Nach dem Ausscheiden aus der YL war wieder BL für unsere U19 angesagt. Am Campus war der VfB Stuttgart zu Gast. Tabellennachbar, einer der besten Akademien Deutschlands und die Mannschaft die uns letztes Jahr zweimal geschlagen hatte. Also ein Gegner, der mindestens Augenhöhe für sich reklamieren konnte.
Die Bayern nach der Ausnahme in der YL wieder mit der gewohnten U19- Aufstellung. Paul Wanner war auch wieder zur U19 abgeordnet. Einerseits natürlich volkommen richtig ihm Spielpraxis zu geben, andererseits ein klares Zeichen für seine Stellung im Kader der Profis.
Das Spiel begann denkbar schlecht für unsere Jungs. Nachdem sie minutenlang von den Stuttgartern in der eigenen Hälfte festgenagelt wurden, fiel auch nach sieben Minuten das 0:1. Ein Ballverlust von Wanner, der dann auch den Zweikampf verlor und Schuss von der Strafraumkante.
Das schien Wanner gleich im Gegenzug kontern zu wollen, als er mit einem seiner typischen Dribblings erst am Pfosten scheiterte. Das sollte aber die einzige nennenswerte Offensivaktion in der ersten Hälfte bleiben.
Im Gegenteil die Stuttgarter legten schon in der 19.Minute nach, als nach einem erneuten Ballverlust im Aufbau der Stuttgarter Torjäger elegant die Restverteidigung der Bayern, inklusive Torhüter, austanzte. Die Stuttgarter beschränkten sich jetzt darauf die Offensivbemühungen der Bayern zu kontrollieren, ansonsten auf deren Fehler zu warten. Die gab es ab und zu zu bestaunen, offensiv gelang dagegen gar nichts.
Und so ging es mit einem 0:2 in die Pause. Konnte man sich nicht groß beschweren.
Nach der HZ wechselte Galm dreimal, der Umschwung sollte mit allen Mitteln erzwungen werden. Die Bayern begannen auch engagiert, konnten ihre Linie ein paar Meter mehr in die Stuttgarter Hälfte verschieben. Letztlich änderte sich aber nichts, eher konnten sich die Stuttgarter noch leichter gegen offensivere Bayern durchspielen. Und so fiel auch nicht überrschend in der 58.Minute das 0:3. Buchmann verschätzte sich bei einem langen Ball, der Stuttgarter Stürmer steuerte alleine aufs Tor zu und schoss ein.
Jetzt schien es ganz böse zu werden. Die Bayern angeschlagen, die Stuttgarter schienen auf dem Weg zu einem noch deutlicheren Sieg, nur eine gewisse Lässigkeit beim Ausspielen der Gelegenheiten verhinderte zu diesem Zeitpunkt ein Debakel.
In der 78. Minute zwang Ibrahimovic den Stuttgarter Torhüter zu einer guten Parade. Seine anschließende Ecke köpfte IV Bengi ein. Das kam so ziemlich aus dem Nichts.
Die Bayern schöpften zwar wieder etwas Mut, versuchten noch einmal etwas zum Besseren zu wenden. An der grundsätzlichen Überlegenheit der Stuttgarter änderte sich allerdings wenig. Und so ging es auch mit diesem 1:3 zu Ende. Ein in dieser Höhe eher zu knapp ausgefallener Sieg für Stuttgarter. Die Stuttgarter präsentierten sich in jeder Hinsicht überlegen, ein Spitzenteam das einen lockeren Auswärtsieg einfährt.
Im Umkehrschlusss eine deprimierende Vorstellung der Bayern. Wie schon öfter ausgeführt: Kann dieses Team nicht mit individueller Überlegenheit punkten, fehlen ihm alle Werkzeuge für erfolgreichen oder ansehnlichen Fußball.
Man muss natürlich der Vollständigkeit halber wieder erwähnen, dass dies ein sehr junges Team ist und die Stuttgarter auch schon köperlich überlegen und robuster wirkten.
Allerdings hat man sich das genauso selbst ausgesucht und muss sich nun eben daran messen lassen.
Und wenn man auf die individuelle Förderung abzielt, ist es ebenso erschreckend in welcher Verfassung sich teils Spieler präsentieren, die es definitiv besser können sollten. Immerhin sind auch beim FC Bayern die wenigsten nicht in irgendwelchen U-Nationalteams zugange.