Paris Saint-Germain- und Ligue 1

Die AfD würde zu dem Thema wahrscheinlich sagen: „Wenigstens zahlt Mazraoui jedes Jahr einen siebenstelligen Betrag an Steuern in unsere Staatskasse ein und deckt so die Kosten für ein paar Dutzend gleichaltrige Marokkaner, die eigentlich schon lange hätten ausgewiesen werden müssen.“
Könnte sich in etwa so zutragen, oder?

Nochmal im Klartext:
Ich bin durchaus in der Lage, rational zu argumentieren, wenn es um die große Sache geht. Privat und im kleinen Umfeld erlaube ich mir hin und wieder einen emotionaleren und konsequenteren Ansatz, wie vermutlich jeder von uns. Dein Zitat habe ich bereits zweimal als persönlich herausgestellt und dann bezüglich Mazraoui den Ansatz präferiert, den @jep benannt hat.

1 „Gefällt mir“

Keine Ahnung. Vielleicht. Und was würde das für unser Thema bedeuten?

Nein, hier wurden auch Konsequenzen für Mazraoui gefordert:

Ein „sehr ernstes Gespräch“ durch die Vorgesetzten, ist für mich jedenfalls eine Konsequenz.
Und ich denke den Gedanken eben weiter. Wie sollen die Vorgesetzten reagieren, wenn Mazraoui sich völlig uneinsichtig, oder gar empört zeigt?

Hab ich verstanden und dir ja auch nicht abgesprochen.

„Wir“ fluten nicht, die kommen von ganz allein. Und die meisten aus guten Gründen. Viele übrigens auch, weil sie als Homosexuelle in ihren Ländern verfolgt werden. Und wenn du wissen willst, was „fluten“ bedeuten könnte, würde ich nicht gerade in Deutschland nachsehen. Außer im Ahrtal vielleicht.

6 „Gefällt mir“

Alles gut. Wie gesagt, ich bin etwas motiviert bei diesem Thema.
Auf deine Frage, wie die Vorgesetzten reagieren sollten bei Uneinsichtigkeit: da bin ich auch nicht schlauer als alle anderen. Aber beginnt nicht jede Entwicklung mit einem Gespräch?

1 „Gefällt mir“

Jeder kommt mit (für ihn) gutem Grund. Ob diese Gründe immer gut für unser Land sind sei mal dahingestellt.
Wie wärs eigentlich mit einem Test an der Grenze? Wenn sich da einer unbelehrbar homophob zeigt, was machen wir dann mit ihm?

Du sprichst da schon ein wesentliches Problem an, keine Frage. Abgesehen davon, dass kaum einer seine homophobe Haltung im Gesicht trägt, will ja keiner ernsthaft sowas wie Gesinnungstests. Da machen sich viel schlauere Leute als wir Gedanken drüber. Es muss ja auch praktikabel sein.

Darf ich Dich noch einmal auf die Widersprüchlichkeit Deiner Argumentation aufmerksam machen? Einerseits forderst Du Respekt für die homophoben Ansichten von Mazraoui & Co. Andererseits kritisierst Du, dass wir von ihnen „geflutet“ werden, und überlegst, sie aus demselben Grund an der Grenze abzuweisen. Das passt nicht wirklich gut zusammen.

EDIT: Wahrscheinlich kommt da keine Antwort, da ich wegen „permanenter Hetze“ ignoriert werde. :sweat_smile:

1 „Gefällt mir“

Aber nicht jedes Gespräch bringt eine Entwicklung.
Und was dann?

Ich persönlich halte Homophobie, in vielen Kulturkreisen, für viel zu tief verwurzelt, als dass man da irgendeinen Konsens finden könnte, der sich mit unserem Wertesystem deckt.

Gewiss. Aber man kann von einem Mazraoui schon erwarten, dass er nicht ohne Not mit dieser Haltung hausieren geht. Und genau dieser Punkt wäre aus meiner Sicht Gesprächsthema.

1 „Gefällt mir“

Weil sie in unserem Kulturkreis nicht anerkannt ist und der Afrikaner sich gefälligst anzupassen hat?
„Mach deinen Job, behalte deine Meinung für dich.“

Soll wirklich nicht polemisch sein, aber merkst du wie schmal der Grat ist?

1 „Gefällt mir“

Nein, man soll ihm und den Gleichgesinnten nichts abverlangen, was sie stressen könnte. Sie sollen nur bitte nicht unser Land fluten.

EDIT: Das war sarkastisch. Jetzt die ernsthafte Antwort: Es geht nicht um Meinungen. Sich für homophobe Diskriminierung einzusetzen, ist keine Meinungsäußerung, sondern ein verbaler Angriff. Da er überhaupt nicht unter Druck stand, weil nichts von ihm verlangt wurde, ist sein Verhalten unzulässig. Darauf darf man ihn immerhin klar und deutlich hinweisen.

1 „Gefällt mir“

Kommt man (leider) oft immer wieder zur Frage der Religion, und dem Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit und Menschenrechten.

Abgesehen davon: es gibt ja kaum einen deutschen Profispieler, der sich geoutet hat (spontan fällt mir nur Hitzelsberger ein, und das nach seiner Karriere). Wir kennen doch alle, so denke ich, die Sprüche aus der Kurve. Manchmal muss man gar nicht weit schauen, um Homophobie zu sehen.

Nein, natürlich nicht! Ich bin mit dem GG vollkommen einverstanden!

Worauf ich hinaus will ist, dass eben diese Werte - Demokratie, Menschenrechte, GG - für uns wertvoll und unantastbar sind.

Ein Taliban in den Bergen Afghanistans würde aber das Gleiche über Koran und Scharia für sich beanspruchen - im schlimmsten Fall inklusive Verschleierungsgebot, Todesstrafe etc.

Dabei handelt es sich nicht um ein paar „Verrirrte“, wie hierzulande bspw. die NSU-Jünger, sondern um eine andere große Wertehemeinschaft. Anderes Beispiel: Israel. Für den Westen ein wichtiges Beispiel für Religionsfreiheit, für die arabische Welt völlig inakzeptabel.

Damit stellt sich die Frage nach einem einvernehmlichen Miteinander mehrerer nicht kompatibler Wertehemeinschaften.

Das ist schon für sich kaum lösbar. Wenn aber eine der Wertehemeinschaften die universelle Deutungshoheit beansprucht, wird es unmöglich.

Aber darum geht es hier doch gar nicht. Die Frage, um die sich zunehmend alles drehte, war doch: wie soll man auf Mazraouis Statement reagieren? Dazu schrieb ich eben an Tobi:

„Es geht nicht um Meinungen. Sich für homophobe Diskriminierung einzusetzen, ist keine Meinungsäußerung, sondern ein verbaler Angriff. Da er überhaupt nicht unter Druck stand, weil nichts von ihm verlangt wurde, ist sein Verhalten unzulässig. Darauf darf man ihn immerhin klar und deutlich hinweisen.“

Ich glaube, das hat nichts mit einer unstatthaften Überlegenheitsgeste zu tun. Sondern nur mit einem dringend erforderlichen Einstehen für die eigenen Werte. Wenn man das den Gegnern nicht zumuten mag, weil sie es nicht hören möchten, kann man gleich einpacken.

2 „Gefällt mir“

Du hast mich leider noch immer nicht verstanden. Wir liegen in der Frage der Werte ohnehin auf einer Linie.

Du „beanspruchst“ diese Deine Werte aber als universell. Das sind sie schlicht und ergreifend nicht: Milliarden von Moslems, Hindus, Buddhisten etc. haben eben andere Werte, die sie sehr wohl auch als universell verstehen. Es gibt hier keine globale Objektivität: Du bist, so wie wir alle, geprägt durch Deine Gesellschaft und Deine Mitmenschen.

Einfaches Beispiel: In Indien würdest Du für den Verzehr von Rindfleisch stigmatisiert werden. Können sich 1,3 Mrd. Inder so irren, wenn im Westen 40kg pro Person und Jahr verzehrt werden?

Es geht hier nicht um „gute“ oder „schlechte“ Werte, sondern darum, dass es ausser „Frieden ist gut“ oder „Genozid ist schlimm“ nur wenig Konsens bezüglich universell geltender Werte gibt.

4 „Gefällt mir“

Damit bin ich auch vollkommen einverstanden.

Eine zugegebenermaßen etwas technokratische Einlassung dazu von mir:

Unabhängig von Religion, Politik oder ähnlichem:
Es gibt in Deutschland eine Straßenverkehrsordnung, die besagt, dass man auf der rechten Straßenseite fahren muss, die Geschwindigkeitsbeschränkung einhalten oder nur bis zu einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille fahren darf:
UEFA und FIFA haben ebenfalls Regeln, man könnte sie vielleicht auch „Teilnahmebedingungen“ nennen, oder auch AGB’s. Ein Spieler, egel aus welchem Kulturraum, hat sich an die Regeln des „Rechtsraums“ UEFA und FIFA zu halten. Kann er diese nicht erfüllen, bleibt ihm ja der Rechtsraum „AFC“ (Asiatischer Fußballverband) usw.

1 „Gefällt mir“

Meinst Du, man kann die Spieler juristisch zwingen zu spielen, im Extremfall auch im regenbogenfarbigen Trikot? Da sehe ich alle möglichen Probleme, die Dir andere hier noch viel plastischer aufzeigen können als ich. Sorry, wenn meine Antwort Dich enttäuscht. :wink: