Verhindert werden muß in jedem Fall,das du uns immer vorraus bist!
Das ist ja kaum auszuhalten ![]()
Verhindert werden muß in jedem Fall,das du uns immer vorraus bist!
Das ist ja kaum auszuhalten ![]()
Ja sorry, das wird ändern, wenn die Telekom endlich ihr Glasfaserkabel verlegt bekommt… Dann werd ich wohl kein TV mehr über Vodafone beziehen und die Zukunft ist vorbei ![]()
Finde ich gut, ich mag deren Berichterstattung.
Mal schauen, ob die FIFA denen dann auch ein natives 4K mit HDR zur Verfügung stellt oder ob es wie bei der UEFA 2024 nur Full HD wird, was sie dann wieder selbst hochskalieren.
Dieses Mal muss man sich dann halt für zwei Monate holen, falls man es noch nicht hat, bei anderen Turnieren brauchte man immer nur einen Monat.
Die Preisschraube dreht sich immer weiter.
Hab deswegen heute meine Kündigung eingereicht. 77 EUR pro Monat …die spinnen die Gall…äh Skyler
Von mir aus dürfen sie gerne die Scheichs und Investor Groups reinlassen, wenn dadurch für den Verbraucher (Bedingung) alles günstiger wird.
Wenn dann am Samstagabend Wirtz, Pedri und Rodiygo auf der einen Seite, gegen Musiala, Raphinha und Yamal auf der anderen Seite im Topspiel der Bundesliga antreten würden, werde ich damit leben müssen. ![]()
Nicht sehr wahrscheinlich. Die Preise in England sprechen da eine andere Sprache.
Schon klar, aber: Wie soll das funktionieren?
Der Profifußball ist eine globale Geldvernichtungsmaschine. Gehälter, Beratergebühren, Handgelder und Ablösen steigen exponentiell. Das muss durch immer höhere Einnahmen gegenfinanziert werden.
Solange dieser absurde Kreislauf weiter besteht hat jeder Investor in TV-Rechte nur die Wahl, sich für teures Geld die Übertragungsrechte zu sichern. Natürlich müssen diese dann über immer höhere Abo-Gebühren gegenfinanziert werden. Kein Investor, auch nicht die Saudis, werden auf eine solche Gegenfinanzierung teilweise verzichten wollen. Das ist einfaches wirtschaftliches Handeln und Denken.
Fazit: Solange man die Ausgabenseite nicht bremsen kann UND Zuschauende weiter Geld ins System einbringen (Ticketing, Merchandising, Abos), wird kein Streaminganbieter der Welt die Preise senken.
Wer sollte denn die Ausgabenseite bremsen und warum? Jeder Klub wird doch fast zwangsläufig versuchen, mit dem Budget, das er hat, die bestmöglichen Spieler zu bekommen - man stelle sich vor, was einem Vorstand passiert, wenn er 20 Mio aufs Sparbuch legt, die Gehälter seiner Spieler kürzt und dann absteigt …
Die einzige Chance, die Geldspirale (Ablösesummen & Spielergehälter auf der einen, Kosten fürs Zuschauen etc. auf der anderen Seite) zu durchbrechen, liegt in der Hand der Konsumenten.
Und solange es genug Menschen gibt, die regelmäßig ein dünnes Stückchen Plastik (gennant Trikot) für 100 Euro kaufen und mehrere Hundert Euro für TV- oder Streaming-Angebote pro Jahr zu zahlen bereit sind (egal, ob freudig oder zähneknirschend), wird sich an der - wie du es richtig genannt hast - globalen Geldvernichtungsmaschine nichts ändern.
Man muss es sich immer wieder mal auf der Zunge zergehen lassen: die Preiserhöhungen der letzten Zeit bei DAZN, Sky und Konsorten sind notwendig geworden, damit z.B. der FC Bayern es sich leisten kann, einem Alex Nübel 8 Mio pro Jahr zu zahlen, damit er in Stuttgart spielt, oder damit er einem Leroy Sané genügend Wertschätzung entgegenbringen kann (die dieser bei 15 Mio pro Jahr noch unzureichend empfindet) …
(nur falls jemand noch Gründe sucht, warum er sein Abo kündigen sollte
)
Genau so! Wir alle haben kleine Anteile an Harry Kane. Leider ohne Dividende…
Ich finde das Framing als globale Geldvernichtungsmaschine falsch. In erster Linie ist der Profifußball eine Geldverdienmaschine. Der Profifußball schafft Werte.
Immer mehr Menschen auf der Welt haben glücklicherweise immer mehr verfügbares Einkommen und freie Zeit. Und die verbringen sie wahnsinnig gerne mit Profifußball. Spiele im Stadion, Spiele im TV, dazugehörige Streaming-Abos, Spielanalysen, Interviews, Podcasts, Blogs, Transfergerüchte, Diskussionen auf Social Media und in Foren. Menschen kaufen sich Mitgliedschaften, Trikots, Schals, Bücher rund um Fußball. Und noch vieles mehr.
Und neben dem Geld, dass all diese Menschen direkt investieren ist auch ihre Aufmerksamkeit ein sehr hohes Gut. Das wiederum bringt Sponsoren dazu, sehr viel Geld dafür zu zahlen, ein kleines bisschen dieser Aufmerksamkeit abzubekommen.
Fußball ist da nicht anders wie andere Sportarten (auch dort wachsen die Einnahmen unaufhörlich) und andere Konsummedien. Podcasts, Netflix, Spotify. Alles wächst. Wird weiterwachsen.
Dass das verfügbare Geld dann in Gehälter fließt, ist in meinen Augen der zweite Schritt. Und grundsätzlich der richtige. Mir ist lieber, dass Mo Salah einen Großteil der Einnahmen von Liverpool erhält als dass die Dividende der FSG noch größer wird.
Danke fürs Feedback, @Georg . Ja, kann man sicherlich so sehen.
Aus meiner Sicht wirtschaften die meisten Vereine aber sehr am Rande wirtschaftlicher Seriosität, wenn man sich die Schulden auf der einen Seite und die Erlösquellen (Investoren, Darlehen, Verkauf von Vereinseigentum) ansieht. Ein bisschen so wie der arme Junkie, der nach immer mehr schreit.
Das Wachstum ist insofern nicht Folge einer gesunden Entwicklung, sondern eher aus der Not und der Konkurrenz geboren. Etwa so, als würde BMW die Preise immer wieder stark erhöhen, um die Kosten stemmen zu können. Gesund ist das nicht.
Zum Anderen empfinde ich die Dimensionen als vollkommen verzerrt und unangemessen. Natürlich kann man mit dem Markt und Angebot versus Nachfrage gut argumentieren - alles fein.
Aber Millionengehälter schon für zuverlässige Kaderspieler und zweistellige Millionenablösen für jeden europäischen und südamerikanischen Nationalspieler? Da vermisse ich ehrlicherweise den Gegenwert / die Substanz. Mir erscheint diese Spirale extrem überhitzt.
Blockzitat Der Profifußball schafft Werte.
Das verstehe ich nicht ganz: Meinst du ethische Werte, oder Yachten und Villen für die Spieler? Über die ethischen Werte oder auch Identifikation kann man sicherlich sprechen.
Tun sie ohne Frage. Wettbewerbsökonomen würden sich drüber freuen und sagen: der Wettbewerb funktioniert hier. Die Bundesligisten horten ihre 4-5 Milliarden Einnahmen pro Saison eben nicht bzw. häufen Gewinne an, sondern investieren. In bessere Spieler, Innovationen etc.
Es ist aber ohne Frage ein gewisses Rat Race im spieltheoretischen Sinne. (Dagegen versuchen einige Ligen ja durch Ausgabegrenzen vorzugehen. Klappt halt nur schwerlich.)
Ich sehe hier Ursache und Wirkung komplett anders herum. Das globale Interesse an Fußball ist da. Und steigt. Dadurch fließt Geld rein. Erst im zweiten Schritt fließt das Geld an die Spieler.
Du siehst die Kostensteigerung im ersten Schritt. Aber das sehe ich nicht.
Fair. Verstehe ich vollkommen. Da sind wir dann aber sehr schnell bei einer sehr grundsätzlichen Debatte, welche Maximaleinkommen für eine Gesellschaft gesund und fair sind.
Und wo steht der Kaderspieler des FC Bayern im Vergleich zur 137.-beliebtesten Musikband, die pro Jahr mit Streaming und Konzerten auf vielleicht 20 Millionen Euro einnahmen kommt?
Mir sind 5 Millionen Euro pro Jahr für einen Kaderspieler des FC Bayern lieber als 10 Millionen für irgendwelche Populismus-Podcaster oder 10.000 Millionen (!) für Milliardäre.
Wert im sehr engen ökonomischen Begriff gedacht. Wert/Nutzen für Konsumenten. Die entscheiden, ob sie ihre Ressourcen (in erster Linie Zeit und Geld) in Fußball, Bildung, Restaurantbesuche, Netflix, neue Schuhe oder eine Dachsanierung investieren und entscheiden sich hinreichend oft für Fußball. Weil sie hier einen hohen Konsumwert zurückbekommen. Macht einfach Spaß, sich mit dem Zeug zu beschäftigen.
Blockzitat Die Bundesligisten horten ihre 4-5 Milliarden Einnahmen pro Saison eben nicht bzw. häufen Gewinne an, sondern investieren. In bessere Spieler, Innovationen etc.
Es ist aber ohne Frage ein gewisses Rat Race im spieltheoretischen Sinne. (Dagegen versuchen einige Ligen ja durch Ausgabegrenzen vorzugehen. Klappt halt nur schwerlich.)
Deine Argumentation widerlegt die meine nicht unbedingt, wie du ja selbst auch angemerkt hast: Nicht umsonst wurden FFP und andere Maßnahmen eingeführt, um unseriöses Wirtschaften und „Kaufen auf Pump“ einzudämmen.
Wenn wirklich nur hohe erzielte Gewinne umverteilt würden, könnte ich mit dem Modell besser leben. Es werden aber immer neue Wettbewerbe und Formate eingeführt: Nicht weil die Nachfrage danach besteht, sondern auf Druck der Großen, die immer höhere Einnahmen erzielen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn das nicht mehr hilft, werden die TV-Rechte noch teurer versteigert - an Anbieter, die, wie Sky, dann den Abo-Preis entspannt um 30% erhöhen. Du hast es mit rat race sehr treffend umschrieben.
Blockzitat [quote=„Georg, post:805, topic:1053“]
Du siehst die Kostensteigerung im ersten Schritt. Aber das sehe ich nicht.
[/quote]
Ich leider schon. Siehe meinen letzten Abschnitt: Die Klubs generieren nicht erst große Einnahmen, um dann zu reinvestieren. Sie sind auf der Suche nach Topspielern, stoßen finanziell an Grenzen und versuchen daher mit allen Mitteln, höhere Einnahmen zu generieren. FIFA und UEFA helfen gerne - nicht ganz selbstlos.
Blockzitat Mir sind 5 Millionen Euro pro Jahr für einen Kaderspieler des FC Bayern lieber als 10 Millionen für irgendwelche Populismus-Podcaster oder 10.000 Millionen (!) für Milliardäre.
Ja. Mir auch. Wie Du aber sicherlich weißt, lässt sich dieser populistische Vergleich auch umdrehen: Sind 5 Mio. für einen Kaderspieler noch angemessen, wenn ein Bundeskanzler mit Verantwortung für ein Land 400.000 verdient? Oder der Vorstand eines mittelständischen Unternehmens mit 4.000 Mitarbeitenden 270.000? Ich erspare uns jetzt den billigen Vergleich mit Pflegekräften und dergleichen… es ist alles eine Frage des Vergleichsmaßstabes.
Schon interessant, wie sehr die Wahrnehmungen / biases bei gleicher Faktenlage divergieren! Ich finde diese Debatte hochinteressant.
Das ist wohl der Kern des Pudels.
Solange wir selbst (im MSR und darüberhinaus) stundenrund und 24/7 Angelegenheiten des Fußballs im allgemeinen und des FCB im besonderen diskutieren, ist die Klage über die zunehmende ökonomische Verwertung dieses Interesses ein wenig wie das Klagen beim Weihnachtsshopping über die wachsende Kommerzialisierung des höchsten Festes der Christenheit.
Oder halt: Sich in der VIP-Lounge der Allianz-Arena darüber mokieren, dass in Deutschland nicht mehr für den Klimaschutz getan wird.
Wir Konsument:innen haben genau eine Möglichkeit, der wirtschaftlichen Spirale des Profifußballs Einhalt zu gebieten: Den Konsum einstellen. Ohne Milliarden Fans weltweit wären Messi, Müller und Musiala nur Straßenkicker, die bei den Mädels am Rand nen besseren Schlach haben. Bis die Kerle mit den Mopeds auftauchen.
Wir entscheiden uns, aktiver Unterstützer dieser Maschine zu sein. Wir könnten ja auch freitags zur Klimaschutz-Demo statt zum Tipico-Top-Spiel anreisen. Wir treffen jeden Freitag dieselbe Wahl - Sky statt Fridays for Future. Und so wächst @Georg s
weiter und weiter.
Fußball, Geld, Ethik und Moral - oder: Das richtige Leben im falschen. Alles schon mal andiskutiert worden…
Und das verstehe ich nicht. Warum dieses harte Schwert gegen dich selbst (die Mehrheit der Fußballfans, die ich kenne, äußert sich ähnlich)? Warum dieser konsumkritische Kulturpessimismus?
Warum können wir nicht sagen: Ja. Ich investiere jedes Jahr 500 Stunden meiner Zeit und 1000 Euro in Fußball, für Trikots, Eintrittskarten, Streaming, Patreon usw.
Und diese 500 Stunden sind ganz wunderbare Stunden. Voller Emotionen, Endorphine, Hoffnung, Trauer, Erlösung, Kurzweile, Erkenntnisse, Gedanken, Diskussionen.
500 Stunden, in denen Geschichten für spätere Lagerfeuer-Momente entstehen
500 Stunden, die mein Leben bereichern.
Und weil ich 1000 Euro investiere und neben mir hunderte Millionen Menschen insgesamt weitere Milliarden investieren, fließen insgesamt 50 Milliarden Euro pro Jahr in den Fußball. Und wenn dann Harry Kane und Jamal Musiala 0,05% davon bekommen, passt das schon. Das ist ein Markt, das ist ein Ökosystem im besten Sinne. Alle profitieren. Jene am meisten, die Millionen Menschen mit ihrem Spiel bereichern.
Fußball ist sogar noch wahnsinnig ressourcenschonend (das bisschen CO2 für die paar Flüge ist so wenig, nicht der Rede wert). Relativ barrierefrei insofern, als du auch sehr sehr viel miterleben kannst, ohne 1000 Euro zu investieren. Usw.
Das soll nicht heißen, dass es keine Probleme und Missstände gibt. Gibt es. Massiv. Die sollen auch angesprochen werden. Tun wir ja auch und gerade hier bei MSR und in der Kurve. Aber warum können wir nicht (mehr) erstmal das Gute sehen? Warum habe ich so oft den Eindruck, dass die Probleme in unserer Wahrnehmung viel zu viel Raum einnehmen?
Das ist schon ein ziemlich komplexes Thema und ich glaube, dass es einerseits gesund ist, auch mal unkritisch die positiven Seiten zu genießen, man andererseits aber den Blick auf die Entwicklungen nicht verlieren sollte, die auch deshalb so voranschreiten, weil zu vieles einfach so weitergeht wie immer.
Ich glaube auch, dass wir da aus unserer kritischen Bubble heraus urteilen und es eine viel größere Bubble gibt, in der die Menschen das tun, was du hier vorschlägst – nur ohne kritisch zu sein und von der Kritik dann eher genervt sind, weil so schlimm isses ja nicht.
All die Probleme bleiben ja auch dann Probleme, wenn wir sie ausblenden und sie bleiben es nicht nur, sie vervielfältigen sich dann eher noch.
Deshalb plädiere ich da für mehrere Ebenen. Die eine, auf der man auch einfach mal genießen darf und das auch dann darf, wenn man die Dinge sonst kritischer sieht. Und eine, auf der man zu Recht das ganze System in Frage stellt und es eben nicht so rosarot überspitzt zeichnet wie du, sondern die vielen Probleme sieht und benennt, die dieses System mit sich bringt. Von struktureller Benachteiligung, bis über fehlender Gleichberechtigung bis hin zu Vetternwirtschaft, Korruption und Bereicherung und vielem mehr.
Also ressourcenschonend würde ich das nicht nennen. Wenn ich aus der oberfränkischen Diaspora mit dem Auto nach München fahre um ein paar Millionären 90 Minuten bei der Ausübung ihres Berufs zuzuschauen, ärgere ich mich schon manchmal über mich selber. Wenn ich mal wieder auf der A9 im Stau stehe und Teil des Problems bin statt Teil einer Lösung. Und ein paar Wochen später alles wieder von vorne
@Mehmet68: Den Gedanken finde ich sehr interessant. Ich stimme Dir zu und ich stimme Dir gleichzeitig nicht zu.
Wo ich Dir nicht zustimme: Wenn man Wohlfahrt als den Zustand der maximalen Summe des individuellen Nutzens aller Marktteilnehmer definiert, der sich aus der Differenz des individuell empfundenen Nutzens durch ein Produkt, ausgedrückt in Geldeinheiten, und dem Preis, den man dafür am Markt bezahlen muss, ergibt, und wenn niemandes Nutzen weiter erhöht werden kann, ohne gleichzeitig jemand anderes Nutzen zu verringern*, dann würde ich den Profifußball nicht als Geldvernichtungsmaschine bezeichnen.
Das Argument ist ganz simpel: Niemand wird gezwungen, die in diesem Geschäft aufgerufenen Preise zu bezahlen. Das gilt für uns Fans als Käufer von TV-Abos, Trikots und Eintrittskarten ebenso wie für die Übertragungsdienstleister als Käufer von Übertragungsrechten und für die Vereine als Käufer und Verkäufer von Spielern. Alle diese Transaktionen finden freiwillig statt, und jede Transaktion hätte auch nicht stattfinden können; die Marktteilnehmer hätten ihre Ressourcen anderweitig verwenden können. Da diese Transaktionen aber stattfinden und die Marktteilnehmer ihre Ressourcen nicht anderweitig verwenden, folgt logisch, dass sie, gegeben die aktuellen ökonomischen Möglichkeiten jedes Marktteilnehmers, für jeden einzelnen Marktteilnehmer die nutzenmaximale Allokation des vorhandenen Geldes darstellen und somit die gesellschaftliche Wohlfahrt maximieren (unter der Pareto-Effizienz-Einschränkung, dass niemand mehr individuell besser gestellt werden kann, ohne dabei jemand anderen schlechter zu stellen).
Wo ich Dir zustimme: Aus Sicht eines allwissenden und allgütigen Sozialplaners, der die totale Wohlfahrt der Gesellschaft maximieren möchte und dabei keine Rücksicht auf Pareto-Effizienz nehmen muss, wären ganz sicher viele der Ressourcen, die der Profifußball heute absorbiert, woanders deutlich besser aufgehoben, z. B im Bau von Schulen oder in der Erforschung neuer Medikamente für Krebs oder Alzheimer.
Aber gilt das nicht für so ziemlich alle Konsumausgaben? Angefangen beim Leckeis vom Kiosk an der Ecke über den Kinofilm bis hin zur Yacht – wo will man anfangen, einzugreifen und Ressourcen von A nach B umzuleiten, weil es sich bei der heutigen Ressourcenallokation um „Geldvernichtung” handelt, und wo will man aufhören? Und wie will man bei diesen Umleitungen das gesellschaftliche Optimum erkennen? Wann beispielsweise ist genug Geld in die Erforschung neuer Krebs- und Alzheimermedikamente gesteckt worden und der nächste Euro wäre besser woanders investiert? Wie will man solche Entscheidungen treffen, wenn Preise ihre Kommunikationsfunktion von Knappheiten und individuellen Präferenzen nur noch unvollständig erfüllen können? Wie will man produktive Effizienz sicherstellen, wenn Preise diese Indikatorfunktionen nur noch unvollständig erfüllen können? Wo zentrale Planung nah ist, sind Verschwendung und Fehlallokation nicht fern.
Dies ist eine Wertentscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Ich persönlich treffe sie vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung mit zentral geplanten Volkswirtschaften („Kommandowirtschaften”) eher so, dass ich die von Millionen Menschen relativ frei getroffene Entscheidung, Geld im Fußballbusiness zu „vernichten” (eigentlich: ihren individuellen Nutzen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit einer freiwilligen Konsumentscheidung zu maximieren), einer starken zentralen Planung vorziehe – selbst wenn und wo mögliche Wohlfahrtsgewinne durch letztere offensichtlich sind, etwa durch die Umschichtung von 500 Millionen Euro in die Erforschung von Medikamenten statt in den Konsum einer Yacht. (Dieses spezielle Problem würde ich eher über höhere Steuern für Milliardäre lösen.)
Also: Ist Profifußball Geldvernichtung? Nein! Die dort bewegten Summen sind das Ergebnis unserer individuellen, freiwilligen Konsumentscheidungen, die unseren individuellen Nutzen und somit auch die gesellschaftliche Wohlfahrt maximieren, insoweit sie sich in Zahlungsbereitschaften für Güter und Dienstleistungen ausdrücken lässt, weil wir sie sonst nicht tätigen würden. Aber auch ja! Denn 100 Millionen Euro wären für den Bau von fünf Schulen und die Finanzierung des Lehrpersonals für einige Jahre gesellschaftlich sicher besser verwendet als in den Transfer eines Stürmers von Verein A zu Verein B.
Ich bin unter dem Strich für Variante 1.
*und wenn wir Marktunvollkommenheiten wie Monopole und Oligopole (DFL? DAZN/Sky?), die die allokative Effizienz verringern, einmal freundlich ausklammern.
Wenn das tatsächlich alles so freiwillig wäre, wie Du postulierst, würde ich Dir Recht geben.
Aber ein Großteil des Geldes im System Profifußball kommt auf „Umwegen“ da hin. Jedesmal, wenn ich z. B. an der Tankstelle 40 Liter Diesel in meinen Tank laufen lasse, finanziere ich indirekt (über einen Scheich oder Oligarchen) irgendeine absurde Ablösesumme mit - und das ist keine bewusste oder gar freiwillige Fußball-Mitfinanzierung, denn ich will an der Stelle nur meine Mobiliät sicherstellen.
Auch wer bei der Allianz versichert ist oder einen Audi kauft (tue ich beides nicht
), hat dabei im Normalfall nicht im Sinn, dem FC Bayern höhere Gehaltsangebote zu ermöglichen …
Und bei den quasi „direkten“ Zahlungen wie für TV- oder Streaminganbieter (dank der von dir ausgeklammerten Marktunvollkommenheiten …) kann ich ja immer nur ein Bundle kaufen, wo ich vieles mit bezahle, was ich gar nicht sehen will. Bzw. nutzen umgekehrt die Anbieter für den Erwerb von Übertragungsrechten auch das Geld von Leuten, die mit Fußball nix am Hut haben …
Lange Rede, kurzer Sinn: mit den ganzen Geldern aus Sponsoring und von TV-Anbietern fließt dem Profifußball viel Geld zu, das die einzelnen Menschen, von denen es stammt, ihm freiwillig bzw. auf direktem Weg nicht geben würden. Die Konsumenten köntnen mit diesem Geld ansonsten sich andere „Wünsche erfüllen“. Am anderen Ende, beim Profifußball bzw. den Spielern, wo das viele Geld ankommt, bewirkt es allerdings im Saldo keine Verbesserung des Produktes mehr; ob ein Harry Kane oder Jamal Musiala nun 25 oder „nur“ 5 Mio im Jahr bekommen, würde deren Leistung auf dem Platz nicht beeinflussen. Wir könnten die gleiche Qualität des Fußballs auch für wesentlich weniger Geld sehen.
Insofern ist der Profifußball für mich schon eine Geldvernichtungsmaschine, denn das Produkt hat seinen Preis kontinuierlich und massiv gesteigert, ohne dass sich die Qualität (der Unterhaltungswert) verändert hätte.