Danke @cheffe für Deinen tollen Post, zu dem man sich so gut verhalten kann!
Ich möchte mich auch in den Kreis derer einreihen, die „überzogene“ Erwartungen an den Erfolg der Bayern haben, weil sie eben gerade nicht überzogen, sondern realistisch sind.
Wir alle kennen doch wahrscheinlich diese Graphiken, die die finanziellen Möglichkeiten eines Vereins in Relation zu seinem Erfolg stellen:

(Dies sind nur ein paar schnell zusammengegoogelte Beispiele.)
Was diese Graphiken und die Untersuchungen, aus denen sie stammen, mit beeindruckender Klarheit zeigen, ist der enorm hohe Zusammenhang zwischen den finanziellen Möglichkeiten eines Vereins, gemessen an der Höhe des Personalaufwands oder am Umsatz, und seinem Erfolg, gemessen an der Zahl der gewonnenen Punkte oder der Platzierung in der Saison-Abschlusstabelle.
Die Bayern haben bereits seit Jahren einen enormen finanziellen Vorsprung vor jedem anderen Verein in der Bundesliga. Die Top-5-Personalaufwandszahlen der letzten fünf Spielzeiten lauten (in M€):
2017/18:
FC Bayern: 315
BVB: 187
VfL Wolfsburg: 128
2018/19:
FC Bayern: 356
BVB: 205
Bayer Leverkusen: 137
2019/20:
FC Bayern: 340
BVB: 215
RB Leipzig: 147
2020/21:
FC Bayern: 373
BVB: 216
RB Leipzig: 169
2021/22:
FC Bayern: 349
BVB: 231
RB Leipzig: 165
Der Vorsprung der Bayern beim Personalaufwand beträgt also Jahr für Jahr auf den Tabellenzweiten rund das 1,5- bis 1,75-Fache und auf den Tabellendritten das 2- bis 2,5-Fache.
Mit Ausnahme von Chelsea 2021 und Liverpool 2019 auf den Plätzen acht und sieben belegte jeder Champions-League-Sieger der letzten zehn Jahre im Jahr seines Sieges einen Platz in den Top 3 der Deloitte Money League. (Die Bayern lagen in den beiden Jahren ihres Sieges auf Platz drei und über den gesamten betrachteten Zeitraum stets mindestens auf Platz sechs.)
Dies sind nur einige grob zusammengewürfelte Datenpunkte, aber was ich sagen möchte wird, denke ich, klar: Die finanziellen Möglichkeiten eines Vereins korrelieren in einem enorm hohen Maße mit seinem sportlichen Erfolg; und wenn die Bayern in der Bundesliga schon seit annähernd 20 Jahren (soweit gehen die Deloitte-Money-League-Erhebungen zurück) einen Vorsprung vom Doppelten bis wenigstens 1,5-Fachen gegenüber dem Zweiten in Sachen Personalaufwand bzw. Umsatz (wo Personalaufwandszahlen nicht verfügbar sind) haben, dann darf man, nein, korrigiere: muss man erwarten, dass die Bayern bitte jedes Jahr Meister werden oder aber zumindest (!) den selbstverständlichen Anspruch auf diesen Titel erheben und in der Champions League mindestens das Halbfinale anpeilen.
Ich mache ja auch keine Folge von 50-Meter-Läufen gegen eine Horde Dreijähriger und bin dann zufrieden, wenn ich in neun von zehn Fällen gewinne (Achtung, Polemik!).
(Deinem Meckern über das Meckern, lieber@cheffe, schließe ich mich ansonsten an.
)