Wenn zu OT, dann gerne per PM: Interessiert mich! Haben es denn andere wenigstens in den Profifussball geschafft? Das ist ja schon ein Wort: Beim besten Verein des Landes in der B-Jugend, die Meister wird - und dann 5 Jahre später (also um die 21), was ja inzwischen schon nah am „besten Fußballeralter“ ist, wo es zumindest aber etliche auffällige Kicker gibt, nicht in den ersten 3 Ligen unterwegs. Natürlich wäre da auch mal die umgekehrte Betrachtung interessant, die aber durch viele ausländische Kicker verwässert wird: Wieviele Fussballer im Kader von Bundesligisten stammen NICHT aus dem Nachwuchs von Vereinen der 1. und 2. Liga? Die Frage, die mich dabei umtreibt, geht in die Richtung: Ist es „nur“ ein krasses Aussieben (nur 1 aus einem 17er Kader schafft es in den Profifußball), oder sind Talente, die in jungen Jahren unterklassiger spielen, am Ende genau so stark im Profifußball vertreten wie die aus NLZ der großen Clubs?
Die Zeiten als man 16 jährige sicher hatte, da sie eine Lehre als Raumausstatter machen sind eben vorbei, heute musst den Talenten eben auch mal ein kleines Fresschen hinwerfen
Bei blitzschnellen Wuslern mag das teilweise für die letzten 12 Minuten auch ein belebendes Element sein, aber bei 6ern, Torhütern und Innenverteidigern musst schon ein potentieller Weltfussballer sein um mit 16 (wirklich leistungsbedingt) zum Einsatz zu kommen. Und da Deutschland am liebsten (ausschliesslich?) 6er und 8er ausbildet dürfte dieser Hype auch abnehmen, zumal ja den jetzigen 16 jährigen quasi 2 Jahre Ausbildung aufgrund von Corona fehlt
Das würde mich auch mal interessieren. Falls es hierfür eine Statistik gibt bin ich da sehr neugierig.
Unterklassig und NLZ beisst sich irgendwo, als dass diese ja eine Auflage für die Lizenzierung der ersten beiden Ligen sind. Viele Drittligsten haben ja auch eins
Von daher waren die Jungs in den Ligen 1-3 wohl sehr mehrheitlich im Alter von 12 bis 18 schon mal in einem NLZ. Und sei es nur in Sandhausen.
Die SG Blaubach-Diedelkopf Story des zwanzigjährigen Miro Klose kann man je höher desto weniger ziemlich vergessen
Einer der Gründe, warum es für jung aufgestellte Zweitvertretungen in der dritten Liga so schwer ist.
Genau! In Liga drei spielst halt auch nicht gegen die Dachdecker die einen Libero brauchen um taktisch nicht zu implodieren. Das sind genauso NLZ Absolventen (vielleicht mit weniger U Natieinsätzen) aber dafür auf dem Leistungszenit und nicht nur auf dem Weg dort hin
Auch in der Regionalliga kannst du von einer guten Mannschaft, die körperlich voll da ist, als bessere A-Jugend aufgefressen werden. Haben wir ja selbst erlebt.
Ich sehe es so: in den Jugendmannschaften wird gnadenlos ausgesiebt, die wenigsten schaffen es wirklich in den Profisport. Da gibt es ein paar Megatalente, die man auch als Laie schnell erkennt - und der Rest kämpft um eine Profilaufbahn in der Bundesliga oder woanders. Da bleiben leider viele junge Menschen auf der Strecke, die ihre Wünsche und Sehnsüchte auf die große Profikarriere ausgerichtet haben.
Ich kenne selbst jemanden, der in der Jugend bei Borussia Mönchengladbach vorgespielt hat, sehr talentiert, keine Frage, toller Fußballer. Aber letztlich reichte es dann „nur“ für die Oberliga. Keine Schande, ich bin weit davon entfernt, Oberliga spielen zu können, aber was ich sagen will: da wird halt wie gesagt gnadenlos ausgesiebt.
Und für diesen Profitraum opfern so einige ihre Jugend.
Danke für die Antworten/Gedanken.
Meine Frage oder die Gedanken dahinter ging noch in einer andere Richtung: Lohnt sich der krasse Aufwand für eine vermeintlich „erstklassige“ Jugendarbeit überhaupt? Oder geht das, a la 80/20 Regel, mit deutlich weniger Aufwand und ähnlichem Ertrag. Also z.B.: Bis zur B-Jugend ist eh egal, ab A wird es interessant, die scoutet man dann bei Drittligisten etc…wenn die eigenen sich eh nicht durchsetzen.
keine Ahnung, aber ich denke, dass die dann schon alle bei anderen Vereinen sind.
Vielleicht kam das zu negativ rüber. In den Profifußball haben es schon einige geschafft. Aber gemessen an den Hoffnungen die du als 16,17-jähriger hast, wenn du erstmal beim FCB kickst, werden da schon viele Enttäuschungen dabei sein.
Des Gedankens wegen mal eine theoretische Aufstellung der bis heute am weitesten gekommenen (ohne Anspruch auf absolute Vollständigkeit).
Früchtl (FC Bayern/1.Liga)
Daniliuc (OGC Nizza/Frankreich/1.Liga)-Mai (Werder Bremen/2.Liga)- Brugger (Admira Wacker/österr. 1.Liga)- Stanisic (FC Bayern/1.Liga)
Hollerbach (Wehen-Wiesbaden/3.Liga)-Zylla (Slask Wroclaw/Polen 1.Liga)-Lungwitz (Würzburger Kickers/3.Liga)
Batista-Meier (Dresden/2.Liga)-Evina (Hannover 96/2.Liga)-Ontuzans (Freiburg 2/3.Liga)
Wobei man natürlich erwähnen sollte, dass bisher fast keiner in die Nähe eines Stammspielers gekommen ist.
Neben Stanisic am besten zurecht gekommen ist aktuell Daniliuc. Der spielt recht häufig bei Nizza.
Es wird immer so getan, als wäre es die größte Strafe, im Nachwuchs eines Proficlubs zu sein. Egal ob Fußball oder bei irgendetwas anderem. Wenn man bei etwas zu den besten gehören will, wird dir nichts andres übrig bleiben, als das du dem alles andere unterordnest. Da gehts dem Stabhochspringer nicht anders.
Wenn man den Aufwand „spart“ bekommt man zunächst keine Lizenz
Und mit 2x wöchentlich 20 Minuten 5:2, 10 Minuten Torschuss und 30 Minuten Spiel bekommst halt selbst die Reinkarnation von Maradona und Pele nicht mehr auf Profiniveau. Und wenn sich dieses Training rumspricht bekommst auch keine Talente mehr von anderen Klubs. Dazu noch die Jugendtrainer mit gaaaaanz grossen Ambitionen. Glaube da scheitert es weder am wollen noch am müssen. Das ist ein Zug den man nicht mehr aufhalten kann
Ohne jetzt eine Statistik zur Hand zu haben. Aber ein in Deutschland aufgewachsener Spieler, der ohne je ein NLZ gesehen zu haben, höherklassigen Profifußball spielt, dürfte allmählich zu den absoluten Exoten gehören.
Und auch für die ist der Weg nicht einfach.
Der Bericht ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber es dürfte sich nicht viel an den Zahlen geändert haben.
Allein der Bohai der um eigentlich ziemliche Durchschnittskicker gemacht wird, wenn sie es ohne NLZ schaffen zeigt ja deren Exotendasein
Da gibt es ja einerseits Jatta, der scheinbar als 17 jähriger Asylant zum ersten mal einen Ball sah oder auch Weydandt von Hannover der noch Kreisliga gespielt hat
Die HP Briegel Zeiten der mit 17 beim Zehnkampftraining einen Ball entdeckte sind vorbei ![]()
Bitte nicht falsch verstehen - natürlich muss man, wenn man es in die oberste Riege bringen will, Opfer bringen. Nur schaffen es nur sehr wenige nach ganz oben, und sehr viele bringen das Opfer. Das ist ja das, was ich mit aussieben meine.
so extrem wie du es darstellst meinte ich natürlich nicht „Aufwand reduzieren“. Ich habe von 80/20 gesprochen. Was ich meinte ist das ewige „jagen“ nach dem nächsten „Eigengewächs“, hohe Investitionen - nur um dann jährlich vom Output enttäuscht zu sein, Spieler reihenweise zu verleihen bzw. für sehr wenig Geld abzugeben. Nimm den Rhein, der ja jetzt auch wieder geht. Die Namen sind Legion.
Aber ich verstehe deinen Punkt.
Man hat eben schnell saftigen Gewinn. Rhein kam zusammen mit den Motika Brüdern für 200000. Nemanja Motika ging für 2.5 mio zu Roter Stern Belgrad
Das ist Faktor >10 in 5 Jahren obwohl keiner den Durchbruch schaffte.
Und wer ist denn das Real Talent wo sie es richtig hinbekamen? Carvajal? Vasquez? Da kann Bayern auch noch mit Müller werben.
Und jetzt komm bitte nicht mit dem 50 Mio Mann Vinicius als Zeichen eines funktionierenden NLZ. Dagegen ist Musiala ein leuchtender NLZ Stern
Das U17 Nationalmannschaftsspiel wird auf https://www.uefa.tv/ übertragen. Ich musste mich dafür bei der Uefa einen Account erstellen. Manuba hat gerade ne gute Flanke zum 1:0 geschlagen