Wenn ich träumen dürfte: Fairen Fussball. Nur zu dumm, dass man diese Sportart erst noch erfinden muss.
Das Schlimmeste ist, dass man jetzt bei jeder Schiedsrichter-Entscheidung pro USA ein ganz schlechtes Gefühl hat. Und ich bin grundsätzlich alles andere als anfällig für Verschwörungstheorien…
In diesem Fall ist es ja keine Theorie sondern fakt
hat sich doch schon erledigt. belgien sei dank
Am Ende regelt es der Fußball dann doch.
Die USA sind ausgeschieden, trotz all des Wirbels um Balogun, Trump und Infantino. Oder vielleicht auch ein Stück weit wegen dieses Wirbels.
Für mich sah das nicht nach einer Mannschaft aus, der diese ganze Geschichte egal war. Die USA wirkten gehemmt, unruhig, nicht bei sich. Sie konnten ihre Leistung nicht abrufen, jedenfalls nicht so, wie man es nach dem bisherigen Turnier erwarten durfte.
Belgien dagegen wirkte angestachelt. Nicht hysterisch, nicht überdreht, sondern mit dieser stillen Extra-Schärfe, die entsteht, wenn man das Gefühl hat: Jetzt erst recht. Sie waren klarer, bissiger, erwachsener.
Und genau darin liegt für mich die Pointe. Man kann von außen Druck machen, telefonieren, Stimmungen erzeugen und versuchen, Dinge zu beeinflussen. Aber auf dem Platz lässt sich Fußball nicht so einfach dirigieren. Dort kippt so ein Eingriff schnell ins Gegenteil.
Vielleicht wäre es manchmal wirklich besser, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Denn sobald angepfiffen ist, zählen keine Telefonate mehr. Dann zählen Nerven, Ordnung, Qualität und Tore.
Und irgendwann spielt sich der Fußball selbst frei.
Kann man machen, aber wie schon die alten Lateiner wussten:
Hättest Du geschwiegen wärest Du ein Philosoph geblieben!
Gott sei Dank wurde das Ganze bekannt nachdem Trump oder sein Umfeld sich dafür auch noch brüsten müssen.
Denn ja, ich glaube sehr wohl auch dass bei den Amis so ein schlechtes Gefühl und bei den Belgiern ein „so nicht!“ da entscheidend mitgespielt hat, so dass es nicht nur ein Sieg sondern obendrein ne schöne Klatsche wurde.
Für mich so wie gelaufen das bisherige Highlight der WM in Punkto „am Ende wird alles gut“…
Aus dem dem aktuellen US-Präsidenten wäre so oder so kein Philosoph geworden. Aber es zeigt, dass man den Sport dort eben nicht versteht.
Diesen Sport zumindest offensichtlich nicht.
Habt ihr mitbekommen, wie T. - unter anderem - seine Intervention begründet hat? Er sehe ja ein, dass Sportler in einem aktuellen Spiel vom Platz gestellt werden könnten. Aber in einem Spiel, das noch gar nicht stattgefunden habe?! Das sei doch eine schreiende Ungerechtigkeit…
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Gibts denn schon Infos, wie hoch die neuen Zölle für belgisches Bier und Schokolade sind? Im Moment noch ein Witz-Post und morgen ist es dann Realität.
Nicht um die Trump-Infantino-FIFA-Shitshow irgendwie zu relativieren, aber diesen Aspekt finde ich durchaus nachdenkenswert.
Für uns ist es normal, dass ein Spieler nach einer Roten Karte rausfliegt, das Team bis Spielende in Unterzahl spielt und der Spieler außerdem noch für Folgespiele gesperrt wird (letzteres sogar nach einer gewissen Anzahl Gelber Karten).
Aber rein denklogisch ist das ja weder die einzig mögliche noch einzig richtige Option damit umzugehen. In den meisten Sportarten ist das anders, softer:
- Im Basketball gibt es Matchstrafen für Spieler, aber nie Unterzahl. Sperren für Folgespiele gibt es wegen normaler Matchstrafen in der Regel nicht.
- Im Handball gibt es Unterzahl als Zeitstrafe und Matchstrafen. Matchstrafe bedeutet aber auch nur temporäre Unterzahl. Sperren für Folgespiele gibt es wegen normaler Matchstrafen in der Regel nicht.
- Im Eishockey gibt es Unterzahl als Zeitstrafe und Matchstrafen. Sperren für Folgespiele gibt es, aber deutlich seltener als im Fußball, und meines Wissens nach nur wegen sehr harter Fouls.
- Im American Football gibt es keine Unterzahl, nie. Matchstrafen für Spieler sind immer nur Individualstrafe. Sperren für Folgespieler sind auch eine absolute Seltenheit.
- Usw.
Mein erster Gedanke war “ja, und?”
Da dein Gedanke jedoch durchaus fair und gut dargelegt ist, meine Gedanken dazu:
Wenn eine Strafe nicht für Folgepartien gelten kann, ist eine Strafe gegen Spielende weniger schwer bis fast nicht mehr relevant. Führt das evtl zu mehr Härte (und entsprechend höherem Verletzungsrisiko gegen Spielende)?
Eine Strafe für Folgepartien betrifft den einzelnen Spieler, nicht das Team. Das Team darf im nächsten Spiel ja wieder zu elft spielen.
Strafen gibt es für Fouls. Neben Störung des Spielfluss, etc. bergen Fouls auch ein Verletzungsrisiko in sich, welches den anderen Spieler ggfs. auch für Folgepartien aus dem Spiel nimmt. Daher finde ich es nur fair, wenn die Strafe den, der das Foul begeht, ebenfalls für Folgepartien aus dem Spiel nehmen kann.
Ja, im Eishockey hast Du entweder 2 Minuten oder auch mal 5 Minuten und dann halt noch x Minuten + Spieldauer, wo der Spieler dann für den Rest des Spiels komplett raus ist. Unterzahl wird dann aber nur für die x Minuten gespielt, die sitzt dann ein anderer Spieler ab.
Und, wie Du schon gesagt hast, mehrere Spiele Sperre gibt es dann immer nachträglich und das nur bei ganz schlimmen Fouls, wie z.B. bei Fabio Wagner, der diese Saison nach einem wirklich schlimmen Foul für 14 Spiele gesperrt wurde.
Das Problem ist, dass wir uns vorstellen können, dass es auch andere Wege der Bestrafung gibt. Der Mann in Orange und seine Jünger können das nicht.
Der Punkt an sich ist absolut valide - und wurde ja auch schon hier und andernorts mehrfach angesprochen und diskutiert, ob es andere Möglichkeiten der Bestrafung (blaue Karte, indirekter Freistoß im Strafraum, etc.) für verschiedene Vergehen geben könnte…
Nur, das müsste ja immer vor Beginn eines neuen Wettbewerbs (WM, Saison oder dergleichen) festgelegt werden - und nicht währenddessen geändert und somit unterschiedlich zu vorigen Entscheidungen im selben Wettbewerb gehandhabt werden.
Das stimmt so nicht. Spieldauer Strafen ziehen auch Sperren in Folgespielen nach. Das Handling ist dann meines Wissens wieder ligaabhängig. Das ist noch schlimmer.
Im Prinzip hast du recht. Ein Platzverweis in der Nachspielzeit lässt den/die nächsten Gegner profitieren
Nicht nur den nächsten, eigentlich. Auch den jeweils gegenwärtigen, sofern man der Roten Karte präventive Wirksamkeit zugesteht, was v.a. in der K.O.-Phase einer WM plausibel ist. Denn bereits vor jedem Foul wissen die Spieler, dass sie sowohl sich selbst als auch ihr Team als Ganzes massiv schwächen und ein Weiterkommen unwahrscheinlicher wird, so das Foul rotwürdig ausfallen würde. Bis zum Moment, da wirklich gefoult wird, kommt diese Wirkung also den aktuellen Gegenspielern zu Gute.
Wird eine unabsichtlich hart ausgefallene Aktion mit Platzverweis und Sperre bestraft, fällt diese Argumentation natürlich in sich zusammen. Weswegen diese ohnehin schwer mögliche Unterscheidung keine Rolle spielen sollte.
Unterzahl für den Rest eines Spiels gibt es außer beim Fußball nur noch beim Rugby, oder?
Warum man dann auch automatisch immer noch mindestens das nächste Spiel verpassen muss, erschließt sich mir nicht. Diese Regel muss mMn nicht in Stein gemeißelt bleiben, v.a. weil viele rote Karten mittlerweile auch erst nach VAR-Eingriff gegeben werden. Dass Zeitlupen mitunter Vergehen schlimmer aussehen lassen, als sie tatsächlich waren, wird auch oft betont und ich finde, dass man dann schon von dem Automatismus mit der Sperre abkommen dürfte.
Beim Handball folgt auf die Rote Karte 2-minütige Unterzahl. So eine 2-Minuten-Strafe wird während eines Spiels allerdings auch ohne Rote Karte immer mal wieder ausgesprochen. Während es beim Fußball also der seltenen Roten Karte bedarf, damit ein Team in Unterzahl spielen muss, kommt dies beim Handball ständig vor.
Außer der Roten Karte gibt’s beim Handball dann noch die Blaue Karte (bei besonderem Schweregrad). Diese hat zur Folge, dass eine nachträgliche Überprüfung erfolgen muss, womit Spielsperren drohen.
Mir scheint man beim Handball also einfach feiner justieren zu können als beim Fußball. Vielleicht liegt das vor allem an der im Vergleich kleineren Teamgröße, durch die eine Unterzahlsituation deutlich nachteiliger gerät.
Woran willst du es denn knüpfen?
Kann dann einer zum Ende des Spiels einfach einen umsensen, weil er dann ja lediglich ein paar Minuten fehlt?
Würde die Regel nicht ändern. Macht für mich Sinn.
Februar 2023. Upamecano sieht in der 8. Minute eine (von vielen sogar als Fehlentscheidung gesehene) rote Karte, wegen einer vermeintlichen Notbremse. Bayern spielt fast das gesamte Spiel in Unterzahl, verliert und muss dann im nächsten Spiel auch noch auf den Spieler verzichten.
Das ist ein konkreter Fall, der mMn die Unsinnigkeit der bestehenden Regel zeigt. Du möchtest sie beibehalten, weil sonst jemand über die Stränge schlagen könnte.