Ltztendlich geht es darum, unseren Stammleser*innen mehr anzubieten. Natürlich wollen wir wachsen – und ja, der eigentliche Weg dafür ist es, auf jedes aktuelle Thema aufzuspringen, schnell eine News zu hacken und die mit möglichst seo-optimiertem Editing dann online zu stellen in der Hoffnung, dass wir bei Google ranken und die Leute uns die Türen einrennen.
Das ist aber nicht der Weg, den ich gehen will. Das ist der Weg, den ich als Autor für andere Medien mitgehen muss, um Geld zu verdienen. Lieber würde ich für eine kleine Community mit Qualität, ohne nervige Werbung schreiben, als für Medien, wo es nur um Tempo geht. Das ist die Wunschvorstellung. Deshalb wird es bei uns auch keine aus dem Kontext gerissenen Sachen geben, keine News dazu, welches Talent laut einem portugiesischen Account, den man vorher noch nie gehört hat, jetzt wieder bei Bayern auf dem Zettel steht und auch keinen Zwang, schnellstmöglich auf irgendetwas zu reagieren.
Mir reicht es nicht, schnell „Kane ist verletzt“ online zu stellen. Ich will Reaktionen haben, ich will im Idealfall schon eine Diagnose haben, dann mach ich das auch, wenn die Zeit da ist. Vielleicht auch mit einer kleinen Einschätzung. Der Google-Zug ist da dann längst abgefahren, aber vielleicht können wir auf der Basis trotzdem irgendwie wieder wachsen.
Laut Google Analytics haben gestern nicht mal 500 Leute das erste Round-Up gelesen. Das ist brutal wenig (und auch zu wenig, um mir Einnahmen durch die VG Wort zu bescheren). Aber wenn es irgendwie dabei hilft, Leute dazu zu animieren, uns zu unterstützen, dann wird das durchgezogen. Und vielleicht steigen die Zahlen dann auch irgendwann mit.
Es ist der Glaube an einen Weg, der in der modernen Medienwelt zum scheitern verurteilt ist. Aber wenn ich es nicht versuche, werde ich nicht erfahren, ob mein Traum doch irgendwann in Erfüllung geht.
