Sehr gelungener Post zum Abschluss dieser Diskussion. Und danke für das - unverdiente - Lob: Manchmal findet auch ein blindes Huhn einen Korn. ![]()
Guts Nächterl allerseits!
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But I said I’m not celebrating yet, I am staying stable. My focus is on Mainz, as I’m sure the players is ![]()
Eigentlich Minute 89. Aber das lassen wir mal durchgehen…
Ich gehörte ja auch zu denen, die Bammel vor einer Leverkusener Serie hatten und finde es umso erstaunlicher, wie die Mannschaft seit dem CL-Aus gegen Bayern auftritt.
Das unglückliche 0:0 in der Liga Mitte Februar und die damit verbundene nicht genutzte Chance, Bayern im Titelkampf etwas unter Druck zu setzen, haben sie noch ganz gut weggesteckt und die folgenden zwei Auswärtsspiele in Kiel und in Frankfurt souverän gewonnen, wobei vor allem das 4:1 in Frankfurt ziemlich stark war.
Dann kam allerdings das 0:3 in München, bei dem sie sich ja trotz der starken Bayernleistung in der 2. Halbzeit mit katastrophalen Eigenfehlern dann doch irgendwie auch selber zerstört haben.
Seitdem haben sie eigentlich nie mehr wirklich in die Spur zurückgefunden und auch nur noch selten den Eindruck vermittelt, dass sie wirklich „brennen“ und bis in die Haarspitzen motiviert sind. Bei den Siegen in Stuttgart und in Heidenheim war die Leistung über weite Strecken bescheiden und selbst die Last-Minute-Tore konnten keine Aufbruchstimmung erzeugen.
Aus Leverkusener Sicht bedenklich finde ich, dass sie bei 3 von 4 KO-Spielen in diesem Jahr phasenweise total neben der Spur waren. Neben der Niederlage in München wären hier noch die beiden Spiele im DFB-Pokal zu nennen. Das Derby gegen Köln gewannen sie in der Verlängerung, die sie noch mit viel Glück durch einen späten Treffer erreichten. Die Leistung in Bielefeld war einfach nur blamabel. Als Bayern-Fan haben wir zwar in den letzten Jahren auch einige Niederlagen gegen unterklassige Gegner hinnehmen müssen, aber da war für Kiel und Saarbrücken jeweils auch eine gehörige Portion Glück für den Underdog dabei. Das war bei Leverkusens Pleite in Bielefeld nicht so und wirft entsprechend ein ganz schlechtes Licht auf die Truppe.
Irgendetwas könnte da schon im Argen liegen, nur ist Leverkusen scheinbar für die Medien immer noch nicht interessant genug, um hier ein bisschen zu graben. Ein Superstar, der seine Vertragsverlängerung immer noch nicht unterschrieben hat, ein Trainer, der klare Bekenntnisse verweigert und mehrfach auch Entscheidungen traf, die nicht sinnvoll erschienen und eine Mannschaft, die seltsam emotionslos spielt.
Kurz gesagt: das was Leverkusen seit Anfang März abliefert ist vom Niveau her nicht einmal auf dem Level von dem, was Bayern letzte Saison ab Februar/ März fabrizierte, denn bei Bayern war der Spannungsabfall nur in der Liga zu verzeichnen und nicht in der CL.
Die Vibes der vergangenen Saison sind nicht mehr zu spüren.
Es sind viele mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt. Da schrumpft das Team eben zur Normalgröße respektive underperformt gar.
Glaubt ihr Alonso hat sein Mojo verloren oder liegt es eher am Klub, an den Spielern oder etwas ganz anderem? Und wie würde Alonso dann bei Real nach so einem eher bescheidenen Halbjahr abschneiden? Wäre schade, wenn das ein Knick für seine Trainerkarriere bedeuten würde, denn ich würde ihn schon noch Mal gerne in München sehen.
Ich glaube die Tore der Übersaison mit teilweise sehr späten Toren, die die Punktevergabe beeinflusst haben, fehlen diese Saison.
Das hat schon etwas „bayrisches“. Wenn man einmal etwas gezeigt hat, dass man es kann, wird man daran halt auch zukünftig gemessen. Da ist die Benchmark in Leverkusen nach oben geschnellt.
Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sind es 12 Punkte gewesen, die sie durch die Tore in der Bundesliga dann mehr hatten. Also von 0 Punkte auf wenigstens einen bzw. von einem auf 3 Punkte.
Ich denke, das hat auch damit zu tun, dass Alonso „geknackt“ wurde. Der Sensationssieg der Bielefelder im DFB-Pokal war zuallererst eine taktische Meisterleistung der Bielefelder, die von ihrem Coach Kniat hervorragend eingestellt waren. Seitdem spielen Leverkusen Gegner ähnlich wie Bielefeld und außer Heidenheim (bei denen Pieringer aber extremes Abschlusspech hatte) hat keiner mehr gegen Leverkusen verloren. Trotz Wirtz.
Entscheidende Tore in der Schlussphase gab es aber auch in dieser Saison noch oft genug:
es ging z.B. schon wieder so los, wie es aufhörte, als man sich im Supercup gegen Stuttgart mit einem Tor in der 88. Minute noch ins Elfmeterschießen rettete. Eine Woche später gab es beim Saisonauftakt in Gladbach in der Nachspielzeit einen Elfmeter, den Wirtz im Nachschuss zum Siegtor nutzte (90. +11). Und am 4. Spieltag folgte mit dem 4:3 gegen Wolfsburg in der 93. Minute der nächste Last-Minute-Sieg.
Weitere Beispiele:
1:0 gegen Inter in der 90. Minute
2:2 gegen Köln im Pokal (Rettung in die Verlängerung) in der 96. Minute
4:3 in Stuttgart in der 94. Minute
1:0 in Heidenheim in der 91. Minute
In der Liga waren es immerhin auch so auch wieder 8 Punkte, die sie durch diese Tore mehr holten.
Es gab allerdings diese Saison auch mal Spiele, in denen man in der Nachspielzeit zwar klare Chancen hatte, diese aber nicht verwerten konnte, z.B. Wirtz in Wolfsburg und gegen Bayern und Schick letzte Woche gegen Union.
Und was es dieses Jahr auch gab waren Punktverluste durch Last-Minute-Tore des Gegners. Bremen und Bochum gelang in der Hinrunde jeweils der Ausgleich in der 90. bzw. 89. Minute.
Also für verlorenes Mojo und Knick in der Trainer Karriere ist es mir noch etwas zu früh ![]()
Letzte Saison war einfach eine Fabel Saison wo alles richtig gelaufen ist.
Ich denke, man kann nach dieser Saison ziemlich gut feststellen, dass die Art von Fußball, wie sie Alonso vorschwebt, sehr auf Kontrolle aufgebaut ist und sehr wenig Risiko zulässt. Ich würde fast sagen, dass seine Vorstellung der von Tuchel ziemlich gleicht, nur dass Alonso in Sachen Umgang mit Menschen (egal ob Spieler oder Verantwortliche) im Gegensatz zu Tuchel etwas versierter ist.
Von daher passt er mMn in Bezug auf seine Ex-Vereine als Spieler eher zu Real, bei denen das Ergebnis im Vordergrund steht, aber eher weniger gut zu Klubs wie Bayern oder Liverpool, wo man sich noch mehr Offensivspektakel wünscht. Spektakulär ist bei Leverkusen tatsächlich am ehesten ihre Stärke in der Nachspielzeit und weniger das, was in den 90 Minuten davor abläuft.
OK, danke. War mir in dieser Saison gar nicht so bewusst.
Wahrscheinlich war man letzte Saison auch so drauf fokussiert, weil es gefühlt etwas einmaliges war, dass es so oft passierte. Man hat ja jedes Mal gedacht, oh man, nicht schon wieder.
Es ist ja diese Saison auch deutlich weniger geworden. Die spielentscheidenden Tore wurden ja quasi halbiert im Vergleich zur Vorsaison.
Aber der Wert ist eben immer noch ziemlich hoch.
Bayern hat z.B. in dieser Saison erst einmal durch ein sehr spätes Tor noch etwas am Ergebnis geändert, und das war im Rückspiel gegen Celtic, als das Tor von Davies die Verlängerung verhinderte.
Ansonsten gab es da noch ein relativ spätes Tor in Dortmund (85. Minute), das den Punktgewinn sicherte.
Tore in der Schlussphase gelingen Bayern schon auch in ziemlicher Regelmäßigkeit, aber es waren halt meistens Tore, die einen Sieg noch klarer werden ließen und keine, die die Punkteausbeute veränderten.
Wobei es natürlich schon eine Auswirkung auf die Punkteausbeute haben kann, wenn in der Schlussphase das „erlösende“ 3:1 fällt (wie es z.B. in Stuttgart und in Augsburg der Fall war), weil dann eben der Sieg eigentlich fix ist, während sonst immer noch was passieren kann (wie z.B. beim 3:3 in Frankfurt als man vorher das „erlösende“ 4:2 verpasste).
Ich glaube tatsächlich, dass dieses berühmte Mojo verloren gegangen ist. Ich möchte das nicht auf Alonso, die Spieler, den Verein herunterbrechen, sondern erstmal nur auf diese Saison.
Es scheint tatsächlich, dass wir denen mit den CL-Spielen, zumindest vorübergehend, so etwas das Kreuz gebrochen haben.
Vielleicht vergleichbar mit dem letzten Jahr, als unsere 0:3 Niederlage in Leverkusen so etwas wie der Anfang vom Ende war.
In diesem Zusammenhang gewinnt auch ein anderes Spiel im Rückblick noch einmal deutlich an Wertigkeit. Das sehr umkämpfte, mit viel Glück 0:0 gestaltete Spiel in Leverkusen vor zwei Monaten. Wäre das am Ende noch gekippt, würden wir heute vielleicht ganz anders reden.
Ich denke auch, egal wie es zustande kam, unser Unentschieden in Leverkusen war ein ganz ganz wichtiger Punkt.
Wenn man da verloren hätte, wäre vielleicht im Nachgang manches auch anders ausgegangen, weil man das wohl immer im Kopf gehabt hätte. Das ist natürlich rein spekulativ, weil ich es auch nur vermute.
Würde noch hinzufügen, dass die Leverkusener Last-Minute-Treffer der letzten Saison, so nervig sie uns Bayern-Fans auch erschienen, meist Folge eines starken Power-Plays über längere Zeit und damit hochverdient waren. Da wurde meist zehn, zwanzig Minuten nur auf ein Tor gespielt, mit etlichen Chancen für die Werkself, die Belohnung gab es dann oft erst in letzter Minute. Man könnte auch sagen, die Gegner hatte Glück, dass die Tore nicht schon früher fielen.
Diese Saison wirken B04s späte Tore allerdings oft wirklich glücklich und die daraus resultierenden Ergebnisse entsprechen nicht der Leistung beider Teams über die gesamte Zeit des Spiels (siehe ihr Spiel gegen Heidenheim).
Leverkusen konntein in der letzten Rückrunde zwar noch die Spiele gewinnen, aber die Leistung war bei weitem nicht mehr so gut wie noch in der Hinrunde. Das war häufig ganz viel Glück und nicht normal. Bei Xhaka konnte man den Leistungsabfall gut beobachten. Das ganze endete konsequenterweise in der Finalniederlage gegen Bergamo. Diese Saison ist wieder ganz normale Sterblichkeit angesagt.
Es hat sich da tatsächlich etwas drastisch geändert.
Während in der ersten Hälfte uns Bayer noch ganz eng auf den Fersen ist und sogar die Eintracht noch ranschnuppert, ist die zweite Halbzeit Bayern-Time.
Da kann man sogar schon von einem Bayer-Desaster reden.
Welchen Artikel meinst du konkret? Oder meinst du ihn ganz allgemein, den kleinen Schorschi (der mich auch immer nervt).
Hier würde ich aber zumindest dahingehend einhaken, dass die Niederlage eigentlich nur in Bezug auf die Leistungen in der Liga der Anfang vom Ende war. Als klar war, dass in der Liga der Zug abgefahren ist, kamen die Spiele, in denen Bayern Konzentration und Leidenschaft teilweise vermissen ließ. Bayern konnte sich aber trotzdem noch dazu aufraffen, in zumindest 5 der 6 KO-Spiele in der CL, die man danach noch spielte, gute Leistungen abzuliefern. Nur das 0:1 bei Lazio unmittelbar nach dem 0:3 in Leverkusen fiel da etwas aus dem Rahmen, wobei auch hier die 1. Halbzeit in Ordnung war. Die restlichen 5 Spiele (Rückspiel Lazio, beide Spiele gegen Arsenal und Real) waren so, dass man das Gefühl hatte, dass jeder Spieler von Anpfiff bis zum Schlusspfiff mit vollem Einsatz bei der Sache war.
Dieses Gefühl stellt sich bei Leverkusen seit dem CL-Aus nicht mehr ein, auch nicht in anderen Wettbewerben. (weder in der Liga noch im Pokal). Leverkusen hätte Bayern letzte Woche noch einmal richtig unter Druck setzen können. Mit einem Sieg wären sie vor dem Anpfiff des Bayern-Spiels gegen Dortmund auf 3 Punkte herangekommen. Die Leistung gegen Union war aber irgendwie seltsam blutleer. Und das Pokalaus in Bielefeld war in Sachen Einstellung in einem Halbfinale eigentlich eine Bankrotterklärung.
Wenn eine Niederlage in einem Wettbewerb sich so massiv auf die Leistungen in den anderen beiden Wettbewerben auswirkt, ist das schon extrem.