Rugby Union- World Cup 2023 und generell

Klar, solche Erfahrungen helfen. :+1:

Na, ich glaube, ich möchte mein Offenheitsblatt für Neues dann lieber doch nicht überreizen. Außerdem: Hinterher gefällt mir das, wenn ich Pech habe, auch noch, und dann komme ich am Ende aus dem Sportgucken gar nicht mehr heraus. Das kann ja keiner wollen. :slightly_smiling_face:

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Bin ich auch sehr gespannt. Nach dem knappen Sieg gegen England ist ja alles möglich bei dieser WM.

England hat einen großen Kampf hingelegt.
Aber ohne Punkte in HZ 2 ist es schwer.

Bin gespannt, ob das Finale hält was es verspricht.

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Das Spiel gestern war von den dreien, die ich bisher gesehen habe, dasjenige, welches in Sachen allgemeines Erregungsniveau, Nickligkeiten auf dem Platz und Beschwerden beim Schiri einem typischen Fußballspiel am nächsten kam. Die vielgerühmte Fairness des Rugby-Sports nahm sich gestern einige längere Erholungspausen.

Das gleiche gilt für das Phänomen des Zeitspiels. Ich hatte das Gefühl, dass die Engländer, für gefühlt 90 % der Zeit in Führung liegend, das Spiel jederzeit so langsam machten und so viel Zeit von der Uhr nahmen wie nur irgend möglich. Players taking the mark, langsame rucks, viel Gewese rund um die scrums. Ein Mourinho-Team im Fußball hätte das nicht besser hinbekommen.

Diese Taktik ging auch fast auf. Nachdem der 10er der Engländer sein Team in der zweiten Hälfte mit 15 zu 6 in Front gebracht hatte, habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass die Südafrikaner das Spiel noch drehen würden. Die Endphase nach dem 15-zu-13-Comeback der Springbocks war dann nochmal richtig intensiv.

Haben die Engländer in dieser späten Phase des Spiels taktische Fehler gemacht? Hätten sie ihren (komfortablen) lead besser verteidigen können oder sogar müssen? Oder haben sie sich taktisch eigentlich richtig verhalten und sind am Ende einfach von einem besseren Team geschlagen worden oder hatten Pech (oder beides)?

Darüber hinaus: Was ist Eure Meinung zu dem Referee? Meine sample size ist sehr klein - zwei Spiele - aber ich hatte in beiden Spielen mit diesem Ref das Gefühl - und ganz besonders gestern - dass er einen kleinen Hang zum Selbstdarsteller hat und ziemlich kleinlich pfeift. Ist meine Wahrnehmung falsch oder hätte man dieses Spiel auch anders (besser, effizienter) refereen können? Der Ref in dem Spiel der Argentinier gegen Neuseeland hatte für mich insgesamt auf eine angenehme Weise ein eher kleineres Profil.

Die Trikots der Südafrikaner habe ich ja bereits ausführlich gepriesen, aber auch die weißen Trikots der Engländer sind sehr schnieke. Weiß ist ohnehin meine Lieblingsfarbe, da fällt das Urteil nicht schwer. Leider überlebt die Pracht kaum länger als bis zum ersten Bodenkontakt. :smirk:

Auf Grundlage der beiden Spiele der Südafrikaner und des einen Spiels der Neuseeländer, die ich bisher von beiden Mannschaften gesehen habe, würde ich vermuten, dass Neuseeland nächstes Wochenende gewinnt. Keine Ahnung was die Experten und die Wettquoten sagen, aber auf Basis meiner limitierten Evidenz wäre Neuseeland mein Favorit. Wie sehr ihr das?

Taktisch war es von England (als Underdog) eigtl das gesamte Spiel sehr gut gemacht, sie konnten SA ihr sprödes Kickspiel aufdrängen. Zum Schluss hatten sie ein paar Handling–Fehler aber die Auswechselspieler von SA waren schlicht entscheidend. Nach den Wechseln der 1. Reihe Stürmer (die schweren Jungs) dominierte SA jedes Scrum und konnte sich mehrere Straftritte sichern, der letzte entschied das Spiel. Sehe nicht was sie zum Schluss viel hätten anders machen können, denn bis auf dieses Kickspiel wäre SA in allen anderen Bereichen haushoch überlegen gewesen.

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here we go

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Even so, I think New Zealand are favourites.

Na ja.
Das ist ein ganz anderes Spiel als es die HF waren. Man kennt sich besten, gar inn- und auswendig.

Werden die All Blacks nochmals eine solche Leistung in der Verteidigung abrufen können wie gegen Irland? Ich denke das werden sie müssen um den Titel zu gewinnen.

Werden die Bokkies defensiv so gut stehen, dass sie von den offensiven Power der All Blacks nicht überrollt werden? 10 starke Minuten in einem Spiel können reichen.

Was wird zum Schluss das Spiels passieren, wenn beide Props ausgewechselt werden? Die Bokkies sind exzellent besetzt.

Ich sehe keinen Favoriten. Die HF sind für mich nicht relevant für das Finale.

All Blacks team named to face South Africa

  1. Ethan de Groot, 2. Codie Taylor 3. Tyrel Lomax, 4. Brodie Retallick, 5. Scott Barrett, 6. Shannon Frizell, 7. Sam Cane (c), 8. Ardie Savea, 9. Aaron Smith, 10. Richie Mo’unga, 11. Mark Tele’a, 12. Jordie Barrett, 13. Rieko Ioane, 14. Will Jordan, 15. Beauden Barrett.

Reserves: 16. Samisoni Taukei’aho, 17. Tamaiti Williams, 18. Nepo Laulala, 19. Sam Whitelock, 20. Dalton Papali’i, 21. Finlay Christie, 22. Damian McKenzie, 23. Anton Lienert-Brown.

Die Legende Retallick beginnt und zum Schluss soll Whitelock in seinem letzten Spiel wohl wieder den Ball stibitzen?
Es könnte ein verdammt spannender, großartiger Rugby Abend werden am Samstag.

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Die Leistungen/Ergebnisse aus dem Halbfinale an sich haben tatsächlich keine Relevanz. Was aber Einfluss haben könnte, ist dass SA nochmal ein richtig hartes Spiel hatte und NZ ihres im Schongang durchziehen konnte.
Hatte eh schon dass Gefühl, dass SA gegen England etwas müde/nicht so frisch wirkte. SA hat zwar den stärksten Kader und die meiste Power, kann mir aber vorstellen dass dieser Vorteil inzwischen vorbraucht ist.
Glaube dass NZ sie mit ihrer Offensivpower schlagen/vorlegen muss. Bei einem engen Spiel, dass nur über Straftritte geht, da kann man gegen Pollard fast nur verlieren.

Naja, wir werden es sehen :wink:

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Ich denke in einem WM Finale, werden nochmals Kräfte freigesetzt die man vielleicht glaubt gar nicht zu haben. NZ wird SA auch physisch nicht so fordern wie es England tat.

Das Kicken macht mir bei NZ große Sorgen. Bei Richie Mo’unga habe ich das Gefühl, wenn der erste schwere Kick nicht sitzt, dann trifft er nichts mehr.

Zähle schon die Stunden bis es los geht :slight_smile:

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Wal & the dog are ready as well!

Das erste Rugby Spiel, was ich von Anfang an sehe und so richtig viel verstehe ich noch nicht, aber die Kommunikation der Schiedsrichter und dass man alles im Fernsehen hört, finde ich schon sehr interessant!

Im Grunde ist es jetzt entschieden. Das ist sehr schade. Das ist von Cane natürlich unglaublich.

Die Bokkies mit dem kühleren Kopf, dem Zauberfuß Pollard und dem quäntchen Glück.

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Hätte wenigstens Mckenzie gekickt.

Gratulation an die Springboks

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Wenn der beste Kicker 74 Minuten auf der Bank sitzt…

Es war ärgerlich.
Aber die die näher an ihrem Leistungsmaximum waren haben gewonnen.

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Weltmeisterlich eben

Die perfekte Zusammenfassung.

Ich freue mich sehr auf Scott Robertson. Er ist genau das, was NZ Rugby jetzt braucht.
Es wird ein richtiger Neuanfang werden. Sam Whitelock, Brodie Retallick, Aaron Smith, Richie Mo’unga, Dane Coles, Nepo Laulala, Shannon Frizell, Leicester Fainga’anuku werden das Schwarze Jersey an den Nagel hängen.

Eine komplett neue Crew im Trainerstab wird anheuern.

Ich bin optimistisch, dass der Neuanfang Früchte tragen wird. So ein WM Sieg beim großen Nachbarn wäre eine ganz feine Sache in Down Under.

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Die anderen sind nicht so schwach.
Klar haben die Crusaders einen guten Kader (letzte Saison mit Whitelock, Will Jordan, Tamati Williams, Mo’unga, Scott Barret und Ethan Blackadder.

Wenn ich mir die Kader der Auckland Blues, der Chiefs oder Wellington Hurrikans ansehe sind die auch nicht viel schwächer.

Die Teams aus Australien und Südafrika können ja meist nicht mithalten (was das große Problem bei diesem Wettbewerb ist).

Er hatte sicherlich meist einen sehr gute Kader. Aber wie er spielt und wie sein Team immer abliefert, das ist aussergewöhnlich. Der Druck war ja riesig, dass man Robertson so früh als Nachfolger bekanntgegeben hat. Er hat den Ruf der beste Trainer der Welt zu sein. Für die etwas in die Jahre gekommene Organisation der All Blacks könnte es sich als Glücksfall erweisen.

Wir werden sehen. Freu mich schon auf Championship nächstes Jahr.

South Africa’s World Cup winners are a better team than the triumphant New Zealand teams of 2011 and 2015, says Matt Dawson.

Na ja. Kann ich aber so gar nicht mitgehen.

If you go back to 2015, how many teams realistically were going to win it? I just don’t think it was anywhere near as competitive.

Nein, war es nicht, weil da eine Mannschaft vom anderen Stern gespielt hat. Die anderen waren nicht schlecht. Aber sie hatten gegen dieses Team keine Chance. Deswegen sind die Bokkies 2023 sicherlich nicht das bessere Team.

I think the officials got it right, but in the same breath with Siya Kolisi’s tackle on Ardie Savea - a yellow card that stayed as a yellow - I was really struggling to find the mitigation from the clips I saw.

Das ist der Schatten über diesem Finale. Darum sticht dasArgument, „die eine Mannschaft wollte, die andere musste“ nicht.

Ansonsten eine sehr präzise auf den Punkt gebrachte Einschätzung. Das Turnier war absolut großartig. Ich denke, es war beste Werbung für diesen wunderbaren, spektakulären und authentischen Sport.

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Sie stellen ja nicht mal den Spieler des Jahres (Ardie Savea).
Aber sie haben den Web Ellies Cup. Zum 4. Mal.
Gebe zu, es schmerzt schon sehr.

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Ich habe mir das Spiel inzwischen auch im Re-Live angeguckt (zum Glück kannte ich das Ergebnis noch nicht). Ich fand das Spiel sehr unterhaltsam, weil es sehr intensiv und durchweg spannend war, getragen von der nach dem schnell aufgebauten Vorsprung der Südafrikaner in der Anfangsphase im weiteren Spielverlauf sukzessive schmelzenden Punktedifferenz zwischen beiden Teams, die den Neuseeländern gerade gegen Ende des Spiels jederzeit die Möglichkeit ließ, mit nur einer guten Aktion doch noch in Front zu gehen und zu gewinnen.

Was mir an diesem Spiel insbesondere, aber eigentlich über die vier Spiele dieser WM, die ich gesehen habe, hinweg aufgefallen ist, ist die partielle Artifizialität des Sports. Einige der set pieces, insbesondere der scrum und der ruck, aber auch das line-out, wirken im Kontrast zu den flüssigen Passagen des Spiels merkwürdig artifiziell, wie lange, sorgfältig gedrechselte Kunstprodukte, die sich graduell, little by little, im Laufe der Zeit immer weiter von dem, was man als ihre ursprünglichen Form phänomenal immer noch erahnen kann, entfernt haben. Dieses seltsame Stehenbleiben des Spiels bei einem ruck - wie eingefroren in der Zeit - in den Sekunden bevor der scrum-half den Ball verwertet, ihn aufhebt, passt oder kickt, begleitet von dem obligatorischen „use it“ des Schiedsrichters, wirkt eigenartig out of place. Der ganze ruck als solches, mit seiner Gestalt von wie eingefrorener, in einer Polonaise hintereinander aufgereihter Menschen, sowie der Grenzen der in ihm und an ihm erlaubten Bewegungen, was visuell einem choreographierten Ballett stärker ähnelt als einem offenen Wettkampf um einen Ball, nimmt für mich viel stärker Anleihen an einem Kunstwerk als einem natürlichen Erscheinungsbild in gemeinsamer sportlicher Aktivität engagierter Menschen.

Der Eindruck von Artifizialität und Choreographie erstreckt sich auch auf das laufende Spiel. Interessanterweise sind eben jene raren Spielsituationen, in denen die Spieler am ehesten wie „echte Menschen“ wirken - spontan handelnd, improvisierend, vom Moment absorbiert - gleichzeitig diejenigen Situationen, die im höchsten Maße irregulär erscheinen, abgepfiffen werden, von Offenheit, aber auch fundamentaler Unsicherheit über den nächsten Moment geprägt sind. Rugby wirkt selbst in seinen flüssigen, dynamischem Momenten wie ein choreographierter, eng formatierter Sport.

Auch die extrem strenge Regelauslegung des knock-on (des unerlaubten Beförderns des Balls nach vorne mit der Hand durch einen Spieler, selbst wenn der Ball die Hand nur zufällig berührt und es sich nur um Millimeter handelt) wirkt auf mich unnötig unnatürlich und „gewollt“. Vielleicht erliegt das Rugby hier derselben fatalen Entwicklung, die auch den Fußball heimsucht, dass allein die technische Möglichkeit, dass man Millimeter-Verstöße entscheiden kann, dazu führt, dass sie auch entschieden werden (zum Leidwesen des Spiels). Der try der All Blacks beispielsweise, der aufgrund eines minimalsten knock-ons drei Spielzüge früher zurückgenommen wurde, wäre in meiner idealen Rugby-Welt nicht zurückgenommen worden, und es gab noch weitere solcher Szenen.

Insgesamt hat mir diese WM als Späteinsteiger aber schon sehr viel Spaß gemacht, auch wenn das Rugby mit seinem starken und manchmal beißenden Kontrast von Statik und Dynamik, Artifizialität und Natürlichkeit phänomenologisch ein ungewöhnlicher Sport ist.

Wann findet die nächste WM statt?

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