Finanzen der FC Bayern AG

Weil wir dann wen verpflichtet hätten der uns ins Finale gebracht hätte?

Woltemade, Wirtz und Sane hätte mit Sane verlängert! :smiley:

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Vitinha, Kvaradonna und Dembele.

Was ist der Unterschied zwischen Wahrscheinlichkeit, Relevanz sowie Garantie und Gewissheit ? :thinking:

ziemlich große Unterschiede.

Wahrscheinlichkeit ist graduell
Relevanz ist kontextabhängig
Garantie ist sozial/vertraglich
Gewissheit ist absolut.

Aber damit kommen wir doch nicht weiter oder was meinst du?
Die Ausgangslage war mit 20 Mio Verlust in der Bilanz würden wir im CL Finale stehen. Da hätte Eberl X oder Y gekauft und damit hätte es geklappt.

X und Y waren doch das Thema. Die drei oben genannten waren ja im Sommer nicht auf dem Markt.

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Die DFL gibt die neuen Finanzkennzahlen bekannt.
Ist im Grunde alles schon bekannt. Bis auf die Zahlungen für Spielerberater.
Das waren im letzten Geschäftsjahr sage und schreibe 50 (!) Mio €.

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Aber immerhin weniger als ein Jahr zuvor. Es geht in die richtige Richtung :upside_down_face:

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60:40 auf der Uli Skala

20 Apfelkuchen

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Danke für diese wieder mit viel Intelligenz angefertigte Analyse, die ich jetzt gerade erst sehe. Ich bürste die einmal gegen den Strich, einverstanden?

Nein. Das Fundament ist der vollständige Verzicht auf Bankdarlehen. Das impliziert nicht das Vorhalten einer hohen Cash-Reserve.

(Praktisch ist es bestimmt hilfreich, keine Frage. Aber es ist nicht logisch notwendig.)

Doch. 100, 150 oder gar 200 Millionen Euro mit kaum positiver realer Verzinsung auf dem Festgeldkonto liegen zu lassen, ist Luxus.

Man stelle sich vor, die Bayern würden den Betrag mit einer Realverzinsung von sechs Prozent anlegen, dann hätten sie zusätzliche Einnahmen von sechs, neun oder 12 Millionen Euro pro Jahr (abzüglich der Kosten für gegebenenfalls kurzfristig notwendige Fremdkapitalbeschaffung zur Bezahlung einer Rechnung, weil der Cash ja investiert ist).

Das stimmt nicht. Die Bayern als erfolgreiches mittelständisches Unternehmen mit großer Eigenkapitaldecke könnten problemlos mit einer Bank einen Rahmenkreditvertag im Volumen von 100 oder 200 Millionen Euro abschließen, d. h. einen Kredit, der so lange null beträgt und keine Zinskosten verursacht, bis das Geld tatsächlich (spontan) gebraucht wird.

Es gibt keine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit für die Bayern, dauerhaft Cash in Höhe von Dutzenden Millionen Euro vorzuhalten.

Nein. Man muss immer in Opportunitätskosten denken. Wenn die Kredite, auf die ich über ein Jahrzehnt eine halbe Milliarde Euro Zinsen gespart habe, im selben Zeitraum 600 Millionen Euro Rendite erwirtschaftet hätten, wäre ich aus der Geschichte mit einem Plus von 100 Millionen Euro hervorgegangen.

Einfach pauschal zu schlussfolgern, ohne Kredite habe der FC Bayern gegenüber Vereinen, die Kredite aufnehmen, über eine bestimmte Periode einen Zinsvorteil von x Millionen Euro, den er als Betrag mehr für die Investition in Spieler zur Verfügung hat, ist falsch.

Ja, aber dieser Zustand ist für die Bayern völlig unproblematisch. Für einen Verein mit den bilanziellen Eckdaten der Bayern gibt es günstige Kreditlinien galore.

Die Verquickung der Frage von Gewinn und Verlust mit der der Liquidität ist nur sehr bedingt sinnvoll. Hier ist es sie nicht. Die Sicherheit der Liquidität der Bayern hat kurzfristig so gut wie keinen Bezug zur Höhe ihrer Gewinne oder Verluste.

Nein. Die Höhe der Liquiditätsreserven hat so gut wie keine Aussagekraft darüber, ob das Modell der Bayern funktioniert. Das sind zwei voneinander unabhängige Sachverhalte.

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:folded_hands: @Alex hohe Cashpositionen auf einem Giro- oder Festgeldkonto sind reine Geldverbrennung und sagen rein gar nichts darüber aus ob ein Unternehmen profitabel ist.

Wer nicht investiert, bleibt stehen.

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besser kann man die absurden Perversitäten oder perversen Absurditäten modernen (Fußball)Kapitalismus nicht zusammenfassen…

zwei intelligente und nach eigenem Auftreten vom Fach stammenden Foristen widersprechen sich gegenseitig bei diesen, völlig aus dem Ruder gelaufenen, Finanzfragen…

welch kranke Welt, in der wir uns da bewegen! :face_with_bags_under_eyes::confounded_face:

ich freue mich auf die neue Saison der lokalen Bezirksliga… :hot_dog::beer_mug:

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Aber was wären nach deiner Ansicht diese Investitionen?
Also ich bin grundsätzlich in der Analyse bei dir, aber mir fehlt die Fantasie, welche Investitionen auch wirklich für mehr Umsatz und am Ende auch Gewinn sorgen.
Weil Investitionen in Spieler sorgen ja vielleicht für mehr Siege, aber wirklich viel mehr ist ja nicht drin.

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Wie so häufig bei extremen Meinungen liegt die Realität meiner Meinung nach (und von dem Thema hab ich auch so bisschen Ahnung) sehr klar in der Mitte der beiden…

Was das Ganze dann wieder deutlich abmildert.

Beim Tagesgeldkonto kriegste zB etwas über 1% aktuell, bei Festgeldkonto auf 1 Jahr etwas über 2%. Die @alex schen 6% dagegen kriegste halt nur bei Invests woste in paar Jahren genausogut auch mit nem schönen Minus dastehen kannst - ist also reine Augenwischerei fürchte ich, denn für einen Fussballverein ist sowas natürlich hanebüchen…

Und ganz so doof es als echten Cash ohne Verzinsung rumliegen zu lassen ist ja wohl niemand beim FC Bayern hoffe ich mal schwer!

Kreditzinsen wiederum sind natürlich (von irgendwas müssen die Banken ja auch leben) wesentlich höher als was man selber für die rumliegende Kohle bekommt - von daher macht ein Puffer in vernünftigen (über den man sich dann streiten kann) Rahmen da aber eben sehr wohl Sinn…

Da würde ich doch hoffen, dass die Banker Dreesen und Diederich das befriedigend gelöst bekommen haben.

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Erstmal danke für Deine Antwort, @Tobizzel, und sorry, dass ich erst jetzt darauf reagiere.

Es ging mir um die Verdeutlichung eines Prinzips. Man kann nicht bereits aus der Tatsache, dass die Aufnahme eines Kredits Zinskosten > 0 verursacht, schlussfolgern, dass die Aufnahme dieses Kredits daher zwingend gewinnschmälernd sei oder „Geld verbrennt“, welches stattdessen für andere Dinge zur Verfügung gestanden hätte.

Denn die Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, was man mit dem Geld macht.

Na ja, das stimmt ja nun nicht. Denken wir uns einen ansonsten gleichen Verein ohne Spieler. Wie hoch ist sein Einkommen? Wahrscheinlich nahe Null, auf jeden Fall aber deutlich geringer als mit Spielern: keine Spieler führt zu keine Spiele. Keine Spiele führt zu keine Werbeverträge, keine Stadionbesuche und langfristig zum Abstieg. Ein Abstieg führt zu keine TV-Einnahmen usw.

Daraus folgt: In Spieler zu investieren führt sehr wohl zu Umsatz und auch Gewinn, wenn die Kosten des Vereins, deren Höhe die Spieler natürlich auch beeinflussen, kleiner sind als der Umsatz.

Schwierig wird es natürlich dann, wenn es darum geht, den Gesamtbeitrag der Spieler zum Gewinn des Vereins auf einzelne Individuen herunterzubrechen. Welchen Gewinnbeitrag hat Luis Díaz? Welchen Gewinnbeitrag hat Harry Kane? Welchen Gewinnbeitrag hat Dayot Upamecano? Schwierig zu sagen.

Das Einzige, was man wohl mit relativer Sicherheit sagen kann, ist, dass ein Spieler, der kaum oder gar nicht spielt, kaum einen positiven Gewinnbeitrag haben kann, es sei denn er verursacht gleichzeitig auch keine direkten Kosten.

Es mag zwar schwierig sein, den genauen Gewinnbeitrag eines Spielers zu identifizieren, aber dass Spieler keinen Beitrag zum Gewinn eines Vereins leisteten, ist definitiv falsch.

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Nichts ist schlimmer als Spielermaterial welches nicht eingesetzt wird. Das ist wie ein chronischer Lagerbestand = totes Kapital!

Auch schlimm, Spieler welche die Zielvorgaben / Erwartungen nicht erfüllen. Das ist wie einen Vertrieb aufbauen, teuer zu bezahlen und keine Umsatzsteigerung zu generieren.

So, dann wollen wir doch mal am Montag Vormittag. Ich bin hier mit meiner etwas zu populär und verkürzten Fassunng die mein Wohlwollen dem Management gegenüber ausdrücken wollte dem Fachmann ins offene Messer gelaufen :). Vereinfachung ist wie man mal wieder sieht selten eine gute Idee.

Darum lieber @alex ist das natürlich seine sehr gute Replik.

Das Fundament des Bayern Modells ist nicht der Kassenbestand an sich, sondern die Schuldenfreiheit, die hohe Eigenkapitalbasis und die daraus entstehende finanzielle Optionalität. Cash hat Opportunitätskosten, klar. Und die reine Höhe der Reserve beweist noch nicht, dass ein Modell funktioniert.

Aber daraus folgt eben nicht, dass Cash und Kreditlinie betriebswirtschaftlich gleichwertig wären. Eine fest zugesagte Linie kann eine Bank zwar nicht nach Tagesform neu bewerten. So weit gebe ich dir recht. Sie ist trotzdem nicht dasselbe wie eigene Liquidität. Sie hat eine Laufzeit, wird bei Verlängerung, Ausweitung oder Neuaufnahme sehr wohl neu verhandelt, kostet Bereitstellungsprovisionen und ist nie völlig frei von Bedingungen. Vor allem aber führt sie eine Abhängigkeit ein, die ein rein selbstfinanziertes Modell gerade vermeiden will. Kein Staat, kein Mäzen, keine Bank.

Im Fußball ist das relevant, weil der Liquiditätsbedarf oft genau dann steigt, wenn der sportliche Zustand schlecht ist. Verpasste Ziele, geringere Prämien, Druck auf den Kader, schlechtere Verhandlungsposition. Eine eigene Reserve muss man in solchen Phasen nicht erst ziehen, verlängern oder neu verhandeln. Cash kennt keine Gegenpartei.

Der eigentliche Hebel ist aber die Kostenseite. Eine Liquiditätsreserve kann man m.E. nicht mit sechs Prozent Realrendite kalkulieren. Dann ist sie keine Reserve mehr, sondern Risikokapital. Der richtige Maßstab ist eher Geldmarkt oder kurzfristige sichere Anlage, und der ist aktuell positiv. Bayern erzielt ja durchaus Zinserträge. Die Reserve liegt also nicht einfach zinslos herum. Wenn der Preis dieser Versicherung überschaubar ist, lohnt sie sich schon bei kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit des Stressfalls. Genau das übersieht die Lesart vom Festgeld als bloßem Luxus.

Bleibt dein stärkstes Argument. Die gesparten Zinsen hätten als Spielerinvestition mehr gebracht. Das stimmt aber nur, wenn diese Investition im Erwartungswert verlässlich oberhalb der Finanzierungskosten rentiert. Das ist jedoch im Fußball nicht belastbar planbar. Nicht, weil Spielerkäufe schlechte Investitionen wären. Sie tragen ja die Erlösseite. Sondern weil die finanzielle Rendite extrem volatil ist und an Prämien, Transfererlösen und Marktwertentwicklung hängt. Schau dir die Jahresüberschüsse der letzten zehn Jahre an. Sie bewegen sich zwischen 1,9 und 52,5 Mio. Leverage verstärkt genau diese Varianz. Also nicht nur die Chance nach oben, sondern auch das schlechte Ende der Verteilung. Und genau dieses schlechte Ende muss ein selbstfinanziertes Modell absichern.

Genau deshalb ist Schuldenfreiheit plus Liquidität kein Luxus, sondern Risikomanagement.

Also ja, nicht das Festgeldkonto ist das Fundament. Da war deine Korrektur berechtigt. Aber die Reserve ist die logische Konsequenz eines selbstfinanzierten Modells in einem hochvolatilen Geschäft. Sie kauft Bayern keine Rendite, sondern Unabhängigkeit, Verhandlungsmacht und Handlungsfähigkeit im schlechten Zustand.

Mia san liquide. :wink:

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Danke für Deine mühevolle Antwort, @ChrisCullen. „Am Ende des Tages“ stören mich Cash-Reserven von 100 oder 150 Millionen Euro auch nicht wirklich, zumal die Bayern sie sicherlich buchstäblich als Festgeld vorhalten, also mit einer Verzinsung, die in der Regel wenigstens die Inflation ausgleicht.

Ich hatte mich nur durch Deine Aussage provoziert gefühlt, die Cash-Reserven seien irgendwie das Fundament des FC-bayerischen Finanzierungsmodells. Wir sind uns inzwischen einig, dass das nicht so ist.

Zusammengefasst würde ich dss FC-bayerische Finanzierungsmodell, so wie ich es wahrnehme, ungefähr so zusammenfassen:

  1. Strikt keine Bankdarlehen.
  2. Jedes Jahr ein positiver Gewinn.

Das zweite Ziel ist dahingehend vernünftig, dass es für jedes Unternehmen langfristig notwendig ist, Gewinne zu erwirtschaften, um zu überleben. Das erste Ziel ist hingegen relativ willkürlich und betriebswirtschaftlich nicht notwendig. Es hat inzwischen einen starken symbolischen Charakter angenommen. Es steht symbolisch für die „pumperlgsunde” Finanzkraft des FC Bayern und hat als dieses Symbol inzwischen so viel Bedeutung gewonnen, dass ein erstmaliger Verstoß gegen die „keine Bankdarlehen“-Regel überall als Zeichen interpretiert würde, dass dem FC Bayern wirtschaftlich härtere Zeiten bevorstehen und er im Wettbewerb um sportliche Erfolge finanziell jetzt aber endgültig wirklich unter Druck geraten ist.

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Das wurde über die Jahre immer mehr symbolisch aufgeladen. Gerade weil es über diese Jahre eben nie Verstöße gegen dieses Modell, diese Regeln gab. Die Fallhöhe ist mit jedem Jahr größer geworden.
Wie sagte neulich Hoeneß zu dem Thema möglicher Verlust im Geschäftsjahr.
„Da würde doch jeder fragen, was ist denn mit den Bayern los?“
Und das wäre das letzte was jemand wie Hoeneß erleben möchte.
Lieber springt dann eben ein Sportvorstand über die Klinge.

Da geht’s ja mal wieder mehr um die Finanzen im Allgemeinen…