Noch kurz eine letzte Antwort darauf.
Dynamic Pricing im Bernabéu wird hier m.E. unsauber benutzt. Was man öffentlich sieht, sind Spiel-/Wettbewerbsabhängige Preislisten + Verkaufsphasen (also: variable Preise je Spiel, nicht automatisch der Preis ändert sich in Echtzeit je Nachfrage).
Diese deutlich aggressivere/variablere Preislogik ist in Madrid auch eher ein jüngeres Phänomen. Im Herbst der Classico mit Ticketpreisen (keine VIP Tickets bis 430 Euro im übrigen).
Das ist kein jahrzehntelang etabliertes Fan-Fairness-Modell, sondern Teil der jüngeren Kommerzialisierung rund ums neue Bernabéu.
Der Stimmung kostet CL-Titel-Take ist ein etwas plakativ
. Titel gewinnt man mit seinem Kader, dessen Qualität und dem Verlauf eines Wettbewerbs nicht durch die Stimmung.
Atmosphäre ist jedoch Teil des Produkts und ein echter Heimvorteil. Wenn du deine Stammleute zum Saisonabschluss rauspreist, schadest du langfristig genau dem, was du verkaufst.
Deshalb: offizieller Zweitmarkt mit klaren Regeln (Personalisierung (ja schwieriges Thema, aber da wäre ich total dafür), Limits, Anti-Bot, Preisdeckel = Originalpreis).
Dynamic Pricing im Primärmarkt, bleibe ich ein Gegner. Das ist Airline-Logik im Stadion und trifft am Ende die, die das ganze Jahr da sind, die Familien und Menschen die den Fußball lieben aber nicht den großen Geldbeutel zücken können.
Der FC Bayern hat sehr gute Matchday Einnahmen. Unser Wettbewerbsnachteil gegenüber der PL hängt nicht daran. Es gibt andere Geschäftsfelder wo sich der FC Bayern dringend verbessern muss. Aber bitte nicht auf Kosten der aktuellen Fanbase.
@Ibiza: fairer Punkt – natürlich wird’s bei Ticketpreisen sofort emotional. Und ja, „alte Zöpfe abschneiden“ ist schwer, weil es am Ende immer jemanden persönlich trifft.
Aber genau da liegt für mich der Knackpunkt: Es geht nicht um „Gott des Geldes verteufeln“, sondern um welche Einnahmeform du wählst und welche Nebenwirkungen sie hat.
Dynamic Pricing ist eben nicht nur „Verein nimmt mehr ein“, sondern: Du verlagerst Tickets systematisch zu denen mit der dickeren Brieftasche.
Gerade bei den Spielen, die für viele Fans der emotionale Höhepunkt sind. Das trifft überproportional Junge, Normalverdiener, Familien und die, die das ganze Jahr da sind. Und damit riskierst du langfristig genau das, was du als Klub mitverkaufst: Bindung, Kurve, Heimvorteil, Identität.
Wenn es primär darum geht, den Markt „sauber“ zu managen und den Schwarzmarkt auszutrocknen, gibt’s m.E. bessere Werkzeuge.
Ich bin nicht gegen Einnahmen. Ich bin dagegen, dass man sie ausgerechnet beim loyalen Teil der Fans maximiert.