FC Bayern in Frankfurt: Zwischen Dominanz und Fragilität – muss Kompany anpassen?

man sollte den meisten Menschen das Internet wegnehmen…

es ist schon bemerkenswert, wie sich hier einige die fortwährenden E-Jugend-Fehler, die uns mittlerweile seit Jahren begleiten, versuchen schönzureden!

es hat nichts mit pervertierter Erwartungshaltung zu tun, wenn ich mir wünsche, dass man ein und den selben (Gegentor)Fehler nicht immer und immer wieder begeht oder wenn ich darauf vertraue, dass man in der vierten Minute der Nachspielzeit einfach mal clever runterspielt…

es heißt doch so gerne:
immer Glück ist auch Können…

was ist es dann bei uns?

was hilft mir totale (bewundernswerte) Dominanz über 95% des Spiels, wenn ich sie mir in popeligen 5% zerschießen lasse?
wenn man auswärts so auftritt und 3 Tore schießt - und dennoch nicht gewinnt… und so etwas immer und immer wieder geschieht… dann hat der Zweifel und Ärger, der hier viele umtreibt nichts damit zu tun, dass man seit 14 Jahren verbelndet ist - sondern mit Realismus!

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Warum schreiben hier so viele, dass wir dieselben Probleme haben wie unter Nagelsmann und Tuchel? Welche wären das?
Meine Ansicht: Unter Nagelsmann hat leider die Handschrift gefehlt, die klare Spielidee. Es gab immer wieder Phasen im Spiel, in denen der Gegner das Spiel diktiert hat, in denen wir fahrig und unsicher wurden uns infolgedessen oft hohe Niederlagen verkraften mussten. Unter Tuchel war es dasselbe, nur dass er eine klare Handschrift hatte. Leider war die vom Spielstil her relativ unattraktiv. Unter beiden hatte ich das Gefühl, dass die Spieler nicht ihr individuelles Potential ausschöpfen können.

Keines dieser Probleme sehe ich unter Kompany. Außer ich analysiere in der Granularität: „Wir bekommen ab und zu Gegentore, die wir vermeiden hätten können (=jedes Gegentor), und gewinnen deswegen nicht jedes Spiel.“

Was mich gestern in den Interviews auch gestört hat, und was hier vermutlich auch dafür sorgt, dass so viele Fans so aufgebracht sind: Dass Bayern in den Interviews in keinster Weise vermittelt hat, dass sie IRGENDEINEN Fehler gemacht hätten oder dass überhaupt IRGENDEINE Schwäche im Spiel war. Das sehe ich definitiv anders.

Nach kurzem Überlegen dachte ich mir dann: Das ist der FC Bayern. Da sprechen Thomas Müller und Vincent Kompany. Die werden zu 100% nicht nach Hause fahren und sagen: Absolut obergeiles Spiel. Zwar 3 Gegentore gefangen, aber wir sind trotzdem die geilsten und machen genau so weiter.

Nein, sie geben die Interviews so, dass möglichst wenig Unruhe und Kritik laut wird. Und intern wird ganz genau analysiert, wie man künftig trotz der offensiven Dominanz weniger Chancen bzw. Konter zulassen kann.

Wie Müller richtig sagte, ist es natürlich auch nicht so einfach. Sinngemäß klingt es für mich oft nach dem Vorschlag, doch einfach die Offensive genau so beizubehalten und gleichzeitig defensiv noch etwas zuzulegen. Ohne Frage wäre das der Wunsch. Und doch baut das System darauf auf, so hoch auf dem Feld zu stehen. Nun einfach mehr Spieler weiter hinten ins Feld zu bringen ist nicht automatisch ein Garant dafür, dass es defensiv stabiler wird - siehe Tuchel. Da standen wir auch nicht besser, obwohl es ein viel defensiverer Stil war.

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Realismus ist, dass der FC Bayern so wenig zulässt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Vielleicht sogar so wenig wie nie.
(Ein) Gefühl ist, dass man zu viel zulässt.
Realismus ist, dass der FC Bayern am Anfang einer Entwicklung mit einem neuen Trainer steht, der die Spieler hinter seine Idee gebracht hat.
(Ein) Gefühl ist, dass alles exakt genauso wie immer ist und es keine Entwicklung gibt.
Realismus ist, dass die Bayern deutlich mehr Szenen herausragend verteidigen als sie Szenen leichtfertig abschenken.
(Ein) Gefühl ist, dass da Deppen am Werk sind, die sich nicht anpassen können.
Realismus ist, dass es eine hohe statistische Evidenz gibt, dass, wenn die Bayern genauso weiterspielen, die Gegentore und Spielverläufe wieder zu einer Mitte kommen werden, die Stand jetzt herausragend ist.

Diese Negativität hier und vor allem die Drastik sind unglaublich. Ich kann das nicht nachvollziehen. Nicht nach diesem Saisonstart. Wer die Unterschiede zu den Vorjahren nicht sieht, der will sie vielleicht auch nicht sehen.

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This guy speaks many languages, but in this case he just chose to speak facts.

Im Ernst:
Ich stimme da voll und Ganz zu.

Ogottogottogott. Sowohl in den Medien (bestes Beispiel der gestrige Doppelpass) als auch hier in der Kurve fängt schon wieder massiv das Zweifeln an. Sprachliches Risiko-Hedging, das eine tiefsitzende Ängstlichkeit verrät, allüberall. Ob Kompany das so schlau macht? Ob er so viel Risiko gehen muss? Wo ist der Verwaltungsmodus? Ob die Innenverteidiger wirklich an der Mittellinie stehen sollten?

Grausam. Es ist einfach nur grausam. Ich bete zu Gott, dass Kompany sich von diesem Sentiment des Zweifels, der jetzt schon wieder überall aus den Löchern kriecht und durch die Ritzen strömt, nur bitte nicht anstecken und beeinflussen lässt und diesen Spielstil, der optisch so spektakulär ist und taktisch so gut zu dem Kader Bayern passt, um Welten besser als jeder safety-first-Stil, eisenhart weiter durchzieht. Die ganze Saison und danach weiter, immer weiter.

Stark bleiben, Vincent Kompany! :pray: This is the way.

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Nein sogar 2 aus 3 …jeder dritte hätten wir erst 4 Gegentore statt 8…

Jedenfalls sind 2 Punkte aus 3 Spielen gegen etwas stärkere (außer Leverkusen aber keine top Mannschaft) viel zu wenig…

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@justin, @cheffe, @zerloka ich kann euren Aussagen am meisten zustimmen. Die hier vorzufindende Polarität in der Sichtweise finde ich dennoch nicht weiter tragisch, ich kann sie sogar gut nachempfinden. Für mich ist Fussball ein Emotionsfass, in das ich regelmäßig gerne eintauche. Mein Statistikheft nehme ich da jetzt eher nicht mit. Und daher auch zu den Emotionen gestern: Habe mir das Spiel mit Freunden angeschaut und wir waren begeistert, wie wir die Frankfurter hergespielt haben. Sowas kennen wir doch seit Pep Zeiten nicht mehr (paar Flick Spiele ausgenommen). Es war ein intensives Spiel, das uns voll mitgenommen hat. Und auf der anderen Seite haben wir uns über die Kontertore schwarz geärgert, vor allem der Ausgleich in der 94. hat uns konsterniert zurück gelassen. Gefühlt machen die Frankfurter aus 3 Chancen drei Tore und so sollte es wirklich nicht laufen. Denn diese Momente zerstören einen ansonsten wunderschönen Fussball Abend.
Summa summarum finde ich, dass unsere Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr tatsächlich wieder eine Identität und eine klare Spielidee hat, die mich wirklich begeistert, vor allem, weil die Spieler Bock haben und du das in jeder Sekunde spürst.
Andererseits könnte das Gebilde auch fragil werden, wenn wir die Umschaltmomente guter Gegner nicht besser in den Griff bekommen. Und ein letzter Gedanke noch: ich hoffe sehr, dass wir die derzeitige Intensität über die ganze Saison aufrecht halten können und nicht schon im Herbst alle Körner raushauen. Ansonsten alles tip top und ich liebe unseren FCB…

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Das wir derzeit wieder auf 40 Gegentore zusteuern.

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Vom Gegentorschnitt: Ja.

Allerdings auch nach nur sieben spielen schon gegen drei der vier besten Offensiven der Liga gespielt. Im Schnitt sehr wenige Abschlüsse und auch xG zugelassen. Es müsste mir dem Teufel zugehen, wenn dieser Gegentorschnitt so bleibt, wenn sich defensiv nicht signifikant etwas verändert statistisch.

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dass der FCB aus den letzten drei Spielen zwei Punkte geholt hat!
Keiner spricht VK generell die Qualität ab!

Aber wo sind die Spieler auf dem Feld die in der 90. sagen „lass uns das jetzt ruhig runterspielen“?
Wo ist da ein Müller?
Wo ist da ein Kimmich

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Was wir seitdem leider auch nicht mehr kennen oder können sind taktische Fouls im weiteren Sinne.
Das war bei Pep ein völlig übliches Stilmittel schon seit seinen Barca-Zeiten, dass man diese Umschaltmomente dann auch mal ganz schnöde mit der Textilbremse o.ä unterbindet.
Diese Cleverness oder Abgezocktheit fehlt momentan. Da hat Kompany noch deutlich Nachschulungsbedarf.
Da rumpelt Upa gegen Villa zweimal in den Gegner in denen ein Platzverweis regelrecht in der Luft liegt. Und gegen Frankfurt läuft er da 20,30 Meter neben Marmoush her, ohne ihn zu fassen zu kriegen. Und da hätte es mit Sicherheit keinen Platzverweis gegeben.

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Unter seinem neuen Trainer Tabellenführer ist, die beste Tordifferenz hat, die wenigsten Schüsse zulässt, das beste Team mit einer zweistelligen Toranzahl bei Gegentoren ist, den Meister hergespielt hat, den alle in den Himmel
gelobt haben, bereits gegen drei der vier besten offensiven gespielt hat (die vierte kommt jetzt mit Stuttgart), erst ein Spiel verloren hat …

Ja, alles sehr furchtbar.

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Also wenn die meiste Emotion mal verflogen ist kann man nüchtern betrachtet schon von einem sehr guten Spiel reden.
Es wäre auch unrealistisch wenn es jetzt schon nichts mehr zu verbessern gäbe. Aber da ist nun Kompany gefragt und das muss demnächst besser laufen.

Wenn man sich die Entstehung der ersten zwei Gegentore anschaut war schon viel Glück für Frankfurt dabei. Vor dem 1:1 meine ich waren es 3 Situationen in denen im Zweikampf der Ball unglücklich springt bis dann der metergenaue Pass auf Marmoush kommt. Sowas kann man natürlich nicht immer verhindern und letzten Endes war Frankfurt einfach unfassbar effizient.

Das mit den Wechseln am Ende war aus meiner Sicht auch kontraproduktiv, zumal wenn Upa rausmusste eine gleichzeitige Herausnahme von Pavlovic schon verwunderlich war. Die Quittung war leider das 3:3. Hier muss VK einfach noch etwas Erfahrung und vielleicht Fingerspitzengefühl entwickeln.

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Für mich ist ein wichtiger Punkt, ob die Mannschaft hinter der Idee steht. Und das tut sie ja eindeutig. Die Interviews von Kimmich, Gnabry und speziell Müller sind ja glasklar in dieser Hinsicht.

Natürlich kann und muss weiter dran gearbeitet werden, natürlich muss verbessert werden. Ich für meinen Teil bin bislang sehr zufrieden. Hätte mir auch diese Woche bessere Ergebnisse vorstellen können. Aber kaum jemand hätte doch gedacht, dass wir Anfang Oktober so einen Ball spielen und zwar gegen Top Mannschaften. Auch wenn versucht wird, diese klein zu reden.

Und Lösungen sind nicht immer so einfach. Wie viele andere fordert @texterstexte Palinha für Pavlovic, weil der überspielt sei und defensiv absichern würde. Er hat da bei X den ein oder anderen Post geschrieben - können auch 30 gewesen sein :wink:
Jetzt ist Palinha 2x eingewechselt worden und 2x ist danach das Tor gefallen. Palinha war da völlig schuldlos. Will nur sagen: das ist nicht das Allheilmittel.

Trust the process. Wie die Mannschaft es auch macht.

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Die Unzufriedenheit mit dem gestrigen Spiel bzw. mit den Gegentoren resultiert mMn auch daher, dass viele - mich eingeschlossen - noch mit einem Fußball sozialisiert worden sind, bei dem es hieß:
wenn man führt, lässt man sich nicht auskontern und schon gar nicht auswärts.
Dass Fußball sich verändert, ist jedem von uns klar. Bestimmte Weisheiten müssen deshalb aber nicht falsch sein. Und es soll schon auch noch moderne Trainer geben, die der Meinung sind, dass man mit einer Führung im Rücken in der Schlussphase ruhig mal etwas tiefer stehen kann, vor allem wenn es gegen Gegner geht, deren größte Stärke das Umschaltspiel ist und die eher Probleme haben, wenn sie wenig Platz haben.
Das hat auch nichts mit Vorlieben der Mannschaft zu tun, sondern ich erwarte von einem Spieler, dass er sich zur Not auch mal hinten in einen Zweikampf schmeisst und den Ball wegdrischt.
Glaubt irgendjemand, dass Frimpong oder Grimaldo gerne so gespielt haben, wie sie das in München gemacht haben? Die haben darauf genauso wenig Lust und würden lieber nach vorne Akzente setzen. Aber wenn es nötig ist, machen sie eben etwas, das ihnen nicht so sympathisch ist wie vorne früh pressen, wie Leverkusen das gegen schwächere Gegner praktiziert.
Kompany soll sich ja nicht verbiegen, aber in manchen Situationen etwas weniger kompromisslos nach vorne verteidigen zu lassen, könnte nicht schaden.

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Leute, der Mann ist jetzt seit dem 11.07. beim FCB unter Vertrag.
So langsam könnte man in der MSR-Kurve damit anfangen, den Namen richtig zu schreiben :smiley:

So machen wir’s :pray:

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Die Spieler.

Man könnte bei den gestrigen Gegentoren wieder wunderbare Szenenanalysen machen, wieso Kimmich kein 6er ist (verteidigt den leeren Raum und spielt fatale Fehlpässe), wieso Kimmich+Pavlovic viel zu luftig ist (Pavlovic lässt sich im Konter tunneln) und wieso Kim erhebliche Defizite für dieses Niveau hat (schlechtes Stellungsspiel, mangelhafte Erfassung von Situationen, fehlende Orientierung zum Gegner).

Kombiniert man es noch mit dem Villa-Spiel, kommt noch ein Torwart-Trio hinzu, mit dem andere irgendwo um Platz 12 spielen, und hochbezahlte Stürmer, die selten etwas auf die Anzeigetafel bringen, wenn es drauf ankommt. Und anhand von Olise kann man analysieren, wie ein Flügelstürmer eigentlich spielen sollte. Der ist in seinen jungen Jahren nämlich schon nach kurzer Zeit unser bester Spieler auf der Position.

Im Endeffekt schreibt man dann jedoch auch wieder nur die selben Dinge, die schon seit Jahren rauf und runter diskutiert werden. Daran wird sich eben nichts ändern, wenn man nichts wesentliches am Kader ändert.

Man kann nur hoffen, dass Kompany Lösungen findet, um diese Probleme zumindest zu mildern. Wie wäre es mal mit PaPa in der Mitte und Kimmich auf Außen? Oder einem 3er Mittelfeld, damit die Außenverteidiger überlaufen können? Vielleicht sollte man doch mal die Kette etwas zurückziehen, wenn man in der Nachspielzeit eine Führung verteidigt. Oder nicht mit einem Dreifach-Wechsel jede Form von Abstimmung und Struktur aushebeln.

Nagelsmann hat viel versucht, diese Themen in den Griff zu bekommen, es aber nie geschafft. Tuchel hat es irgendwann aufgegeben und ist im Grunde nur noch auf die Champions League gegangen. Mal schauen, ob Kompany Ideen dafür entwickeln kann. Am Ende wird es aber an Eberl liegen, die Kernprobleme zu lösen.

PS: Anlässlich der Diskussion nach dem Villa-Spiel, möchte ich noch anmerken, dass Bayern gestern deutlich riskanter und offener nach vorne gespielt hat. Mit logischen Folgen an beiden Enden des Feldes.

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Die Frage ist ja nicht nur ob Palhinha spielt, sondern wie er dann spielt.
Soll er so spielen wie Kimmich oder Pavlovic, ist ja nicht anders. Nur dass sich die Frage stellt, ob das seine Kernkompetenz ist.
Und er soll er anders spielen, ist dann eben nicht nur Palhinha auf dem Platz, sondern es ist eine ganz andere Systematik.

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Habe ich mich verrechnet.