(Fußball- und andere) Filme

Es ist der 10. November 2009. Ich zappe uninspiriert durch das Fernsehprogramm. Plötzlich: Breaking News. Robert Enke hat sich vor einen Zug geworfen.

Das hat mich total umgehauen damals.

Kurz drauf zappe ich zufällig in den Anfang eines Dokumentarfilms. Vielleicht, weil ich sowieso schon “psychologisch weg” war, vielleicht weil der Film so toll ist - die nächsten Stunden bin ich fasziniert, lache ich, weine ich - und das bei einer Doku(!!).

Bis heute ist der Film einer meiner absoluten Lieblingsfilme, auch im Vergleich zu den “normalen” Klassikern.

Er handelt von einem besonderen Chor - man muss 60 sein, um Mitglied werden zu dürfen. Circa 30 Mitglieder hat er zu dem Zeitpunkt; und das Durchschnittsalter ist ca. 80 Jahre. Besonders ist vor allem auch die Auswahl der Musikstücke. “Road To Nowhere” oder “Life During Wartime” von den Talking Heads oder auch “I Got You” von James Brown bekommt textlich eine andere Bedeutung, wenn es von Sängern gesungen wird, die ihrem Lebensende entgegen gehen.

Der Trailer hilft vielleicht, die Magie zu verstehen:

Und als Schmankerl hinterher noch ein “Geheimauftritt”. Der Chor war in einer Bar in Amsterdam zu Gast und singt “Heaven” von den Talking Heads.

Und wer steht auf und macht mit? David Byrne von den Talking Heads. Der könnte Millionen über Millionen für eine Comeback-Tour seiner Bank bekommen - singt aber lieber mit den Senioren.

https://youtu.be/kpiNbonlKL0?si=fDiHnHzutI6L73O1

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Eine feine Liste.

BRING HER BACK war super, aber auch superfies. LIFE OF CHUCK ist bei mir knapp an den Top Ten vorbeigeschrammt, hat aber wahrscheinlich die legendärste Szene des Kinojahres (welche das ist, muss man wohl nicht beschreiben…).

Übrigens, anhand Deines ausgesuchten Kinogeschmacks würde ich Dich eigentlich als klassischen Besucher des Fantasyfilmfests (fantasyfilmfest.com) identifizieren. Ich weiß nicht, wo Du wohnst, aber sollte das Festival bisher an Dir vorbeigegangen sein, würde ich Dir den Besuch sehr ans Herz legen. Immerhin findet es mittlerweile in 6 Städten statt, und vielleicht eben auch in der Nähe.

Es gibt auch noch eine Fan-Seite dazu (f3a.net), wo man allerlei coole Threads findet, ähnlich wie hier. Unter anderem zahlreiche Reviews. Grade hab ich einen sehr guten und passenden meines Kumpels “Herr Kees” bezüglich Deines verwirrendsten Film des Jahres, KEEPER, gelesen.

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Auch wenn ich’s irgendwie verstehen kann, mich hat allerdings eine (Mini) Serie noch nie so genervt wie diese. Vermutlich ist es sogar gewollt, aber habs nicht ausgehalten. Außerdem finde ich die Darstellung des Jungen (auch wenn oscarreif gespielt) komplett unrealistisch. Ich gebe solchen Werken gerne eine zweite Chance aber sicher nicht kurzfristig.

Dass die Serie schwer auszuhalten ist, kann ich gut verstehen. Ich glaube auch wie du, dass es bewusst so angelegt ist; dafür spricht etwa das One-Take-Verfahren, um den Betrachter so tief wie möglich in das unangenehme Geschehen hineinzuziehen. Aber es ist halt einfach so unfassbar gut gemacht…

Anderer Meinung bin ich beim Thema “unrealistisch”. Klar, es ist sehr harter Stoff. Aber es scheint ja einen Nerv zu treffen, wenn sogar das englische Unterhaus darüber spricht, was mit manchen Jugendlichen los ist. Aus eigenen Erfahrungswelten würde ich auch dazu tendieren zu sagen, dass mindestens das Weltbild, das der Junge mit sich trägt, leider äußerst realistisch dargestellt ist. Selbiges findet man heute wieder öfter, und verschiedene Multiplikatoren (soziale Medien etc.) lassen das Serien-Geschehen fast eher dokumentarisch denn fiktiv erscheinen.

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Da gehe ich natürlich mit, meine Kritik bezog sich nur auf den Charakter an sich. Das ist aus meiner Sicht nicht altersgerecht.

Mag sein dass ich zur Zeit extrem pingelig bin aber ich hätte bei der Sichtung gestern bereits beim Format kotzen können: 2,76:1 (!!!). Kann mich nicht erinnern das schonmal verflucht haben zu dürfen. Wenn selbst ein 16:9 Schirm nur gefühlt 1:3 Film enthält hat man mMn sehr viel falsch gemacht (tatsächlich in dem Film noch mehr, die beiden Vorgänger fand ich weitaus besser)

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Bei Filmen wie “28 years later” und “the smashing machine” wird mir wegen der Kameraführung (Wackelkamera) immer wieder schlecht.

Daher auch meine relativ schlechte Platzierung.

Dennoch fand ich die Bilder, Atmosphere und Handlung nicht schlecht und bei “Smashing Machine” wollte ich Dwayne “the Rock” Johnsons schauspielerische Leistung würdigen.

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Ich hatte bei Adolescence auch das Problem, dass ich es etwas unrealistisch fand.

Unrealistisch deswegen, da ich mir einen solchen Täter nur schwer vorstellen kann - obwohl es sicher solche ähnlichen Fälle nicht selten gibt.

Ich erinnere mich da insbesondere an den Fall Brianna Ghey, die von einem jugendlichen Pärchen heimtückisch ermordet wurde, weil sie eine jugendliche Transfrau war.

Das war keine Affekthandlung wie in der Serie sondern minutiös geplant.

Bei dem Täter in der Serie handelt es sich weder um einen Psychopathen noch einen Radikalen Frauenhasser sondern eher um ein gekränktes Mobbingopfer, dass in der Manosphere versucht hat ein neues Selbstwertgefühl zu finden.

Kein typischer Täter, den man leicht hassen kann, oder den man als Antihelden a la Dexter sehen kann sondern ein Loser, der nicht mal zu seinen Taten steht - aber eben auch noch ein Kind.

Gibt es solche Täter im echten Leben?

Mobbingopfer, die im Affekt handeln und über Tage wenn nicht Wochen hinweg ihre Taten leugnen können?

Möglicherweise.

Die meisten Taten gehen aber eher von psychisch kranken, radikalisierten Frauenhassern und Rassisten aus.

Die Kritik an der Manosphere und ihre Gefahr kommt mir dadurch in der Serie zu kurz.

Es wirkte für mich eher wie eine Ausrede für seine Tat als der tatsächliche Grund.

Für mich einfach ein unangenehmes Seh-Erlebnis, dass aber auch brilliant dargeboten wurde.

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Okay, da bin ich bei euch.

Das hat wohl mit meinem Menschenbild zu tun, dass ich den Charakter des Jungen durchaus als realistisch wahrnehme. Und auch seine Taten und Handlungsweisen, oder seine Sprache. Aber mag sein, dass ihr Recht habt, und dass das letztlich doch stark fiktionalisiert ist und die Wirkung der Performance des Schauspielers zu verdanken. Letztlich wäre es ja auch nur wünschenswert, wäre es so.

Das ist lustig, ich habe die Serie sogar sofort so wahrgenommen, dass sie genau das ist. Ich hab sogar mit meiner Frau debattiert, die erstmal das individuelle und persönliche Schicksal viel stärker im Vordergrund sah.

Es hängt halt immer viel vom Betrachter ab.:slightly_smiling_face:

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Ich habe das ganze letzte Jahr über praktisch keinen Film gesehen, aber dann im vergangenen Dezember aus einer Laune heraus gleich knapp 15 Filme innerhalb sehr kurzer Zeit, angestachelt kurioserweise durch den Tod von Rob Reiner, der mich veranlasst hat, mir The Princess Bride und When Harry Met Sally zum ersten Mal anzuschauen, was daraufhin meinen Appetit auf die Beschäftigung „Film anschauen” unbeabsichtigt aus seinem vorherigen Langzeitkoma aufgeweckt hat. Hier ein paar lose Gedanken zu einigen der Filme, die ich mir angeschaut habe, in chronologischer Reihenfolge meines Konsums.

  • The Princess Bride: Ich kann aus der Logik der Wertschätzung von Filmen heraus nachvollziehen, warum der Film als Kultfilm gilt und eine eingeschworene Fangemeinde hat, aber diese bewusst sich selbst nicht ernst nehmende, absolut „goofige“ und frei von jeder Ernsthaftigkeit gehaltene, alberne Märchen-Posse ist nicht mein Geschmack. Ja, der Film hat einige nette Szenen und Charaktere, aber ich habe mich überwiegend gelangweilt. 3/10.

  • When Harry Met Sally: Angeblich die Mutter aller Rom-Coms. Ich habe nichts gegen romantische Komödien. Ich mochte damals beispielsweise Notting Hill und Vier Hochzeiten Und Ein Todesfall gerne leiden. Aber auch bei diesem Film habe ich mich überwiegend gelangweilt. In dem Film passiert überhaupt nichts. Es entwickelt sich nichts. Es gibt keine Momente der Spannung, keine Dramatik. Zwei Personen tanzen 90 Minuten umeinander herum: Kriegen sie sich, kriegen sie sich nicht? Der Film zelebriert diesen Tanz, der ganz überwiegend aus einer unzusammenhängenden Sequenz uninteressanter, belangloser Dialoge besteht, in seiner ganzen öden Breite. Es gibt einige fantastische Bilder, zum Beispiel wenn Harry und Sally durch den herbstlich grün-goldgelben New Yorker Central Park spazieren. 3/10.

  • Sinners: Das erste Drittel des Films ist wirklich gut. Zwei Schwarze wollen Anfang der 1930er Jahre in einer amerikanischen Stadt im Süden der USA einen Club eröffnen. Aus der Handlung wird schnell klar, dass sie einen kriminellen Hintergrund haben und so zu Geld gekommen sind. Der Film zeigt, wie sie nun mit diesem Geld und ihrer kriminellen Energie die nötigen Hebel in Bewegung setzen, um diesen Club in der Stadt eröffnen zu können, wobei sie verschiedene Widerstände überwinden müssen, was der Film wirklich spannend inszeniert. Ganz nebenbei unterrichtet der Film den Zuschauer auch noch über verschiedene Facetten des Lebens im Amerika der 1930er Jahre. Dieses erste Drittel ist wirklich klasse. Leider kippt der Film dann völlig unversehens in einen ganz anderen Film, der leider schlecht ist. Das ganze zweite Drittel besteht praktisch aus einer einzigen, großen Verteidigungsschlacht, in der verschiedene Leute in einem Haus eingesperrt sind (dem Club) und sich gegen Personen von außen, die eindringen wollen, verteidigen müssen. Es passiert nichts wirklich mehr, die Geschichte entwickelt sich nicht mehr weiter, die vorher interessante Handlung kommt abrupt zum Erliegen. Von spannender Geschichte zu „Tower Defense“. Quasi DOTA als Film. Langweilig und völlig Banane. Zumal diese Verteidigungsschlacht auch noch langweilig und unfokussiert inszeniert ist. Ein nennenswerter Teil des zweiten Drittels besteht beispielsweise aus ausgeprägten Gesangseinlagen und Musik-Set-Pieces, die quasi neben der Handlung stehen, viel Zeit beanspruchen, aber den Film nicht wirklich vorantreiben. Ich habe nichts gegen längere Musikelemente in einem Film, ich fand beispielsweise damals die Gesangsanlage des Hauptcharakters in dem Coming-of-age-Film CODA richtig, richtig stark, aber bei Sinners wirkt das Ganze wie ein aufgesetztes Gimmick, das der Regisseur vor allem eingebaut hat, um sich einen Ruf als kreativer, unkonventioneller, avantgardistischer Regisseur aufzubauen, der Hollywood in neue Sphären pusht. Es wirkt alles sehr gewollt und aufgesetzt. Leider ist der Film insgesamt enttäuschend. Was nach dem ersten Drittel aller möglich gewesen wäre! 5/10.

  • One Battle After Another: Einige Phasen des Films haben eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt. Der Film hat mich in diesen Phasen so sehr in seinen Bann gezogen, dass meine ganze Aufmerksamkeit auf diesen Film konzentriert war und die Welt für mich aus nichts außer diesem Film bestand. In diesen Phasen läuft der Film wie eine riesige Rube-Goldberg-Machine ab, die eine eng getaktete Abfolge von orchestrierten, perfekt durchgeplanten Ereignissen so tight und organisch durchgängig erzählt, dass es die ganze Aufmerksamkeit auf eine unfassbar spannende Weise bannt. Ich denke hier vor allem an längere Szenen, die sich zeitlich mit der Präsenz des Charakters von Benicio del Toro im Mittelteil des Films überschneiden. Leider hat nicht der ganze Film diese Qualität. Es gibt auch viel „fluff“, den man hätte kürzer oder tighter oder mit mehr dramatischer Zuspitzung erzählen können, z. B. viele der Szenen mit dem von Leonardo DiCaprio gespielten Hauptcharakter am Telefon. Insgesamt fand ich die Charaktere nicht durchgängig gut und plausibel entwickelt. Am meisten irritiert hat mich der Charakter von Sean Penn, der auf mich nicht wie ein echter Mensch, sondern eher wie die Personifikation verschiedener metaphysischer Vorstellungen von Rache, Hass, Begierde und Gier wirkte. Erst dachte ich, dieser Colonel wäre der Teufel, aber für den Teufel war er dann nicht mächtig genug. Überhaupt waren nicht nur einige der Charaktere, sondern auch die ganze Geschichte etwas fantastisch. Mit etwas mehr Fokus auf eine Kerngeschichte und weniger surreale, ausufernd drapierte Vignetten am Rande (z. B. die ganze Geheimbund-Geschichte, die dann auch noch so klein erzählt wurde, einer der Anführer geht persönlich auf Menschenjagd), wäre hier deutlich mehr drin gewesen. Wegen der Rube-Goldberg-Sog-Momente 7/10.

(Ich fasse mich jetzt kürzer.)

  • Twelve Years A Slave: Ein wahnsinnig guter, eindrücklicher Film. Sehr einnehmend, stringent erzählt, mit tollen, ausgeformten Charakteren und einer interessanten Geschichte. Stellenweise war der Film für mich ob der völlig ungeschönt dargestellten, brutalen und völlig entmenschlichenden Behandlung von Menschen durch andere Menschen schwer zu ertragen. Die Handlung erzählt zwar oberflächlich die Geschichte eines einzelnen Sklaven, aber eigentlich rückt sie die brutale, grausame und völlig unmenschliche Realität dessen, was das System der Sklaverei im Amerika des 19. Jahrhunderts war, ebenso unaufdringlich wie einnehmend in den Vordergrund. Nach diesem Film hat man als Bürger einer liberalen Demokratie des 21. Jahrhunderts ein besseres Gefühl dafür, was das gerade 200 Jahre zurückliegende System der Sklaverei auf einer individuellen Ebene für die betroffenen Sklaven wirklich bedeutete. Und dabei funktioniert der Film auch als Film ganz ausgezeichnet. Sehenswert. 9/10.

  • Lincoln: Hmm. Der Film leidet unter einem Mangel an Spannung. Die Handlung hätte zwar einen Spannungsbogen gehabt (die Rückschläge und Hindernisse, die Lincolns Leute dafür überwinden müssen, die nötigen Stimmen für die finale und sehr knappe Abstimmung im Kongress, auf die die Handlung des Films hinarbeitet, auf ihre Seite zu ziehen), aber der Film erschöpft sich weitgehend in einer Darstellungsstudie der Person Lincolns durch den Schauspieler Daniel Day-Lewis. Lincoln, seine Persönlichkeit und seine Beziehungen zu verschiedensten Menschen werden ausführlich entwickelt. Aber ansonsten passiert in dem Film nicht viel. Für Amerikaner, die einen ihrer politischen Nationalhelden möglichst lebensnah und authentisch verkörpert für zwei Stunden aus der Nähe beobachten wollen, ist das bestimmt interessant, für einen gewöhnlichen Mitteleuropäer wie mich, den mit der Person Lincolns nicht so viel verbindet, eher weniger. 5/10

  • Black Bag: Sehr spannend inszenierte Whodunnit-Agentengeschichte. Eine Gruppe von Agenten eines britischen Geheimdienstes, die sich untereinander kennen und im Arbeitsalltag oft zusammenarbeiten, belauert sich gegenseitig. Einer von ihnen ist ein Verräter, nur wer? Es werden falsche Fährten gelegt und es gibt Plot-Twists. Die Geschichte ist natürlich etwas konstruiert, aber spannend und mit genug Plausibilität erzählt, dass die suspension of disbelief gelingt. Ich mag solche Filme. 8/10.

  • A House Of Dynamite: Von allen Filmen dieser Liste mit Abstand der spannendste. Dieser Film ist so unglaublich spannend, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Der Film entwickelt einen ähnlichen Sog wie One Battle After Another in seine stärksten Szenen. Nur hier besteht diese Spannung fast über den ganzen Film hinweg, insbesondere das erste der drei Kapitel, in die der Film eingeteilt ist. Ich mag die Art, wie der Film erzählt ist, sehr. Der Film entwickelt sein Thema aus der Darstellung der alltäglichen Arbeitsroutine in einer Organisation, unter deren Aufsicht sich die Katastrophe, die im Zentrum des Films steht und für deren Beherrschung die Menschen in dieser Organisation zuständig sind, entwickelt. Am Anfang geht jeder Protagonist des Films seiner gewöhnlichen Arbeitsroutine nach, man begrüßt sich morgens beim Ankommen im Büro, fährt seinen Computer hoch, smalltalkt über die TV-Sendung des vergangenen Abends, während sich im Hintergrund bereits die Katastrophe entwickelt. Dann zeigt der Film, wie die Protagonisten allmählich auf die Katastrophe aufmerksam werden und versuchen, als die Profis und Experten, die sind, mit der Situation, dem Ernstfall, für den sie tausendmal trainiert und geübt haben, umzugehen, wobei sie kognitiv, emotional und zeitlich an ihre Grenzen kommen, was und wie sie damit umgehen auf verschiedenen Ebenen erzählt wird. Das ist unfassbar spannend. Die Regisseurin hat sich das möglicherweise bei Paul Greengrass’ United 93 abgeguckt, der genauso erzählt ist und der ebenfalls unfassbar spannend ist. Dieser Film ist eine dringende Empfehlung. Mein Spannungsfilm des Jahres. 9/10.

(Ich kürze das ganze jetzt doch einmal deutlich ab und beschränke mich weitgehend auf die Noten. Bei näherem Interesse für eine ausführlichere Meinung bitte nachfragen.)

  • Prisoners: Ein Entführungsfall. Zwei Töchter aus zwei befreundeten Familien werden von einem Kidnapper entführt. Die Polizei wird eingeschaltet. Wer war der Täter? Wird die Polizei ihn finden? Können die Entführten gerettet werden? Leben sie überhaupt noch? Die Geschichte fokussiert auf einen Detective der Polizei, der die Ermittlungen leitet und einen der Väter, der die Rettung der beiden Mädchen auf seine eigene Kappe nimmt und dabei selbst Straftaten begeht. Sehr spannend. Auch sehr gut gespielt. Sehenswert. 8/10. (Wie ich erst nach dem Anschauen gelernt habe, war der Regisseur des Films Denis Villeneuve. Das passt. Der Mann hat einige Filme gemacht, die ich wirklich gut fand, z. B. Arrival und Sicario).

  • Gone Girl: Die Geschichte und der weibliche Hauptcharakter sind ein wenig bzw. stark überzeichnet, aber der Film ist spannend, ereignisreich und trotz der Länge ziemlich straff erzählt. 7/10.

  • Killers Of The Flower Moon: Der Film war langweilig. Viel zu lang und vor allem viel zu langatmig. Martin Scorsese hat einen Hang dazu, Situationen, die andere Regisseure in ein bis zwei schnellen Szenen darstellen würden, langatmig, in fast schon zeitlupenartig gemächlichem Tempo (und manchmal tatsächlich in Zeitlupe) und unterlegt mit dröhnender Musik über viele Einstellungen hinweg auszustellen wie ein Kunstwerk. Kein Wunder, dass dabei Filme herauskommen, die über drei Stunden lang sind, aber in denen fast nichts passiert. Bezeichnenderweise wird der Film erst dann halbwegs interessant, als irgendwann weit in der zweiten Hälfte des Films FBI-Agenten aus Washington ins Spiel kommen, deren Detektivarbeit der vorher ziellos vor sich hin mäandernden Kriminalgeschichte etwas formale Straffung verleiht. Sowas brauche ich nicht. 3/10.

  • The Irishman: Sozusagen Killers Of The Flower Moon in einem anderen Setting. Ich habe den Film nach einer Stunde abgebrochen. Keine Lust mehr. Mein Gott ist der Film langatmig und langweilig. Das Konzept, alte Schauspieler mittels technischem De-Ageing des Gesichts in jüngere Versionen ihrer selbst zu verwandeln, liefert auch nur so semi-überzeugende Resultate. Insbesondere der Charakter von der Niro wirkt sich wie ein alter Mann mit einem mäßig überzeugenden jüngeren Gesicht. Note: ohne Note, aber wenn ich den Film zu Ende gesehen hätte, wahrscheinlich nicht gut.

Ich habe in den letzten zwei Wochen noch ein paar andere Filme gesehen, aber das soll fürs Erste reichen.

Frohes neues Jahr allerseits!

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Ich habe gerade die 5. Staffel von Fargo zu Ende gesehen - unbedingt sehenswert aus meiner Sicht. Eine großartige Parabel auf die modernere US-Gesellschaft.

Etwas unfair nach so vielen Jahren.

Wenn du mal bei Katz Delicatessen an ihrem Tisch gesessen bist und eines der berühmten Pastrami Sandwiches gegessen hast, geht die Punktzahl auch nach oben ;).

Ernsthaft. Rainer hat die Vibes der 90er in diesem Film wunderbar eingefangen. Das empfinde ich auch heute noch so.

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@cheffe und @Alex - Danke für die vielen Anregungen!

Wie / Wo findet Ihr denn die Filme, die Ihr sehen möchtet? Ich nutze immer wieder mal moviepilot, um eine Übersicht von Streamingangeboten für interessante Streifen zu erhalten, bin aber mit den Ergebnissen dort oft unzufrieden. Gibt es eine zuverlässige Suche?

Im Laufe der Zeit verändern sich die Sehgewohnheiten. Der Vergleich zwischen @Alex und mir ist natürlich schwierig, da ich den Film zum ersten Mal in der damaligen Zeit gesehen habe. Mein Gott, war ich verschossen im Meg Ryan…:heart_eyes:

Ich finde aber auch heute noch die Dialoge überhaupt nicht belanglos. Ganz im Gegenteil. Jetzt, wo ich verheiratet bin, verstehe ich sie noch besser…:wink:

Klare 9/10! Direkt nach dem jeweiligen Wieder-Anschauen auch eine 10/10!

Killers of the flower Moon und Irishman kommen nicht an die Topfilme von Scorsese ran. Sind aber immer noch bockstark. Jeweils 8/10.

Robert de Niro der beste Schauspieler seiner Generation - und da gibt es einige großartige. Aber keiner hat einen Output über diesen Zeitraum mit so vielen herausragenden Werken.

Dass er ab Ende der 90-er viel Mist für noch viel Mehr Geld gedreht hat, verzeihe ich ihm.

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Gibt es eigentlich historisch gesehen einen besseren?

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Für mich jetzt nicht.

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Mir fällt auch keiner ein. Brando? Nicholson? Meine Wahl wäre auch bei De Niro.

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Wenn ich herausfinden will, wo ein Film/Serie läuft, nutze ich dafür https://www.werstreamt.es

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In de Niros Generation würde ich ganz frech noch Al Pacino in den Ring werfen wollen. Ansonsten natürlich Jack Nicholson, Bogart, DDL und Brando.

Scorsese war früher einer meiner großen Helden, neben Lynch, Greenaway, Kubrick und… Hitchcock.

Seine Filme nach “The Departed” haben mich aber nicht mehr in ihren Bann gezogen: Viele Einstellungen und Dialoge waren die xste Wiederholung der alten Rezepte. Am Übelsten wird es, wenn Pacino und de Niro im Irishman noch einmal die Hot Shots spielen müssen…

Harry und Sally war damals grandios. Alex’ ansonsten nachvollziehbare Analyse blendet den Zeitgeist der 90er und das leicht Provokante, das der Film damals hatte, komplett aus. Wir saßen damals im Kino und haben gebrüllt.

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nachdem ich viel Gutes hörte, schau ich gerade “Frier und Fünfzig” auf Joyn in einem Rutsch - richtig gut!

Annette Frier grandios!

Al Pacino:

Der Pate 1+2, Serpico, Hundstage, Scarface, Gelngarry Glen Ross, Der Duft der Frauen, Carlitos Way, Heat, Donnie Brasco, Insider, An jedem verdammten Sonntag, Insomnia,

Robert de Niro:

Der Pate 2, Taxi Driver, Die durch die Hölle gehen, Wie ein wilder Stier, King of Comedy, Es war einmal in Amerika, Mission, Angel Heart, Die Unbestechlichen, Midnight Run, Zeit des Erwachens, Kap der Angst, Good Fellas, Casino, In den Straßen der Bronx, Heat, Sleepers, Cop Land, Jackie Brown, Ronin, Reine Nervensache, Meet the parents, Silver Lining, Joker, Irishman, Killer of the flower Moon

Pacino, Nicolson und andere sind absolute Spitzenklasse.

Aber es ist wie beim Fußball: Schmeichel, Casillas sind auch top.

Aber der Goat ist halt Neuer…

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