"Ich war platt!" Alexander Straus spricht im exklusiven Interview über sein Ende beim FC Bayern

War eine Keule gegen Google - nicht gegen @Ibiza .
Außerdem musst Du mir zugestehen, dass Deine Vorlage ein Elfer ohne Torhüter war.
Da konnte ich einfach nicht widerstehen…
Wir sind schließlich alle nur Menschen.

Wenn Du „Menschen“ mit „Männer“ ersetzt, kommen wir dem Ganzen schon ein Stückchen näher :wink::stuck_out_tongue_winking_eye:

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Ich kann mir vorstellen, dass man beim FC Bayern eher unglücklich darüber sein wird, dass Straus dieses Interview gegeben hat.

Der Onlinejournalismus im Fußball funktioniert oft viel zu simpel, ich bin ja Teil dessen. Aber ich weiß halt auch, dass er nicht ausschließlich so funktioniert. Es hätte zahlreiche Möglichkeiten gegeben, dieses Interview etwas dreckig anzuteasern und damit gut Klicks zu machen.

Wäre es ein normales Interview gewesen, würde ich zustimmen. Hier waren die Aussagen eigentlich zu stark, um sie auszulassen und dafür gibt es aus meiner Sicht keine Rechtfertigung. Ich halte das sogar für ein ignorantes Versagen. Tagtäglich erlebe ich in Redaktionen, wie Klickzahlen als Zielvorgabe dienen. Hier hätte man sich an einem Tag, an dem insgesamt nicht massig viel los war (sogar an zwei Tagen), mit 30 Minuten Aufwand (nicht mal) einige Klicks zusammenschreiben können. Davon bin ich überzeugt.

Unser Interview ist auch deshalb bei Google gefloppt, weil es nicht zum Thema gemacht wurde. Ohne Zitate gibt es keine Relevanz im Algo.

Bei Gilles haben wir halt selbst ein wenig dreckig gearbeitet – mit Erfolg. Da stehen die Worte „FC Bayern“, „Neuzugang“ und ein schönes Zitat in der kurzen Überschrift, aber nicht, dass es sich um die Frauen handelt. Ich halte das für einen diskutablen Weg und versuche in der Regel, zu viel solcher Sachen zu vermeiden. Aber wir sehen ja, was der Unterschied sein kann … bitter.

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Warum? Und fandest du die Tage rund um die VÖ des Interviews echt eher ereignislos, was Frauenfußball im Besonderen (Nations League läuft) und Fußball/Sport (Champions League Finale, Vorbereitung Nations League, Transfers, Formel 1) im Allgemeinen angeht?

Interessant.
So ist es am Ende plausibel.

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Ja, wahrscheinlich hätte ein Titel wie: „Wende im Enthülllungsdrama, Bayerntrainer rechnet ab…“ mehr gezogen

PS.: Der Text wäre dann mit „…jetzt in Dollar, weil er in die USA wechselt“ weitergegangen. :rofl:

Die Anderen (Medien) machen das ja tatsächlich so. Sie lassen das kleine, feine Detail, dass es im Artikel um die Frauen geht, in Überschrift und Teaser weg. Da stand unter einem Bild von Eberl dann „Trainer verlässt FC Bayern“ - und man dachte sofort: Muss ja VK oder einer aus seinem Team sein…", wegen der Eberl Assoziation.

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Da liegst Du wahrscheinlich richtig. Ich hatte aber auch nicht die Absicht, eine Analyse zu liefern. Nachdem ich erst heute das alles gelesen habe, wollte ich einfach etwas Unterstützendes schreiben, das nicht rein emotional ist - und keine Wiederholung dessen, was Du und andere bereits gesagt haben. Für die Goldwaage ungeeignet und auch nicht dafür gedacht. :wink:

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Weil der FC Bayern nicht involviert war, sonst wäre das Interview in dieser Form mit Sicherheit nicht so erschienen.

Ich arbeite ja viel im Alltagsgeschäft. News hacken, Zeug für News suchen. Ich will da nicht ins Detail gehen, aber angesichts der Tatsache, was tatsächlich los war, unabhängig von den konkreten Events, waren das zwei ganz durchschnittliche Tage. Zur CL gab es am Sonntag etwas Nachhall, aber auch da nichts, was außergewöhnlich viel Zeit gefressen hätte. Die NL war sicherlich Thema, irgendwelche Transfergerüchte sind es immer, aber insgesamt waren das zwei eher entspanntere Tage.

Wenn ich mir auch ansehe, was konkret veröffentlicht wurde, dann wäre da locker der Raum gewesen. Der FC Bayern ist immer relevant. Als CvD oder Chefredakteur hätte ich in der Redaktion gesagt: Machen und halt „dreckig“ drehen, also Bayern-Trainer statt Straus usw. – das hätte locker funktioniert. Zumal diese Medien ja eine ganz andere Autorität haben bei Google als wir. Die veröffentlichen was und das rankt gut. Wenn’s dann noch geklickt wird mit einem guten Dreh, bleibt es auch dort. Andere springen auf usw. – und dadurch würden wir auch profitieren.

Weiterhin erlebe ich in den Redaktionen, dass Frauenfußball mehr auf die Agenda gesetzt wird. So und so viele News mindestens pro Tag. Da wäre sowas gefundenes Fressen, einfach umzusetzen und ggfs. mehr Reward als anderer Quatsch.

Natürlich ist das meine Meinung, die ich auf den Jahren Erfahrung stütze, die ich jetzt gesammelt habe. Natürlich ist die nicht als Wahrheit in Stein gemeißelt. Aber ich bin überzeugt davon. Und besonders enttäuscht bin ich von Medien, die den FF tatsächlich weiter nach oben auf ihre Liste gesetzt haben – und nicht nur als „hauptsache, wir machen ein bisschen was“.

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Ja, das ist ein Teil der Wahrheit. Aber wahr ist auch, dass wir auch ohne diese Tricks schon News und Artikel zu den Frauen hatten, die durch die Decke gingen. Google ist nicht immer ausrechenbar. Viel Zufall, viel Würfeln.

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Schon sehr interessant - und wo wäre da das Problem für den FC Bayern jetzt wo alle Entscheidungen gefallen und selbst theoretische Unruhe eigentlich akut keine Rolle spielt?

Wäre es dann sogar denkbar dass andere dem FF gewogene Medien sogar bewusst vermieden haben auf diesen Zug aufzuspringen um den FCB (bei den Herren scheint sowas ja aber so überhaupt meine Rolle zu spielen :wink: da ist man quasi „vogelfrei“) da nicht zu verärgern?

Oder haben sie es vielleicht gar nicht mitbekommen weil sie sowas wie MSR nicht bewusst regelmäßig ansteuern sondern nur wenn es ihnen eben auch Google in ihren Feed füttert?

Was ich bisher so gehört, finde ich das mit FCB „Frauen“ bewusst aus dem Header rauszulassen wohl die klarste Lehre aus dem Ganzen, wenn das solchen Unterschied machen kann.

Manchmal muss man die Leute halt auch bisschen zu ihrem Glück zwingen - wer so „aus Versehen“ bei euch landet treibt halt nicht nur den Zähler hoch und macht es wahrscheinlicher, dass andere den Artikel sehen - vielleicht wird ja doch auch mal Interesse am FF oder gar MSR geweckt?

Vielleicht hätten sie das Interview erlaubt, aber einige Aussagen sicherlich sehr abgeschwächt oder sogar gestrichen. Über eine Stunde Sprechzeit hätte es ohnehin nicht gegeben. Davon ist auszugehen. Ist halt deren Aufgabe, nichts an die Öffentlichkeit zu lassen, was auch nur irgendwie Wind erzeugen könnte. Ärgerlich für uns, deren Job. Dazwischen gibt’s dann immer Streitereien :wink:

Nein, halte ich für 100 Prozent ausgeschlossen. Davon weiß ja a) niemand und b) selbst wenn wäre es denen egal.

Dafür gibt es ja Mails, die man als Interview-Veröffentlicher schreibt. Ich habe wie gesagt zehn Redaktionen kontaktiert und dabei sieben Zitate aufgelistet, die ich für relevant halte. Da war in jedem Fall was dabei und da gibt’s keine Ausreden.

Auch hier gibt es wie gesagt keine Garantie. Und es kommt immer auch auf den konkreten Fall an finde ich. Manchmal kann das sehr respektlos sein. Wir hatten auch schon News, die richtig gut funktioniert haben und in denen ganz klar war, dass es um die Frauen geht.

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Danke für die detaillierten Infos, @justin

Tja, das scheint ja dann leider nicht nur für Google zu gelten…

Wirklich sehr schade/enttäuschend in der Tat - ganz klar das Interview des Jahres beim mit erfolgreichsten Frauenteam des Landes in dessen erfolgreichster Saison.

Und niemand scheint es zu interessieren. Da kommt dann natürlich leider schon was mit „Don Quijote und den Windmühlen“ in den Sinn…

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Dem möchte ich mich voll anschließen. Zum (Stellen-) Wert deines Interviews hatten wir bereits alles gesagt.
Der ernüchternde Blick hinter die Kulissen der Medienwelt heute (in den Zeiten von Social Media) hingegen war mir eine Lehrstunde wie ein Dejà vu - und lässt mich eher desillusioniert und (vorübergehend) entmutigt zurück. Ich fühlte mich beim Lesen deiner Antworten ein wenig zurückversetzt in meine erste Lektüre von Günter Wallraff als Schüler. Und erinnert an „The Morning Show“.

Es ist bitter, hinter die Maske zu schauen, auch wenn die Mechanismen eigentlich immer klar waren und unverändert bleiben. Wo früher Print- Auflage generiert wurde (Sex, Crime, Scandal and Sport sells), sind’s heute halt Klicks.

Erschreckt hat mich deine Aussage, dass das Interview eher auf Widerstand in der Bayern-Chefetage gestoßen und vermutlich gekürzt/entschärft worden wäre. Das bringt mich zu Vermutungen und Fragen, die ich lieber nicht äußern möchte.

Komplizierte Jobbeschreibung zwischen den verschiedenen Mühlrädern. Nicht leicht, dabei nicht zum Zyniker, Sarkasten oder BILD-Redakteur zu werden.

Meine Stadtzeitung vor 30 Jahren war im Vergleich dazu ein wonnevoller Spaziergang im sommerlichen Zeitungswald - wir traten allen auf die Füße, betrieben ein paar Jahre Selbstausbeutung und verdienten unsere Brötchen bei Umzugsklitschen und Mitfahrzentralen.
Ich hab in dieser Zeit einige Politjournalisten kennengelernt, die nicht bei WELT und BILD angeheuert hatten. Nicht wenige mussten sich ihr Schreiben mit anderen Jobs querfinanzieren. Oder in der Lokalpresse den Kaninchenzüchterverband übernehmen.
Als Geschäftsmodell für einen Familienvater hat unser Zeitungsprojekt Anfang der 90er nicht getaugt. Ich bin danach auf den Bau gegangen - und dort dann 30 Jahre geblieben.

Behalte Dir Deinen sprachlich feinsinnigen, dabei gesellschaftlich sehr breit gefächerten und ungemein kenntnisreichen Stil. Ich bin vom Erfolg der Marke @justin überzeugt (auch wenn ich dein Buch noch nicht kaufen konnte). Aber Deine Diplomarbeit hab ich mir jetzt mal runtergeladen. Bis Dein nächstes Interview erscheint, brauche ich halt Lesestoff.

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Und nu isser endgültig fott.

MiaSanRosa - zumindest in puncto Trikko hatter sich nicht verbessert, „unsa“ Alex.
Aber schon am Sonntag um 4:00 geht’s gegen die Chicago Red Stars - dann steht Alex wieder an der Seitenlinie. Während seine Münchener Mädels im (Kurz-) Urlaub chillen…

Was ich mich frage: Wenn das Ranking eines Artikels bei Google so sehr von Querverweisen bzw. Erwähnungen dieses Artikels in anderen Medien abhängt, und wenn das Sich-gegenseitig-Informieren über neue Artikel per E-Mail im Fußballjournalismus ohnehin üblich ist, warum machen Fußballmedien dann keine „Zitierkarussells” auf, bei denen sie sich gegenseitig zitieren, um sich im Google-Ranking gegenseitig hochzupushen? Oder passiert das?

Ich habe das Interview inzwischen gelesen. Ein ganz tolles Gespräch, @justin, mit einem offenkundig sehr sympathischen, reflektierten und dem FC Bayern ehrlich zugetanen Menschen. So, wie er in dem Interview auf mich wirkt, glaube ich wirklich, dass Alexander Straus jede einzelne seiner Spielerin wertschätzt und sich Gedanken darüber macht, wie er sie am besten in seine Vorstellungen und Pläne einbinden kann. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele seiner Spielerinnen beim FC Bayern ein Gefühl des Verlusts empfanden, als sie die Nachricht hörten, dass er gehen würde.

Wenn der echte Straus so ist wie der Straus auf dem Papier, dann darf sich Angel City FC auf einen tollen Trainer freuen.

(Das einzige, was mir etwas zu denken gibt, ist Straus’ sehr menschliche und sympathische, aber für das harte Fußballbusiness nicht ideale psychische Fragilität. Ich hoffe, er holt seine Familie nach LA und die Sonne und die warmen Temperaturen all year round tun ihm gut.)

P. S. Deinen Frust darüber, dass dieses interessant zu lesende und inhaltlich durchaus ergiebige Interview von keinem anderen Medium aufgegriffen worden ist, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Inhaltlich hätte es das Interview locker hergegeben und auch verdient. Man stelle sich mal vor, Straus wäre ein Trainer im Männerfußball…

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Mal noch eine Frage an @justin

Würde es helfen, wenn wir user das Interview über „unsere“ Kanäle verbreiten? Ich meine viele habe einen Account bei Insta, Facebook usw. usf. - wenn jetzt - ganz naiv gedacht - 100 (ich nehme einfach mal irgendeine runde Zahl, hätte auch 500 oder 30 sagen können, weiß gar nicht, wie viele Leute hier so rumschwirren) user das Teil verlinken, kann das was retten oder ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein oder so…?
Ich hab das mal per What’s App an vemeintlich Interessierte verteilt und bekam auch positive Resonanz.

Es ist nämlich wirklich so ziemlich das beste Sport Interview, an das ich mich erinnern kann.

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Unabhängig von Google und anderen Algorithmen hilft das natürlich. Das ist sogar gerade für uns eine der wichtigsten Komponenten überhaupt, dass unser Content auch auf Social Media geteilt wird. Wir haben eine recht kleine Basis im Vergleich zu anderen Medien. Sport1, Sky und you name it haben tagtäglich tausende Menschen, die auf deren Seite gehen, ohne dass sie bei Google irgendwelche Treffer landen müssten (brauchen sie natürlich trotzdem auch). Bei uns dümpeln Artikel, die gar nicht bei Google ranken, meist zwischen 500 und 1.500 Leser*innen herum. Das ist sehr wenig.

Wenn wir nun recht häufig geteilt werden – und sei es nur in fünf kleinen Bubbles, dann ist die Wahrscheinlichkeit da, dass wir von den Leuten, die das gern gelesen/gehört haben, wieder in eine weitere Bubble geteilt werden usw.

Also ja, das ist sogar ein Punkt über den wir mit am meisten stolpern, würde ich sagen. Leute, die uns gerne lesen, teilen uns zu wenig. Was kein Vorwurf ist. Wenn ich mein eigenes Verhalten reflektiere, bin ich ähnlich und müsste viel mehr teilen, was ich gern konsumiere. Aber wir sind da relativ bequem, freuen uns über das „Erlebte“ und geben vielleicht noch ein Like und ein Kommentar. Das ist super und freut uns, aber jedes Teilen ist goldwert, weil wir so ggfs. neue Menschen erreichen.

Danke für die Blumen! Freut mich sehr.

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Ne, es wird einfach zitiert, was man für relevant hält und das ist wiederum sehr individuell. Die Mails sind einfach deshalb, um sicherzustellen, dass das Interview gesehen wird.

Manchmal ranken Themen auch ohne Resonanz bei anderen Themen btw. Wir hatten auch schon Artikel, in denen wir etwas selbst zum Thema gemacht haben und die durch die Decke gingen.

Aber wie gesagt: Die Wege des Google-Knechts sind unergründlich.

Danke. Und auch danke an alle für das Verständnis über meine Enttäuschung. Es waren zwei, drei Tage, in denen ich meine Branche wirklich nicht sehr gemocht habe und ich bin jemand, der solche Emotionen eigentlich viel zu unprofessionell und emotional nach außen trägt. Aber es freut mich trotzdem, dass es zumindest verstanden wird.

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