Gestern wurde der Deal mit der Telekom ja bekanntgegeben. 60 Mio pro Jahr überweisen sie den FC Bayern als Sponsoring Partner.
Kann mir jemand mit Ahnung erklären, wie und ob sich das für die Telekom lohnt?
Ist es so, dass sie am Ende des Jahres mit 15 Mio Minus aus diesem Sponsoring rausgehen oder vielleicht mit 5 Mio plus? (So richtig lässt sich das wohl nicht feststellen, aber irgendjemand muss sich ja überlegen, ob sich das lohnt. Ich gebe meinen Nachbarn auch nicht 60€, damit er meinen Namen auf sein T-Shirt schreibt, weil ich dann 60€ ärmer bin und auch die Telekom lebt nicht nur von Luft und Liebe).
Ich frage, weil ich wirklich keine Ahnung habe und davon ausgehe, dass die Telekom nicht viel plus damit macht, wenn dann eher steuerliche Vorteile daraus zieht.
Du bekommst eine große mediale Reichweite, wo jeder dein Logo sieht. Nicht nur wenn die Profis spielen, sondern auch, wenn die verkauften Trikots bei den Fans im normalen Leben zu sehen sind.
Dann wird Prestige dabei sein, sowie weitere Benefits wie Networking, Werbemöglichkeiten etc.
Richtig finanziell beziffern wird sich das nie belassen, da es nicht so ist, dass man sagen kann 60 Mio gezahlt und am Ende des Jahres 65 Mio dadurch eingenommen. Gehört im Endeffekt zum jährlichen Werbebudget der Telekom, dass noch einmal viel höher sein wird.
Ich bin sehr weit entfernt davon, ein Experte für Sportsponsoring zu sein - aber in einem Punkt bin ich mir recht sicher: sollte sich das Sponsoring z. B. für die Telekom (oder andere Sponsoren) nicht lohnen, dann würde sie das Sponsoring nicht über einen so langen Zeitraum aufrecht erhalten. Die Telekom ist ja kein Wohlfahrtsunternehmen für den FCB, sondern wie jedes Unternehmen vor allem gewinnorientiert. Daneben gibt es natürlich auch andere Unternehmen wie z. B. Rheinmetall, die eventuell andere Interessen haben könnten, warum ihr Logo im Rahmen der Bundesliga präsentiert wird - das sehe ich im Falle der Telekom (oder Audi oder Adidas) zumindest nicht.
Einen ganz interessanten Artikel dazu liefert Sportfive, ein international tätiger Sportrechtevermarkter. Natürlich aus Sicht von Sportfive und damit sehr positiv gesehen, aber ich denke, da steckt schon viel von dem drin, was Sponsoren wie die Telekom erwarten:
Das kann Dir garantiert niemand sagen, weil sich das so genau nicht feststellen lässt. Der Sportfive-Beitrag, den @Lukenwolf1970 verlinkt hat, verweist auf gestiegene Markenbekanntschaft und eine abstrakt höhere Zahlungsbereitschaft für Marken, die aus dem Sportssponsoring bekannt sind, aber viel näher „ans Geld“ wirst Du bei der Ertragsrechnung beispielsweise für ein Trikotsponsoring oder Bandensponsoring nicht kommen. Auf ein paar Prozent der bekannten Werbekosten präzise wirst Du den Ertrag jedenfalls nicht berechnen können (klar wird das gemacht, aber die error bars dürften enorm sein). Wie heißt doch der bekannte Spruch? 50 Prozent aller Werbeausgaben sind verschenkt, aber man weiß nicht welche. Das ist zugespitzt, aber nicht ganz falsch.
Bei mir selbst beobachte ich z. B., dass ich zwar nicht wahrscheinlicher Telekom-Kunde würde als ohne die Werbung bei den Bayern (und in der Tat habe ich auch kein Produkt der Telekom, obwohl ich einige Produkte habe, die sie auch anbieten würde), aber dass ich gelegentlich Unternehmen oder Produkte google, die ich während eines Fußballspiels auf den Banden beworben sehe, die ich ohne diese Werbung garantiert nie gegoogelt und manchmal sogar nicht einmal gekannt hätte. Macht mich das zu einem wahrscheinlicheren Kunden in der Zukunft? Möglicherweise. Immerhin ist mir die Marke jetzt zumindest einmal bekannt oder vielleicht im Kopf präsenter als vorher. Kann man den zusätzlichen Ertragswert durch meine bessere Bekanntschaft mit diesen Marken monetär berechnen? Es wird sicher gemacht, aber die error bars dürfen eben ganz, ganz enorm groß sein.
Ich mag mich irren, aber ich glaube, dass heutzutage ja auch einfach nur schon das Googeln des Unternehmens für das Unternehmen als Erfolg zählt, weil je häufiger etwas gegoogelt wird, desto weiter oben zeigt es der Google Algorithmus bei einer Suche an. Ob der Preis das rechtfertigt, ist natürlich schwer zu sagen, aber ein wirkliches Verlustgeschäft scheint es nicht zu sein.
Hier kommt erschwerend hinzu, dass die Beziehung schon so lange besteht.
Am Anfang ist es vielleicht noch relativ leicht. Dann vergleichst du das letzte Vor-Bayernjahr mit diesem und schaust wo sich was verändert. Aber über die Jahrzehnte schleift sich das natürlich ab.
Was sich relativ leicht darstellen lassen sollte, ist ein Vergleich mit anderen und alternativen Werbeformen.
Wie oft wird bei SM im Zusammenhang mit der Kooperation geklickt, wie oft ist die Bandenwerbung im TV zu sehen, von wie vielen Zuschauern, wie und an welcher Stelle erscheint man im Print, usw. ?
Wenn man dann gegenüberstellt: Was müsste ich bei alternativen Werbeformen zahlen, um diese Sichtbarkeit zu erreichen?
Dann kommt die Telekom vielleicht zu dem Ergebnis, der Vertrag mit Bayern kostet mich im Jahr 65 Mio. Eine stolze Summe. Aber um dieselbe Wirkung zu erzielen, müsste ich anderswo 100 Mio investieren. Also lohnt sich das so.
„Ganz so dramatisch, wie es Hoeneß erscheinen ließ, ist die Lage offenbar nicht. Wie die „Sport Bild“ berichtet, verfügt der Rekordmeister neben dem berühmten Festgeldkonto über ein zweites, bisher unbekanntes Konto. Bei der Stadion GmbH der Allianz Arena sollen demnach Rücklagen in Höhe von 100 bis 150 Millionen Euro liegen.“
Unbekanntes Konto? Da haben wir schon vor Monaten drüber diskutiert.
Es ist eher das exakte Gegenteil des Schattenhaushalts:
Das geht es ja um versteckte Schulden - hier sind es „versteckte“ Guthaben.
Aber ja, alles ganz ganz düster bei den Finanzen der Bayern, bloß keinen Cent mehr an Ablöse zahlen, wir müssen ja Transferüberschuss neuerdings garantieren und dass ja von den 100 Mios an zusätzlichen Barvermögen nix wegkommt.
Da könnte der Uli sonst Schnappatmung kriegen und das kann doch niemand wollen
Das ist wirklich schwacher Journalismus. Der Fußballjournalismus in Deutschland ist deutlich überbelichtet im Bereich der Berichterstattung über Transfers, tagesaktuelle Ereignisse und der Analyse von zukünftigen Ereignissen, die möglicherweise eintreten könnten, aber möglicherweise auch nicht, und deutlich unterbelichtet im Bereich der Berichterstattung über die geschäftlichen Aspekte des Fußballgeschehens. Wenn ich nur daran denke, wie viel Berichterstattungsgold allein in den jährlich erscheinenden Geschäftsberichten der Vereine zu schürfen wäre… Es ist ein Trauerspiel.
Aber vermutlich würde das auch keiner lesen wollen. Ich kann Outlets wie der SportBild dem Kicker und all den zahllosen Fußballwebseiten also nur bedingt einen Vorwurf machen, wenn sie sich dieses Themas nicht annehmen.
Eine Passage wie „verfügt neben dem Festgeldkonto über ein zweites, bisher unbekanntes Konto“ ist trotzdem wie ein Stich ins Herz. Diese Leute haben anscheinend wirklich überhaupt keine Ahnung.
Aber ich fürchte mit dieser Ahnung (bei uns ist das Konto ja seit vielen Monaten großes Thema) sind wir hier außerhalb von FCB Insidern eher eine „Insel der Seeligen“!
Weiter unten unter „warum ist die Bilanzsumme bei Chelsea trotz ihrer riesigen Loan army nicht größer?“ dann die Erklärung:
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Die Bilanzsumme von Chelsea FC ist trotz der „Loan Army“ nicht signifikant größer, weil die verliehenen Spieler meist keinen hohen bilanziellen Buchwert haben und ihr Marktwert oft vom Klub nicht voll als Asset bilanzierbar ist��.
Die aktuelle Buchwertsumme der verliehenen Spieler beträgt etwa 248 Millionen Euro – relativ wenig gegenüber dem Gesamtvermögen, da viele Spieler lange abgeschrieben oder zu geringen Einkaufspreisen im Kader gelandet sind��
Hintergrund:
Bewertungsregeln und BuchwertVerliehene Spieler stehen als „immaterielle Vermögenswerte” (intangible assets) in der Bilanz, aber mit ihrem Ursprungs-Transferwert abzüglich jährlicher Amortisation, nicht mit dem aktuellen Marktwert��
Besonders viele „Loan Army“-Spieler stammen aus der eigenen Akademie, haben praktisch keinen Anschaffungspreis und erhöhen daher die Bilanzsumme kaum�
Marktwertsteigerungen durch Entwicklung oder Einsatz beim Leihverein erscheinen erst beim Verkauf als Profit, nicht direkt als Bilanzsumme��
Weitere Faktoren:
Die „Loan Army“ ist zwar groß, aber der Klub hat viele „Development Bets“ getätigt, bei denen die Hoffnung besteht, dass der Wert explodiert – oft bleibt aber die Werterhöhung aus oder wird sogar abgeschrieben���
Umfangreiche interne Verkäufe (Frauen-Team, Immobilien) treiben die Bilanzsumme mehr als die Spielerverleihe – Leihen sind als Asset in der Bilanz begrenzt wirksam, weil der Spieler weiter zum Klub gehört, aber bilanziell kaum verändert wird���
Zusammengefasst:
Die Bilanzsumme bei Chelsea FC bleibt trotz der „Loan Army“ moderat, weil die Buchwerte der verliehenen Spieler im Vergleich zu ihrem Marktwert und Gesamtvermögen niedrig sind, und interne Transfers sowie andere Vermögenswerte die Bilanzsumme viel direkter beeinflussen
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PS: und muss mal wieder sagen: Schon geil was einem die KI da heutzutage innerhalb von Sekunden zusammenträgt - um das so im Detail zu durchdringen hätte man früher wohl richtig schön lange „rumgoogeln“ dürfen!
Die Strategie des FC Chelsea auf dem Transfermarkt und in der Kaderzusammenstellung, deutlich erkennbar geprägt vom Venture-Capital-Hintergrund von Todd Boehly, ist ziemlich smart:
Kaufe in der aktuellen Periode 30 No-Name-Wetten im Alter von ~18 bis 23.
Einige davon gehen durch die Decke und werden in die erste Mannschaft integriert oder für viel Geld verkauft.
Der Rest wird abgeschrieben und in der nächsten Periode mit minimalen Verlusten abgestoßen.
Gehe wieder zu Schritt 1.
Ich könnte das noch viel weiter ausführen, aber im Vergleich zu der Strategie traditioneller Clubs, die sehr wenige und zielgerichtete Transfers machen, die einen konkreten, spezifischen Bedarf im Kader befriedigen sollen, hat diese Strategie der sehr vielen, ungerichteten Transfers, die keinen konkreten, spezifischen Bedarf im Kader befriedigen sollen, einige Vorteile und ist ziemlich interessant.
Es ist halt keine besonders auf die Bedürfnisse der Spieler ausgerichtete Strategie und auch sportlich hõfint es eben in so einem großen Kader immer wieder Reibereien.
Chelsea hat das auch unter Abramowitsch schon gemacht und war berüchtigt für seine Loan Army. Viel bei rumgekommen, ist da nicht.
Dieser Ansatz zeigt doch viel eher, dass dort kein Verständnis für Nachwuchsarbeit vorhanden ist. Junge Spieler brauchen in erster Linie mal eine Sache: Vertrauen. Man kann Spieler nur entwickeln, wenn man bereit ist, mit ihnen auch durch die schlechten Zeiten zu gehen. Wenn stattdessen dahinter 5 andere warten, die sofort den Platz einnehmen, wenn es mal nicht so läuft, wird da nie eine nachhaltige Förderung zu Stande kommen.
Hinzu kommt dann noch, dass die richtig guten Leute es gar nicht nötig haben, sich darauf einzulassen. Ein Musiala ist dann doch lieber nach München gegangen.
… und auch offensichtlich bzgl. des eigenen Unternehmens und selbst privater Finanzen null Schimmer. Da weiß man doch, was für ein Unsinn so ein Satz ist. Unglaublich.