Erstmal ich bin überhaupt nicht Ihr. Ich bin ich. Ich bin vielleicht gar der falsche Adressat, weil ich die Petition nicht unterzeichnet habe. Ich habe aber volles Verständnis für die Petition.
Die Menschen die diese Petition unterstützen haben natürlich kein Recht, sich ins Privatleben der Opfer oder in jenes von Boateng einzumischen.
Aber, das ist wichtig, sie haben sehr wohl das Recht, eine Haltung einzufordern, wenn ihr Klub jemanden mit dieser Vorgeschichte offiziell einbindet.
Die Frage, wie Bayern damit umgeht betrifft nämlich auch die Fans – weil es um die Werte und die öffentliche Identität des Vereins geht.
Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem. Wenn prominente Fälle bagatellisiert werden, sendet das ein Signal, das über den Einzelfall hinausgeht. Fans dürfen deshalb fragen: Welches Signal sendet mein Klub?“
Fußballer und Ex-Profis wie Boateng sind keine „Privatpersonen im stillen Kämmerlein. Sie stehen auf Bühnen, repräsentieren Klubs, Marken und Werte. Fans haben also berechtigtes Interesse daran, wie diese Rolle gefüllt wird.
Jeder hat eine zweite Chance verdient. Dazu braucht es aber eine Aufarbeitung. Es braucht Reue, es braucht Verantwortung für das was man getan hat.
Juristisch natürlich nicht. Aber es geht hier eben um moralische Werte. Dinge für die der Fußball steht. Für die er teilweise gar Werbung macht.
Für Fans und Medien ist es im übrigen egal, ob er nur 10 Tage oder 10 Jahre da ist. Schon die Einladung bedeutet: Der FC Bayern gibt Boateng Raum, Nähe, Anerkennung. Dafür müsste er aber vorher zeigen, dass er einen anderen Weg geht. Dass er bereut und dass er Verantwortung übernimmt für das was er getan hat.
Du kannst das komplett anders sehen (meine Meinung).
Aber ich finde schon, dass die Kritik aus den genannten Gründen seine Berechtigung hat.