MSR409: Boateng, BVB und die Bayern Frauen

Da gebe ich dir recht, sobald die private Gewalt vor Gericht in die Öffentlichkeit kommt. Bleibt die Gewalt in den eigenen 4 Wänden, bleibt auch die Lösung dort. Ich hatte in meinem vorhergehenden Beitrag ein Problem die Schwere der Gewalt, die Grenze auszudrücken, wann sie öffentlich wird, da es keine Grenze gibt. Gewalt kann nicht toleriert werden.

Und ich bin schon lange genervt davon, dass mir ständig unterstellt wird, ich wolle Boateng schützen oder verteidigen.
Ich habe ein Problem mit eurem Rechtsverständnis, dass man sich ruhig ein Urteil aus der Ferne über jemanden bilden kann, auch wenn es um Vorwürfe geht, für die keine Beweise vorliegen.

Und wie auch schon wiederholt gesagt, ist das ein grundsätzliches Problem, das ich hier sehe. Jerome Boateng konnte ich noch nie ausstehen, auch bevor es die jetzigen Vorwürfe gab; ich könnte nicht weiter davon weg sein, ihn verteidigen zu wollen oder mir zu wünschen, dass er beim FC Bayern wieder irgendwie aktiv wird.

Geht das wirklich nicht in eure Köpfe rein, dass ich hier ein fundamentales Problem habe, das mich triggert, so wie @folkfriend von Gewalt gegen Fraun getriggert wird? Und dass das mit Boateng als Person nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, sondern nur mit der von euch gezeigten Geisteshaltung ??

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Dann sieh doch vielleicht einfach mal ein, was du konkret damit bezweckst, wenn du ständig und wirklich ständig immer und immer wieder mit deinem „ich will hier einfach nur mal allgemein diskutieren“ kommst, während alle über einen KONKRETEN Fall diskutieren.

Du verharmlost es damit und ziehst es von der konkreten Ebene weg. Warum wird dir das nicht deutlich? Ich verstehe es nicht. Dir geht es die ganze Zeit nur um unkonkrete, fiktive Fälle, in denen der Täter ja auch das Opfer sein könnte. Warum? Welchen Sinn soll das konkret hier haben?

Und ich meine das nicht böse, ich habe in der Vergangenheit ja gesehen, dass du auch anders kannst, aber warum beharrst du hier so sehr darauf, vom konkreten Fall immer wieder in allgemeine Schlussfolgerungen zu driften? Weil potenzielle Täter auch keine Täter sein könnten? Warum werden solche Debatten nicht mindestens genauso oft über potenzielle Opfer geführt, die solange an einen Pranger gestellt werden, bis ein Gericht entscheidet? Warum wird nicht mindestens genauso oft darüber diskutiert, warum Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigungen und anderes nicht so leicht nachzuweisen sind? Über die Strukturen dahinter und die Aspekte, die jemand durchlaufen muss, um überhaupt eine kleine Chance auf Anklage und Urteil zu haben? Warum wird so oft (auch wir in unserem Podcast) darüber gesprochen, wie man Täter wieder resozialisiert, aber fast nie darüber, wie man Opfer und ihre Angehörigen wieder in die Gesellschaft integriert? Warum wird fast nie darüber gesprochen, wie wir präventiv mehr Fälle verhindern können? Wie kann man erreichen, dass Frauen ernster genommen werden, ihnen mehr zugehört wird und eben nicht solche Mythen ausgepackt werden wie „die will sich nur profillieren“?

Diese und mehr Fragen werden sich kaum gestellt. Ich habe den Eindruck, du fühlst dich hier als einsamer Kämpfer für eine andere Perspektive, aber die Perspektive des „vielleicht ist der Mann ja auch oft gar kein Täter und man sollte vorsichtig in der Bewertung sein“ ist gar nicht mal so selten, sondern streng genommen außerhalb dieses Forums der Standard. Dafür muss man sich doch nur den Fall Cristiano Ronaldo genauer ansehen. Es gibt die genannten Einzelfälle wie Kachelmann, aber die sind im Verhältnis selten. Auch wenn ihm das wenig hilft.

Ich bin ja bei dir, dass man nicht voreilige Schlüsse ziehen sollte, wenn man zu wenig weiß. Das Problem ist, dass wir in vielen Fällen sehr viel wissen und TROTZDEM immer wieder so getan wird, als wäre das nicht so. Und dann in diesen konkreten Fällen immer wieder mit der allgemeinen Ebene zu kommen, ist aus meiner Sicht eben verharmlosend.

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Boateng hat jetzt eine Makel, von dem er sich nie wieder erholt. Zurecht! Und jetzt trifft ihn auch noch das typisch deutsche Strafbedürfnis. Leute, lasst es gut sein…soll er doch beim Training zuschauen! Hoeneß sitzt am Tegernsee und betrachtet gerade entspannt seinen Entlassungsschein.

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ich verstehe das hoeneß argument einfach gar nicht. der mann ist im gefängnis gesessen hat mehrmals betont das er einen großen fehler in seinem leben gemacht hat. wo ist hier der vergleich zu boateng gegeben?

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Hallo Alex,

das ist schon sehr Tiefgründig:

  • Darf ein Fan oder eine Gruppe von Fans etwas dagegen haben, dass Jérôme Boateng beim FC Bayern hospitiert?
  • Dürfen diese Fans ihre Meinung auch für den Verein deutlich wahrnehmbar kundtun, beispielsweise mithilfe von Transparenten in der Kurve → wir haben in Deutschland freie Meinungsäußerung, somit dürfen ja. Finde ich es ok nein.
  • Dürfen andere Fans sich zu dem Thema eine Meinung bilden und diese beispielsweise in einem Podcast öffentlich diskutieren?
  • Darf der FC Bayern sich entscheiden, diesem Wunsch Folge zu leisten und Boateng nicht hospitieren zu lassen? → der Verein kann sich völlig frei entscheiden, natürlich.
  • Darf er das auch, wenn er sich zunächst noch anders entschieden hatte? → Auch kann der Verein seine Meinung ändern.

An welcher Stelle dieses Prozesses setzt Ihr aus und was findet Ihr daran falsch? → Grundsätzlich finde ich eben diese „Hexenjagd“ falsch. Gerade ein Podcast mit dieser Reichweite sollte sich in meinen Augen schon bewusst sein was er damit anrichten kann. Es werden ja auch nicht die Pyro Zündler namentlich genannt, oder die Schläger aus der Bayern Kurve. Für mich sind alle Menschen gleich, und ich unterscheide nicht ob die Gewalt gegen Frauen oder Männern, Weiß oder Schwarz etc . geht. Ich habe bei dem Podcast irgendwie das Gefühl das dieser „Mißbraucht“ wird um seine Private Einstellung öffentlich zu machen, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das Gefällt mir eben nicht, daher bin ich auch dafür diese Themen strickt zu trennen. Justin hat sich anders entschieden, als „CHEF“ von MSR sein gutes recht, aber ebenso kann ich das kritisieren.

Wenn wir als Counterfactual das Jahr 2025 durch das Jahr 2011, „Jérôme Boateng“ durch „Manuel Neuer“ und „hospitieren“ durch „sich anschließen“ ersetzen, wäre Eure Meinung immer noch die gleiche? → verstehe nicht ganz, bzw. bin mir nicht sicher was du damit meinst ? Meinst du die KOA Neuer Schilder ?

Abschließend:
wir sind ein freies Land jeder kann sagen was er möchte, allerdings sollte er sich auch der Tragweite bewusst sein gerade in einem öffentlichen Raum.

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Das mit dem Urteilen war auf Mitmenschen bezogen. Natürlich hat das Gericht die Aufgabe zu urteilen.

Und in Bezug auf Reue vor Vergebung…„vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“. Das setzt keine Reue oder Einsicht voraus.
Ich finde es ist auch nochmal anders, wenn man selbst betroffen ist oder nah dran ist. Ich würde ihm wahrscheinlich nicht vergeben können, wenn es meine Schwester oder Frau wäre aber das ist nicht das Thema. Es geht um das Prinzip und mir geht es um das Anrecht der Öffentlichkeit auf etwas. Finde nicht, dass es der Gesellschaft zusteht über den Gerichtsbeschluss hinaus noch bestrafende Maßnahmen zu fordern.

Ich finde, dass er zu milde davongekommen ist und ich würde ihm in meiner Firma keinen Job geben. Aber das heißt nicht, dass ich sauer sein sollte, wenn jemand anderes aus seinem Umkreis das anders sieht und ihm einen Job geben will. Ich finde nicht, dass mir das zusteht.

Da ich auhc Teil des Podcasts war, will ich kurz nochmal einige Sachen anmerken, die bisher ungesagt geblieben sind:

Mich stört sehr, wie hier über den Diskurs rund um Boateng geredet wird. Egal, welcher Meinung man ist, das ist niemals eine „Hetzjagd“, „Hexenjagd“ oder „Cancel Culture“. Im Podcast wurde auf Basis der Faktenlage über eine potenzielle Hospitanz von Boateng diskutiert. Wenn man mal wissen will, was eine Hetzjagd ist, dann darf man sich gerne etwas mehr mit dem Fall Boateng beschäftigen (@Claus): Opfer einer solchen wurde nämlich Kasia Lenhardt – durch Boateng und Springer. Das hat sie im Endeffekt in den Tod getrieben.

Etwas, das im Podcast auch nicht zur Sprache kam: Sein Weiterbestehen (es ist keine Rückkehr, er war nie weg) im Fußball ist auch deshalb problematisch, weil es genau das System Profifußball war, das ihm große Teile seines Fehlverhaltens erst ermöglicht hat. Konkret rede ich hier von einseitigen Verschwiegenheitserklärungen und Machtmissbrauch, die im Fußball üblich sind (auch das wüsste man, hätte man sich mit dem Fall beschäftigt). Ein verurteilter Täter darf also unter den gleichen Umständen im gleichen System weiter walten – ohne Einsicht zu zeigen. Das ist nicht nur keine ‚Resozialisierung‘ – das ist das Gegenteil. Damit wird verhindert, dass der Täter wieder ein funktionierender Teil der Gesellschaft wird.

Und noch eine Kleinigkeit zum Schluss, weil hier immer so abstrakt gesagt wurde, dass man über die Strafe diskutieren kann: Die – meiner Meinung nach zu milde – Strafe war eine Geldstrafe unter Vorbehalt. Um den zu erfüllen, musste er 100.000 € spenden – die Hälfte von den 40 Tagessätzen, die er andernfalls hätte zahlen müssen. Warum das zu milde ist kann ich kurz aufdröseln:

  • Einerseits war die Rechnung seines Tagessatzes natürlich glücklich für ihn gewählt, der lag zu diesem Zeitpunkt niedriger als an den meisten anderen Punkten des Prozesses.
  • Auch die Menge an Tagessätzen war deutlich milder als beim ersten Urteil, bei dem er zu 120 Tagessätzen verurteilt wurde (Das wären damals 1,2 Millionen € gewesen). Der Prozess wurde dann wegen Rechtsfehler neu aufgerollt. Das bedeutet, dass sich nichts an der Faktenlage geändert hat. Das Urteil wurde auf gleicher Grundlage gefällt. Nur wurden beim ersten Prozess verfahrensrechtliche Fehler gemacht.
  • Hier ging es nur um einen Fall. Der Fall Kasia Lenhardt wird nie vor Gericht landen, aus Mangel an Beweisen. Das liegt zu großen Teilen daran, dass das Opfer tot ist. Hier davon zu sprechen, Boateng sei unschuldig, ist mindestens uninformiert.
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der fc bayern setzt sich für gewisse werte ein und transportiert immer wieder wie wichtig ihm das engagement beim thema frauen ist. das steht einfach in völliger diskrepanz zu einem dzt. verhalten von JB. was ist daran schwer zu verstehen dass man dann etwas enttäuscht ist von einem FCB der dieses thema wegwischt mit „es geht um ein paar spiele beobachten, ich denke man muss das thema nicht größer machen als es ist“

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Hi @Claus, zunächst einmal danke für Deine Antwort. Freut mich.

Gibt es für Dich Umstände, unter denen Du damit einverstanden wärst, dass Fans eines Vereins öffentlich gegen die Beschäftigung eines Spielers oder eines Trainers (oder eines Sportdirektors, …) protestieren, oder ist das für Dich grundsätzlich zu kritisieren?

Mit anderen Worten: Gibt es auch Umstände, unter denen ein Protest gegen die Verpflichtung oder Beschäftigung eines Spielers in Deinen Augen keine „Hexenjagd“ wäre, sondern zulässig? Waren zum Beispiel (nur als einfaches Beispiel) die Proteste gegen die Verpflichtung von Manuel Neuer im Jahr 2011 in Deinen Augen okay, oder war das auch eine „Hexenjagd“?

Wenn es zulässige und unzulässige Fälle von öffentlichem Protest gegen die Beschäftigung oder Verpflichtung eines Spielers gibt, wobei der Fall Boateng ein Beispiel für die unzulässigen Fälle ist, was unterscheidet die beiden in Deinen Augen?

Die öffentliche Meinungsbekundung an sich ist für Dich nicht das Problem, sondern die Reichweite. Welche Probleme ergeben sich denn aus der Reichweite Deiner Meinung nach? Warum ist Justins öffentliche Meinungsäußerung im Fall Boateng schlimmer oder verwerflicher, wenn davon 10.000 Personen statt, sagen wir, 10 oder 100 Personen mitbekommen? Inwiefern macht das einen Unterschied? Und für was?

Ich versuche Dich nur zu verstehen.

Es geht mir zwar nicht darum, dass ein Täter auch Opfer sein könnte, sondern schlicht um die prinzipielle Frage, wie gehe ich mit der prinzipiellen Unsicherheit nicht schlüssig beweisbarer Vorwürfe um, aber davon abgesehen kann ich dir gerne erklären, „warum“: ich habe hier von der Petition gelesen und für mich selbst abgewogen, ob ich mich beteiligen will. Der erste Impuls war: klar, unterschreib – da ich, wie oben schon geschrieben, noch nie ein besonders hohe Meinung von Boateng hatte und die Vorwürfe im Grundsatz (d.h. die gerichtlichen Verhandlungen und Urteile) kannte.

Um meine Gedanken zu klären, hilft mir persönlich dann am besten die Abstraktion, denn dann kann ich persönliche Gefühle, die die Bewertung beeinflussen, ausblenden. In der abstrakten Version gibt es eine gerichtliche Verwarnung wegen in einem Streit ausgeübter Gewalt, gefolgt von der expliziten Aussage der Richterin, dass das Bild des notorischen Frauenschlägers nicht haltbar sei. Und viele Recherchen drumherum, die ein bestimmtes Bild zeichnen, sehr plausibel sind, aber halt trotzdem keine Beweiskraft haben.

Auf der Basis hätte ich die Petition nicht unterschrieben. Solange auch nur die geringste Chance besteht, dass ich jemanden damit unrecht tue, setze ich meinen Namen nicht unter eine Petition. Daher habe ich mein Bedenken hier geäußert, und in der Tat haben mich dann einige (auch von Dir) angeführte Argumente überzeugt, es doch zu tun - etwa Boatengs Bild-Interview oder das unsägliche Bild mit Till Lindemann. Beides zeigt für jedermann nachvollziehbar charakterliche Eigenschaften, die für mich jenseits von allem anderen schon ausreichen würden, ihn beim FC Bayern nicht sehen zu wollen.

War der Thread hier dann der richtige Ort, meine prinzipiellen Bedenken zu äußern, um meine Gedanken zu klären? Einerseits wohl nein, weil hier alle anderen wohl nur konkret zu Boateng diskutieren wollen und – dich eingeschlossen – mir dauernd Verharmlosung des Falles Boateng vorwerfen. Andererseits ja, weil ich tatsächlich meine Gedanken klären konnte; und ich habe gelernt, dass ich offenbar der Einzige (oder einer von wenigen) bin, der es aushalten kann, über eine Person und seine Taten sich kein abschließendes Urteil zu bilden, wenn keine gerichtsfesten Beweise vorliegen.

Abschließend noch kurz zum Thema „sollten wir hier nicht besser viel mehr darüber diskutieren, wie wir Frauen besser schützen können (oder sie sich selbst)?“ – natürlich, gerne, ist dringend notwendig. Aber für mich dann bitte am liebsten auch abstrakt, ohne Bezug zu einem konkreten Fall, damit wir uns gegenseitige emotionale Äußerungen sparen können und stattdessen zielorientiert über die Sache sprechen können – d.h. was können wir ganz konkret tun, um Verbesserungen herbeizuführen.

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nö waa du schreibst sind halt keine Fakten sondern Mutmaßungen und deine Meinung bzw die Meinung vieler.

Fakt ist nur, er wurde verurteilt und hat eine Strafe bekommen die das Gericht für angemessen hält. Die Meinung einiger es war zu milse

Fußball Vergleich Tor von Kane am Samstag… Fakt das Tor zählt … Meinung einiger es war Foul

Fakt ist das andere Verfahren wurde eingestellt da es keine Beweise gibt (der Grund ist tragisch) Somit gilt er als Unschuldig… Die Meinung vieler, wir sind überzeugt das er Schuldig ist.

Wer war dabei hat es mit eigenen Augen gesehen?

Ich halte mich an die Fakten… somit hat er seine Strafe abgesessen wo er Schuldig war und somit hat er das Recht unbrdcholden weiter zu leben.

Wer jetzt Spekulationen verbreitet und weiterhin mit dem Finger auf ihn zeigt macht eine " Hetzjagd" mir fällt kein besseres Wort ein sorry, vielleicht kann man das auch gemäßigter ausdrücken.

Ich verharmlose nichts … ich nehme Boateng nicht in Schutz… ich halte mich an die Fakten. Welche ja auch im Podcast so genannt wurden.

Ihr seit beide noch jung und es fehlt euch eben an Lebenserfahrung… oft sind Dinge dann doch anders als sie scheinen … Ein Beispiel wurde ja schon genannt Kachelmann …

Sicherlich läuft in der Justiz nicht immer alles gerecht und ebenso spielt Geld eine große Rolle, wer die besten Anwälte hat kommt auch fast immer am besten weg … ein Gesellschaftsproblem

Aber trotzdem müssen wir die Urteile so akzeptieren wie sie gefallen sind …

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Ich verstehe deine Absicht mit diesen Fragen nicht ganz. Natürlich und selbstverständlich darf jeder seine eigene Meinung haben und vertreten.

Die Antwort zu allen Fragen ist ja, dürfen sie/darf man. Hat jemand hier behauptet, dass es nicht erlaubt ist?

Als Gegenfrage, darf man diese Meinungen oder Aspekte der Meinungen kritisieren/diskutieren? Darf man als Hörer des Podcast sich kritisch zu gewissen Meinungen äußern und diese diskutieren? Scheint irgendwie nicht so zu sein oder zumindest antworten gewisse Leute nur selektiv und polemisch.

z.B. habe ich gefragt „Sollte der FCB vielleicht bei allen Mitgliedern erstmal ins Strafregister schauen und eventuelle Vorstrafen und Reue Gefühle abchecken? Es gibt sicherlich einige vorbestrafte Mitglieder des FCB und der Südkurve. Es ist nicht die Aufgabe vom FCB über die Justiz hinaus noch Richter zu spielen.” Meine Meinung bezieht sich nicht auf Meinungsfreiheit auf die du glaube ich anspielst, sondern auf die Frage ab wann etwas in aus der Vergangenheit als abgeschlossen gilt und wer bewerten soll ob es abgeschlossen ist oder nicht.

Natürlich darf man das. Aber was genau ist eigentlich das Problem? Einige Fans wollen nicht, dass Boateng beim FC Bayern hospitiert. Sie bekunden das öffentlich mit einem Transparent. Wo ist das Problem? Wie lautet die Kritik? Dass Fans zu dem Thema öffentlich schweigen sollten?

Du erwähnst immer wieder Boatengs Prozess und seine Schuld. Inwiefern ist das von Interesse? Inwiefern wird die Legitimation dieses Protestes davon beeinflusst, ob es sich bei dem Objekt der Kritik um eine Person mit Strafakte oder nicht handelt?

Ich habe nie behauptet, dass ich nur Fakten nenne. Ich habe gesagt, dass wir auf Faktenbasis diskutieren. Keine Ahnung, was du unter Diskussionen verstehst, aber in meiner Welt kommt da natürlich auch Meinung vor.

Nein, tust du nicht. Du hältst dich an die Fakten, die du kennst und die in dein Bild passen, und weigerst dich deinen Horizont zu erweitern.

Nochmal: Wir verbreiten keine Spekulationen. Das stimmt schlicht nicht. Wenn du nicht genug weißt, um das zu erkennen, hast du einfach nicht ansatzweise genug Ahnung, um dir zu der Causa ein Urteil zu bilden. Das ist auch grundsätzlich ok – niemand ist gezwungen sich zu informieren, aber dann musst du deine Uninformiertheit nicht an eine ganz so große Glocke hängen.

Doch. Egal, ob du unsere Meinungen zu dem Fall für richtig oder falsch hältst – du nimmst ihn diesen Meinungen und Aussagen gegenüber in Schutz. Wie sagen: Boateng sollte nicht beim FC Bayern arbeiten dürfen. Du sagts: Boateng sollte bei FC Bayern arbeiten dürfen. Das ist tatsächlich „in Schutz nehmen“.

Du bist alt, stur und musstest noch nie als eine marginalisierte Person in einer Gesellschaft leben. Also hast auch keine Ahnung. (Ich formuliere das hier bewusst spitz und aggressiv, weil ich aufzeigen will, was für ein dummes ad hominem Argument du da angebracht hast. Ich denke nicht wirklich so.)

Auch das ist falsch. Weder wir als Einzelpersonen, noch Miasanrot, noch die Südkurve muss das Urteil akzeptieren. Wir dürfen alle unsere eigenen Schlüsse daraus ziehen und diese auch öffentlich äußern. Nur weil ein Gericht etwas entschieden hat, heißt das auch, dass es gerecht ist (sowohl juristisch als auch moralisch übrigens – werden ja häufig genug Urteile wieder gekippt). Das müsstest du doch eigentlich wissen mit deiner gigantischen Goldgrube an Lebenserfahrung. Kurzum: Wir als Teil einer Gesellschaft dürfen Boateng verabscheuen, egal, was das Gericht entschieden hat.

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Doch, du verharmlost. Und du ignorierst Fakten, die du hier als Meinung darstellst. Du hast dich nicht im Detail informiert, das sieht man in jeder deiner Äusserungen.

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Vielleicht könnte MSR ja die konkreten Taten aufzählen, die Boateng begangen hat und für die er keine Reue zeigt und oben anpinnen.
Dann wäre es für jeden klar ersichtlich, auch für diejenigen hier, die sich nicht so tiefgründig mit diesem Fall befasst haben (Spiegel Podcast, Correctiv Recherchen etc.).
Ihr könntet euch da meiner Einschätzung nach einiges an Diskussionen sparen, hier wird oft aneinander vorbeidiskutiert. So kommt es mir zumindest beim Mitlesen vor.

Und ja, wenn man diskutieren möchte, sollte man sich selbst informieren, schon klar.
Das haben aber wohl nicht alle getan und diskutieren trotzdem Tage und Seiten lang mit euch.

Ja, und leider einige nur auf Stammtischniveau.

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Hallo Alex,

das Koa Neuer war eine Fan Reaktion weil man den Menschen / Fußballer nicht mochte aufgrund von bestimmten Handlungen im Fußball Umfeld. Kann man machen, diskreditiert aber den Menschen Neuer nicht, jedenfalls wenn man es Objektiv betrachtet. Wie schwachsinnig das war und wie viele jetzt nach einem Autogramm oder Trikot von ihm betteln die damals das Schild hochgehalten haben zeigt es ja schon. Und welchen Schaden diese Fans dem FC Bayern zugefügt hätten, wenn der Verein nachgegeben hätte, zeigt sich ja jetzt.

Bei Boateng ist es so, das hier viele nicht mit der Strafe seines Vergehens, seinem Verhalten einverstanden sind und in deren Meinung entgangen Strafe durch den Prozess der nicht statt gefunden hat. Es wird somit die Person diskreditiert, an den Pranger gestellt, obwohl die Fakten eben anders sind. Und Boateng wird ja nicht beschäftigt, er hat kein Vertragsverhältnis mit dem FC Bayern. Es macht für ich auch den Eindruck, eigentlich hätte man das schon lange Thematisiert es gab aber keine Gelegenheit und jetzt schlägt man zu.

Wenn ich sowas in meinen „eigenen“ vier Wänden diskutiere oder am Stammtisch, so hat das für den Menschen Boateng normalerweise keinerlei Auswirkungen. Wenn ich so etwas öffentlich tue, kann dies sehr wohl negative Folgen haben ---- und das ist ja von der Gruppe gewollt — obwohl es eben keine 100 % Beweise gibt und nur weil sie der Meinung sind das Urteil war zu Milde und er zeigt keine Reue, also spannt sich kein Kreuz auf den Rücken, geißelt sich und robbt durch ein Frauenhaus ---- SEHR ÜBERSPITZT DARGESTELLT.

Die Kritik lautet, dass man trotz legitimen und abgeschlossenen Verfahrens mit Bestrafung, weitere Strafen durch die Gesellschaft und in diesem Fall dem FCB fordert. Der FCB soll Boateng weiterhin (auf unbestimmte Zeit?) bestrafen in dem er ihn ausgrenzt und ablehnt. D.h. jeder Straftäter der vor X Jahren etwas begangen hat und schon bestraft wurde sollte keine Arbeit mehr erhalten und von der Gesellschaft abgestoßen werden? Hierauf wurde Reue als Kriterium betont. In wessen Ermessen sollte man die Reue dann beurteilen? Wer soll es beurteilen? Die Allgemeinheit mit einer Wahl, die FCB-Führung, alle Mitglieder? In einem Interview, in einem Podcast, in einem schriftlichen Statement oder persönlich an das Opfer? Ich finde das sehr abstrakt und vor allem sinnlos da man es nicht verifizieren kann und es subjektiv ist. Wenn also Boateng öffentlich sich dumm und dämlich gelogen hätte und gesagt hätte er bereut alles, wäre alles dann gut und ok?

Edit: inwiefern der Prozess und die Strafe relevant sind? Du bist ja sicherlich nicht durch den Bäcker in der Bäckerei überzeugt worden dass Baoteng schuldig ist und verabscheut werden sollte? Der Prozess und das Urteil aufgrund der Beweislage sind die einzigen Dinge die man eigentlich als Fakten betrachten kann und nicht nur hören/sagen etc. deshalb ist der Prozess doch relevant oder meinst du die Fans protestieren lediglich aufgrund von Gerüchten die jemand verbreitet hat? Nein, das Urteil trägt zur Faktenlage und Meinungsbildung zu und ich finde man muss das Urteil dann nicht einfach ignorieren wenn es einem nicht passt. Und ich betone nochmal, ich finde das Urteil auch lächerlich und zu milde.