Essen und Trinken - sportlich betrachtet

wie geil - hatte ich erst Ende letzten Jahres, als mit @Gratschifter in Düsseldorf beim Frauenländerspiel war, im Schumacher Brauhaus :heart_eyes:

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Championsleague-Spieltag #8 - PSV Eindhoven gegen FC Bayern München: Boerenkool-Stamppot met Jus

Letzter Spieltag in der Gruppenphase: ein Unentschieden reicht, um den vermutlich nicht unwichtigen Platz 2 zu sichern. Zur seelischen und körperlichen Stärkung vor dem Spiel gibt es als Rezeptvorschlag heute daher von mir ein echtes Comfort-Food, wie man so schön sagt: Boerenkool-Stamppot met Jus (auf deutsch: Grünkohleintopf/-stampftopf mit Soße), ein Klassiker der niederländischen Küche. Die Zubereitung unterscheidet sich in den Details von ähnlichen Grünkohlrezepten aus Deutschland (im Stamppot wird der Grünkohl auf den Kartoffeln liegend gedünstet, in Deutschland oft separat zubereitet). Dank Winterzeit sollte frischer Grünkohl gut erhältlich sein, bei uns am Niederrhein gibt es ihn zur Saison sogar schon fertig geputzt und fein gehackt in der frischen Version, das nimmt einem einiges an Arbeit ab. Es ist in der Basisversion ein einfaches und auch recht schnelles Rezept, welches hier ein wenig „aufgeimpt“ und daher auch etwas aufwändiger ist: z.b. mit Speckwürfeln und Nussbutter statt gewöhnlicher Butter im Stamppot und auch mit etwas mehr „Pfiff“ für die Soße. Obwohl der Stamppot ursprünglich ein Eintopf ist, erfordert diese Variante daher mehr als einen Topf und etwas Multitasking, aber es hält sich wirklich im Rahmen.

Zutaten für den Stamppot (ca. 4 Personen)

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 400g frischer Grünkohl (geputzt und fein gehackt)
  • 2 klassische Räucherwurste / geräucherte Mettwürste
  • 100 g Speck (gewürfelt)
  • 50 g Butter (für die Nussbutter)
  • 150 ml warme Milch
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zutaten für die Jus:

  • 50 g Butter (+ 1 kalte Flocke zum Schluss)
  • 1 kleine Zwiebel (sehr fein gewürfelt)
  • 1 gestrichener TL Zucker
  • 1 EL Mehl
  • 100 ml recht kräftiger Rotwein (ich habe einen trockenen Dornfelder verwendet)
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 250 ml Rinderfond
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Dijonsenf
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung für den Stamppot: (alles insgesamt ca. 60 min)

  • die Kartoffeln schälen und grob würfeln, in einen großen Topf geben und knapp mit Salzwasser bedecken
  • den geputzten, fein gehackten und gewaschenen Grünkohl oben auf die Kartoffeln schichten, die Würste obenauf legen
  • den Deckel schließen, aufkochen und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind (der Grünkohl fällt dabei etwa um die Hälfte zusammen)
  • währenddessen den Speck in einer kleinen Pfanne ohne zusätzliches Öl knusprig anbraten und anschließend beiseite stellen
  • ebenfalls parallel dazu die Nussbutter zubereiten (einen kleinen Topf mit hellem Boden nehmen, die Butter darin bei mittlerer Hitze erwärmen und aufschäumen lassen unter Rühren, danach wird es unten langsam braun. Bei entstehendem Nussduft und Bernsteinfarbe schnell vom Herd nehmen und in eine kühle Schale umfüllen, damit die Butter nicht in der Resthitze des Topfes verbrennt)
  • nach den etwa 20 Minuten die Würste herausnehmen, Restwasser mit angekipptem Deckel aus dem Topf abgießen
  • die Nussbutter und die warme Milch zu den Kartoffeln und dem Kohl geben und alles relativ grob stampfen
  • anschließend den Speck samt Bratfett unterheben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig abschmecken

Zubereitung der Jus: (findet parallel zum Kochen des Stamppots statt)

  • Butter im Topf schmelzen, die Zwiebel darin anbraten. Am Ende den Zucker kurz mitkaramellisieren lassen
  • alles mit dem Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig einkochen lassen, bis eine fast sirupähnliche Konsistenz entsteht (der kräftige Geschmack des Rotweins bleibt weitestgehend erhalten)
  • Balsamico, Mehl und das Lorbeerblatt hinzufügen und kurz einrühren
  • mit dem Fond aufgießen, den Senf einrühren und alles ca. 10 Minuten einköcheln lassen, bis die Soße bindet
  • das Lorbeerblatt entnehmen, den Topf vom Herd nehmen und kurz vor dem Servieren die kalte Butterflocke einrühren (montieren). Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Beim Servieren gibt es einen kleinen, aber irgendwie genialen Trick: der Stamppot wird in einer großzügigen Portion bergförmig auf einem Teller angerichtet, in der Mitte wird dann mit einem Löffel eine tiefe Kuhle (auf niederländisch „juskuiltje“, Soßenkuhle) ähnlich einem Vulkankrater eingedrückt und großzügig mit Jus befüllt. So kann man immer von außen etwas vom Stamppot nehmen und dann in die Jus eindippen (zumindest so lange, bis „der Damm bricht“). Außen am Rand des Vulkans liegen dann die schräg angeschnittenen Wurstscheiben.

Ein sehr leckeres Gericht für die kalte Jahreszeit - guten Appetit!

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Das mit der Kuhle ist doch hübsch.
So kriegt man auch Kinder zum Grünkohl (ignorieren wir mal den Rotwein).
Ganz im Gegensatz zu „mit dem Essen spielt man nicht“. :wink:

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Ja, die Idee mit der Kuhle ist wirklich kuhl - äm, cool :upside_down_face:. Es gab (oder gibt es vielleicht sogar noch, weiß ich nicht) in den Niederlanden sogar eine Werbung von Maggi mit einem Soßenprodukt, welches sich ausschließlich auf die Soße mit der Kuhle im Boerenkool-Stamppot bezog:

Dieses Produkt kann man auch heute noch in den Niederlanden kaufen, wirklich eine echte lokale Nische. Aber selbstgemacht ist mir dann doch irgendwie lieber :wink: (und auf den Rotwein kann man natürlich verzichten, aber er macht schon geschmacklich einen großen Unterschied aus).

Nachträglich zum Spiel gegen den HSV : Zanderfilet nach Finkenwerder Art mit Drillingen und Gurkensalat

Eigentlich wollte ich hier schon am Samstag pünktlich zum Spiel gegen den HSV einen absoluten Klassiker der hamburgischen Küche als Rezept vorstellen, nämlich die Scholle Finkenwerder Art. Gescheitert bin ich tatsächlich am Kauf der Scholle - es gibt hier bei mir in unmittelbarer Nähe leider momentan keine Scholle zu kaufen, auch nicht als TK-Ware. Daher bin ich nachträglich kurzentschlossen umgestiegen auf Zanderfilet statt Scholle (ebenfalls als TK-Ware). Ergänzt wird dann dieser eher feine Süßwasserfisch mit Drillingskartoffeln und einem klassischen Dill-Gurkensalat. Es handelt daher nicht um den ursprünglich geplanten Klassiker aus Hamburg, aber nichtsdestotrotz um eine sehr leckere Variante, wie ich finde (zum Auftauen die Zanderfilets in ein Sieb legen und einfach über einer Schüssel über Nacht in den Kühlschrank stellen und damit das aufgetaute Wasser auffangen).

Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 große (oder 4 eher kleine, wie in meinem Fall) Zanderfilets
  • 500 g Drillingskartoffeln
  • 100 g Speck, fein gewürfelt
  • 3 Schalotten (zwei in Ringe geschnitten für den Fisch, eine fein gewürfelt für den Gurkensalat)
  • 1 Salatgurke
  • Frische Petersilie und frischer Dill, jeweils fein gehackt
  • Öl, Butter, Salz, Zucker, Pfeffer, etwas Mehl sowie eine Biozitrone

Zubereitung: (ca. 45 Minuten)

  • die Drillinge schälen und in Salzwasser ca. 15 Min. fast gar kochen, im Sieb abgießen und gut ausdampfen lassen
  • währenddessen die geschälte Gurke sehr fein hobeln, mit Essig-Öl-Dressing, einer klein gewürfelten Schalotte, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker, ein klein wenig Zitronensaft und nicht zu wenig fein gehacktem Dill zum Salat zubereiten
  • die Speckwürfel in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze auslassen, später die Schalottenringe dazugeben und alles leicht goldbraun anbraten. Die Mischung aus der Pfanne herausnehmen und warmstellen (z.b. im Backofen bei 50 Grad)
  • die aufgetauten und sehr gut abgetrockneten Zanderfilets an den dickeren Stellen mehrfach leicht mit einem Messer einritzen (damit gleichmäßig angebraten werden kann), salzen und auf der Hautseite mehlieren (zu viel Mehl gut abklopfen, es sollte nur eine dünne Mehlschicht übrig bleiben)
  • die große Pfanne mit dem Restfett vom Speck und zusätzlichem Öl weiter bei mittlerer bis hoher Hitze halten, später etwas Butter dazugeben und zerlaufen lassen
  • den Zander zuerst auf der Hautseite wenige Minuten gut anbraten, bis die Ränder weiß werden und die Hautseite gut gebräunt ist. Danach wenden, etwa eine Minute von der anderen Seite anbraten, dabei immer wieder mit Bratfett löffelweise übergießen und anschließend herausnehmen und kurz mit in den Ofen stellen (der Zander gart etwas nach, daher nicht zu spät herausnehmen)
  • die abgetrockneten Drillinge in die heiße Pfanne geben und im restlichen Bratfett und mit einer zuätzlichen kleinen Flocke Butter bei starker Hitze kurz stellenweise goldbraun anbraten
  • 30 Sekunden vor dem Ende die Hitze komplett wegnehmen, die gehackte Petersilie und etwas feinen Abrieb von der Biozitronenschale unter die Kartoffeln schwenken

Zum Servieren den gebratenen Fisch mit der Hautseite nach oben auf den Teller legen, den Speck-Schalotten-Mix portionsweise darübergeben und die Drillinge daneben anrichten sowie den Zander mit etwas Zitronensaft beträufeln. Den Gurkensalat in einer Extraschale daneben servieren.

Guten Appetit!

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Arrosieren, wie wir Kochshowzuschauerexperten wissen.*
Arrosieren – Wikipedia

*Unnützes Wissen zum Glänzen beim Small Talk

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Sehr danke.

Datt mach ich morgen Abend mal für meine beiden Männerfreunde - ich hatte noch nach Inspiration gesucht für ein Essen (bin sehr wenig Koch und noch viel weniger…

Aber dank Deines beharrlichen und unermüdlichen guten Einflusses @Lukenwolf1970 gebe ich die Hoffnung nicht völlig auf, dass auch aus mir mal mehr als ein Single-Koch wird… (Eintöpfe, Suppen und Salate kann ich recht akzeptabel bis gut. Fleisch zubereiten konnte ich bisher nur auf m Grill. Und mit Fisch hab ich null Erfahrung - außer Lachs…)

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Fisch ist bocksimpel, solange Du ihn nicht im Ganzen kaufst: Hautseite scharf anbraten, wenden nur bei dicken Filets und raus aus der Pfanne, solange er innen noch leicht glasig ist.

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Ich bin auch absolut kein Profikoch, nicht selten kommt bei mir auch nur sehr „gewöhnliches Essen“ auf den Tisch, es ist ja auch alles immer eine Zeitfrage. Aber ich nutze die Spiele der Bayern momentan gerne, um mich etwas inspirieren zu lassen, wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, in der Regel am Wochenende.

Und Fisch ist wirklich simpel zuzubereiten und sehr lecker, wenn man ihn nicht „totgart“.

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Asiatisches (Wok-) Hähnchen mit Gemüse und Reis

Einfach so und ganz ohne konkreten Spielbezug des FCB heute und so eben noch kurz vor dem Spiel als Rezeptvorschlag eines meiner persönlichen Lieblingsgerichte überhaupt (mehrfach erprobt): ein asiatisch angehauchtes Hähnchengericht. In der Zubereitung recht simpel (dauert etwa 60 min insgesamt). Man nehme sich also einfach etwas Zeit und gute Musik dazu, und während die Musik im Hintergrund spielt, sich dann voll und ganz dem Kochen widmen: Das ist - für mich - die pure Erholung. Ich habe das Gericht im Wok zubereitet, aber eine große Pfanne tut es ganz sicher auch.

Zutaten: (für etwa 2 bis 3 Personen)

  • 4 Hähnchenunterschenkel
  • 200 g Basmatireis
  • 1 kleine Stange Lauch
  • 1 große Karotte
  • 100 g Zuckererbsen
  • 100 g Mungobohnensprossen
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein maximal daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 1 TL Koriandergewürz
  • 1 Biozitrone
  • 30 g Nüsse (z.B. Cashews oder Erdnüsse)
  • die Saucenbasis zum Fleisch: 6 EL Sojasauce, 2 EL Honig, 1 TL Fischsauce, 2 TL Speisestärke, 100 ml Wasser
  • für die Sauce zum Gemüse: 1 TL Speisestärke, 2 EL Wasser und 2 EL Sojasauce

Vorbereitung: (etwa 15 min)

  • den Lauch putzen, halbieren, waschen und in 1 cm breite Halbringe schneiden
  • die Hähnchenunterschenkel sehr gut abtrocknen mit Küchenpapier
  • die Karotte in feine Stifte schneiden, die Zuckererbsen putzen, die Sprossen abtropfen lassen in einem Sieb
  • den Knoblauch und den Ingwer fein hacken, die Zitrone abreiben und auspressen
  • für die Hähnchensauce: die Saucenbasis, den Koriander, die Hälfte von Knoblauch und Ingwer und 2 EL Zitronensaft in einer Schale verrühren
  • für die Gemüsensauce: die Stärke mit Wasser und Sojasauce in einer weiteren Schale vermischen (beide Saucen vor der Hinzugabe noch mal umrühren, die Stärke setzt sich gerne unten ab)

Zubereitung: (ca. 45 min)

  • den Backofen auf 70 Grad vorwärmen
  • den Reis mit Quellmethode in einem kleinen Topf zubereiten (1 Tasse gewaschenen Reis, 1,5 bis 2 Tassen gesalzenes Wasser je nach Reissorte)
  • die Nüsse im Wok ohne Öl kurz anrösten, herausnehmen und danach mit dem Messer zerkleinern
  • die Hähnchenunterschenkel in etwas Öl bei starker Hitze von allen Seiten einige Minuten kurz anbraten, danach die Hitze deutlich herunternehmen, 50 ml Wasser zugeben und mit Deckel ca. 15 min das Fleisch durchgaren lassen bei durchgängig leicht köchelndem Wasser (nach 7 min wenden), danach den Deckel abnehmen, den großen Teil der Restflüssigkeit abgießen und weitere 5 Minuten noch mal scharf anbraten lassen, damit die Haut wieder etwas knuspriger und alle Flüssigkeit verkocht wird
  • etwa die Hälfte der Hähnchen-Sauce dazugießen und aufkochen, bis sie bindet (das Hähnchen wiederholt darin wenden). Anschließend den Rest der Sauce dazugeben, kurz erhitzen zum Andicken und danach das Fleisch und die Sauce in eine kleine Auflaufform umfüllen und bei 70 Grad im Ofen mit Alufolie abgedeckt warmhalten
  • den Wok mit Küchenpapier auswischen, mit etwas neuem Öl erhitzen, den Lauch und die Karotte etwa 3 Min. scharf anbraten bei hoher Hitze unter ständigem Rühren
  • danach die in grobe Stücke zerkleinerten Zuckererbsen und die andere Hälfte von Knoblauch und Ingwer dazugeben und eine Minute mitbraten, ebenfalls unter Rühren
  • die Gemüsesauce einrühren und die gut abgetropften Sprossen unterheben, mit etwas Zitronensaft verfeinern und alles zusammen kurz erhitzen, ebenfalls bis zum leichten Andicken der Sauce

Zum Servieren portionsweise den Reis auf einem Teller mittig anrichten, das Gemüse mit den zerkleinerten Nüssen darüber geben, außen die Hähnchenunterschenkel beilegen und die Restsauce aus der Auflaufform zusammen mit dem Zitronenabrieb über das Gemüse und den Reis geben - viel besser schmeckt’s auch beim „Chinesen“ sicher nicht, versprochen, und das alles ganz ohne MSG! :wink:. Und nun hoffe ich nur noch auf einen Sieg gegen Hoffenheim. Viel Spaß beim Spiel, und:

Guten Appetit!

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