Nach unseren Werten.
Du hast aus dem Wikipedia-Artikel zitiert. Ist doch erschreckend, wie wenig Länder da unterschrieben haben.
Es ist vielleicht nicht die erste Frage, aber die, auf die es hinausläuft.
Und somit die Wichtigste.
Ich finde das wirklich spannend und hab auch keine Lösung.
Wenn man sagt „Wer in unsere Länder kommt, muss unsere Werte akzeptieren“, vertritt man plötzlich einen AfD-Standpunkt.
Nein, das sehe ich nicht so. Der AfD-Standpunkt dazu ist etwa so: „Diese Menschen akzeptieren unsere Werte ohnehin nicht und sollen deshalb wegbleiben.“ Dazu kommt noch, dass die AfD diese Werte z.T. selbst nicht akzeptiert. Das ist ja das ekelhaft Verlogene an dieser Truppe.
Und eine bemerkenswert klare Position. Über den biographischen Hintergrund Mazraouis war ich mir gar nicht im Klaren. Umso seltsamer sein Verhalten. Aber gut, muss er wissen. Dass man mit ihm evtl. reden will, wird er wohl ertragen müssen.
Was du - noch - nicht verstanden hast ist, dass Du in Deiner Blase lebst und denkst. Das schreibe ich gerade in aller Empathie, weil unsere Werte hier übereinstimmen. Die Toleranz bezüglich LSBT*Q ist aber ein rein westliches / abendländisches Denkmodell und eben nicht universell akzeptiert.
Einerseits: ja, auch bei uns mussten Homosexuelle ins KZ. Und auch wir hatten bis vor einigen Jahrzehnten einen diese drangsalierenden Paragraphen 175. Insofern ist Demut angebracht.
Andererseits: wir haben ein Grundgesetz, aufgrund dessen dieser Paragraph abgeschafft wurde und weitere Rechte eingeräumt wurden. Dieses Grundgesetz ist doch kein Terrorinstrument, mit dem wir diejenigen, die Menschenrechte nicht für wichtig halten, unzulässig behelligen!
NEIN. Ich glaube nicht, dass du beurteilen kannst, wo und wie ich lebe. Du kennst weder meinen Hintergrund noch meine Nationalität noch meine sozialen Kontakte noch die Evolution meines Denkens. Dass die Toleranz bezüglich queeren Menschen ein „rein westliches“ Denkmodell sein soll, zeigt mir - in aller Empathie - eher, dass DU etwas (noch) nicht verstanden hast.
Ein letzter Versuch:
Intoleranz gegenüber queeren Menschen in vielen Ländern ist NICHT gleichzusetzen mit der Toleranz gegenüber diesen Lebensmodellen in weiten Teilen der westlichen Welt, nach dem Motto: jeder so, wie er halt reingeboren wird. @jep und ich argumentieren hinsichtlich eines, wie wir finden, UNIVERSALEN Werts, für den es sich WELTWEIT zu kämpfen und zu argumentieren lohnt. Das hat mit Paternalismus nichts zu tun.
Klar, sie tun so als ob. Irgendwie müssen sie es ja auch in die Mitte der Gesellschaft zu schaffen versuchen. Wäre es ihnen ernst damit, käme es ihnen auf jeden Einzelfall an. Das ist aber mitnichten so. Stattdessen sprechen sie z.B. von Messerstechern und Kopftuchmädchen, arbeiten also mit eindeutig rassistischen Mustern und scheren alle über einen Kamm. Das ist ein riesiger Unterschied.
Mich wundert es nicht. Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Deutsch-Türken, die mehrheitlich einen Despoten wählen, Belgische Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln, die nach jedem WM-Sieg Marokkos in ihrer Wahlheimat randalierten…
Beispiele dafür, dass man in einer westlichen Demokratie aufwachsen kann, ohne die grundlegenden Werte auch nur rudimentär zu verinnerlichen, gibt es doch mehr als genug.
Fairerweise gehört an dieser Stelle auch erwähnt, dass es auch unter Europäern ohne jeglichen muslimischem Hintergrund genug Menschen gibt, die von diesen Werten eher weniger halten.
Ein guter Satz aus dem Artikel Im Gegenteil, Mazraoui macht es seinen Glaubensgenossen und Kollegen, die für eine tolerante Welt einstehen, nur noch schwerer.
Statistisch ist es nicht unwahrscheinlich, dass unter den Spielern des FC Bayern auch Personen gibt, die zu LBGTQ+ gehören. Ein Teamkollege könnte sich durch seine Äußerungen nicht willkommen heißen und nicht öffnen. Das könnte zu Depressionen führen. Er kann also auch durch diese Äußerungen direkt schaden.
Das sehe ich zumindest ein wenig anders. Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie, deren liberale und weltoffene Werte ich für beschützenswert halte. Ich habe ehrlich gesagt Zweifel, ob die AfD diese Regeln (oder besser Werte) genauso schützen möchte.
Fernab aller inhaltlicher Differenzen, die wir hier teils haben, möchte ich mich bedanken bei wirklich allen Teilnehmern dieser speziellen Diskussion, dass die Diskussion bei diesem nicht einfachen Thema sehr sachlich und mit guten Argumenten geführt wird - es ist ein Gewinn für mich👍
Nee, tatsächlich nicht, aber ob jetzt die komplette AfD aus lupenreinen Nazis besteht, die unserer Demokratie feindlich gegenübersteht, ist einfach ein anderes Thema und würde hier zu weit führen. War auch nicht mein Punkt.
Mir ging es darum, inwieweit wir das Recht haben, anderen Menschen in ihre kulturellen Überzeugungen reinzuquatschen und wie konsequent wir dabei sein dürfen.
Mazraoui rauswerfen? Irgendwann mal wieder ein paar Kreuzzüge, um den Ungläubigen die Menschenrechte näherzubringen?
Wir fluten unser Land mit antisemitisch, homophob und frauenverachtend sozialisierten Menschen und wundern uns dass sie ihre „Werte“ nicht mit ihrem Ausweis an der Grenze zu Europa wegwerfen.
Darf ich Dich auf die Widersprüchlichkeit Deiner Argumentation aufmerksam machen? Einerseits forderst Du Respekt für die homophoben Ansichten von Mazraoui & Co. Andererseits kritisierst Du, dass wir von ihnen „geflutet“ werden. Das passt nicht wirklich gut zusammen.