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Sorry, wer relativiert denn?

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„Die Sorge ist nicht groß“, sagte Sportdirektor Christoph Freund vom deutschen Rekordmeister. „Der Austausch mit der UEFA ist sehr, sehr gut und sehr, sehr eng über eine ganze Saison hinweg.“ Die Europäische Fußball-Union hat in der Causa ein Disziplinarverfahren gegen die Münchner eingeleitet."

Freund unbesorgt. Allerdings kann er zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch nichts anderes sagen.

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Das ist auch das aller mindeste. Die Aktion selbst wird ja nicht kritisiert.

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Einmal richtige Emotion im Stadion. Passt dann auch wieder nicht. Dann schon wieder Mimimi. Traurig. Im glaube, dass war der erste Platzsturm beim FCB in diesem Jahrtausend. Und der war es ja noch nicht mal. Skandalisiert ihr so ein Gedränge beim Oktoberfest auch? Meine Güte

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Warum skandalisieren? Es war nicht gut. Richtige Emotion zeigt sich doch nicht in solchen Ak.

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Ehrlicherweise fände ich hier eine harte Strafe nicht angemessen. Das lief nach meiner Einschätzung einfach maximal unglücklich. Ich wette, es gab keinen, der sich des Schicksals des Reporters wirklich bewusst war und in der Lage das zu ändern. Selbst wenn der daneben es gemerkt hat, war er ja selbst eingeklemmt. Prinzipiell gehört für mich diese Emotion zum Fußball (siehe Platzstürme bei Aufstiegen, Meisterschaften, etc diverser anderer Clubs und zumindest ich liebe diese Bilder). Das die betreffenden Fans sich schon bewusst waren, dass es Grenzen gibt, sieht man daran, dass keiner über die Bande hinaus ist und es auch keinerlei Pyro gab. Das wäre dann in der Tat einfach nur dämlich gewesen.

Ich würde sogar soweit gehen, dass prinzipiell mit sowas zu rechnen ist durch Personen die dort arbeiten. Sprich Schutzhaltung einnehmen, Aufstehen, etc. wie es einige andere Fotografen auch gemacht haben. Und damit will ich keine Schuldumkehr betreiben. Die Schuld, sofern man davon sprechen mag, liegt bei den Fans. Aber für mich war es einfach maximal unglücklich wie es lief.

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Kannste dir nicht ausdenken.

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Mir ging es beim Thema Relativierung auch eher um die aktive Fanszene, die ihr Bedauern sehr wohl über den verletzten Fotografen zum Ausdruck gebracht hat. Was von @ChrisCullen ja in Abrede gestellt wurde.

Generell hat sich in meiner über 50-jährigen Lebenserfahrung doch die Erfahrung durchgesetzt, dass es bei machen Veranstaltungen eher rauer zugeht. Das wären Sportstadien, Sportplätze, Rockkonzerte, Demos, Bierfeste etc. Bei manch anderen würde ich das jetzt nicht erwarten. Beispielsweise im Kino, Oper oder im Ballett.

Gerade im Fußballstadion sind wir doch von solchen “Vorfällen” in München sehr wenig davon betroffen. Was ist passiert? Nach einem Last-Minute Sieg im wichtigsten Spiel der letzten Jahre sind ein paar Fans Richtung Bande gerannt und haben ihr Team gefeiert. Dabei wurden 1 bis 2 Fotografen in Mitleidenschaft gezogen. Der Club Nr. 12 hat sich dafür zeitnah entschuldigt, die Sache bedauert und einsichtig gezeigt. Damit könnte das Thema erledigt sein. Weit gefehlt.

Da hab ich in anderen Stadien in den letzten Jahren ganz andere Sachen gesehen. Meine mich zu erinnern, dass in Düsseldorf in der Relegation mal einer den Elfmeterpunkt versucht hat auszubuddeln. Und da lief das Spiel noch. Von Napoli bis hin zu Südamerika gar nicht zu sprechen.

Wie moralinsauer und skandalisierend kann man denn eigentlich sein. Ihr macht mich manchmal echt fassungslos.

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Im Grunde argumentierst du, dass diese Situation keine große Beachtung verdient, weil es woanders oder wann anders schon mal schlimmere Situationen gab. Das ist die Definition von Relativierung.

Der Club Nr. 12 ging nicht auf das ursprüngliche Fehlverhalten ein. Dies fing nämlich damit an, dass sehr viele Menschen auf den Zäunen saßen. Damit gefährden sie nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern versperren auch Hunderten Fans den Blick. Da muss man erstmal die Frage stellen, wofür diese Leute eigentlich im Stadion sind. Geht es denen um Fußball, oder um Selbstdarstellung auf’m Zaun?

Erst dadurch, dass diese Menschen sich verhalten haben, als wären sie der Mittelpunkt der Veranstaltung, wurde überhaupt erst eine Ausgangslage verschaffen, die die Fehlerkette bis hin zu den resultierenden Verletzungen ermöglichte. In der kurzen Stellungnahme, die auch keine Mitteilung aus Eigeninitiative war, sondern nur ein kurzes Statement auf einen Presseanfrage, war nichts davon zu lesen, dass Fans nicht auf die Zäune und auch nicht in den Bereich vor den Zaun gehören. Einsicht sieht anders aus.

In solchen Fällen findet das normalerweise organisiert statt. Die Ordner öffnen die Tore, sichern die Spieler ab. Personen im Innenraum sind informiert und vorbereitet, etc. Hier ging es nur um ein Tor und es war noch nicht mal das Entscheidende.

Wieso sollte ein Fotograf, der gerade in einem geschützten Raum seinen Job macht und sich darauf konzentriert, Olises Jubel einzufangen, damit rechnen müssen, dass er in der nächsten Sekunde von Leuten gegen die Werbebande gepresst wird, die dort überhaupt nichts verloren haben?

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Wie ich eingangs schon schrieb. Lasst uns die Zuschauer abschaffen bzw zugunsten eines Operetten Publikums austauschen. Das wäre eh der feuchte Traum der nationalen und internationalen Verbände.

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Das sagt doch keiner. Warum übertreibst du so? Das wäre, wie wenn ein anderer angesichts deiner Posts schreibt: “Lasst uns alle Regeln und Gesetze abschaffen zugunsten einer Gesellschaft, wo jeder jeden überall rücksichtslos verletzen darf, Hausordnungen nicht gelten, Zäune nur Klettergerüste sind…” Das wäre in etwa die Paraphrase auf dem Niveau, auf dem du gerade andersrum argumentierst.

Zu deiner Frage oben: natürlich würde ich mich über Leute auf der Wiesn aufregen, die beim Sturm auf die besten Zeltplätze beim O’Zapfn andere einfach ohnmächtig trampeln. Deine Whataboutismen gehen dermaßen ins Leere…

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Lieber einfach komplett ohne Zuschauer. Dann kann man auch einfach diese Stadien abschaffen oder muss kein Geld für Ordner und die Organisation der Spiele ausgeben.

Wie hier beispielsweise

https://www.focus.de/panorama/oktoberfest/chaos-auf-der-wiesn-kellnerin-macht-selfie-beim-oktoberfest-ansturm-und-wird-einfach-umgerannt_id_260336705.html

Dein Empörungsmodus ist wirklich beispielhaft

Zeig mir einen Post, in dem ich mich empöre. Einen. Der einzige, der sich hier empört bist du, und zwar über vermeintliche Empörung. Und was willst du mit dem Artikel sagen? Ich habe ja gerade geschrieben, dass mich das auch aufregt, wenn jemand so rücksichtslos ist. Das hat aber mit Respekt und Rücksichtnahme und nichts mit Empörung zu tun. Das Wort “Rücksichtnahme” können ein paar Leute gerne mal googeln.

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Hast recht. Empört haben sich andere. Nicht du. Nehme ich zurück und entschuldige mich. Btw. Rücksichtnahme googeln bringt wenig. Rücksichtnahme muss man leben. Zu unserem Fall hätte die ausgeprägter sein können. Keine Frage. Aber meine Fresse. Da sind einige emotional explodiert. Ich glaube so richtig viel Übles ist nicht passiert. Hoffe ich für die beiden Fotografen zumindest. Bin mir recht sicher, dass das medial ein größeres Thema wäre, sollte da wirklich was schlimmes passiert sein. Der Hype hier in der Kurve ist für mich doch recht anstrengend und überzogen.

Lasst uns an ein paar einfache Grundregeln halten, damit das Stadionerlebnis für alle angenehm ist. Hinter dem Zaun zu bleiben, hindert niemanden daran, sein Fandasein auszuleben.

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Die Fans, denen dahinter die Sicht genommen wird, sehen eh nichts wegen der Fahnen :winking_face_with_tongue: Also wer in der Kurve steht, weiß, dass er potentielle Sichtbehinderungen hat, dafür aber Gesang, Bewegung, Rumgehüpfe, und evtl auch mal ne Bierdusche. Ich bin überzeugt, dass sich keiner über die Sichtbehinderung aufgeregt hat. Das Argument ist nicht stark :wink:

Da möchte ich ein Veto einlegen. Der Sicherheitsdienst stellt sich ggfs. auf Szenarien vorab ein und reagiert entsprechend.

Weil es eben nur in der Theorie ein geschützter Raum ist. Es gibt genügend Gegenbeispiele und er hat als Fussballfotograf vmtl auch genug Erfahrung, dass er das prinzipiell auch weiß.

Und nochmal. Schuld sind trotzdem die Fans. Es war für mich aber eher Unglück. Solche Emotionen gehören für mich prinzipiell dazu. Man sollte aber seitens der Fans hinterfragen, warum das keiner gemerkt hat bzw. wenn es einer gemerkt hat, dieser jemand es dann nicht an den Rest kommuniziert und sie entsprechend reagieren. Ob da genug getan wurde oder überhaupt was, weiß ich nicht, da ich die Szene direkt bis zum Eintreffen von Ersthelfern nicht gesehen habe.

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Das klingt ja fast so, als ginge es vielen gar nicht um den Fußball. :thinking:

Wie viele Gegenbeispiele gibt es da in der Allianz Arena?

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Es gibt verschiedene Arten Fußball zu konsumieren (verschiedene Bereiche im Stadion, Pay-TV, Bar, Zu Hause, am Radio, etc).

Und ich persönlich schätze es, dass manche auch Stimmung machen. Ich schätze dort nicht alles und verurteile so manches, aber nicht die Freude über zwei Tore und somit das Weiterkommen in den letzten Sekunden eines K.O.-Spiels gegen Real. Tut mir Leid, da kommen wir nicht zusammen.

Die anderen 70.000 Bayern-Fans haben es geschafft, sich zu freuen, ohne über einen Zaun zu klettern.