Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 2)

Bezaubernd… “Wild Horses” für die Schmusepferdchen…

1 „Gefällt mir“

Ist eigentlich nicht ganz mein Genre, aber ich bin auf dieses Video gestoßen, das momentan überall für Schlagzeilen sorgt.

Ich möchte es ganz besonders @Lukenwolf1970 und @willythegreat ans Herz legen (und auch allen anderen Lehrern…). Es atmet gewisse Vibes, die mich an Pink Floyd erinnern - Hey teacher, leave us kids alone :wink:

Just kidding:

Das Ding ist ein inszenatorisches Meisterwerk, hammerharte Choreographie. Bleibt dran, auch wenn es am Anfang stockt oder irritiert - es lohnt sich! Entwickelt eine unglaubliche Kraft, die ich schon länger nicht mehr gespürt hab.

Auch musikalisch!

2 „Gefällt mir“

Lieber @cheffe: vielen Dank für das Teilen! Ich erkenne auch unbedingt an, dass das meisterlich inszeniert und choregroaphiert ist, der Song ist sehr treibend, gefällt mir auch sehr gut!

Aber jetzt mal „Butter bei die Fische“: das hat doch mit „Another brick in the wall“ so viel zu tun wie etwa Michael Jackson mit Lou Reed. Das eine ist ein perfekt inszenierter Popsong, das andere hat einen gewissen Hintergrund :slightly_smiling_face:.

Mein persönliches Gefühl nach etwa 1500 km an diesem Wochenende: „Road to nowhere“:

3 „Gefällt mir“

Sure :wink: .

Wobei ich ja nur von Vibes sprach. Und sagen wir so: Die Nummer ist deutlich näher an Floyd als Jackson an Reed :grinning_face_with_smiling_eyes: .

Ich meine, abseits des übergeordneten gesellschaftlichen Kontextes scheint es hier doch um einen klassischen Bully zu gehen. Da ist ‘ne Menge (ungutes) Testosteron zu spüren. Wie das dann schließlich in eine überbordende Tanz(!)-Choreo überführt wird, finde ich irgendwie… cool und beeindruckend.

1 „Gefällt mir“

Vielen Dank für dieses Video mit dieser grandiosen Choreographie. Habe es im Fitnesscenter auf 3Sat Kulturzeit gesehen. So super. Auf dem Monitor links daneben lief Deluxe Musikkanal mit halbnacktem Ti**** - Gewackele. Welten!

1 „Gefällt mir“

Der (u.a.) SZ-Journalistin Johanna Adorjan verdanke ich einen Tipp, der mir eine harte Woche versüsst…

Die Hamburger Musikerin SOPHIA KENNEDY hat da vor kurzem ein echtes Kleinod rausgebracht, bisher leider nur als Audio-Version. Aber das spiele ich momentan grad in Endlosschleife.

Und ja, natürlich evoziert die Kennedy da aber sowas von die große Hildegard Knef. Warum auch nicht. Die deutsche Sprache kann so schön sein. Und Sophia Kennedys Stimme trägt das absolut, sonst singt sie ja überwiegend englisch, gerne im Zusammenspiel mit Mense Reents von den Goldenen Zitronen.

3 „Gefällt mir“

hab ich auch mal versucht… :partying_face::zany_face:

1 „Gefällt mir“

grandiose Doku!

Dokumentationen: Udo Lindenberg und das Panikorchester - https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTIwMDExOA

1 „Gefällt mir“

Das gefällt mir gut! Klasse! :partying_face:

1 „Gefällt mir“

Ian Curtis, Sänger und Songwriter von Joy Division, starb heute vor 46 Jahren - ein tragisches Ende eines jungen Lebens durch Selbstmord im zarten Alter von gerade mal 23 Jahren. Wie nicht wenige andere Musiker kämpfte auch er mit einem gewissen Drogenkonsum, hinzu kamen sehr leider gesundheitliche Probleme durch seine Epilepsie.

Eine sehr kurze Karriere fand daher ein viel zu frühes Ende, ihm zu Ehren „Love will tear us apart“:

8 „Gefällt mir“

Danke @Lukenwolf1970 für das Teilen einer meiner großen Lieblingsbands respektive eines meiner großen künstlerischen Helden, Ian Curtis. Bei der Gelegenheit kann ich auch den Film über Curtis’ kurzes Leben, CONTROL, sehr empfehlen. Ist das Regiedebüt des großen Fotografen Anton Corbijn, in Schwarz-Weiß gedreht. Corbijn war ein enger Freund der Band.

Um der so lebensrettend-tragischen Geschichte um Ian Curtis’ Musik etwas gegenüberzustellen, mein heutiger Musiktipp aus ebenso nostalgischen Gefilden.

Es ist nur äußerst selten der Fall:

Eine deutsche, auf Englisch singende Band, die Popmusik auf internationalem Niveau präsentiert. Wo man nie davon ausginge, es handelte sich um eine deutsche Band, wüsste man es nicht besser, und auch ohne spezifisch deutsche Herangehensweise (a la KRAFTWERK oder so). Die JEREMY DAYS fallen mir da ein.

Und eben:

die RAINBIRDS.

Katharina Franck hält die Band bis zum heutigen Tag am Leben, unter wechselnden Besetzungen und auch sich verändernder musikalischer Ausrichtung. Ich mochte alle Varianten, weil ich Francks Stimme für eine der ganz, ganz großen halte, die wir in Deutschland hatten und haben.

Als sie damals mit ihrem Signature-Hit BLUEPRINT plötzlich die (noch relevanten) Charts stürmten, hatte ich eine neue Lieblingsband gefunden. Den ganz großen Durchbruch haben sie nicht geschafft, wohl auch wegen musikalischer Differenzen, aber bis heute sind die RAINBIRDS existent - grade eben haben sie in München ein, wie man hört, triumphales Konzert gegeben: mit fast allen der bisherigen Besetzungs-Mitglieder…

7 „Gefällt mir“

ich habe keinen blassen Schimmer weshalb und auch nicht woher ich diese Verknüpfung im Hirn habe… aber immer wenn ich den Namen Rainbirds lese/höre denke ich nicht an Blueprint… sondern an Crash von The Primitives… :laughing:

egal - tolles Lied!

3 „Gefällt mir“

Ein Song der bei mir unweigerlich und sofort gute Laune auslöst. Und viele schöne Erinnerungen. :+1:

3 „Gefällt mir“

Kurzzeitig war auch Rodrigo Gonzales dort Gitarrist. Heute spielt er Bass bei den Ärzten.

1 „Gefällt mir“

Äußerst sehenswerte Doku zur Entstehung des letzten Studio-Albums der “Hosen”, das Ende Mai rauskommt.

1 „Gefällt mir“

Michael Beckmann von den Rainbirds spielt heute Bass bei Fehlfarben.

2 „Gefällt mir“

Ich hatte mich schon gefragt, ob ihn jemand auf dem Video erkennt… :wink:

1 „Gefällt mir“

durch meine Schulter-OP und ihre Folgen verbringe ich momentan viiiiel Zeit daheim - natürlich mit viel Musik!

ich höre sie aber nicht nur sondern kam auch auf die Idee, mich mit Hilfe der gängigen AI/KI-Programme systematisch mit der Analyse meiner Vorlieben zu beschäftigen - äußerst spannend!!!

als Grundlage diente meine Musikdatenbank bei last.fm (https://www.last.fm/de/user/folkfriend1980) und „Gespräche“ mit den Apps - verwendet habe ich Chat GPT, Co-Pilot und Gemini…

unfassbar, was die an Analysen und Berichten liefern - zwei Beispiele möchte ich mit euch teilen:

einmal eine quasi wissenschaftliche Aufbereitung aller gut 475.000 gehörter Stücke seit Juli 2008 und einmal eine kleine literarische Zusammenfassung der Entwicklung:

Der transzendentale Echoraum: Eine musikologische Rekonstruktion und datengestützte Analyse der Hörerbiografie von folkfriend1980 (2008–2026)


:open_book: Kapitel: Der lange Ton – Eine musikalische Biografie

Es beginnt nicht mit Stille.

Es beginnt mit Lärm –
mit verzerrten Gitarren, treibenden Rhythmen, dem Gefühl, irgendwohin zu müssen, ohne zu wissen, wohin genau. Sommer 2008. Musik ist noch kein Zuhause, sondern Bewegung. Ein Motor. Etwas, das antreibt.

Da sind Stimmen, die laut sind, direkt, fast fordernd. Punk, Rock, erste Hymnen. Sie sprechen von Rebellion, von Aufbruch, von Straße und Nacht. Und doch – darunter liegt etwas anderes, kaum greifbar: eine leise Sehnsucht, die sich in diesen frühen Jahren nur kurz zeigt, fast wie ein Schatten hinter der Energie.

Es ist noch nicht klar, wonach gesucht wird.
Aber die Suche hat bereits begonnen.


Dann verändert sich etwas.

Es ist kein plötzlicher Bruch, kein Umsturz. Eher ein langsames Öffnen, wie eine Tür, die man vorher gar nicht gesehen hat. Zwischen all den lauten Stücken tauchen Stimmen auf, die anders klingen: älter, ruhiger, erzählend.

Ein Lied endet nicht mehr einfach – es bleibt stehen.
Ein Refrain ist nicht mehr nur eingängig – er trägt etwas.

So beginnt die zweite Phase: nicht mehr Bewegung, sondern Ankommen.

Irische Melodien, schottische Balladen, Stimmen, die Geschichten erzählen, die älter wirken als alles, was vorher war. „The Parting Glass“, „The Green Fields of France“, „Carrickfergus“. Lieder, die nicht nur gehört werden, sondern durchschritten.

Sie erzählen von Abschied, von Verlust, von Heimat.
Und plötzlich ist Musik nicht mehr nur Klang –
sie wird Erinnerung, sogar dann, wenn das Erinnerte nie selbst erlebt wurde.

Hier entsteht das Zentrum.
Ein musikalischer Ort, zu dem immer wieder zurückgekehrt wird.


Doch wer Heimat findet, entdeckt früher oder später auch deren Dunkelheit.

Die dritte Phase beginnt leise. Zunächst unmerklich. Die Melodien bleiben, aber sie verlieren ihre Leichtigkeit. Die Stimmen werden ernster, die Räume größer, die Stille zwischen den Tönen bedeutungsvoller.

Dann tritt ein Klang hinzu, der vorher nicht da war:
Tiefe.

Bands wie Rome, später dunklere Atmosphären aus Post‑Black und Neofolk, eröffnen eine neue Dimension. Musik wird nicht mehr nur emotional – sie wird reflexiv. Sie stellt Fragen, wo vorher Antworten standen.

Was bedeutet Erinnerung?
Was bleibt von Geschichte?
Was ist Verlust wirklich?

Hier wird das Hören intensiver.
Nicht im Sinne von Lautstärke – sondern in der Dichte.

Ein Song ist nicht mehr nur ein Song.
Er ist ein Zustand, ein Raum, oft ein ganzer Gedankengang.


Und dann, fast unmerklich, geschieht etwas Entscheidendes: Alles beginnt, sich zu verbinden.

Die Balladen der ersten Jahre.
Die Dunkelheit der späteren Phase.
Die Energie des Anfangs.

Nichts verschwindet – es ordnet sich neu.

Die vierte Phase ist eine Phase der Weite. Musik wird filmisch. Stücke werden länger, ruhiger, fließender. Stimmen wirken weniger wie einzelne Erzähler und mehr wie Teile eines größeren Ganzen.

Man hört nicht mehr nur Lieder –
man bewegt sich durch Landschaften.

Ein Folkstück kann plötzlich dieselbe Stimmung tragen wie ein Ambient-Track. Ein Punklied kann dieselbe emotionale Funktion erfüllen wie eine Ballade. Grenzen verlieren an Bedeutung.

Es entsteht etwas, das man kein Genre mehr nennen kann.

Es ist ein System aus Stimmungen.


Und dann kommt der Höhepunkt.

Nicht laut, nicht spektakulär – aber umfassend. In diesen Jahren erreicht das Hören eine bisher unbekannte Breite. Neue Künstler, neue Richtungen, neue Kombinationen. Die Musik wird zu einer Art Weltkarte.

Hier ein irisches Trad-Stück.
Dort atmosphärischer Post‑Black.
Dann wieder elektronische Ambientflächen.
Und irgendwo dazwischen immer wieder die vertrauten Stimmen der alten Balladen.

Es ist die Phase der Expansion.

Nicht, weil etwas fehlt – sondern weil alles miteinander in Beziehung gesetzt wird.

Man hört nicht mehr, um etwas zu finden.
Man hört, um zu verstehen, wie alles zusammenhängt.


Und dann passiert das vielleicht Unerwartetste von allem:
Die Bewegung verlangsamt sich.

Nach all der Weite, all der Vielfalt, all den Stimmen tritt eine neue Klarheit ein. Die Musik wird einfacher. Strukturierter. Stiller.

Mozart. Vivaldi. Telemann.

Hornklänge, die den Raum nicht füllen, sondern definieren. Melodien, die nicht drängen, sondern sich entfalten. Formen, die nicht überraschen wollen, sondern bestehen.

Es ist keine Rückkehr.
Und auch kein Rückzug im klassischen Sinne.

Es ist eine Verdichtung.

Alles, was vorher da war – die Sehnsucht, die Melancholie, die Weite – ist noch vorhanden. Aber nicht mehr verteilt auf viele Stimmen. Sondern konzentriert.

Ein einzelner Ton kann jetzt das tragen, wofür früher ganze Songs nötig waren.


Und so endet dieses Kapitel – vorläufig.

Nicht mit einem Höhepunkt, nicht mit einem Abschluss.
Sondern mit einem Bild:

Ein weiter Raum.
Früher gefüllt mit Stimmen, Instrumenten, Geschichten.
Jetzt klar, ruhig, fast leer.

Und in diesem Raum:
ein Horn.

Ein einzelner Ton, der nicht drängt, nicht erzählt, nicht fordert.

Sondern einfach da ist.

Und vielleicht ist genau das die Essenz dieser musikalischen Reise:

Nicht die Suche nach immer neuen Liedern.
Nicht die Sammlung von Genres.

Sondern das langsame Verstehen,
dass Musik – in all ihren Formen –

immer auf dasselbe hinausläuft:

:backhand_index_pointing_right: auf einen Moment,
in dem alles gesagt ist,
ohne laut zu werden.

2 „Gefällt mir“

ich habe heute entdeckt, dass wir in unserem beschaulichen Haan tatsächlich einen exquisiten Künstler aus dem Undergroundbereich des DSBM/Blackened Death Metal haben - vielleicht für @Gonzalo20 interessant:

Tom Gekas

:black_heart:

1 „Gefällt mir“