Kommentar: Der FC Bayern braucht jetzt Ruhe und Geduld – und keine Nagelsmann-Entlassung

Wenn Du das sagst. Wirst wohl recht haben.

Ich muss sagen, ich finde beide Artikel sehr treffend und sie beschreiben für mich auch die ganze Bandbreite der jetzigen Situation.

Zunächst mal hat Robin Gosens völlig recht: wenn die Mannschaft des FC Bayern „Vollgas“ spielt, kann sie jeden Gegner in Schwierigkeiten bringen; dem widerspricht das Barcelona-Spiel nicht, denn die haben schlicht mit gleicher Qualität dagegen gehalten - bis auf das Toreschießen, ansonsten wäre ein Unentschieden aufgrund der unterschiedlichen Halbzeiten das richtige Ergebnis gewesen.

Der andere Punkt ist die Lernkurve von Julian Nagelsmann. Er könnte es sich natürlich einfach machen, und z.B. immer das gleiche System mit immer der gleichen Stammelf spielen und nur sporadisch positionsgetreu wechseln. Dafür wurde er aber nicht geholt und das würde ihm auch hier sofort den Vorwurf einbringen, dass er unkreativ sei und null In-Game-Coaching mache. Setzt er dagegen auf kreative Ideen taktisch wie personell, kommt im Misserfolgsfall sofort der umgekehrte Vorwurf, er würde zu viel experimentieren und solle doch konservativer agieren. Einen Vertrauensvorschuss wie ihn Jupp Heynckes oder Pep Guardiola hätten, bekommt er altershalber nicht, also kann er das Dilemma nur durch Erfolg lösen. Hier wird er die richtige Balance finden müssen; ich bin unbedingt dafür, ihm diese Zeit zu geben. Wobei auch die Mannschaft noch zu der Effizienz finden muss, durch bessere Chancenausnutzung auch in der BL bzw. generell in schwächeren Spielen (die es immer geben wird) trotzdem zu gewinnen.

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Da hören sich die Kommentare zum Barca-Spiel aber anders an.

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Mir geht es darum, dass technische Unzulänglichkeiten und katastrophales Passspiel von Edeltechnikern damals begründet wurden mit mangelndem Positionsspiel, fehlendem Offensivkonzept, falschem Training und „der Trainer gibt den Spielern keine Lösungen an die Hand“ usw.
Jetzt sind sie unerklärlich und sind Sache der Spieler.
Auch die Phrasen „Ingame-Coaching“ oder „Individuelle Klasse“, die damals in jedem Artikel gedroschen wurden, sind völlig verschwunden.

Ist ja alles gut so, wundert mich aber etwas (oder eigentlich nicht, ich weiß wie das endet)

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Ich finde das ständige Diskutieren über „zu wenig Einsatz“ oder „Lewy fehlt“ auch wenig zielführend.

Die wirklich sichtbaren Aspekte sind doch

  • fehlende oder nicht konsequent eingehaltene Zuordnung von Positionen: Bsp. Davies und Kimmich als „freie Radikale“, oder alle OM über die 14er Zone; so bekommt man keine Struktur ins Spiel und Fehler in der Defensive passieren zwangsläufig mangels Absicherung.

  • schlampiges oder überhastetes Aufbauspiel: Hat mit den vielen Wechseln von Spiel zu Spiel zu tun, aber auch mit taktischen Vorgaben. Ist auch „Flicks Erbe“. Wäre interessant zu erfahren, ob JN im Training eher Passspiel, oder schnelle Vorstöße in die 14er-Zone üben lässt.

  • Instabilität in der Defensive: Hängt mMn mit den beiden genannten Aspekten eng zusammen: Wenn vorne alle Wildwest spielen, kann die IV hinten nicht viel reparieren. Wobei Zuordnungen wie beim 1:0 des FCA schon zu wünschen übrig lassen, siehe 1. Punkt.

Den „Chancenwucher“, der Rufe nach Lewy zur Folge hat, sehe ich so nicht: Das meiste waren sogenannte „Halbchancen“ aus der Distanz oder der Halbdistanz. Das Problem ist mMn daher eher der vierte Aspekt:

  • Angriffe werden nicht sauber zu Ende gespielt. Der letzte Pass kommt schlampig, oder zu spät. Variationen über die Flügel finden fast noch nach Standards statt. Flanken werden dann nicht nach erfolgreichem Dribbling, sondern aus der Bedrängnis geschlagen.

An diesen Punkten muss der FCB, bzw. JN dringend arbeiten. Bedeutet für mich u. a. deutlich weniger Rotation und ein Fokus auf strukturiertes Aufbauspiel samt erhöhter Positionstreue. Schwierig, aber mit diesem Kader sicher nicht unmöglich.

Ich hoffe sehr, dass er die Kurve kratzt, habe aktuell aber große Zweifel.

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Tut mir leid. Verstehe nicht warum Du wieder auf Kimmich rumkloppst (scheint ja irgendwie eine Art Pep, Flick, Thiago, Kimmich Allergie zu sein).

Jeder hat doch gesehen, das es nicht um Kimmich geht, sondern um den Spieler der neben ihm steht, jeder konnte doch sehen, das Sabitzer so wie er jetzt spielt, perfekt Kimmich zur Entfaltung kommen lässt, im Umkehrschluss Goretzka nicht.

Es geht also um den Spieler neben Kimmich und nicht um Kimmich. Ähnlich absurde Diskussion wie damals um Thiago.

Und es ist natürlich merkwürdig, das Nagelsmann das nicht erkennt (erkennen will). Keine Ahnung was man von den schwachen Auftritten Goretzka abgewinnen will.

Ps Cancelo ist bei ManCity eine Art Spielmacher wie Lahm und Alaba auf AV. Mit Pavard und Davies nun überhaupt nicht vergleichbar sondern zzt zumindest einen Level darüber anzusiedeln.

Doch, es geht leider auch um Kimmich. Ich mag ihn sehr, aber dass er spielt, was er will und wo er will, geht auf dieser Position im ZM einfach nicht - er ist undiszipliniert.

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Wenn ein zentraler Mittelfeldspieler einen Bodyguard braucht, der ihm jegliche Defensiv- und Drecksarbeit abnimmt, um brauchbare Leistung auf diesem Niveau zu zeigen, dann welcome back in den siebziger Jahren.
Günther Netzer gefällt das :joy::joy:

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Es ist doch offensichtlich, das Nagelsmann, auch wenn er theoretisch vielleicht alles weiß und kann, es mit unseren Spielern nicht hinbekommt, und zwar jetzt über viele Monate.

MMn fehlt Nagelsmann der Zwischenschritt, den Mourinho bei Porto und Tuchel bei PSG/Chelsea absolviert hatten.

Ein CL Halbfinale mit RB reicht nicht, es gab ja viele Spiele in denen Nagelsmann (Edit) mit RB, gerade auf internationalen Level nicht gut aussahen. Auch das DFB Finale lief mMn merkwürdig.

Seine. größte Schwäche scheint aber in man management zu liegen, eine der größten Stärken von Pep, Jupp und Flick.

Kimmich
Ich verstehe die Kritik an ihm, sehe ich teilweise auch so, aber mMn ist hier eher die Frage Ursache und Folge. Man konnte doch sehen wie gut und strukturiert der Aufbau mit Sabitzer funktionierte, und wie chaotisch in dem Moment, wo Goretzka auf dem Platz steht. Wenn Kimmich einen Ausfall neben sich spielen hat, wie Goretzka (in dieser Form), Tolisso, Roca etc. dann neigt er dazu wie Supermann alles machen zu wollen, und es bleibt dann oft zu viel auf der Strecke.

Deshalb hätte ich nichts gegen deJong, Gündogan oder Jorginho, die Kimmichs Qualitäten voll zur Entfaltung kommen lassen. Oder eben auch Sabitzer in der jetzigen Form.
Goretzka bringt nullkommanull Struktur in Aufbau, ist so gut wie nie anspielbar, und hat Stärken wo wir sie am wenigsten benötigen weil wir sowieso schon zu viele offensive Spieler haben die sich im Zentrum auf den Füßen stehen.

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In den letzen gefühlt 10 Jahren gab es ein paar CL SPiele in denen ich das Gefühl hatte wir sind dem Gegner taktisch und spielerisch nicht gewachsen. Klinsmann spiele lasse ich mal außen vor.Das waren beide Spiele unter Kovac gegen Liverpool, das Speil von Pep gegen Barca mit aber ich glaube 3-4 verletzten Stammspielern, die Spiele von Nagelsmann gegen Villareal und vor allem das Spiel gegen Barca. Im Normalfall schiesst uns Barca aus dem Stadion, dann hätten wir eine noch größere Diskussion , oder? Die Bundesligaleistung mag nicht so schlecht sein wie es die Ergebnisse zeigen, bei der Cl ist es aus meiner Sicht umgekehrt und die ist für mich der entscheidende Grradmesser was die Qualität angeht. Gegen Inter war es hinten sehr souverän ,vorne auch nicht berauschend und Inter ist definitv nich tmher das oberste Regal

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Im CL-Spiel gegen Barcelona war es aber genau anders herum - Sabitzer schien überfordert und eingeschüchtert vom anderen FCB, während Goretzka mit dafür gesorgt hat, dass wir im Mittelfeld nicht nur noch Zuschauer waren …

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:smiley:

Freud lässt grüßen.

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prinzipiell hat justin ja recht, die ruhige hand kann helfen. auch 2019 hatte er prognostiziert, dass kovac die saison über bleiben wird bis 2020. dann wäre aber leider der größte erfolg der vereinsgeschichte mit flick nie passiert. natürlich sind prognosen schwer, wenn sie die zukunft betreffen. aber irgendwann muss der fcb, wenn es mit nagelsmann so degenerierend weiter läuft, einen schlussstrich ziehen. das wird schmerzhaft und teuer, man muss sich dann als vereinsführung auch selber fehler eingestehen, z.b. die hohe ablöse, der lange vertrag, sein junges alter, usw. daher wird es leider ein größeres desaster brauchen, um sich von ihm zu trennen…

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Geiler Satz.
Streiche „Goretzka“, setze „Kimmich“ ein, dann passt der immer noch weitestgehend.

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Also pickst Du Dir einen Spieler heraus?
Die erste HZ war eine Art Bankrotterklärung des Match Plans und der Idee von Nagelsmann.
Dazu war fst jeder Spieler von Barca mit dem Ball besser. Nicht nur Ballverarbeitung, sondern auch Pass und Positionsspiel, Staffelung, Automatismen, einstudierte Spielzüge, klare Abläufe. Die waren uns in allen Belangen komplett überlegen.

Ja es war nicht unbedingt Sabitzers bestes Spiel (das ich den mal in Schutz nehmen muss ist schon ein Dilemma an sich), aber die gesamte Spielanlage war doch für die Tonne.

Es war vorher klar, das dieses Spiel im Zentrum dominiert wird. Und da hat Nagelsmann Müller herausgenommen, und in die Spitze gestellt. Verrückt.

Aber klar, Goretzka hat dann das Zentrum dominiert und uns das Spiel gewonnen. Wie falsch dieser Ansatz ist, hat man ja in Augsburg gesehen. Nicht nur wir, Kimmich auch!!!

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und unsere Trainingsspiele haben ein höheres Niveau als alle Bundesligaspiele der anderen…

Vielleicht eher Dein Metier? :wink:

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Mein Vergleich war nicht positiv gemeint: der mediale Druck bei uns ist einfach um ein vielfaches höher als zumindest bei Hoffenheim und auch deutlich höher als Leipzig. Die Krise jetzt ist doch das beste Beispiel. Da geht medial jetzt schon mehr ab als in Leipzig bei einem Trainerwechsel. Insofern ja: die Intensität ist immens und Nagelsmann wird daran wachsen müssen, um sich hier länger zu halten. Vielleicht ist die Aussage um ein vielfaches übertrieben, aber der Sprung zu Bayern ist gerade für einen sehr jungen Trainer gross.

Ist das mit Blick auf das Rückspiel nicht etwas übertrieben? Nur wegen des Misserfolgs? Eventuell eine Definitionsfrage. Nach dem verlorenen CL-Finale gegen Chelsea gab es ebenfalls Stimmen, die zu dieser Diagnose kamen. Begründung: Chelseas Taktik war erfolgreich, die der Bayern nicht. Etwas extreme Ansicht, aber immerhin möglich.

So gesehen wäre dann allerdings Barça am Mittwoch dem FC Bayern taktisch nicht gewachsen gewesen - und nicht umgekehrt.

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