zu einer anderen Bewertung kommst und möchte dir die auch gar nicht streitig machen.

Den Zustand der deutschen Industrie und insbesondere des Mittelstandes kann ich anhand des Mangels eigener Erfahrungen nur abstrakt auf Basis zentraler Kennzahlen wie Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung oder auch anhand der Zahl der Patentanmeldungen sowie fachlichen Expertisen und Paneelen von KfW, anderen Banken und Interessenverbänden beurteilen, und da sieht es im big picture doch eigentlich gar nicht so schlecht aus. Die deutsche Industrie, der deutsche Mittelstand wächst und gedeiht. Der deutsche Maschinenbau ist übrigens einer der größten und innovativsten der Welt, laut BMWK ist Deutschland der drittgrößte Maschinenproduzent weltweit.

Dass allerdings nicht alle Branchen gleichermaßen immer nur wachsen und gedeihen können, sondern es auch Verlierer gibt, halte ich für ganz normal und überrascht mich auch nicht. Wenn es z. B. in Indien deutlich billiger ist als bei uns, Pillen zu produzieren, ist es doch im Sinne einer global wohlfahrtsmaximierenden Arbeitsteilung und Ressourcenallokation sogar gut, wenn Generikaproduktion in Indien passiert und sich deutsche Unternehmen auf andere Dinge konzentrieren können, bei denen sie einen höheren relativen Mehrwert stiften können. Für das einzelne Unternehmen ist das natürlich schlimm und dann liegen dir die Vorstände in den Ohren, das verstehe ich, aber volkswirtschaftlich habe ich nichts dagegen einzuwenden.

Privatvermögen setzen sich in Deutschland im Wesentlichen aus drei Positionen zusammen: Geld, Aktien und Immobilien. Der finanzielle Treiber dabei sind die Immobilien. Eine wesentlichen Ursache für die relativ hohe Vermögensungleichheit in Deutschland ist die im internationalen Vergleich sehr geringe und ungleich verteilte Quote an Immobilieneigentum in der Bevölkerung. Von 34 europäischen Ländern liegt Deutschland mit einer Immobilien-Eigentumsquote von knapp 50 % auf dem vorletzten Platz, untertroffen nur von der Schweiz (die Spitzenreiter haben 85, 90 %). Hier könnte man in der Tat argumentieren, dass es die Politik versäumt hat, die Eigentumsquote an Immobilien in Deutschland durch geeignete Maßnahmen und Instrumente bedeutend zu erhöhen, und das insbesondere auch in der ärmeren Hälfte der Bevölkerung.

Allerdings ist Immobilienvermögen insofern eine trügerische Größe, als dieses Vermögen, wie man 2007/08 in den USA sehen konnte, zugespitzt formuliert immer nur eine geplatzte Blase von der Wertlosigkeit entfernt ist und, umgekehrt, natürlich auch der reine Nutzwert eines Hauses nicht im gleichen Maße steigt, wie der Verkehrswert in Phasen des Aufschwungs. Habe ich etwa ein Haus in einer mittelgroßen deutschen Stadt, bin ich heute vielleicht ceteris paribus auf dem Papier doppelt so reich wie im Jahr 2010, aber geht es mir materiell wirklich doppelt so gut? Das Haus ist ja immer noch dasselbe und den Vorteil auf dem Papier hätte ich erst in dem Moment realisiert, in dem ich es veräußerte. die Vermögenskennziffer ist hier also als Indikator für den „wahren“ Wohlstand eher trügerisch.

Kurzum, die Vermögensungleichheit in Deutschland ist nicht wirklich in jeder Beziehung wahnsinnig aussagekräftig im Hinblick auf die Diagnose, dass die Gesellschaft immer ungerechter würde. Laut Bundesbank ist der Anteil am Gesamtvermögen der unteren 50% der Haushalte in den letzten Jahren sogar stark gewachsen und diese Haushalte halten traditionell vor allem Geldvermögen, was bedeutet, dass sie nicht nur eine asset price bubble erfahren, sondern tatsächlich relevant mehr Geld in der Tasche haben (aber jetzt leider auch sehr stark unter der Inflation leiden).

Deine moralische Empörung im Kontext der WM sei Dir unbenommen. :slightly_smiling_face: Ich finde es auch unglücklich, dass jetzt die ganze politische Erwartungshaltung dieser Welt auf ein paar hundert Fußballspielern lastet. Dabei ist doch „am Ende des Tages“ die Fußball-WM eigentlich immer noch eine Fußballveranstaltung, ein Sportevent und keine politische Weltverbesserungsmaschine. Ich finde es auch zu viel verlangt, dass jetzt der DFB und die anderen Verbände sozusagen durch ihr Verhalten auf dem Platz mit ein paar symbolischen Gesten und komprimiert auf ein paar Wochen all die politischen Wünsche transportieren sollen, die eigentlich kontinuierlich und über Jahre und Jahrzehnte über die üblichen Kanäle der Weltpolitik (UN, Außenpolitik, Diplomatie, Handel) transportiert gehören.

@willythegreat: Bei der Qualität des Bildungssystems lasse ich mit mir reden. Bei guten Argumenten lasse ich immer mit mir reden. :wink:

@jjs: In die sportliche Bewertung des gestrigen Spiels möchte ich mich gar nicht einmischen. Ich habe es nur im Radio verfolgt, aber besonders euphorieentfachend kann der Auftritt der deutschen Mannschaft wohl nicht gewesen sein. Deine affektive Dysbalance sei dir verziehen. Armin Lehmann und Michael Augustin hatten wirklich arge Mühe, in der Schlussphase noch berechtigte Hoffnung auf einen guten Ausgang des Spiels für die Deutschen aufkommen zu lassen.

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Zum Spiel selbst habe ich nichts geschrieben, ich habe es selbst nur am Live-Ticker verfolgt.

  1. Wenn wir ehrlich sind, fehlt es uns auch an Nachwuchs, schon jetzt.
  2. Wir spielen jetzt zum dritten mal hintereinander ein verkorkstes Turnier.
    Das ist ein Trend. Das Spiel gestern ist ein weiteres Beispiel für diesen Trend, deswegen bin ich auch so über die Maßen bestürzt (isoliert betrachtet, darf man gegen ein technisch gut ausgebildetes und engagiertes Japan auch einmal verlieren).

Wir werden keine Fußball-Weltmeisterschaften mehr gewinnen, aber vielleicht Straßenkleberweltmeisterschaften. (Das war jetzt richtig polemisch, musste aber raus).
Fußball hat bzw. ist ein Generationsproblem. Generation Y und Z interessiert sich nicht mehr für Fußball.

Die Auswirkungen der Corona-Dauerlockdown-Politik auf das Bildungsniveau und auf die Heranwachsenden generell können noch gar nicht abgeschätzt werden. Der nächste Pisa-Schock dürfte alle vorhergehenden deutlich übertreffen - und dann tun alle Bildungspolitiker wieder fürchterlich betroffen.
Die absehbare Deindustrialisierung - als zwangsläufige Folge von Coronapolitik und Wirtschaftskrieg gegen Russland und China - dürfte dem weiteren massiven Abbau von Arbeitsplätzen Tür und Tor öffnen. Die Verdrei- bis Versechsfachung der Gas- und Strompreise werden Hunderttausende zu Sozialfällen machen, die heute vielleicht noch über Hartzer lachen.
Und die meisten haben ihre neuen Rechnungen noch gar nicht bekommen…

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Das beschreibt des Pudels Kern perfekt, Alex!

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@Mehmet68

Hallo
schon erstaunlich, wie kultiviert man manchmal Meinungen erfährt… und das in einem Fußball Blog :). Dafür schon mal herzlichen Dank (und das meine ich nicht sarkastisch)

Doch leider muss ich in der Sache widersprechen (zumindest einiges relativieren), weil die Daten ein anderes (nicht zwangsläufig besseres) Bild ergeben.

Fangen wir mal mit der Covid Thematik an. Bei einer Pandemie sind meines Erachtens 2 Punkte relevant:

  1. Wie viele Menschen sind durch die Pandemie gestorben?
  2. Wie hoch war der wirtschaftliche Schaden?

1: Die Letalitätsrate liegt bei 0,4% (Quelle: Corona Zahlen in Europa - aktuelle COVID-19 Statistik für Europa ). Damit liegen wir im vorderen Drittel, wenn man Sonderfälle wie die Farör Inseln, die Isle of Man und ähnliches raus rechnet, unter den Top 10, zusammen wie fast alle anderen Nord-/mitteleuropäischen Staaten.
Hätte man manches besser machen können? Ja sicher… aber was immer gern vergessen wird, wir reden von der schwersten Pandemie seit der Spanischen Grippe.
Ich finde hier das Anspruchsdenken mancherorts schon etwas überzogen.

  1. Hier wirds etwas schwieriger was belegbare und aktuelle Zahlen angeht… zum einen weil die Haushaltsgrößen innerhalb Europas sehr unterschiedlich sind zum anderen wurde das Thema Immobilienvermögen und dessen Aussagekraft ja schon ausgeführt.
    Was das Geldvermögen angeht, haben wir erst seit Kriegsbeginn einen Einbruch in der Entwicklung (Quelle: Geldvermögen der privaten Haushalte bis 2022 | Statista )
    Wenn man sich jedoch Einzelwerte wie BIP, Realwertvermögen, Verbindlichkeitsentwicklung und Überschuldungsquote ansieht, sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen… wie übrigens auch der Rest der „ehemaligen“ 1. Welt.

Und ganz ehrlich… Söder als Fehlplaner bei Corona zu erwähnen ist genauso überraschend wie das es bei der AFD haufenweise Rechtsradikale gibt und bei den Linken genau so viel Menschen, die immer noch nicht verstanden haben, dass es auf dieser Welt viele Menschen gibt, die erst schießen. Und dann nochmal schießen um sicher zu sein.

Dein nächster Punkt, das „Abhängen“ im Industriesegment.

Deine Aussage an sich ist korrekt, nur ist das kein deutsches Problem.
Das fängt an bei den europäischen Autobauern (von Fiat über Volvo zu Peugeot), geht weiter über die europäische Pharma- und Chemiebranche usw. usf.
Gleiches (schlimmeres) gilt übrigens in den USA, die diese Entwicklung durch ein grundlegend liberaleres und aktienorientierters Finanzierungswesen auch noch fördern (Quelle: https://www.wsi.de/data/wsimit_2016_08_nienhueser.pdf ).
Kein einziges Stahlwerk in den USA gehört noch einem Amerikaner (amerikanischen Unternehmen), das gilt, Funfact, übrigens auch für die rüstungsrelevanten Unternehmen.
56,4% des Privatgrundes in Kalifornien gehört Ausländern, 38% der staatlichen Finanzierung in Texas wird gestemmt durch… trommelwirbel chinesische Banken.
Was wir aktuell erleben ist, das wir vom primären Nutznießer der Globalisierung zu einem „normalen“ Teilnehmer werden. Länder wie China, Indien, Südafrika, Argentinien, Mexiko sind schon lange keine reinen „Workbenches“ mehr und so lange die politischen Systeme so unterschiedlich sind wird dieses System weiter auf Konkurrenz und Kampf basieren als auf Kooperation.

Das liebe Geld. Dein dritter Punkt.
Auch hier kein Widerspruch. Und auch hier… kein deutsches Problem. Nur die extremere Ausprägung ist ein deutsches, und das liegt primär am fehlenden Immobilienbesitz. (Quelle: Vermögen im europäischen Vergleich | bpb.de. )
Wichtig ist bei der Quelle immer der Median, nicht der Mittelwert (anders, als das die Hans Böckler Stiftung in in ihrem Bericht macht. Methodik und Datenquellen sind immer gern Quelle der Unterhaltung, da man mit 2 identischen Zahlen gerne zu 2 komplett unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Die Adenauer Stiftung hätte wahrscheinlich genau das Gegenteil rausbekommen.)

So to say, you are right, but…

Meiner persönlichen Meinung nach befinden wir uns in einer ähnlichen Periode wie zu Beginn der Industrialisierung und ich denke, dieses Mal werden wir die „Verlierer“ sein.
Und wir sind bedauerlicherweise selber daran schuld.
Von grundlegenden Fehlern in der Energiepolitik (Stichwort Thoriumsalz Reaktor), über den mangelnden Willen, ein größeres einheitliches Staatsgebilde in Europa zu schaffen, bis hin zum fast schon naiven Glauben, das die meisten Menschen es gut meinen (sind wir mal ehrlich, wir haben nach Gorbatschow und vor Ping doch alle daran geglaubt, das Russland und China „normale“ Länder werden).
Die USA werden die nächsten 20-30 Jahre mit sich selbst beschäftigt sein (sofern es keinen Bürgerkrieg dort gibt und ja, ich halte das durchaus für eine reale Option), China ist mit seinem 2050 Plan (zumindest von der rein intellektuellen Warte heraus) bewundernswert effektiv und konsequent, Indien geht einen ähnlichen Weg (leider noch gepaart mit einem extremen, fremdenfeindlichen Staatshinduismus), Afrika wird sich die nächsten 50 Jahre noch selber umbringen (wie auch der Nahe und Mittlere Osten) und Südamerika hasst die USA so sehr, das auch wir Europäer inzwischen in deren Dunstwolke zum Feindbild gehören.

Ich bin „gottseidank“ alt genug, um nur noch die Randerscheinungen mitzubekommen (von so Dingen wie Umweltkrise mal gar nicht zu reden) aber ich befürchte, für die jüngere Generationen wird ein alter arabischer Fluch gelten:

Mögest du in interessanten Zeiten leben.

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Im Moment können wir das Dilemma „Rohstoffe“ vs. „Werte“ nicht auflösen. Knicksende Wirtschaftsminister und One-Love-Binde-Tragende Mannschaften sind halt nicht in Übereinstimmung zu bringen.

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Ich finde die Aufregung über diese Verbeugung gelinde gesagt etwas lächerlich. Das wird so bei jedem gekröntem Haupt gemacht, egal obs King Charles oder halt ein homophober Sultan ist.

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Normalerweise halte ich mich bei der Fehlerkorrektur hier im Forum zurück, aber weil ich es jetzt doch in gefühlt jedem dritten neuen Posting lese:

Habeck war nicht in Saudi-Arabien, Habeck war in Katar.

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„Knicksend“ war jetzt eine etwas polemische Metonymie, um den Satz kurz halten zu können.
Weniger polemisch formuliert:
Das Bild eines Wirtschaftsministers, der, um die Energiekrise im eigenen Land zumindest ansatzweise zu lösen, bei einem arabischen, nicht demokratisch gewählten Herrscher um Rohstofflieferungen „bittet“, ist halt nicht mit dem Bild von One-Love-Binden tragenden Nationalmannschaften – in eben genau dem Land des schon oben genannten Herrschers – in Übereinstimmung zu bringen, oder zumindest nur sehr schwer.

PS: Ich möchte damit den Wirtschaftsminister nicht kritisieren - es blieb ihm ja gar nicht viel anderes übrig. Realpolitik.

Okay, sorry, aber das passt rhetorisch ja noch besser. Danke.

Das klingt ja so, dass Fußballprofi künftig eine erstrebenswerte Möglichkeit sein wird, dem Elend zu entkommen. Vielleicht ist diese Art von Druck förderlich für die Entwicklung außergewöhnlichen Talents.

Danke für Deine ausführliche und konstruktive Antwort, @Black_Sheep_Gaming !

Offensichtlich beschäftigst Du Dich ebenfalls rege mit gesellschaftlichen und globalen Entwicklungen - Chapeau!

Deine Einlassungen decken sich in weiten Teilen mit den meinen, nur beim Thema Covid bin ich ein wenig kritischer:

Der gesellschaftliche - nicht rein wirtschaftliche - Schaden ist signifikant:

  • Lese-, Schreib- und Rechenschwächen bei Kindern aufgrund des langen Home schoolings mit deutlichen Vorteilen bei den ohnehin privilegierten Bildungsschichten - ich kenne drei Lehrer persönlich und nehme dies somit als Urteil „aus erster Hand“

  • Ganze Branchen, die in die Krise getaumelt sind: Hotellerie, Tourismus, Gastronomie, Einzelhandel…

  • Permanente Überlastung und folglich Berufsflucht aus Kranken-, Alten- und pflegesektor

Deiner Prämisse unter 1) folgend haben wir es „gut gemacht“, weil es weniger Todesfälle gab. Dennoch sind die gesellschaftlichen Schäden bis heute gravierend. Da darf man die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen durchaus hinterfragen.

Das nur als Kontext zu meinen Argumenten.

Das grundlegende Problem waren für mich ja gar nicht die Verhältnisse in D - wir sind noch immer privilegiert im globalen Vergleich - sondern die Diskrepanz in politisch-wirtschaftlichem Agieren einerseits und dem in Richtung der Fußballer zeigenden moralischen Zeigefinger andererseits. Hierzu gab es bereits einen guten, gewinnbringenden Austausch.

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Ich würde sagen (analog zum Frauenfußball) holen da andere Länder einfach auf oder sind schon an uns vorbeigezogen. Japan und Co sind nicht mehr die Underdogs wie noch vor einigen Jahren. Viele Spieler von solchen Nationen spielen inzwischen im europäischen Spitzenfussball mit.

Früher war die deutsche Frauennationalmannschaft das Maß aller Dinge. Weltweit und vor allem europäisch. Andere Länder haben da inzwischen auch aufgeholt.

Ich bin der Meinung das die N11 die nächsten 2-3 Turniere NICHTS reißen wird. Ein Musiala alleine wird (auch wenn er sich so weiter entwickelt wie gehofft) wird kein ganzes Team tragen können. Und außer Musiala sehe ich da keinen 19 jährigen der annähernd so ein Potential hat wie er

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Und genau so agieren eben DFB und Team. Daher sollte man diese nicht für Alles verantwortlich machen.

Der Meinung bin ich leider auch: Wir haben offensichtlich im Nachwuchsbereich in den letzten 20 Jahren katastrophal gearbeitet: Es werden nur noch wirbelnde 6er, 8er, 10er und ein, zwei Winger ausgebildet.

Für gute Torhüter genügt es noch gerade so, wobei auch da Niemand nachwächst.

Die Abwehr und der Sturm finden im deutschen Nachwuchs nicht mehr statt - warum auch immer.

Liegts daran, dass es im 16er mehr „zur Sache“ geht und Leon / Jean-Luc abends blaue Flecken nachhause bringen? Oder haben Löw, Flick und Bierhoff mit ihrem Faible für Tikitaka diese Positionen so in Misskredit gebracht?

Ich denke das kann man so sagen, aber über die Ursache kann man definitiv streiten.

Die Medien versuchen es so darzustellen, als wäre die Jahreszeit und der Austragungsort ausschlaggebend, aber ich behaupte es ist genau diese Berichterstattung und das Politisieren, was die Leute vergrault.

Keine Sau will sich dieses moralinsaure Gelaber anhören. Niemand will, dass Zeichen gesetzt werden, wenn die gleichen Zeichensetzer dann zu blöd sind gegen Japan zu gewinnen.

Es ist genau das passiert, was in vielen Schichten der Gesellschaft passiert ist, die Falschen haben die Deutungshoheit erlangt und der Rest schaltet ab.

Siehe Netflix.

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Ich bin der Meinung, dass es in Deutschland auch viel damit zu tun hat, wie man Fußball spielen will. In Deutschland wird kaum Wert auf technische Finesse und Spielwitz gelegt. Das ist was, was immer bei anderen bewundert wird. Ich finde man sieht das sehr gut an Freizeitfußballern und was auf den Bolzplätzen gespielt wird. Das ist zum Großteil wildes Gebolze ohne jeden Anspruch an Technik und Finesse. Das habe ich jedes mal aufs neue festgestellt, wenn ich mal außerhalb vom Vereinsfußball gespielt habe und dann noch den direkten Vergleich mit dem Ausland erlebt habe. Es ist schon einigermaßen erbärmlich wie wenig fußballerische Exzellenz, gemessen an der zur Verfügung stehenden Masse, rauskommt.

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Das Team kann gar nichts dafür. Es hat die WM-Stätte ja nicht gewählt. Der DFB ist da schon näher „dran“, sozusagen.
Folgender Vorschlag:
Die UEFA-Verbände verfügen ja insgesamt über mehr finanzielle Mittel haben als die FIFA, sie könnten sie also im Bestechungswettbewerb überbieten und die FIFA-Gremien aus ihrem eigenen Haus rauskegeln :rofl: Ja, ich weiß, Teufel und Beelzebub.

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