Auch in Sachen Abfindung ein sehr interessanter Punkt. Da ist der Verein in ein ziemlich mieser Position.
Ihr habt beide recht. Einerseits muss er da souveräner sein, andererseits finde ich es gut, wie unverstellt er da seine Emotionen zeigt. Anders als die immer gleichen weichgespülten Standardfloskeln von so vielen anderen Trainern.
Fand seinen Auftritt auch nicht so schlimm. Schlimmer ist, dass wir trotz vieler guter Möglichkeiten es nicht schaffen, mehr Hochkaräter als der Gegner rauszuspielen. Das wir keine Ruhe reinbringen können, liegt mMn. mehr an der Kaderzusammenstellung, als am Trainer. Die Tendenz gab es auch schon unter Flick in der herausragenden CL-Saison.
Du darfst natürlich denken und schreiben, was Du möchtest; ich habe ja auch nur meine abweichende Meinung kundgetan, ohne Wertung. Sorry, falls es anders geklungen hat.
Kein Problem. Alles gut!
Halte das weder für verwunderlich noch ehrenrührig, noch überhaupt irgendwie für ein sachdienliches Argument: wenn sich die Leistungen so eklatant unterscheiden, dann natürlich auch die Reaktionen darauf. Das ist bei frei denkenden Menschen meist so. Dass Meinungen und Urteile nämlich nicht zementiert sind, sondern sich situationsbezogen auch ändern können, ist eigentlich sogar eine sehr gute Sache. Und was die Ausgangsthese betrifft: manche haben bekundet, sie glauben nicht daran, dass es JN gelingt, das Ruder herumzureissen. Das mag eine sehr pointierte Meinung sein (und ich neige in der Hinsicht auch eher zur Vorsicht), aber es ist nicht das Gleiche, als würde man einen Trainerwechsel vereinsseitig als beschlossene Sache ansehen.
Ich kanns mir grad auch nicht mehr wirklich vorstellen, auch wenn ich hoffe, mich da zu irren.
Aber solange die CL-Teilnahme nicht gefährdet ist, wird Nageslamann vermutlich, aufgrund der vermutlich sehr, sehr hohen Abfindung, sicherer im Sattel sitzen, als Trainer zuvor, mit kürzerer Vertragslaufzeit. Nur sollte die CL-Teilnahme im weiteren Saisonverlauf tatsächlich gefährdet sein, bin ich gespannt, welchen Zeitpunkt man dann als den richtigen erachtet?
Ich verlass mich da wieder mal auf unsere Führungskräfte. Wenn die denken Nagelsmann bekommt das auf die Reihe, okay. Wenn sie es nicht glauben, schmeißen sie ihn raus, egal was es kostet.
Das Kahn und Brazzo den Ernst der Lage erkannt haben ist eindeutig, sie werden jetzt schon den richtigen Leuten in den Arsch treten.
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Wie gesagt. Ich glaube, dass wir alles in Kauf nehmen, solange wir nächstes Jahr sicher in der CL sind.
Zur PK:
Ich fands auch erschreckend, aber schaut Euch doch mal PKs von Pep oder Klopp an, wenn die verloren haben. Da müssen Journos ja fast Angst um ihre Gesundheit haben wenn sie mal eine kritische Frage stellen.
Nagelsmann ist 35.
Wenn einem das zu jung ist darf man ihn nicht verpflichten.
Schlimmer wäre es wenn er ggü der Mannschaft so einsilbig und ratlos ist. Dann müsste er gehen.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir die Spiele gegen Leverkusen und den BVB gewinnen aber uns liegt auch deren Spielweise. Ich würde aber eher darauf schauen ob man auch gegen Pilsen, Freiburg und Hoffenheim souverän gewinnen kann. Bei diesen Gegnern haben wir Probleme und wenn wir dort nicht Punkte holen sind wir gleich in der nächsten Krise.
Ich würde mal ganz offen mit den Führungsspielern reden, was die eigentlich wollen. Kann mir nicht vorstellen, dass die wollen, dass JN geht. Dann käme Tuchel und der schreibt ihnen vor, was sie wann essen dürfen. Es muss zwischen Mannschaft und Trainer eine klare Abstimmung geben und dann kann man wieder zusammen wachsen, wenn dann auch notwendigerweise die Ergebnisse stimmen.
Die Spieler gewinnen jedefalls nichts, wenn der Trainer gehen muss.
Bei der Analyse der aktuellen Situation droht m.E. etwas die Gefahr, dass man die Ursachen der schwachen Leistungen etwas zu sehr auf eine Einstellungsfrage bzw. den Unterschied CL und Liga reduziert, wonach dann die Ligaspiele zu wenig Motivation erzeugten. Diesen Tenor konnte man in einigen Aussagen der Verantwortlichen erkennen, ich bin mir aber relativ sicher, dass das nicht das ganze Problem beschreibt.
Das Barca- und auch das Stuttgartspiel hätten sehr leicht auch einen ungünstigeren Verlauf nehmen können, in beiden Begegnungen gab es ähnliche spielerische Defizite, wie auch gegen Augsburg. Hohes Pressing, körperliche Robustheit wie auch tiefstehende, massierte Defensiven bereiten uns Probleme, das ist eine ganze Palette von Faktoren, und man kann ja nicht davon ausgehen, dass die Opposition freundlicherweise so spielt, wie wir es gern hätten.
Was die Abschlüsse betrifft, hat Nagelsmann schon recht: kommt in Eins-zu-Eins-Situationen der Torwart raus und legt sich quer wie im Eishockey, dann muss der Ball über ihn gehoben werden. Haben wir jetzt mehrfach falsch gemacht, und da müssen die Spieler lernen (Sané, Mané, Gnabry). Aber auch Nagelsmann sollte eigene Dogmen knallhart analysieren. Wir mühen uns ab, durch die Mitte zu kombinieren, auf der Suche nach engmaschigem, schnellem, präzisem Kombinationsfluss. Davon gelingt aber kaum was, und die Offensiven reiben sich auf.
Wenn das alles nach über einer Saison (auch mit Lewy war das ja das erklärte Ziel) immer noch nicht richtig klappt, dann dürfte man mal ins Grübeln kommen. Wir laufen zuviel mit Ball, wir berauben uns offensiv der Anspielstationen durch Knäuelbildung. Es geschieht gerade das Gegenteil von dem, was als neuer Stil propagiert wurde: wir sind eben kaum variabel, sondern durchaus ausrechenbar und versuchen immer wieder, das Gleiche (Dribbeln durch die Mitte) zu reproduzieren. Vielleicht einfach mal schauen, wie die Tore gegen uns fallen? Der entscheidende Punkt für mich ist, ob JN willens und fähig ist, über den eigenen Schatten zu springen und seine Theorien den Erfahrungen anzupassen.
Richtig: wobei ich sagen würde, Pep reagiert dann eher mit kühler Arroganz, Klopp mit wenig cachierter Aggression.
Stichwort Knäuelbildung:

Das sind die durchschnittlichen Spielerpositionen aus dem Augsburgspiel. Man beachte diesen Knödel in der Mitte.
Kimmich, Goretzka, Müller und Musiala treten den Mittelkreis platt. Sane und Mane sind etwas nach vorne versetzt.
Auf den Flügeln und in Strafraumnähe ist hauptsächlich grüne Wiese.
Man beachte das elegante Doppel-V. So kamen wir also vom „U des Todes“ zum „V der Verdammnis“.
Oder so ähnlich. ![]()
Durchschnittliche Positionen können ein Beleg sein, müssen aber nicht. Wenn sich Außenstürmer z.B. auf den Flügeln abwechseln, dann spielen im Durchschnitt beide in der Mitte.
Liegt ja vermutlich an unserem Stil. Wir erobern im Zentrum den Ball, ein, zwei schnelle Pässe und dann kommt der Ball auf einen in die Tiefe startenden Spieler. Wenn wir aufbauen, dann häufig mit Bällen ins Mittelfeld, die ein sich fallen lassender Spieler tropfen lässt, darauf wieder der nächste Ball auf einen in die tiefe startenden Offensiven. Wenn der Ball dan vorne ist, soll der Gegner schnell auskombiniert werden. Ausser es ergibt sich die Möglichkeit, einen direkt aufs Tor zu schicken. Durch das häufige fallen und tropfen lassen, spielt sich viel in der Mitte ab → Knäuelbildung
Mazraoui stach diesbezüglich in den letzten Spielen heraus, weil er vom Spielertyp einer ist, der nach vorne kombiniert, was auf mich souveräner und übersichtlicher wirkt.
Dann hat JN ja doch einen Plan. Wird ihm hier oft abgesprochen. Dass der in den letzten Spielen nicht (mehr) funktioniert hat, steht auf einem anderen Blatt.
Alles war bisher in dieser Saison nun wirklich nicht schlecht und die Verweise auf die schlechte Rückrunde helfen aus meiner Sicht auch nur bedingt, da sich im Kader schon einiges getan hat, so dass man durchaus von einem „Neustart“ sprechen kann.
Zur PK: Etwas grotesk schon, aber das Einzige, dass ich erschreckend fand, war seine Resignation. Ich fand nicht, dass er wie ein beleidigtes Kind da saß. Er hat sich (und uns) halt die üblichen Durchhalteparolen erspart. Ich finde es gut, dass der Verein jetzt nicht wie gefühlt 75% hier einen Trainerwechsel forciert. Mein Gefühl seit Samstag PK sagt mir, dass JN eher von sich hinschmeisst, als dass ihn der Verein vor die Tür setzt.
Ich habe mich über die ersten HZ gg Barca auch sehr gewundert/geärgert, könnte über die Unentschieden gegen den VFB und Gladbach kotzen, aber ich sehe einfach (noch) keine „Katastrophe“. „Wir tun gut daran, etwas ruhiger zu bleiben“, würde KHR jetzt wahrscheinlich sagen.
Trotzdem gibt es etliches, was ich aufarbeiten würde: Die Auflösung der Doppelspitze Mane/Gnabry, die anfangs so super funktioniert hat. Defensive Wechsel bei einem Rückstand bei einem Abstiegskandidaten (u.a. den besten Torschützen rauszunehmen, weil der „6er“ sich weigert, RV zu spielen, WTF?)
Das sehe ich auch so; ich hätte jetzt auch nicht wahrgenommeen, dass es atmosphärische Störungen zwischen Trainer und Mannschaft gibt. Sonst wäre ja auch der sehr gute Saisonstart schwer vorstellbar.
Man kann sich in so eine „Krise“ leicht selber hineinspielen. So ein Chancenwucher wie gegen Gladbach nagt im Kopf der Stürmer, zumal wenn es im nächsten Spiel (gegen Union) auch nicht klappt - bei zugegeben weniger Chancen, aber das hilft psychologisch auch nicht. Dann fängst du bei jeder Situation im Strafraum zu denken an und schon ist es zu spät.
Fand ich symptomatisch gegen Barcelona, wo es in der 1. HZ ja durchaus Strafraumszenen gab, aber ausnahmslos jeder den Abschluss vermieden und lieber nochmal abgespielt hat. Bezeichnenderweise hat dann Lucas den Bann gebrochen.
Selbst gegen Augsburg: wenn da trotz aller Schwächen einfach mal rechtzeitig ein Ball reingegangen wäre, hätten wir das Spiel vermutlich gewonnen (wenn auch wenig überzeugend) und dann gäb’s hier wenig Diskussionen.
Fußball ist einfach ein Ergebnissport, und wenn die ein paar mal nicht passen, leidet auch die Spielkultur. Dann ist alle Sicherheit weg, du machst unverständliche Fehler und alles, was schiefgehen kann, geht schief.
Da müsste man dann, die alten Weisheiten auspackend, über den Kampf zum Spiel zurück finden. Das wurde am Samstag versäumt. Und ich hoffe sehr, dass es nach der Länderspiel-Pause nachgeholt wird mit genügend Wut im Bauch. Die ganzen theoretischen Überlegungen, ob der Zentrumsfokus schuld ist etc. vergessen, dass du auf dem Platz bei jedem Zweikampf, in den dich Mannschaften wie Augsburg obligatorisch verwickeln, erstmal körperlich dagegen halten musst. Sonst kommst du mit keinem Spielsystem der Welt auf einen grünen Zweig.
Das wäre auch bei einem Trainer Tuchel oder wem auch immer nicht anders …
Dass hier TT so propagiert wird, ist ja eh witzig, da der gerade wegen einer ähnlichen Ergebniskrise entlassen wurde…