MSR 287: FC Hollywood: Auf tuchelfühlung mit der untrainierbaren Kabine

Ersteinmal vielen Dank für den „emergency“ Podcast.

Bei der Betrachtung, ergänzend zum Blogeintrag „sportliche Gründe“ fehlt mir ein Aspekt, der nur am Rande gestreift wird. Nämlich die Generierung von „Mehrwerten“ durch den Trainer.

Wenn ich das Ganze rein als Business betrachte bleibt bei mir unter dem Bilanzstrich ein dickes Minus.
Die nachfolgende Aufzählung ist nur beispielhaft und bezieht sich ausschließlich auf den Marktwert nicht den „Spielwert“ für die Mannschaft.

Die Minuspunkte:

Sané und Gnabry haben erheblich an Marktwerten verloren.

Ältere, erfahrene Spieler, welche jetzt den nächsten Schritt machen sollten stagnieren, Kimmich, Pavard, Goretzka

Junge Perspektiv-Spieler werden weder herangeführt oder bleiben dauerhaft außen vor Gravenberch, Tel.

Spieler wurden/werden über Marktwert verpflichtet und gehalten - ECM, Sabitzer, Mane

Auch objektiv gehandelten Talenten aus dem Campus wird keine Perspektive aufgezeigt - Wanner, Ibrahimovic

Die Pluspunkte:

Der Glücksfall Musiala - DAS Talent der letzten 20 Jahre- in unserer Mannschaft

Sommer - zuverlässig und sofort verfügbar mit Perspektive die Kosten 1:1 hereinzuholen

Neutral betrachtet:

Spieler welche hohe Ablösesummen gekostet haben oder durch ihr junges Alter noch zu hohe schwankende Leistungen haben - Upamecano, De ligt,

Spieler auf der Zielgerade, welche durch ihre Leistung und damit verbundenen Erträge in der Vergangenheit, ihr aktuell hohes Gehalt und ihren sinkenden Marktwert kompensieren - Müller, Neuer

Verantwortlich für die Kaderzusammenstellung muss immer der Sportvorstand (wieviel Geld habe ich) und der Trainer (passt der Spieler) zusammen sein.
Sind die Spieler an Bord, muss der Trainer neben dem sportlichen Ansatz dann folgerichtig dafür sorgen dass sich Investitionen auch in der Zukunft auszahlen.

Der Return on Investment ist dann entweder aus Zahlungen aus Wettbewerben, Werbeeinnahmen und dem Mehrwert des einzelnen Spielers zu erzielen.

Der Vorstand sah meines Erachtens - neben der rein sportlichen Perspektive- auch die Gefahr dass das Anlagevermögen in der Bilanz langfristig geschmälert wird.

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Die Nagelsmann-Entlassung spaltet das Netz. Tuchel wird es schwer haben, alle von sich zu überzeugen.

Der Kader kann, was die Bundesliga angeht, inzwischen echt nicht mehr als Entschuldigung für Unterperformance angeführt werden. Wir haben nach Marktwerten fünf der sechs teuersten Angreifer der Liga unter Vertrag; drei der fünf teuersten Mittelfeldspieler; und sechs der acht teuersten Verteidiger. Die Breite war vor ein paar Jahren mal ein Thema, das hat sich aber in den letzten beiden Transferfenstern deutlich gebessert. Der Kader ist auch ausgewogen, ohne extreme Qualitätsgefälle zwischen der Stammelf und den Reservisten, und erlaubt taktische Flexibilität zwischen mehreren Systemen. Wenn ich mich recht erinnere, war das auch die geteilte Einschätzung der Redaktion, als die Transfers des letzten Sommers bewertet wurden. Auch relativ ist der Abstand zu den Mitbewerbern eher grösser geworden - der Verlust von Haaland hat sich etwa deutlicher auf die Torquote des BVB ausgewirkt, als der von Levy auf unsere.

Wenn wir angesichts dieser Vorteile die schwächste Punkteausbeute seit mehr als einem Jahrzehnt erleben, landet man notwendigerweise beim Trainer als Verantwortlichen. Die Vereinsführung kann man meiner Ansicht nach für den Fehler, Nagelsmann engagiert zu haben, an die Kandare nehmen. Aber sie hat ihm, gerade im Vergleich mit anderen Trainern, sehr umfangreiche Ressourcen zur Verfügung gestellt, aus denen er im Ligaalltag eindeutig nicht das Optimum rausgeholt hat.

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Stimme mit all deinen Ausführungen überein, und würde hinzufügen, auch in der MSR-Redaktion wurde meines Wissens das Lewy-lose Angriffsspiel als Vorteil gesehen, gar als Chance, dass sich Nagelsmann mit seinen Vorstellungen mehr einbringen könnte, weil er keine Rücksicht auf den widerständigen Starspieler nehmen muss. Dass die erste Saison so mau war, wurde teilweise dann von Foristenseite eben auch daran festgemacht, dass Lewy nicht mitgezogen habe.

Der einzige Einwand, den ich habe, bezieht sich auf deine Kritik an der Nagelsmann-Verpflichtung. Ich denke, die war zu diesem Zeitpunkt alternativlos, und ich würde das auch jetzt noch verteidigen, obwohl meine anfängliche Restskepsis durch den Lauf der Dinge verstärkt wurde. Man konnte berechtigte Hoffnungen mit JN verbinden, ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass wir in der BL über mehr als eineinhalb Spielzeiten so stagnieren, dass der Fußball teilweise so beliebig wirkt.

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Ich Frage mich wirklich, ob man diese Hoffnungen wirklich haben durfte. Die Probleme, an denen er gescheitert ist, waren ja vorher bekannt. Im Nachhinein muss man sagen, dass es ein Versuch wert war, aber eigentlich war so ein Verlauf zu erwarten und nicht das schlechtmöglichste Szenario.
Aufgrund dessen sollte man jetzt auch nichts von Tuchel erwarten und hoffen, dass die Mannschaft ihn annimmt.

Dass Trainerverpflichtungen schief laufen, ist ja eigentlich was alltägliches. Aber Nagelsmann sticht für mich heraus, weil der Verein sich bei ihm so sicher war und so viel in ihn investiert hat. Das zeigt sich daran, dass man seit Jahren im Kontakt war, eine Rekordablöse gezahlt hat, und dann eben auch den Kader nach seinen Vorstellungen verstärkt hat. Gerade beim letzten Punkt hat Nagelsmann glaube ich mehr Wünsche erfüllt bekommen als irgendein anderer Bayern-Trainer, an den ich mich erinnern kann. Verglichen mit Kovac war Nagelsmann sicher der bessere und nachvollziehbarer ausgewählte Trainer, aber relativ zur Unterstützung ist sein Abschneiden dann doppelt enttäuschend.

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In Wahrnehmung bedingt das eine das andere. Sehr gute Spieler, aber wenige sehr sehr gute und mMn. zu viele, deren Stärke nicht die Ballebehandlung und strategische Übersicht ist. Dazu ein risikoreiches Spiel, dass nicht allzu viele individuelle Fehler verträgt.

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Enttäuschend ist es zweifellos, aber probieren musste man es mit ihm, denke ich.

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Man hat es vielleicht auch zu sehr gewollt und die Probleme die kommen mussten verdrängt.

Die Frage ist auf welcher Basis. Junges deutsches Trainertalent darf ja nicht ausschlaggebend sein. So verpflichtet man ja auch keine Spieler.

doch. Tun wir regelmäßig. An viele erinnert man sich dann aber nicht mehr.

Zeigt ja trotzdem dass es auf diese Weise falsch ist.

(Sorry, dieser Post passt hier genauso gut oder schlecht hin wie irgendwo sonst, aber er drängte sich mir auf.)

Einige der Fragen, die hier und in den anderen Threads zur Entlassung von Nagelsmann in den letzten 24 Stunden immer wieder aufgeworfen worden sind, finde ich eigentlich gar nicht so schwierig zu beantworten. Ein Versuch.

1. Grund der Entscheidung:

Wegen eines einzelnen Ergebnisses feuert niemand einen Trainer (es sei denn es ist ein 10:0 oder so, im Affekt). Wenn man alle proximaten Ursachen einer Trainerentlassung auf ihre Wurzel zurückführt, dann wird ein Trainer am Ende eigentlich immer nur aus einem Grund entlassen:

Die Verantwortlichen glauben nicht mehr daran, dass der Trainer die Mannschaft langfristig (wieder) zu dem von ihnen gewünschten Erfolg führen wird; sie sehen in der gegenwärtigen Konstellation von Trainer und Mannschaft keine positive sportliche Entwicklungsperspektive für Mannschaft und Verein mehr.

Typischerweise geht diesem Moment des Verlustes der Überzeugung in den Trainer ein längerer sportlicher Abwärtstrend oder aber wenigstens eine längere Phase voraus, in der die sportlichen Ergebnisse der Mannschaft auf dem Platz hinter den Erwartungen des Managements zurückgeblieben sind, aber dies ist keine notwendige Bedingung. So wurde zum Beispiel Markus Anfang 2019 beim 1. FC Köln auf Tabellenplatz 1 liegend und nur noch wenige Punkte vom Aufstieg in die Bundesliga entfernt mitten in einer Hochphase sportlichen Erfolgs entlassen. Eine solche Entkopplung in Form einer positiven Gegenwarts- und negativen Zukunftsperspektive ist zwar selten, kann aber vorkommen und untermauert besonders anschaulich, was in jedem Fall gilt, nämlich dass die Entscheidung des Managements, den Trainer zu entlassen, stets in die Zukunft gerichtet ist und nicht sozusagen eine Strafe für schlechte Leistungen in der Vergangenheit darstellt.

=> Der Grund der Entscheidung der Verantwortlichen für Nagelsmanns Entlassung war nicht irgendein bestimmter Umstand X in der Vergangenheit, sondern ihre Überzeugung, dass unter ihm die angestrebten sportlichen Ziele der Zukunft nicht mehr erreicht werden würden.

Nagelsmanns Entlassung ist im Wesenskern eine zukunftsgerichtete Entscheidung und keine Reaktion auf eine gegenwärtige Krise.

2. Genese der Entscheidung:

Punkt 1 legt nahe, dass obwohl am Ende des Entscheidungsprozesses über die Weiterbeschäftigung eines Trainers ein sichtbarer Sprung von 1 auf 0 steht (Trainer angestellt → Trainer entlassen), dieser konkrete Moment dennoch in aller Regel nur das sichtbare Ergebnis eines langsamen, kontinuierlichen und graduell voranschreitenden Prozesses des Vertrauensverlustes in den Köpfen der Entscheider darstellt. Denn mit Ausnahme von affekthaften Spontanentlassungen nach einem 0:10 ist es in den allermeisten Fällen nicht so, dass ein Trainer bis zum Auftreten eines bestimmten Ereignisses X noch felsenfest im Sattel sitzt und dann im Moment des Auftretens von X sein komplettes Standing bei den Bossen auf einen Schlag verliert. Zwar gibt es immer irgendwann ein logisches Ereignis X, nach dem die Entscheider wissen, dass sie ihren Trainer jetzt feuern werden, aber dieses Ereignis X ist dann nur der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, nur sukzessive Tropfen für Tropfen bis zum Rand gefüllt hat es sich schon vorher.

=> Nagelsmann ist nicht in Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis X entlassen worden (zum Beispiel die Niederlage gegen Leverkusen), sondern seine Entlassung ist nur der sichtbare Endpunkt eines bereits seit längerem gärenden Meinungsbildungsprozesses in den Köpfen der Bayern-Verantwortlichen.

3. Zeitpunkt der Entscheidung:

Aus Punkt zwei folgt logisch, dass irgendwann ein gedanklicher Kipppunkt erreicht ist, an dem die Verantwortlichen ihr Vertrauen in einen Trainer verlieren. Wann genau dieser Kipppunkt erreicht ist, können sie nicht beeinflussen (denn bekanntlich kann man ja tun was man will, aber man kann nicht wollen was man will*), sondern irgendwann passiert es einfach und Vertrauen schlägt um in Nicht-Vertrauen. Ab diesem Moment stellt sich dann nur noch die Frage, wann der Trainer entlassen wird, aber nicht mehr ob er entlassen wird.

(*jedenfalls aus Sicht der Kompatibilisten)

Für dieses „wann“ gibt es keinen optimalen Zeitpunkt. In den seltensten Fällen wird die Entscheidung, den Trainer zu entlassen, mit einem dafür günstigen Zeitpunkt wie beispielsweise dem Ende einer Saison zusammenfallen. Es wäre natürlich äußerst praktisch, wenn die Verantwortlichen immer genau an einem 34. Spieltag das Vertrauen in ihren Trainer verlieren würden, aber diese Idealvorstellung entspricht natürlich nicht der Lebenswirklichkeit.

Also stellt sich aus Sicht der Verantwortlichen nur noch die Frage, wie viel Zeit sie zwischen ihrer Entscheidung, ihren Trainer zu entlassen, und dem eigentlichen Moment der Entlassung noch verstreichen lassen wollen. Mit jedem weiteren Tag des Aufschubs wächst eine natürliche Spannung zwischen Soll und Ist, denn man hält weiter an einem Trainer fest, von dem man nicht mehr überzeugt ist, dass er mit der Mannschaft den gewünschten sportlichen Erfolg erreichen können wird, und nimmt gleichzeitig einem neuen, dafür geeigneteren Trainer einen Tag länger die Möglichkeit, die Mannschaft in Richtung des erwünschten sportlichen Sollzustands zu führen. Das Anwachsen dieser Spannung hinzunehmen, mag im Einzelfall vernünftig sein, etwa weil man einen neuen Trainer nicht in einem schweren Spiel sofort „verbrennen“ möchte oder weil der ersehnte Wunschtrainer noch nicht gleich verfügbar ist, aber im Grunde ist ab dem Moment des Vertrauensverlustes in den aktuellen Trainer jeder weitere Tag seiner im Amt eine Krücke, um die Zeit bis zur Berufung des neuen Trainers möglichst schadensminimal zu überbrücken.

Es gibt ergo keinen optimalen Entlassungszeitpunkt. Letztlich handelt es sich bei der Entscheidung für den optimalen Ersatzzeitpunkt des alten Trainers immer nur um eine Abwägung zwischen zweitbesten Lösungen, von denen jede mit gewissen Kompromissen einhergeht. Im Fall der Bayern beispielsweise steht die Entscheidung, Tuchel noch vor dem Spiel gegen Dortmund, Freiburg und City einzusetzen und ihn damit unter Umständen im Falle einiger sofortiger Misserfolge in kardinalen Spielen schon früh zu beschädigen, in einer natürlichen Spannung zu dem Zustand, Nagelsmann noch für diese Spiele (oder sogar bis zum Ende der Saison) im Amt zu belassen und damit die wahrgenommene sportliche Fehlentwicklung, derentwegen man sich überhaupt entschieden hat, ihm zu kündigen, weiter fortzusetzen (von der Möglichkeit, den Zugriff auf Tuchel zu verlieren, einmal abgesehen).

=> Es gab keinen optimalen Ersatzzeitpunkt für Nagelsmann, nachdem die Entscheidung getroffen wurde, ihn zu entlassen. Es gab nur die Wahl zwischen mehr oder weniger schlechten Zeitpunkten. Die nun gefundene Abwägung zwischen Risiko und Chance für Tuchel durch den Zeitpunkt seiner Berufung ist eine von mehreren legitimen Kompromissmöglichkeiten.

Also noch einmal kurz zusammengefasst (TL;DR):

1. Die Entscheidung, einen Trainer zu entlassen, erfolgt immer vorwärtsgerichtet, im Hinblick auf die Sicherung zukünftiger Erfolge, und nie rückwärtsgerichget, als Reaktion auf vergangene Misserfolge.

2. Der Moment des Verlustes des Vertrauens in einen Trainer, der logisch gleichzeitig den Moment der Entscheidung für seine Entlassung markiert, erfolgt nie sprunghaft von einem Zustand völligen Vertrauens zu einem Zustand völligen Nicht-Vertrauens, sondern ist das Ergebnis eines graduellen, kontinuierlichen, meist langanhaltenden Übergangsprozesses zwischen beiden Zuständen.

3. Nachdem die Entscheidung gefallen ist, gibt es keinen optimalen Zeitpunkt für die Auswechslung eines alten durch einen neuen Trainer. Es gibt immer nur die Wahl zwischen mehr oder weniger schlechten Zeitpunkten. Im Fall des Wechsels von Nagelsmann zu Tuchel hat die Entscheidung für den Zeitpunkt gestern/heute sowohl Vor- und Nachteile, aber aus Sicht der Entscheider (und auch meiner 😉) offensichtlich wohl deutlich mehr Vor- als Nachteile.


Edited for clarity and concision

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Als Chance auf jeden Fall. Dafür braucht es aber:

  • Zeit, die der FC Bayern offenbar nicht aufbringen kann (oder alternativ ein gutes Momentum, das dich durch eine ganze Saison trägt. Gibt es aber selten.)
  • Spieler, die das kompensieren. In der Theorie hat Bayern die, in der Praxis hat sich gezeigt, dass bei fast allen die Konstanz fehlt
  • Spieler, die Veränderungen mittragen. Hier sehe ich den größten Schwierigkeitsgrad. Immer wenn Nagelsmann seine Idee von Fußball am ehesten umgesetzt hat, lief es eigentlich gut. Sobald er aber mehr Richtung dem abwich, was die Spieler über Jahre zuvor gemacht haben, desto schwammiger wurde es; Beispiel 1: In seiner ersten Rückrunde stellte er eine deutlich breitere Formation auf, verzichtete stärker auf seinen Zentrumsfokus; Beispiel 2: In dieser Rückrunde wich er immer stärker vom dynamischen Positionsspiel in der Offensive ab, alles wurde etwas statischer. Auch hier war wieder mehr Breite zu beobachten – an sich von mir bitte erstmal wertfrei zu verstehen, weil es mir nicht darum geht, Nagelsmanns Ansatz zu verteidigen. Worum es mir aber geht: In der Vergangenheit haben sich die Bayern-Kader oft dann quergestellt, wenn die Veränderungen größer wurden. Mal nachvollziehbar, mal weniger. Selbst unter Guardiola war das das eine oder andere Mal der Fall. Unter diesen Umständen kannst du als Trainer wenig „innovatives“ machen und auch dafür wurde Nagelsmann ja eigentlich geholt
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Also laut Brazzo erfolgte der Sprung von Sonntag 23:00 Uhr (volles Vertrauen) zu Montag (Tausch unumgänglich)

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Das finde ich schwierig zu bewerten, weil man ja nicht genau weiß, was diese Vorstellungen im Detail prägt. Genauso könnte man für die erste Saison mMn behaupten, es lief gut, solange noch ein Rest Flick-DNA übrig war, und ging bergab, als Nagelsmann seine Vorstellungen mehr und mehr umsetzen wollte. Nicht falsch verstehen, das ist wohl zu einem bestimmten Grad ganz normal, wenn Systeme umgestellt werden müssen. Aber irgendwann sollte ein Trainer seinen Fußball schon konstant umgesetzt bekommen, sonst macht es wirklich keinen Sinn, weiterzumachen. Spielerwünsche hat man ihm jedenfalls erfüllt, soweit bekannt, wie keinem der direkten Vorgänger.

Grundsätzlich lief es sehr gut, wenn wir mit einer echten Neun aufliefen, die eben auch über die Flügel bedient werden konnte, schlecht dagegen, aus meiner Warte, wenn sich alles im Strafraum drängte und man doch noch mitten durch wollte. Sich da durchzukombinieren, an sich schon eine extrem herausfordernde Aufgabe, hat zu selten funktioniert. Es gab sehr gute Spiele mit hervorragender Ballzirkulation, so gegen PSG, und solche, wo kaum Struktur da war, last exit Leverkusen. Das hat JN leider, leider nie in den Griff bekommen. Nach den zwei, drei tollen Auftaktspielen in diese Saison, inkl. Supercup, hatte ich die Hoffnung, es könnte wirklich funktionieren, aber dann riss irgendwie der Faden, warum auch immer.

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Ich finde schon, dass man das weiß. In eschers Buch Zeit der Strategen ist viel zu lesen und Nagelsmann hat schon sehr oft selbst darüber gesprochen.

Das meinte ich konkret auf die jeweilige Spielvorbereitung bezogen.

:joy:

Entscheidungsfindung made by FC Bayern München.

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Man müsste mal die Überwachungskameras checken, ob Nagelsmann gegen 23:30 Brazzos Hund mit dem Longboard überfahren hat.

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