Findest Du das Diskussionsklima intolerant? Das deckt sich nicht mit meinem Eindruck - momentan.
Ja, danke. Selbst Russland unter Stalin scheint 1941 überrascht gewesen zu sein.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Zu Hundert Prozent ist Diplomatie das Mittel, das gewählt werden sollte. Zu Achtzig oder Neunzig Prozent (Bauchgefühl) ist diese auch zumindest teilweise erfolgreich. Aber - es gibt halt auch Grenzen der Diplomatie. Und die ist im Falle Russlands erreicht. Leider.
Du hast meine Frage noch nicht beantwortet, auch das hat mit Respekt zu tun:
Was würde die Ukraine ohne Waffen genau im JETZT tun?
Was haben sie denn vorher gemacht? Da hat sich das ukrainische Volk doch auch verteidigt! Was wird der Russe jetzt wohl tun? Oh die haben jetzt Waffen, jetzt ziehen wir uns mal zurück??? Wohl eher das Gegenteil wird der Fall sein.
Es wird im Moment verhandelt, unter Gleichen (wenn auch mit wenig Wahrscheinlichkeit eines Erfolges). Meinst Du, das wäre passiert, hätte die Ukraine kapituliert?
Die Ukraine hat doch auch nicht kapituliert als die EU noch keine Waffenlieferungen zugesagt hat. Tut mir leid, aber ich verstehe Dich nicht. Keiner (außer Putin) wollte diesen Krieg. Mir leuchtet nur nicht ein, warum noch mehr Waffen diesen Krieg beenden sollten.
Ungefähr diese Überlegung war nach meinem Eindruck auch maßgeblich für die bis vor kurzem gültige Entscheidung, keine Waffen zu liefern. Man wollte Russland nicht provozieren. Direkt nach Kriegsbeginn waren die ersten hierzulande vernehmbaren Reaktionen: jetzt ist es für Waffenlieferungen zu spät. Dann sah man den heldenhaften Widerstand der Ukrainer und die beeindruckende Resilienz ihres Präsidenten - und hatte, für mich verständlich, keine Argumente mehr, die Bitten um Waffenlieferungen nicht zu erhören. Dabei spielte die besondere Verwerflichkeit dieses Angriffskriegs und seiner lügenbehafteten Vorbereitung selbstverständlich eine große Rolle.
Nochmal deutlich : Ich bin strikt gegen Waffenlieferungen. Mehr Waffen bedeuten mehr Leid.
Und damit bin ich bei diesem Thema raus.
Ist ja gut. Warum so vergrätzt?
Die Resilienz des Präsidenten und der Armee spielt vermutlich eine große Rolle: am Anfang des Einmarsches der russischen Armee vermutete man eigentlich ein schnelles Ende der „Militäroperation“ und die Ukraine schon unter russischem Einfluß. Die Erfolge bei der Verteidigung ließen dann jedoch die Hoffnung zu, entweder die Invasion abzuwehren (Unwahrscheinlich) oder die russische Seite zu Verhandlungen zu zwingen, da der Krieg u.U. zu teuer werden könnte. Um keine Mißverständnisse zu provozieren: ich finde das alles fast unerträglich, aber: das Recht auf Selbstverteidigung in der Charta der Vereinten Nation verbrieft Art. 51; ich finde das maßgeblich.
Ja, mehr Waffen bedeuten mehr Leid für die, die weniger Waffen haben. Verhandlungen unter Gleichen setzen in etwa gleiche/ähnliche Verhandlungspositionen voraus
Russland hat über eine Million aktive Soldaten und die Ukraine 200.000.
Soviel Waffen kann man gar nicht liefern, damit das Verhandlungen unter Gleichen werden.
Waffenlieferungen zögern nur das Unvermeidliche hinaus.
Kleiner Rechenfehler: Russland kann seine Million in der Ukraine gar nicht einsetzen, da diese auch in anderen Krisengebieten eingesetzt werden und auch der Osten Russlands geschützt/verteidigt werden muss.
Die Ukraine kann seine 200.000 Soldaten auf EIN Ziel konzentrieren.
Die Moral der Ukrainer ist der der russischen Armee überlegen.
Das dachten die Amerikaner in Vietnam auch.
Afghanistan.
Angriffskriege sind heikel.
Und wenn Russland nur die Hälfte einsetzt, sind sie immer noch weit überlegen.
Außerdem haben sie noch zwei Millionen Reservisten.
Vergleiche mit Afghanistan und Vietnam hinken.
Dschungel, Tunnel, Berge.
Aktuell haben wir es mit klassischem Häuserkampf zu tun.
Da gewinnt der „große Kerl“.
Na, dann bin ich beruhigt. ![]()
Klassischer Häuserkampf gehört nur leider in Deine Kategorie „Dschungel, Tunnel, Berge“
Was beruhigt dich daran?
Mir macht das alles ziemliche Sorgen.
Urban Jungle, sozusagen.