Im Gegensatz zu wohl vielen anderen meine ich nicht seine eher bizarren Motivationsreden, sondern eher das Kerngeschäft:
Ich erinnere mich (dunkel und ungern), dass ich bezüglich Aufstellung und insbesondere In-Game-Coaching, sprich Wechsel, sehr oft völlig ratlos war, was da in ihn gefahren war.
Ich bitte Dich nur, mich nicht soweit in die alten Zeiten zurückbeamen zu müssen, um Dir konkrete Spiele oder einzelne Aktionen zu nennen. Das hat mir wirklich fast körperliche Schmerzen bereitet…
Aber ich weiß noch, dass ich mir die Handlungen eben deswegen nicht erklären konnte, weil er bei Bayern sehr lange scheinbar alles richtig machte.
Ich bin da beim Athletic - mir taugt die Finalkombi eigentlich ziemlich gut:
Aus zwei Ländern die anders als die Dauersieger England und vor allem Spanien seit 2010 (!) keinen Titel mehr gewonnen haben - da ist selbst der FC Bayern ja erfolgreicher gewesen
Und eben zwei Mannschaften, die gerade nicht (mehr bei PSG, jeden Spieler dort hätten wir uns auch allemal leisten können!) total auf Kohlevorteil basieren sondern einerseits guter Einbindung von jüngeren Talenten (damit klappts dann auch mal bei PSG?) oder eben Beständigkeit wie bei Inter - beides eigentlich sympathische Tugenden…
Man kann natürlich über Spieler, Trainer, Aufstellung usw. und baldige Duelle diskutieren. Darum gehts doch gar nicht.
Es geht darum nach Niederlagen zu behaupten: ach wäre die Mannschaft komplett gewesen, wären wir jetzt im Halbfinale und wir hätten genauso gut gespielt wie die anderen Halbfinalsten. Merkst du was? Hätte, hätte… Fahrradkette. Es ist müßig über solche Szenarien (ich nenne sie Träumereien) zu reden. Wenn man es doch tut, dann ist das für mich schlechtes Verlieren.
Und dann zu sagen: es geht um die realistische Einschätzung der Leistung(sfähigkeit), dann ist das einfach nicht mehr seriös.
Es haben jetzt mehrere Leute versucht, dir äußerst seriös zu erklären, dass es nicht darum geht, eine Niederlage schönzureden oder zu entschuldigen, auch nicht mit Konjunktiven einen anderen Ausgang herbeizureden, sondern vor allem um eine bessere und passende Zukunftsplanung - die nur dann erfolgen kann, wenn ich meinen Kader richtig einschätze. Verletzte Spieler sind nach deiner Logik quasi nicht existent, denn sie haben ja nicht gespielt, und entscheidend ist auf dem Platz. Für dich spielt es also keine Rolle, ob Davies, Upamecano und Musiala eine Mannschaft mit hinreichender Wahrscheinlichkeit besser machen. Ist ja okay, dein Ding.
Aber die erfolgten Argumentationen, die wirklich vernünftig und sachlich versucht haben, etwas zu erklären, dann immer noch mit Begriffen wie unseriös zu belegen, ist, sorry: fast etwas borniert.
Warum muss es hier eigentlich immer persönlich werden?
Das habe ich nie gesagt oder angedeutet.
Anscheinend reden wir permanent vorbei.
Also jetzt noch mal deutlich: Mir geht es um die Aussagen zu den Halbfinals. Dass Bayern hätte, wäre… alles im Konjunktiv.
Ich wiederhole mich: solche Aussagen im Kontext der Halbfinalspiele zu tätigen ist einfach nicht sportlich. Man kann natürlich aus der Niederlage gegen Inter seine Lehren ziehen, aber bitte doch nicht aus den Halbfinalspielen, an denen Bayern überhaupt nicht beteiligt ist.
Jetzt klar? Meine Güte.
PS: Und es geht hier immer noch um den Meinungsaustausch und nicht um Meinungsüberzeugung. Das wird hier wohl missverstanden. Muss wohl von einigen noch gelernt werden (sorry, die Stichelei musste sein)
Und gönne sie dir von Herzen.
Mir ging’s mit meiner Einlassung darum, Dein Verständnis für die andere Seite (die der Fans, die an der Fahrradkette stricken) zu erreichen.
PSG hat in den letzten beiden Transferperioden 700 (!) Mio ausgegeben. Das fällt nur nicht mehr so auf, weil sie es nicht mehr für den einen Superstar wegballern.
Muss es nicht. Aber wenn man andere Beiträge, die nicht mal hauptsächlich meinungsorientiert sind, sondern nur versuchen, etwas zu erklären, als Quatsch oder unseriös bezeichnet und seine eigene Meinung als einzig geltende darstellt, muss man sich über ein Echo nicht unbedingt wundern.
Es ist durchaus möglich, sich von guten Argumenten überzeugen zu lassen. Dann hätte man beides.
Ich spüre gerade, wie Jürgen Habermas eine Augenbraue hochzieht.
Das war dann wohl vergebene Liebesmüh’ …
Der Kollege vom Jahrgang 1976 (vermutlich) huldigt leider der Talkshow-Methodik der meisten Politiker: wiederhole dein immer gleiches Statement wieder und wieder, ignoriere andere Meinungen und wenn irgendwann ob der Sinnlosigkeit keiner mehr Lust auf Gegenrede hat, gehe fröhlich nach Hause in der Überzeugung, dass du dich mit deinem Statement durchgesetzt hast …
Was ich damals in der WM Doku krass fand war, dass da Spieler zu den Besprechungen zu spät kamen und bis auf nen bösen Blick nix passiert ist. Brandt hatte sich nicht mal richtig entschuldigt, wenn ich das noch richtig im Kopf hab.
Lange Leine schön und gut, dann muss der Laden aber auch laufen, und das tat er nicht.
In Barcelona wird Flick geliebt. Die Spieler würden sprichwörtlich durch das Feuer für ihn gehen. Keine Ahnung wie er das geschafft hat und ob das vielleicht auch mit den vielen jungen Spielern zusammenhängt, aber ich habe das Gefühl, dass er diese Einheit aus Mannschaft und Trainer(Team), die es auch in München gab, nie bei der Nationalmannschaft hinbekommen hat. Möglicherweise hätte er dafür auch einfach zu wenig Zeit und dann zu viel Druck.
Wobei der Start durchaus gelungen war. Er hat da einen Ungeschlagen- oder Siegrekord aufgestellt.
Der Knackpunkt war die WM. Ein Ausscheiden in der Gruppenphase wird keinem Bundestrainer verziehen. Danach ging es steil bergab.