Finanzen der FC Bayern AG

Entschuldigung der Fragen: Was ist die Erfahrung? Was genau möchtest du nicht beim FC Bayern?

Es geht hier um die Optimierung des Umsatzes im Finanzthread und nicht um Gefühle. Btw. 20er für nen Steher ist sehr gut mit Dynamic Pricing vereinbar. Die Dauerkarten- und Mitgliedertickets kosten dann halt ca. 20€ / Spiel. Aber wenn du eines der letzten 100 Stehtickets haben möchtest, kostet es halt 200€.

Btw: nen Ticket auf Viagogo für das Saisonendspiel in der AA gegen Köln geht ab 500€ los.

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Erfahrung bedeutet du willst Karten für Baseball, Basketball oder gar American Football oder für ein Konzert der Band XY und du kannst zuschauen wie die Preise in den Mond schiessen. Nicht bei viagogo. Ganz normal werden die verkauft. Gibt ja keinen fixen Preis, es ist eben Dynamic Pricing. Kauf mal Tickets in den USA für einen Sportevent. Dann weißt du was ich meine.

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Also Profit an Viagogo abgeben ist die Lösung? Kopfschüttel

Der FC Bayern Zweitmarkt ist eine gute Lösung.

Die wie Viagogo eindämmt? Oder anders gefragt: Warum sollte ich auf dem FC Bayern Zweitmarkt ein Ticket verkaufen und nicht auf Viagogo für den 10x Originalpreis?

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Eine Verbrecherbande wie viagogo ist dein Argument ?

weil das ganz viele machen. Ich habe keine Zahlen, aber ich glaube nicht , dass mehr Karten bei viagogo landen als auf dem Zweitmarkt.

Nein. Mein Argument ist das Dynamic Pricing lieber selber zu machen anstatt es an Viagogo de facto outzusourcen.

Lieber gute Preise für Dauerkartenbesitzer, Mitglieder etc..

Lieber ein paar Tickets zu überteuerten Preisen übrig halten um Viagogo etc. den Markt abzugraben.

Lieber selber das Geld verdienen und den Fans die Ticketsicherheit zu geben, als anderen anstatt uns das Geld verdienen zu lassen.

Lieber 10 Sitzplätze freilassen und dafür mehr für die 100 dafür zu verlangen.

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Dynamic Pricing ist beim Fußball am Ende fast immer Surge Pricing. Bei hoher Nachfrage wird Zahlungsbereitschaft abgeschöpft. Das zerstört Planbarkeit und Vertrauen es wird zum Börsenkauf statt Ticketkauf. Das Stadion wird eventiger und das Produkt langfristig schwächer.

Wenn der Klub keinen sauberen Zweitmarkt anbietet, kassieren Plattformen wie Viagogo die Marge. Genau deshalb ist ein offizieller Zweitmarkt sinnvoll. Sichere Abwicklung, Ticket bleibt gültig, klare Regeln gegen Wucher/Betrug und Sanktionen bei externem Scalping.

Mehr Einnahmen kann man auch fairer erreichen: transparente Kategorien (A/B/C), moderate Preisanpassung pro Saison, Mitgliederrabatte/Familienkontingente aber nicht “je hotter, desto teurer ”.

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Wenn wir gerade diskutieren: Warum soll man für das Saisonendspiel gegen Köln nicht mehr oder weniger Geld verlangen können als gegen Frankfurt, Heidenheim oder Dortmund? Ein Stadionbeusch ist aus meiner Sicht immer ein “Event”.

For the record: Ich halte nichts von Viagogo. Aber wir müssen deren Businessmodell abgreifen.

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Nochmals etwas detaillierter meine Meinung dazu und meine Argumente. Dass man das im Sinne der totalen Ertragsoptimierung anders sehen kann, geschenkt. Man macht aber auch ein Stück weit sein Produkt kaputt.

Man kann unterschiedliche Preise verlangen. Die Frage ist, ob man das als Verein (oder Veranstalter) wollen sollte.

„Event“ bedeutet nicht automatisch „wer am meisten zahlt, darf rein“. Genau das ist der Kern von Dynamic Pricing. Bei hoher Nachfrage wird nicht fair bepreist, sondern Zahlungsbereitschaft abgeschöpft. Das ist beim Fußball wie beim Konzert sozial ziemlich asozial, weil es gerade die rausdrückt, die die Stimmung tragen. Junge Leute, Normalverdiener, Familien etc. Beii Bayern eben auch die, die das ganze Jahr dabei sind. Die sollen dann zum Saisonabschluss bitte draussen bleiben weil andere 500 Euro bezahlen ?

Es macht den Kaufprozess toxisch: Ticketkauf wird zum Börsenspiel (soll ich jetzt kaufen/warten/spekulieren??)

Die Preissprünge sind für Fans oft intransparent und wirken wie „Abzocken nach Laune“. Das kostet Vertrauen und verändert das Publikum Richtung Eventpublikum. Beim Konzert merkst du das sofort. Weniger Fans, mehr „ich war halt da“.

Im Stadion ist es genauso. Das ist es was am Ende dem Produkt schadet. Man verkauft ja im Grunde auch Atmosphäre. Die ist dann weg.

Zum Thema Viagogo. Da bin ich bei dir. Dieses Geschäftsmodell muss man abgreifen. Aber die Antwort ist für mich nicht Surge Pricing im Erstmarkt.

Die Antwort ist ein offizieller Zweitmarkt mit klaren Regeln: Account-/ID-Bindung, sichere Übergabe, schnelle Auszahlung – und ein Preisdeckel (z.B. maximal Originalpreis plus kleine Gebühr). Damit zieht man Volumen aus dem Graumarkt, schützt Fans vor Scam und normalisiert nicht gleichzeitig Wucher. Viagogo austrocknen ja, aber ohne selbst Viagogo zu werden..

So meine Überzeugung.

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Danke für die weitere Erklärung. Nach dem Post höre ich auch auf :slight_smile:

Ja Let us see the fire burn

Im Bernabeu gibt es keine Stimmung? Wie viele CL Titel hat dies gekostet?

Warum sollte ich Volumen aus dem Zweitmarkt ziehen? Da gibt es im Musikmarkt klare Regeln (z.B. Persokontrolle von 100% der Zuschauer). Damit hat sich das Entziehungsproblem zu einem wie manage ich meinen eigenen (!) Markt gewandelt.

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Danke, @DA27 , für diese interessanten Gedanken zum Thema Dynamic Pricing.

Und ja, dass man selbst im Finanzthread hier kaum über Ticketpreise diskutieren kann ohne dass es hoch emotional (und nix gegen @ChrisCullen, der bringt wenigstens noch Argumente zum Thema auch wenn ich sie meistens nicht teile) wird und man immer kurz vor der Gotteslästerung (der böse Gott des Geldes ist nur beim Ausgeben hoch willkommen) steht kenne ich leider auch nur zu gut…

Aber wie heißt es so schön, alte Zöpfe abschneiden ist schwer und wenn es jemand womöglich selber an die Tasche auch gehen soll oder man womöglich minimal weniger Chance auf ein billiges Ticket hätte wie bisher ist das Vereinsinteresse auf einmal ferner denn je…

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Noch kurz eine letzte Antwort darauf.

Dynamic Pricing im Bernabéu wird hier m.E. unsauber benutzt. Was man öffentlich sieht, sind Spiel-/Wettbewerbsabhängige Preislisten + Verkaufsphasen (also: variable Preise je Spiel, nicht automatisch der Preis ändert sich in Echtzeit je Nachfrage).

Diese deutlich aggressivere/variablere Preislogik ist in Madrid auch eher ein jüngeres Phänomen. Im Herbst der Classico mit Ticketpreisen (keine VIP Tickets bis 430 Euro im übrigen).

Das ist kein jahrzehntelang etabliertes Fan-Fairness-Modell, sondern Teil der jüngeren Kommerzialisierung rund ums neue Bernabéu.

Der Stimmung kostet CL-Titel-Take ist ein etwas plakativ :wink: . Titel gewinnt man mit seinem Kader, dessen Qualität und dem Verlauf eines Wettbewerbs nicht durch die Stimmung.

Atmosphäre ist jedoch Teil des Produkts und ein echter Heimvorteil. Wenn du deine Stammleute zum Saisonabschluss rauspreist, schadest du langfristig genau dem, was du verkaufst.

Deshalb: offizieller Zweitmarkt mit klaren Regeln (Personalisierung (ja schwieriges Thema, aber da wäre ich total dafür), Limits, Anti-Bot, Preisdeckel = Originalpreis).

Dynamic Pricing im Primärmarkt, bleibe ich ein Gegner. Das ist Airline-Logik im Stadion und trifft am Ende die, die das ganze Jahr da sind, die Familien und Menschen die den Fußball lieben aber nicht den großen Geldbeutel zücken können.

Der FC Bayern hat sehr gute Matchday Einnahmen. Unser Wettbewerbsnachteil gegenüber der PL hängt nicht daran. Es gibt andere Geschäftsfelder wo sich der FC Bayern dringend verbessern muss. Aber bitte nicht auf Kosten der aktuellen Fanbase.

@Ibiza: fairer Punkt – natürlich wird’s bei Ticketpreisen sofort emotional. Und ja, „alte Zöpfe abschneiden“ ist schwer, weil es am Ende immer jemanden persönlich trifft.

Aber genau da liegt für mich der Knackpunkt: Es geht nicht um „Gott des Geldes verteufeln“, sondern um welche Einnahmeform du wählst und welche Nebenwirkungen sie hat.

Dynamic Pricing ist eben nicht nur „Verein nimmt mehr ein“, sondern: Du verlagerst Tickets systematisch zu denen mit der dickeren Brieftasche.

Gerade bei den Spielen, die für viele Fans der emotionale Höhepunkt sind. Das trifft überproportional Junge, Normalverdiener, Familien und die, die das ganze Jahr da sind. Und damit riskierst du langfristig genau das, was du als Klub mitverkaufst: Bindung, Kurve, Heimvorteil, Identität.

Wenn es primär darum geht, den Markt „sauber“ zu managen und den Schwarzmarkt auszutrocknen, gibt’s m.E. bessere Werkzeuge.

Ich bin nicht gegen Einnahmen. Ich bin dagegen, dass man sie ausgerechnet beim loyalen Teil der Fans maximiert.

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es gibt kein Argument - außer unsozialer Gier - das so zu handhaben

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Weil Menschen die Tickets zu überzogenen Preisen auf solchen Portalen verkaufen verachtenswert sind.

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Ich bin dann doch etwas überrascht, woher der Gedanke kommt, dass die Preise für JK Inhaber so richtig günstig wären

Nehmen wir mal den user Mittelrang - der - oh Wunder - im Mittelrang sitzt (seitlich der Südkurve).

17 Bundesligaspiele ca 680 EUR

CL dynamisch- zwischen 40 EUR (Vorrunde) und 100 EUR (VF). Bei Erreichen es VF sind es also schon mal ca 300 EUR, Halbinfinale ca 400 EUR.

Erwischen wir noch ein Pokalheimspiel ist man auf jeden Fall mit 1.000 EUR dabei. Und da habe ich noch kein Bier getrunken, keine Bratwurst gegessen, kein U-Bahn Ticket gelöst oder Benzin verfahren, für den Parkplatz bezahlt usw. usf.

Da bezweifle ich mal ganz stark, dass ein DAZN und Sky Abonnent wesentlich mehr bezahlt, zumal er noch ein paar andere Spiele/Filme sehen kann.

Es wird ja regelmäßig an der Preisschraube gedreht, moderat aber fast Jahr für Jahr. Dass ein Paulaner aus dem Plastikbecher inzwischen 5,90 EUR kostet, sei hier gerne auch noch erwähnt. Da kann ich zu Hause auf der Couch 4 Halbe Augustiner trinken und hab a) das bessere Bier und b) ein schönes Bierglas.

Ich will mich gar nicht beschweren, aber es liest sich z.T. hier so, als gehen wir für lau ins Stadion. Und im übrigen: Kann ich mal nicht ins Stadion, dann gebe ich die Karte nur an Freunde weiter, bestenfalls in den Zweitmarkt. Niemals käme ich auf die Idee, die Karte teuer an dubiose Anbieter zu verkaufen.

Das große Geld ist m.E. vor allem mit dem TV zu machen. Thema Zentralvermarktung und so…

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Ich mache mich mal wieder unbeliebt:

Wer hat dies gesagt? Die Diskussion in den letzten 24h war um das Thema: Wie nutze ich zahlungsbereite Kundschaft, welche kurzfristig ein Ticket benötigt. Und zwar ohne den Umsatz & Marge an Viagogo abzugeben!

Status Quo: Fc Bayern bekommt die 20€ für alle tickets. Die restlichen(mein Beispiel) Tickets 100*180€*(17BL+DFB+CL) geht umsatzmäßig an Viagogo. Incl. entsprechender Marge.

Dieses Modell der “unsozialen Gier” findet also heute statt.

Mein naiver Vorschlag ist: Lasst uns unser Pricing so ändern, dass die 100*180€ pro Spiel beim FC Bayern landen. Nicht bei Drittunternehmen.

Ein Nachteil hat das System natürlich: Menschen, welche Tickets über Viagogo ihre Tickets verkaufen, entzieht dies ihr Business.

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Wie viele sind das denn? Du schreibst immer von 100 Tickets. Ist diese Zahl beim übergeordneten Blick überhaupt relevant?

Dann wurden immer noch 78900 Tickets für den normalen Preis verkauft und können auf Viagogo für Profit verkauft werden. Durch das Dynamic Pricing werden die Marktpreise dann sogar legitimiert und wirken plötzlich seriös. Ggf. kann man mit diesen Tickets sogar den offiziellen Preis unterbieten und den Schwarzmarkt damit sogar noch schlimmer machen.

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