Ausnahmsweise, weil’s hier so gut passt:
Wer die Geschichte und Wirkung des Songs ein bisschen gründlicher nachlesen will, sei auf den Artikel der BBC verwiesen:
Ausnahmsweise, weil’s hier so gut passt:
Wer die Geschichte und Wirkung des Songs ein bisschen gründlicher nachlesen will, sei auf den Artikel der BBC verwiesen:
nach der Samstagvormittagspflicht folgt nun die Belohnung - ein grandioses Film-Meisterwerk ![]()
Ich lese hier leider nicht alle Posts, zu wenig Zeit.
Heute habe ich endlich Everything Everywhere All at Once angesehen und war überwältigt: Ein im Kern simpler Mutter-Tochter-Konflikt wird vielschichtig und visuell / dramaturgisch originell in Szene gesetzt. Die Sction- und Multiverse-Sequenzen sind vielleicht etwas dick aufgetragen, die Szenen zwischen den beiden Steinen - frei nach Kubrick - fand ich in ihrer Schlichtheit wohltuend und genial.
Insgesamt war ich begeistert. Wie sind Eure Meinungen?
Die „Daniels“ Kwan und Scheinert sind ja ein echt crazy Duo am Regiepult. In meinen Genre-Liebhaber-Kreisen waren sie schon länger im Gespräch, unter anderem nach ihrem auch schon völlig irrem gemeinsamen Langfilm-Debüt SWISS ARMY MAN, in dem Harry-Potter-Mime Daniel Radcliffe eine furzende Leiche spielt…
Wenn du dann noch ein Studio wie A24 hinter dir hast, das dafür bekannt ist, seinen Regisseuren freie Hand für die absurdesten Sachen zu geben und gern auch bewusst am Mainstream vorbei zu produzieren - nun, dann kommt halt sowas wie EVERYTHING, EVERYWHERE, … heraus.
Ich hatte jedenfalls auch einen Heidenspaß, zumal ich, wohl ähnlich wie die Daniels, schon lange ein Verehrer von Martial Arts-Ikone Michelle Yeoh bin.
Und diese Rolle ist ihr in fortgeschrittenem Alter wunderbar auf den Leib geschrieben. Natürlich sind auch die Nebenrollen wunderbar besetzt, vor allem Jamie Lee Curtis in dieser irren Maske ist großartig.
Ich kann verstehen, wenn sich manche von der ausufernden Handlung mit den tausend durchgeknallten Ideen überfordert fühlen, aber wenn man sich darauf einlässt, hat man einfach eine echt gute Zeit.
Das eigentlich Erstaunliche (und letztlich Erfreuliche) ist halt auch, dass die Academy mittlerweile doch so divers besetzt ist, dass ein solcher Film von Fans für Fans, ein klares Genre-Werk, vier Haupt-Oscars abräumen kann. Und sich fortan ein kleines Indie-Studio wie A24 erst mal für ein paar Jahre schlichtweg alles zu leisten vermag.
Für Interessierte: googelt gern mal die Filmographie von A24. Das sind fast durchweg Meisterwerke und echte Geheimtipps, das ist echt der Hammer - und ein guter Grund, bei der künftigen Filmauswahl darauf zu achten, welches Studio produziert hat
.
grandioser Film ![]()
muss ich mal wieder schauen ![]()
Danke für den hilfreichen Kontext! Den hervorragenden Ex Machina kannte ich schon, einige der anderen Filme werde ich bei Gelegenheit sichten.
Schön, dass es noch immer Studios abseits des dumpfen Hollywood / Netflix / Amazon-Mainstreams gibt, die wirklich originell produzieren.
nun ist es wieder so weit (oder hat es jemals wirklich aufgehört) - sie werden verfolgt und getötet - umso wichtiger ist es, immer wieder an diesen Wahnsinn zu erinnen!
oder:
Geschichte bleibt lebendig, wenn man sie weiter erzählt
Und noch einmal im Alten Jahr -
Abschied von einer ganz Großen ![]()
Edit:\ Am Folgetag wirkt dieser Post eher peinlich: Ich lass ihn online, weise jedoch auf unten stehende Anmerkungen zu BB hin.
Thx to @folkfriend .
krass, wie überall im Netz eine homophobe, antifemministische Rechtsradikale abgefeiert wird… ![]()
Stimmt. @folkfriend hat recht.
Ich lass die Todesanzeige von gestern stehen - zwecks Dokumentation von vorschnellen Posts und kenntnislosen Beiträgen.
Unwissenheit schützt nicht vor berechtigtem Spott.
Es muss doch beides möglich sein. Die Trauer um einen ikonischen Filmstar und die Kritik an ihrem späteren Wirken und Auftreten.
Ja. Sehe ich auch so: Es darf beides parallel sein.
Aber: ich wusste nichts über ihre rassistischen und Schwulenfeindlichen Äußerungen, nichts über ihre Unterstützung des Front National und der Marine Le Pen.
Und wenn beides sein soll, muss auch beides vorkommen im Beitrag.
finde ich ab einem gewissen Grad nicht - es gibt sicherlich Künstler*innen, die streitbare Aussagen tätigen… Meinungen vertreten, die kompliziert sind… alles fein…
und dann gibt es Menschen wie Frau Bardot - da ist für mich Schicht im Schacht!
Is ja auch völlig in Ordnung - es gibt schließlich unterschiedliche Barometer für Schichten in Schächten.
Es ist dir von Herzen freigestellt, Filme mit der Bardot weiter zu boykottieren. Spannend hingegen wird eine historische Erörterung der sexuellen Befreiung in den 60ern ohne die Filme der Monroe, Knef oder Bardot. Bin kein Kenner - aber wo stünde der Feminismus heute ohne die Sex-Ikonen der 50er und 60er? Spannende Debatte für den Politik Thread, fände ich.
Und Film-technisch (is ja hier ein Film-Thread): wieviele Filme müssen wir politisch korrekt aussortieren, wenn sexuelle Objektifizierung ein No-Kriterium würde? Bleiben nicht so viele übrig…
Verständlich. Sie war in ihren letzten Lebensjahrzehnten politisch irrlichternd unterwegs, ähnlich wie Alain Delon.
So etwas sollte auch in jeder Würdigung erwähnt werden. Andererseits war sie einer der sehr wenigen Stars, auf den der Begriff „Ikone“ absolut zutrifft. Das, plus Ihr Engagement für den Tierschutz stehen auf der Haben-Seite.
Insofern: Das eine würdigen, das andere nicht verschweigen.
Es ist ohnehin eine interessante Frage, ab welchem Ausmaß Einstellungen bzw. Handlungen einer Person, die sie außerhalb ihrer Werke äußert bzw. macht, sich darauf auswirken sollten, ob man die Kunst dieser Person gut finden kann bzw. sie sogar finanziell unterstützt.
Klar ist, dass ein Film, der handwerklich überragend sein kann (egal ob in Bezug auf die schauspielerische Leistung oder irgendwelche Spezialeffekte oder den Soundtrack….), trotzdem nicht zu tolerieren ist, wenn er eine Message transportiert, die untragbar ist. Gleiches gilt natürlich auch bei Musik. Sobald der Text verwerflich ist, sollten auch Melodie etc. das nicht mehr kaschieren.
Aber: Wie geht man vor, wenn das künstlerische Produkt selbst völlig unbedenklich ist, während der Künstler negativ zu bewerten ist? Kann ich jemanden unterstützen, dessen Einstellung ich überhaupt nicht teile auch wenn mir seine Werke gefallen? Ein klares Nein gäbe es für mich dann, wenn der Künstler durch meine finanzielle Unterstützung Organisationen fördern kann, die ich mit meinem Weltbild nicht vereinbaren kann.
Und mMn noch eine Spur schwieriger: Wie ist es zu handhaben, wenn ein Künstler sich im Laufe seines Lebens negativ verändert und die Kunst, die man bewundert zu einer Phase entstand, in der der Künstler noch nicht negativ aufgefallen ist?
Bei einer konsequenten Handhabung des letzten Punktes im Sinne von “ich will mit jemandem, der sich so verhalten hat bzw. so verhält nichts zu tun haben und das gilt bezüglich allem, was diese Person je erschaffen hat” wäre mein Plattenregal wohl ziemlich leer.
Zurück zum eigentlichen Thema: im Falle BB ist es - wie bereits erwähnt - mMn unverzichtbar, dass man das Werk der Person honoriert aber gleichzeitig nicht verschweigt, dass die Person auch für Dinge steht, die man kritisieren muss. Wie man sich an die Person erinnert ist ohnehin Privatsache und wenn jemandem der Sinn danach ist, eine Schauspielerin zu betrauern, deren Filme man genossen hat ist das genauso in Ordnung wie wenn man der Meinung ist, dass diese Person in den letzten Jahren ihres Lebens viele Fehler begangen hat und ihr dadurch keine große Verehrung zusteht, weil sie sich den ganz großen Abgang selbstverschuldet verbaut hat.
Empfinde ich generell als sehr schwierig solche Dinge zu katalogisieren. Wir heben den Zeigefinger, weil es nicht unserem Weltbild entspricht. Es wird genügend andere geben, die auch dazu Beifall klatschen, was uns nicht gefällt oder unserer Meinung entspricht.
Von daher sollten wir hier im Film-Strang, von der Schauspielerin Abschied nehmen.
Ich neige grundsätzlich dazu, Künstler und Werk zu trennen.
Trotzdem gibt’s bei mir immer eine Einzelfallprüfung, die aber im Prinzip natürlich nicht erst im Todesfall greift. Und es spielt eine Rolle, wie sich die Kunst und der Mensch zueinander verhalten - und welche Art Einfluss/Prägung auf mich hat.
Bei BB schätze ich noch mehr als die Filme etwa ihre Arbeit mit Gainsbourg. Und da kann ich das schon trennen, weil die Musik nun wirklich gar nichts mit ihren depperten Äußerungen in späten Jahren zu tun hat.
Freilich ist es mir am liebsten, wenn meine bevorzugten Künstler auch angenehme Menschen sind. Nur hat große Kunst erstmal wenig mit dem Charakter zu tun. Und nicht jede Kunst, die ich schätze, hat einen individuellen menschlichen Aspekt. Ein anderer Fall wäre (ist) jemand wie Morrissey, der mir einfällt, weil er wie BB ein bisweilen radikaler Tierschützer ist. Und diese Eigenschaft war tatsächlich - und dies im Unterschied zu BB - ein wesentlicher Teil seiner Kunst (“Meat is Murder”) und für mich auch deswegen so relevant. Wenn der Mozzer also im Spätherbst anfängt, nationalistische Tiraden zu klopfen, stört mich das sehr, viel mehr als bei jemandem wie BB; einfach, weil seine Weltsicht Teil des prägenden Einflusses auf mich war.
Was aber so oder so gilt, ist tatsächlich, dass ich objektivieren kann, wenn ich das Werk betrachte. Ich kann sogar sagen, Ernst Jünger konnte großartig schreiben, auch wenn persönlich betrachtet In Stahlgewittern ein äußerst fragwürdiges Werk ist.
BB jedenfalls werde ich als cineastische Ikone, große Duett-Partnerin und Tierfreundin in Erinnerung behalten. Über den Rest decke ich den Mantel des Schweigens. Aber klar: in Nachrufen sollte man letzteres nicht machen.
Same procedure as nebenan im Musik-Thread…
Zeit für die Jahresbestenliste 2025!
IN DIE SONNE SCHAUEN Mascha Schilinski
BEATING HEARTS Gilles Lellouche
MEMOIR OF A SNAIL Adam Elliot
THE UGLY STEPSISTER Emilie Blichfeldt
THE PIANO ACCIDENT Quentin Dupieux
THE THINGS YOU KILL Alireza Khatami
HONEY DON’T! Ethan Coen
BLOOD AND SINNERS Ryan Coogler
DER PHÖNIZISCHE MEISTERSTREICH Wes Anderson
WE BURY THE DEAD Zak Hilditch
Außer Konkurrenz:
ONE BATTLE AFTER ANOTHER Paul Thomas Anderson
Wie immer bei Anderson, großartiger Film, überragend besetzt, normalerweise ein Fall für die Top 3. Aber ich bin, was die politische Landschaft betrifft, derart depressiv veranlagt, dass mich sogar die größte cineastische Leistung, selbige filmisch zu kommentieren, eher nieder- als beeindruckt.
Serie des Jahres:
ADOLESCENCE Stephen Graham, Jack Thorne
Mit Abstand, dahinter kommt lange nichts.
Ich mach auch mal meine Top 25
(Mein (Haupt-)Kriterium: wie viel Eindruck es auf mich hinterlassen hat)
Verwirrenster Film des Jahres: Keeper
Durchschnitts-Film des Jahres: F1
Musical: Wicked 2
Enttäuschung des Jahres: Black phone 2 & Conjuring 4 & Die Unfassbaren 3
Schlechteste Filme des Jahres:
Clown in the Cornfield & Friday Nights at Freddy’s 2 & ich weiß, was du letzten Sommer getan hast
Noch nicht gesehen (aber vor):
Frankenstein, the Ugly Stepsister, Medicus 2,
Vorfreude auf 2026:
Die Odyssee, Supergirl, Scream 7, Avengers 5
Beste Serien: It: Welcome to Derry, Adolescence, Alien Earth, Pluribus, American Primeval, Dept Q