(Fußball- und andere) Filme

rote Herzen nur in der echten Liebe oder in Kombination mit einem weißen Herz beim Verein :wink:
ansonsten sind meine Herzen schwarz, wie meine Seele :smiley:

Kann ich sehr gut nachvollziehen, wüsste aber gerne, wo genau Du die Grenze ziehst: Etwas experimentellere Filme, etwa von David Lynch oder vereinzelt Stanley Kubrick, funktionieren dann für Dich auch nicht, oder?

Was ist mit “Cloud Atlas” von Tom Tykwer? An sich ein Mainstream-Film, der aber auch verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen spielt. Ist Dir das schon zu viel? Im Übrigen kann ich die Romanvorlage von David Mitchell wärmstens empfehlen: Sie funktioniert um Längen besser, als der mittelmäßige Film.

Ich frage komplett ohne Wertung, rein aus Interesse. Persönlich ist mir eine stringente und halbwegs interessante Storyline auch wichtig, es sei denn, es wird wie bei Lynch etc. ganz bewusst darauf verzichtet, um andere Fragen zu verhandeln oder filmische Elemente zu testen.

Bin halt ein oller Arthouse-Fuzzi. Aber de gustibus non est discutandum

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Ich fürchte, von David Lynch habe ich noch keinen Film gesehen und von Stanley Kubrick erst drei: Full Metal Jacket (super), Eyes Wide Shut (super) und The Shining (zu phantastisch).

Cloud Atlas von Tom Tykwer habe ich auch noch nicht gesehen. Sorry!

Du darfst keine hohen Ansprüche an mich und meinen Filmgeschmack stellen. Ich habe viele Jahre lang sehr viele Filme gesehen, aber überwiegend Mainstream-Kino. Seit längerer Zeit aber schon sehe ich nicht mehr häufig und viele Filme, und wenn, dann nur solche, wie ich sie hier letztens aufgeführt habe. Ich bin kein Connoisseur.

Danke Dir für die Spezifizierung! Wenn Du die Kubrick-Filme magst, bist Du ja schon einigermaßen flexibel, was Plot und Stimmigkeit angeht.

Obwohl ich definitiv kein Sci-Fi Fan bin, halte ich 2001… von Kubrick für einen der besten Filme aller Zeiten. Da gilt dann wohl @cheffe s “whatever works”. So auch bei Lars von Triers “Magnolia” und eben David Lynch.

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Ich glaube, Du meinst “Melancholia”. “Magnolia” ist von Paul Thomas Anderson. Sorry für mein G’scheidhaferln, aber während ich von Triers Werk “nur” sehr gut finde, ist MAGNOLIA auf meiner All-Time-Favourite-Liste der besten Filme aller Zeiten beständig in den Top Five. :wink:

Nachdem Du Deinen Geschmack etwas genauer erklärt hast, möchte ich meine Empfehlung für ANTEBELLUM wieder zurücknehmen… :wink: .

Ja, zweifellos. Ich stimmen Deinen Ausführungen prinzipiell zu, und Du hast ja bereits erkannt, dass wir uns nur darauf einigen, Brad Pitt zu ersetzen :slightly_smiling_face: .

Wobei:

Es wäre interessant, wie Du zu Quentin Tarantino stehst. Insbesondere natürlich zu den erwähnten INGLORIOUS BASTERDS und ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD, falls Du die gesehen hast. Natürlich sind beide weit weg vom dokumentarischen Ernst eines 12 YEARS, aber nichtsdestoweniger erzählen sie Geschichten inmitten historisch gesicherter Fakten - und drehen sie in beiden Fällen mal hübsch durch den Fleischwolf. Nun dürfen wir davon ausgehen, dass wirklich jeder Mensch weiß, dass Hitler nicht so umkam wie in den BASTERDS. Da könnte man sagen: nicht so schlimm bezüglich des von Dir erwähnten “geschichtspolitischen Untergangs”. Bei ONCE UPON… hingegen würde ich vermuten, dass viele Menschen nicht wissen, was Sharon Tate wirklich passierte. Ist dem Quentin aber wurscht.

Meines Erachtens ist das, was Tarantino macht, eine Liebeserklärung. Dieser manische Filmgucker erklärt nichts Geringeres als: Das Kino bringt die Nazis um und versaut der Manson Family ihren historisch vollzogenen Mordversuch. Nichts ist stärker als das Kino!

Ich gestehe, ich finde das gleichermaßen faszinierend wie kathartisch, gebe jedoch zu, dass es Ambivalenzen hat, insbesondere wenn die historische Bildung fehlt, um die Filmhandlungen zu reflektieren.

Bitte pass auf, dass Du nie, nie, nie in den Bann des Bollywood-Kinos gerätst…! :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ansonsten wäre es wirklich interessant, wie Du Dich in einem David-Lynch-Film zurechtfinden würdest, das hat @Mehmet68 gut angesprochen. Von entfachter intellektueller Neugier bis nach 15 Minuten schreiend vor der Leinwand flüchten, kann ich mir alles vorstellen. Nur falls Du es mal versuchst: Nicht mit STRAIGHT STORY anfangen…! Welcher der Un-Lynchigste Lynch-Film ist, den man sich vorstellen kann. (Oh, und auch nicht mit ERASERHEAD. Wir wollen Dich ja noch länger unter uns haben…! :wink: )

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Dumme Frage an die Film Freaks. Muss man David Lynch Filme zwingend zu 100 % verstehen? Oder ist es so gewollt, dass nicht alles zwingend erklärbar ist oder bin ich einfach nur zu dumm?

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Gar keine dumme Frage!

Darüber könnte man Bücher schreiben. Korrigiere: darüber werden Bücher geschrieben…!

Fest steht, dass man Lynch-Filme bis ins Mark und darüber hinaus dechiffrieren kann. Eine endlose Quelle möglicher Interpretationen. Aber um Deine Frage kurz und möglichst direkt zu beantworten:

Persönlich bin ich der Auffassung, dass man Lynch-Filme NICHT zwingend zu 100% verstehen kann und muss. Was meines Erachtens daran liegt, ich versuche es in aller Kürze zu beantworten, dass Lynch das Unterbewusste anzapft, die Traumwelt. Und ja, das ist ganz sicher gewollt.

Lynch tickt einfach anders. Ich habe mal jemand sagen hören: Die meisten Menschen interessieren sich für das, was Menschen hören. David Lynch interessiert sich für das Ohr.

Du bist ganz sicher NICHT zu dumm. Lynch zu genießen, ist eine Frage des Zugangs. Ich habe etwa eine hochintelligente Freundin, die wirklich ausdauernd versucht hat, seine Filme so gut zu finden wie ich und andere im direkten sozialen Umfeld (ich bin Teil eines lynchesken Fan-Netzwerks :wink: ). Keine Chance. Bei nahezu jedem Werk schaltet sie nach einer bestimmten Zeit ab und ist nicht mehr in der Lage zu folgen. Ist einfach nicht ihr Ding.

Aber meine Güte, was ihr entgeht…!

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Hupsie, was für ein doofer Typo! Natürlich meinte ich Melancholia als Beispiel für Filme, die keine eindeutige Handlung aufweisen und viel Interpretation bzw. Phantasie erfordern.

Lynch ist für mich Paranoia, Traum und Fantasieren. Niemals eindeutig, aber extrem faszinierend.

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@cheffe hats ja schon gut beantwortet: Die meisten seiner Filme erzählen keine eindeutige Geschichte mit klarer Auflösung. Der wahnwitzige Mulholland Drive etwa wurde heiß diskutiert: Ist alles nach dem Unfall ein Traum, oder ein Rollentausch? Ist sogar von Anfang an alles irreal? Uswusw. Es gibt mindestens 3 „kann“ Lösungen, aber keine, die auf der Hand liegt. Dafür gibts einen wunderschönen Film. Daher meine Frage von oben an Alex…

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Ich fand die Filme ja auch gut und sehr abgefahren. Mulholland Drive und vor allem Lost Highway sehr künstlerisch. Bei Blue Velvet und vor allem Twin Peaks fiel mir der Zugang deutlich leichter.

Twin Peaks eine der besten Serien aller Zeiten.

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Mir ist gerade noch ein möglicher Tipp für Dich eingefallen: Wenn Du gut erzählte, aber dennoch originelle Filme magst, könnte Jim Jarmusch etwas für Dich sein. Kein Mainstream, eigenwillige Bildsprache, gute Soundtracks und immer genial besetzt. Allerdings dreht er meistens in schwarzweiß. Schon mal gehört?

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Kennt jemand “U Are the Universe”?

Die Geschichte kurz angeschnitten…ein Mann ist in naher Zukunft im All tätig, er fliegt Atommüll zu einem Jupitermond. Nachdem der Kontakt zur Erde abreist und diese sich sozusagen in Staub auflöst, ist er der letzte Mensch. Zumindest glaubt er es, bis ihn ein Funksignal erreicht. mehr will ich gar nicht dazu schreiben. Ich fand die Geschichte rundherum spannend und packend und es gab auch mal ein “Oh…damit hätte ich jetzt nicht gerechnet”.

Das Ende war mir ein wenig zu kitschig, aber was solls.

…fand ich damals gut, insbesondere den ersten Teil mit dem kammerspielartig inszenierten psychischen Kräftemessen zwischen dem „Judenjäger“ Hans Landa und dem französischen Bauern in einer Stube in dessen Haus über Kaffee und Kuchen. Sehr spannend, sehr dicht, sehr intensiv erzählt. Das war aber auch mein letzter Film von Tarantino, wenn man sie zeitlich nach Veröffentlichungsdatum ordnet, Once Upon A Time In Hollywood habe ich daher nicht gesehen.

Du hast recht, dass Tarantino historische Wahrheit in diesem Film eher als Serviervorschlag denn als verbindliche Richtlinie versteht. Die Szene mit dem eindeutig nicht mit der historischen Wahrheit übereinstimmenden Hitlermord befreit den Film insgesamt von der Bürde, Wahrheitsansprüchen gerecht zu werden. Es ist nicht konsistent, an einen Film, der an einer Stelle die historische Wahrheit so eindeutig, offensichtlich und extrem verletzt, an anderer Stelle Ansprüche an historische Wahrheit anzumelden. Wenn in dem Film irgendwann dreibeinige Russen aufgetaucht wären, die mit Mars-Lasern Nazis weggebrutzelt hätten, hätte niemand auch nur mit der Wimper zucken dürfen – oder höchstens insofern als zu fragen, wo denn jetzt plötzlich die Russen herkommen, wo der Film doch in Frankreich spielt.

Bei Twelve Years A Slave ist das anders. Der Film bemüht sich durchgängig um historische Korrektheit, ja, er basiert sogar auf der Biografie eines Sklaven, dessen Leben er als Drama aufbereitet präsentiert. Wenn in diesem Film historische Wahrheit auf signifikante Weise verletzt worden wäre, wäre das sehr wohl ein Grund, den Film kritisch zu beurteilen. Von einem Film, der so stark suggeriert, historische Wahrheit abzubilden, muss erwartet werden dürfen, dass er gänzlich korrekt ist und dem Zuschauer nicht aus instrumentellen Gründen wie etwa der Volkserziehung historische Falschheiten präsentiert, weil sie besser in ein präferiertes Narrativ passen („Die schwarzen Sklaven mussten nicht von den weißen Amerikanern gerettet werden, das konnten sie schon ganz alleine“).

Diesen Umstand sehe ich jedoch bei Inglorious Basterds und (vermutlich) Once Upon A Time In Hollywood nicht gegeben. Weil einzelne Szenen des Films offensichtlich als historisch eklatant falsch zu erkennen sind (würde wirklich jemand OUATIH für eine verkappte Dokumentation halten?), hätte ich bei diesen Filmen nichts dagegen, wenn sie auch an allen anderen Stellen historische Wahrheit instrumentell verfälschen, um damit andere Ziele zu erreichen (Volkserziehung, Zuschauerbelehrung, Komiksteigerung, …).

Sind die Tarantino-Filme, die neuer sind als Inglorious Basterds empfehlenswert? Ach, Moment! Ist The Hateful Eight nicht der mit der Hütte im Schnee, in der sich eine Bande einander unbekannter Menschen zufällig für eine Nacht oder so zusammenfindet? Doch, den habe ich zu sehen begonnen, aber irgendwann abgebrochen und nicht wieder angefangen. Hat mich nicht wirklich gepackt.

Keine Sorge. Die Gefahr ist vernachlässigbar gering. Mein Verlangen nach Bollywood-Filmen ist von Null praktisch nicht zu unterscheiden.

Ja, Jim Jarmusch kenne ich. Vor einigen Jahren war er einmal aus irgendeinem Grund für eine kurze Zeit relativ präsent in den Medien. Damals habe ich einen längeren Artikel in der New York Times über ihn gelesen und wollte daraufhin wissen, was es mit diesem Mann auf sich hat. Ich habe mir Down By Law angeguckt, aber der Film hat mich damals nicht wirklich begeistert, obschon ich die künstlerische Eigenständigkeit des Films anzuerkennen weiß. Ansonsten habe ich von Jarmusch aber noch nichts gesehen, bis auf irgendwann als Teenager oder früher Twen einmal ein paar Szenen von Ghost Dog: The Way of the Samurai im Fernsehen, aber daran habe ich keine konkrete Erinnerung mehr. Danke für den Tipp!

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Diese erste Viertelstunde war sensationell.
Wie man oft sagt: Ich wünschte, ich könnte das noch einmal zum ersten Mal sehen.
Danach lässt der Film leider stark nach.

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Waltz spielt das phänomenal. Dazu seine Stimme in der deutschen Fassung. Eine ikonische Filmszene. Die Django Anfangsszene ist auch sehr stark. Bei the hatefull eight zeigt Tim Roth einen ähnlichen Stil. Jackie Brown war mir damals zu langweilig. Heute für mich einer seiner stärkeren Filme.

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Echt? Ok, das Intro gehört zum Besten was jemals auf die Leinwand gebracht worden ist. Aber dass der Rest nun stark nachlässt, finde ich nicht. Grundsätzlich alle Szenen mit Waltz - Strudel, Bingo etc - sind faszinierend. Aber auch der Teil in der Kellerbar oder die Basterds selbst. Der Film ist eine Meisterwerk in meiner persönlichen Einschätzung.

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Mir wurde es dann irgendwann zu klamaukig. Und da bin ich bei @Alex, es ist immer eine Frage wie sehr und auf welche Weise du geschichtliche Tatsachen verbiegst. Hier ist es für mich nicht gelungen.

„Jackie Brown“ habe ich lange verweigert, weil sich die Geschichte für mich nicht sonderlich prickelnd angehört hat.
Dann doch einmal gesehen, absolut begeistert gewesen.

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Hab mir eigentlich so gut wie alles von Tarantino reingezogen. Auch von Robert Rodriguez habe ich einiges gesehen. Kongeniales Duo.

Hoffentlich kommt Machete kills again…in space doch noch :laughing:

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A propos Twin Peaks: Jetzt gibts alle drei(!) Staffeln bei arte - wo sonst:

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Tarantino Filme sind nun mal Tarantino Filme!

“… Basterds” oder “Once upon…” sind keine History Dokus und Streifen, wie “Hateful 8”, “Pulp Ficion”, “Kill Bill” oder “Django…” auch nicht unbedingt Popcorn Kino für Kinder. Das weiß man doch aber, wenn man sich Streifen von ihm anschaut.

Auch “From dusk…” als Drehbuchautor ist “auffällig” Tarantino Style.

Zur NS-Zeit schaue ich Dokus bei ZDF Info und erwarte keine wahrheitsgetreue, geschichtliche Aufklärung in einem Tarantino Film.