Essen und Trinken - sportlich betrachtet

wie geil - hatte ich erst Ende letzten Jahres, als mit @Gratschifter in Düsseldorf beim Frauenländerspiel war, im Schumacher Brauhaus :heart_eyes:

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Championsleague-Spieltag #8 - PSV Eindhoven gegen FC Bayern München: Boerenkool-Stamppot met Jus

Letzter Spieltag in der Gruppenphase: ein Unentschieden reicht, um den vermutlich nicht unwichtigen Platz 2 zu sichern. Zur seelischen und körperlichen Stärkung vor dem Spiel gibt es als Rezeptvorschlag heute daher von mir ein echtes Comfort-Food, wie man so schön sagt: Boerenkool-Stamppot met Jus (auf deutsch: Grünkohleintopf/-stampftopf mit Soße), ein Klassiker der niederländischen Küche. Die Zubereitung unterscheidet sich in den Details von ähnlichen Grünkohlrezepten aus Deutschland (im Stamppot wird der Grünkohl auf den Kartoffeln liegend gedünstet, in Deutschland oft separat zubereitet). Dank Winterzeit sollte frischer Grünkohl gut erhältlich sein, bei uns am Niederrhein gibt es ihn zur Saison sogar schon fertig geputzt und fein gehackt in der frischen Version, das nimmt einem einiges an Arbeit ab. Es ist in der Basisversion ein einfaches und auch recht schnelles Rezept, welches hier ein wenig „aufgeimpt“ und daher auch etwas aufwändiger ist: z.b. mit Speckwürfeln und Nussbutter statt gewöhnlicher Butter im Stamppot und auch mit etwas mehr „Pfiff“ für die Soße. Obwohl der Stamppot ursprünglich ein Eintopf ist, erfordert diese Variante daher mehr als einen Topf und etwas Multitasking, aber es hält sich wirklich im Rahmen.

Zutaten für den Stamppot (ca. 4 Personen)

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 400g frischer Grünkohl (geputzt und fein gehackt)
  • 2 klassische Räucherwurste / geräucherte Mettwürste
  • 100 g Speck (gewürfelt)
  • 50 g Butter (für die Nussbutter)
  • 150 ml warme Milch
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zutaten für die Jus:

  • 50 g Butter (+ 1 kalte Flocke zum Schluss)
  • 1 kleine Zwiebel (sehr fein gewürfelt)
  • 1 gestrichener TL Zucker
  • 1 EL Mehl
  • 100 ml recht kräftiger Rotwein (ich habe einen trockenen Dornfelder verwendet)
  • 2 EL Balsamico-Essig
  • 250 ml Rinderfond
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Dijonsenf
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung für den Stamppot: (alles insgesamt ca. 60 min)

  • die Kartoffeln schälen und grob würfeln, in einen großen Topf geben und knapp mit Salzwasser bedecken
  • den geputzten, fein gehackten und gewaschenen Grünkohl oben auf die Kartoffeln schichten, die Würste obenauf legen
  • den Deckel schließen, aufkochen und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind (der Grünkohl fällt dabei etwa um die Hälfte zusammen)
  • währenddessen den Speck in einer kleinen Pfanne ohne zusätzliches Öl knusprig anbraten und anschließend beiseite stellen
  • ebenfalls parallel dazu die Nussbutter zubereiten (einen kleinen Topf mit hellem Boden nehmen, die Butter darin bei mittlerer Hitze erwärmen und aufschäumen lassen unter Rühren, danach wird es unten langsam braun. Bei entstehendem Nussduft und Bernsteinfarbe schnell vom Herd nehmen und in eine kühle Schale umfüllen, damit die Butter nicht in der Resthitze des Topfes verbrennt)
  • nach den etwa 20 Minuten die Würste herausnehmen, Restwasser mit angekipptem Deckel aus dem Topf abgießen
  • die Nussbutter und die warme Milch zu den Kartoffeln und dem Kohl geben und alles relativ grob stampfen
  • anschließend den Speck samt Bratfett unterheben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig abschmecken

Zubereitung der Jus: (findet parallel zum Kochen des Stamppots statt)

  • Butter im Topf schmelzen, die Zwiebel darin anbraten. Am Ende den Zucker kurz mitkaramellisieren lassen
  • alles mit dem Rotwein ablöschen und diesen fast vollständig einkochen lassen, bis eine fast sirupähnliche Konsistenz entsteht (der kräftige Geschmack des Rotweins bleibt weitestgehend erhalten)
  • Balsamico, Mehl und das Lorbeerblatt hinzufügen und kurz einrühren
  • mit dem Fond aufgießen, den Senf einrühren und alles ca. 10 Minuten einköcheln lassen, bis die Soße bindet
  • das Lorbeerblatt entnehmen, den Topf vom Herd nehmen und kurz vor dem Servieren die kalte Butterflocke einrühren (montieren). Mit Salz und Pfeffer abschmecken

Beim Servieren gibt es einen kleinen, aber irgendwie genialen Trick: der Stamppot wird in einer großzügigen Portion bergförmig auf einem Teller angerichtet, in der Mitte wird dann mit einem Löffel eine tiefe Kuhle (auf niederländisch „juskuiltje“, Soßenkuhle) ähnlich einem Vulkankrater eingedrückt und großzügig mit Jus befüllt. So kann man immer von außen etwas vom Stamppot nehmen und dann in die Jus eindippen (zumindest so lange, bis „der Damm bricht“). Außen am Rand des Vulkans liegen dann die schräg angeschnittenen Wurstscheiben.

Ein sehr leckeres Gericht für die kalte Jahreszeit - guten Appetit!

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Das mit der Kuhle ist doch hübsch.
So kriegt man auch Kinder zum Grünkohl (ignorieren wir mal den Rotwein).
Ganz im Gegensatz zu „mit dem Essen spielt man nicht“. :wink:

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Ja, die Idee mit der Kuhle ist wirklich kuhl - äm, cool :upside_down_face:. Es gab (oder gibt es vielleicht sogar noch, weiß ich nicht) in den Niederlanden sogar eine Werbung von Maggi mit einem Soßenprodukt, welches sich ausschließlich auf die Soße mit der Kuhle im Boerenkool-Stamppot bezog:

Dieses Produkt kann man auch heute noch in den Niederlanden kaufen, wirklich eine echte lokale Nische. Aber selbstgemacht ist mir dann doch irgendwie lieber :wink: (und auf den Rotwein kann man natürlich verzichten, aber er macht schon geschmacklich einen großen Unterschied aus).

Nachträglich zum Spiel gegen den HSV : Zanderfilet nach Finkenwerder Art mit Drillingen und Gurkensalat

Eigentlich wollte ich hier schon am Samstag pünktlich zum Spiel gegen den HSV einen absoluten Klassiker der hamburgischen Küche als Rezept vorstellen, nämlich die Scholle Finkenwerder Art. Gescheitert bin ich tatsächlich am Kauf der Scholle - es gibt hier bei mir in unmittelbarer Nähe leider momentan keine Scholle zu kaufen, auch nicht als TK-Ware. Daher bin ich nachträglich kurzentschlossen umgestiegen auf Zanderfilet statt Scholle (ebenfalls als TK-Ware). Ergänzt wird dann dieser eher feine Süßwasserfisch mit Drillingskartoffeln und einem klassischen Dill-Gurkensalat. Es handelt daher nicht um den ursprünglich geplanten Klassiker aus Hamburg, aber nichtsdestotrotz um eine sehr leckere Variante, wie ich finde (zum Auftauen die Zanderfilets in ein Sieb legen und einfach über einer Schüssel über Nacht in den Kühlschrank stellen und damit das aufgetaute Wasser auffangen).

Zutaten (für 2 Personen)

  • 2 große (oder 4 eher kleine, wie in meinem Fall) Zanderfilets
  • 500 g Drillingskartoffeln
  • 100 g Speck, fein gewürfelt
  • 3 Schalotten (zwei in Ringe geschnitten für den Fisch, eine fein gewürfelt für den Gurkensalat)
  • 1 Salatgurke
  • Frische Petersilie und frischer Dill, jeweils fein gehackt
  • Öl, Butter, Salz, Zucker, Pfeffer, etwas Mehl sowie eine Biozitrone

Zubereitung: (ca. 45 Minuten)

  • die Drillinge schälen und in Salzwasser ca. 15 Min. fast gar kochen, im Sieb abgießen und gut ausdampfen lassen
  • währenddessen die geschälte Gurke sehr fein hobeln, mit Essig-Öl-Dressing, einer klein gewürfelten Schalotte, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker, ein klein wenig Zitronensaft und nicht zu wenig fein gehacktem Dill zum Salat zubereiten
  • die Speckwürfel in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze auslassen, später die Schalottenringe dazugeben und alles leicht goldbraun anbraten. Die Mischung aus der Pfanne herausnehmen und warmstellen (z.b. im Backofen bei 50 Grad)
  • die aufgetauten und sehr gut abgetrockneten Zanderfilets an den dickeren Stellen mehrfach leicht mit einem Messer einritzen (damit gleichmäßig angebraten werden kann), salzen und auf der Hautseite mehlieren (zu viel Mehl gut abklopfen, es sollte nur eine dünne Mehlschicht übrig bleiben)
  • die große Pfanne mit dem Restfett vom Speck und zusätzlichem Öl weiter bei mittlerer bis hoher Hitze halten, später etwas Butter dazugeben und zerlaufen lassen
  • den Zander zuerst auf der Hautseite wenige Minuten gut anbraten, bis die Ränder weiß werden und die Hautseite gut gebräunt ist. Danach wenden, etwa eine Minute von der anderen Seite anbraten, dabei immer wieder mit Bratfett löffelweise übergießen und anschließend herausnehmen und kurz mit in den Ofen stellen (der Zander gart etwas nach, daher nicht zu spät herausnehmen)
  • die abgetrockneten Drillinge in die heiße Pfanne geben und im restlichen Bratfett und mit einer zuätzlichen kleinen Flocke Butter bei starker Hitze kurz stellenweise goldbraun anbraten
  • 30 Sekunden vor dem Ende die Hitze komplett wegnehmen, die gehackte Petersilie und etwas feinen Abrieb von der Biozitronenschale unter die Kartoffeln schwenken

Zum Servieren den gebratenen Fisch mit der Hautseite nach oben auf den Teller legen, den Speck-Schalotten-Mix portionsweise darübergeben und die Drillinge daneben anrichten sowie den Zander mit etwas Zitronensaft beträufeln. Den Gurkensalat in einer Extraschale daneben servieren.

Guten Appetit!

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Arrosieren, wie wir Kochshowzuschauerexperten wissen.*
Arrosieren – Wikipedia

*Unnützes Wissen zum Glänzen beim Small Talk

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Sehr danke.

Datt mach ich morgen Abend mal für meine beiden Männerfreunde - ich hatte noch nach Inspiration gesucht für ein Essen (bin sehr wenig Koch und noch viel weniger…

Aber dank Deines beharrlichen und unermüdlichen guten Einflusses @Lukenwolf1970 gebe ich die Hoffnung nicht völlig auf, dass auch aus mir mal mehr als ein Single-Koch wird… (Eintöpfe, Suppen und Salate kann ich recht akzeptabel bis gut. Fleisch zubereiten konnte ich bisher nur auf m Grill. Und mit Fisch hab ich null Erfahrung - außer Lachs…)

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Fisch ist bocksimpel, solange Du ihn nicht im Ganzen kaufst: Hautseite scharf anbraten, wenden nur bei dicken Filets und raus aus der Pfanne, solange er innen noch leicht glasig ist.

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Ich bin auch absolut kein Profikoch, nicht selten kommt bei mir auch nur sehr „gewöhnliches Essen“ auf den Tisch, es ist ja auch alles immer eine Zeitfrage. Aber ich nutze die Spiele der Bayern momentan gerne, um mich etwas inspirieren zu lassen, wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, in der Regel am Wochenende.

Und Fisch ist wirklich simpel zuzubereiten und sehr lecker, wenn man ihn nicht „totgart“.

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Asiatisches (Wok-) Hähnchen mit Gemüse und Reis

Einfach so und ganz ohne konkreten Spielbezug des FCB heute und so eben noch kurz vor dem Spiel als Rezeptvorschlag eines meiner persönlichen Lieblingsgerichte überhaupt (mehrfach erprobt): ein asiatisch angehauchtes Hähnchengericht. In der Zubereitung recht simpel (dauert etwa 60 min insgesamt). Man nehme sich also einfach etwas Zeit und gute Musik dazu, und während die Musik im Hintergrund spielt, sich dann voll und ganz dem Kochen widmen: Das ist - für mich - die pure Erholung. Ich habe das Gericht im Wok zubereitet, aber eine große Pfanne tut es ganz sicher auch.

Zutaten: (für etwa 2 bis 3 Personen)

  • 4 Hähnchenunterschenkel
  • 200 g Basmatireis
  • 1 kleine Stange Lauch
  • 1 große Karotte
  • 100 g Zuckererbsen
  • 100 g Mungobohnensprossen
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein maximal daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 1 TL Koriandergewürz
  • 1 Biozitrone
  • 30 g Nüsse (z.B. Cashews oder Erdnüsse)
  • die Saucenbasis zum Fleisch: 6 EL Sojasauce, 2 EL Honig, 1 TL Fischsauce, 2 TL Speisestärke, 100 ml Wasser
  • für die Sauce zum Gemüse: 1 TL Speisestärke, 2 EL Wasser und 2 EL Sojasauce

Vorbereitung: (etwa 15 min)

  • den Lauch putzen, halbieren, waschen und in 1 cm breite Halbringe schneiden
  • die Hähnchenunterschenkel sehr gut abtrocknen mit Küchenpapier
  • die Karotte in feine Stifte schneiden, die Zuckererbsen putzen, die Sprossen abtropfen lassen in einem Sieb
  • den Knoblauch und den Ingwer fein hacken, die Zitrone abreiben und auspressen
  • für die Hähnchensauce: die Saucenbasis, den Koriander, die Hälfte von Knoblauch und Ingwer und 2 EL Zitronensaft in einer Schale verrühren
  • für die Gemüsensauce: die Stärke mit Wasser und Sojasauce in einer weiteren Schale vermischen (beide Saucen vor der Hinzugabe noch mal umrühren, die Stärke setzt sich gerne unten ab)

Zubereitung: (ca. 45 min)

  • den Backofen auf 70 Grad vorwärmen
  • den Reis mit Quellmethode in einem kleinen Topf zubereiten (1 Tasse gewaschenen Reis, 1,5 bis 2 Tassen gesalzenes Wasser je nach Reissorte)
  • die Nüsse im Wok ohne Öl kurz anrösten, herausnehmen und danach mit dem Messer zerkleinern
  • die Hähnchenunterschenkel in etwas Öl bei starker Hitze von allen Seiten einige Minuten kurz anbraten, danach die Hitze deutlich herunternehmen, 50 ml Wasser zugeben und mit Deckel ca. 15 min das Fleisch durchgaren lassen bei durchgängig leicht köchelndem Wasser (nach 7 min wenden), danach den Deckel abnehmen, den großen Teil der Restflüssigkeit abgießen und weitere 5 Minuten noch mal scharf anbraten lassen, damit die Haut wieder etwas knuspriger und alle Flüssigkeit verkocht wird
  • etwa die Hälfte der Hähnchen-Sauce dazugießen und aufkochen, bis sie bindet (das Hähnchen wiederholt darin wenden). Anschließend den Rest der Sauce dazugeben, kurz erhitzen zum Andicken und danach das Fleisch und die Sauce in eine kleine Auflaufform umfüllen und bei 70 Grad im Ofen mit Alufolie abgedeckt warmhalten
  • den Wok mit Küchenpapier auswischen, mit etwas neuem Öl erhitzen, den Lauch und die Karotte etwa 3 Min. scharf anbraten bei hoher Hitze unter ständigem Rühren
  • danach die in grobe Stücke zerkleinerten Zuckererbsen und die andere Hälfte von Knoblauch und Ingwer dazugeben und eine Minute mitbraten, ebenfalls unter Rühren
  • die Gemüsesauce einrühren und die gut abgetropften Sprossen unterheben, mit etwas Zitronensaft verfeinern und alles zusammen kurz erhitzen, ebenfalls bis zum leichten Andicken der Sauce

Zum Servieren portionsweise den Reis auf einem Teller mittig anrichten, das Gemüse mit den zerkleinerten Nüssen darüber geben, außen die Hähnchenunterschenkel beilegen und die Restsauce aus der Auflaufform zusammen mit dem Zitronenabrieb über das Gemüse und den Reis geben - viel besser schmeckt’s auch beim „Chinesen“ sicher nicht, versprochen, und das alles ganz ohne MSG! :wink:. Und nun hoffe ich nur noch auf einen Sieg gegen Hoffenheim. Viel Spaß beim Spiel, und:

Guten Appetit!

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Championsleague-Achtelfinalhinspiel - Atalanta Bergamo gegen FC Bayern München : Scarpinocc di Parre

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: gestern dem BVB noch eine schöne Heimniederlage eingeschenkt und damit 11 Punkte Vorsprung in der Bundesligatabelle gesichert, richtet sich der Blick langsam aber sicher auf das nächste Championsleaguespiel in 10 Tagen. Dankenswerterweise ist dieses Mal der Kelch Leverkusen im Achtelfinale an uns vorbeigegangen (wobei auch die rheinische Küche ihre Highlights hat, die ich selbst auch durchaus schätze, aber im Vergleich zur Lombardei - nun ja: Äpfel und Birnen, oder wie auch immer…). Stattdessen geht es im nächsten Spiel der CL der Bayern also auswärts nach Bergamo. In unmittelbarer Nähe von Bergamo liegt ein kleines Dorf namens Parre (etwa 30 km von Bergamo entfernt), aus welchem ursprünglich das Rezept stammt, welches ich für mich neu entdeckt habe und hier heute vorstellen möchte: Scarpinocc di Parre. Es handelt sich dabei um die vegetarische Version der Casoncelli, eine gefüllte Pastavariante, die in Bergamo sehr bekannt ist. Während die Casoncelli Fleisch und anderes in der Füllung beinhalten, kommen die Scarpinocc bewusst ohne Fleischfüllung aus. Was damals schlicht eine Frage des Preises war (Fleisch war relativ gesehen sehr, sehr teuer), entpuppt sich also heute als lokale kulinarische Spezialität…

Selbst Pasta zuzubereiten ist mir oft aus Zeitgründen nicht möglich bzw. ich nehme mir nur sehr selten die Zeit dafür, weil es sehr gute Pastasorten gibt, die man im gut ausgestatteten Supermarkt kaufen kann, und für die „Brot- und Buttervarianten“ davon wie z.B. Spaghetti und Tagliatelli lohnt es sich aus meiner Sicht kaum, diese frisch selbst zuzubereiten. Bei gefüllter Pasta sieht die Sache allerdings oft anders aus - und genau darum geht es hier in diesem Rezept. Die Füllung der Scarpinocc besteht dabei vor allem aus einer Mischung von frisch geriebenem Grana Padano und feinen Semmelbröseln, die dann sehr charakteristisch gewürzt wird. Wenn die Scarpinocc gefüllt sind, drückt und rollt man sie in die Form eines kleinen Schuhs, geschwenkt wird die fertig gegarte Pasta am Ende in einer Salbeibutter-Sauce - ein wirklich tolles Geschmackserlebnis! Das Rezept (meines bezieht sich auf etwa 4 Personen) benötigt dabei durchaus Zeit und Handarbeit, aber es ist nicht wirklich schwer: man muss sich „nur“ die Zeit nehmen und sich heranwagen.

Zutaten für den Teig:

  • 400 g Weizenmehl (Typ 405)
  • 4 Eier
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung:

  • 150 g feine Semmelbrösel (am besten selbst hergestellt aus alten Weizenbrötchen, ohne die Kruste)
  • 200 g Grana Padano (12 Monate lang gereift, dann ist er noch relativ jung und schmilzt gut), sehr fein gerieben auf der feinsten Seite der Vierkantreibe
  • 80 g geschmolzene Butter
  • 1 aufgeschlagenes Ei
  • etwas Milch, damit die Mischung nicht allzu fest wird
  • 1 große Knoblauchzehe, wirklich sehr fein gehackt
  • 1 Handvoll frische glatte Petersilienblätter, ebenfalls sehr fein gehackt
  • Gewürze: 1/2 TL Muskatnuss, eine kräftige Prise Zimt, 1 Messerspitze Nelkenpulver, etwas Salz und etwas mehr Pfeffer

Zutaten für die Sauce:

  • 200 g Süßrahmbutter
  • etwa 14 frische Salbeiblätter (gewaschen und sehr gut abgetrocknet)
  • etwas Abrieb einer Biozitronenschale

Zubereitung: (etwa 3 Stunden insgesamt)

  • Für die Füllung: die Semmelbrösel, den geriebenen Käse, das aufgeschlagene Ei, die Petersilie, den Knoblauch und die Gewürze in einer Schüssel gut vermischen. Die geschmolzene und etwas abgekühlte Butter unterheben, bis eine recht feste, aber noch formbare Masse entsteht, dabei etwas Milch hinzufügen. Die Füllung mindestens eine Stunde lang, besser länger abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen
  • für den Teig: das Mehl, die Eier mit Öl und dem Salz zu einem glatten, recht festen Teig zuerst mit einer Gabel in einer Schüssel und anschließend etwa 5 bis 10 Minuten lang mit der Hand kräftig auf der Arbeitsfläche verkneten. In Frischhaltefolie eingewickelt ebenfalls mindestens 60 Minuten, besser etwas länger im Kühlschrank ruhen lassen (danach etwa 15 Minuten lang bei Zimmertemperatur aufwärmen lassen vor dem Ausrollen)
  • nach den Ruhezeiten den Teig portionsweise auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz wirklich hauchdünn ausrollen (ca. 1 mm Dicke) und dann Kreise von 6-8 cm Durchmesser mit einem Glas ausstechen, den Restteig dabei wieder zusammenkneten und mitverwerten
  • einen Teelöffel der Füllung jeweils in die Mitte eines Teigkreises setzen, das Ganze zum Halbmond zusammenklappen und die Ränder festdrücken. Mit dem Finger vorsichtig in die Mitte der Füllung drücken und etwas seitlich zum Rand hinrollen, um die typische „Schuhform“ (mit Vertiefung in der Mitte) zu erzeugen. Die so hergestellen Scarpinocc unter einem feuchten Tuch zwischenlagern, damit sie nicht zwischendurch austrocknen
  • in einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, die Scarpinocc anschließend darin ca. 5 Minuten (ggf. portionsweise) kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmen und gar sind (dort noch etwa 60 Sekunden lang ziehen lassen)
  • parallel dazu in einer großen Pfanne die Süßrahmbutter bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Hälfte der Salbeiblätter zusammenrollen, in feine Streifen schneiden und dazugeben, unter Rühren warten bis die Butter zuerst aufschäumt und dann leicht braun wird (Nussbutter), die Hitze dann sofort deutlich herunternehmen und die restlichen großen Salbeiblätter darin kurz „anfrittieren“, dann
  • die fertige Pasta mit einer Schaumkelle direkt in die Salbeibutter geben, kurz durchschwenken und abschließend portionsweise mit etwas Zitronenabrieb überstreut servieren

Als Beilage gibt es bei mir heute dazu einen ganz einfachen, schnell gemachten Salat aus Rucola und Cherrytomaten, mit einem Dressing aus fruchtigem Olivenöl, etwas Zitronensaft, Honig sowie Meersalz und frischem Pfeffer - ein sehr schöner, frischer Kontrast zu der buttrig-käsigen Pasta.

Buon appetito - und auf ein erfolgreiches Achtelfinalhinspiel in Bergamo!

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CL-Achtelfinalrückspiel: FC Bayern - Atalanta Bergamo : selbstgemachtes Stracciatella-Eis (ohne Eismaschine) mit Himbeersauce

Nach dem klaren Sieg im Hinspiel gibt es nun den süßen Nachschlag in Rezeptform: Straciatella ist eine der beliebtesten Eissorten in Deutschland, und das völlig zurecht wie ich finde: Die Kombination aus dem kühlem Eis mit den feinen Schokoladensplittern (und mit warmer Himbeersauce) ist einfach lecker! Und weil diese Eisvariante erstmals in Bergamo hergestellt wurde, ist mein heutiger Rezepttipp mehr als naheliegend. Jetzt kann man natürlich Straciatellaeis auch völlig problemlos überall im Supermarkt kaufen und sich daher die Frage stellen: warum eigentlich selbst machen? Ganz einfach: die selbstgemachte Variante ist sehr simpel und recht schnell hergestellt (etwa 20 min insgesamt ohne Kühlzeit) und man weiß ganz sicher, was drin ist bzw. vor allem was nicht: nämlich keine Emulgatoren, kein weiterer Zucker oder keine weiteren künstlichen Aromazusätze wie oft in der Supermarktvariante zum Beispiel. Sie ist dabei etwas fester im Mundgefühl, aber ganz sicher nicht weniger lecker.

Bei der Gelegenheit eine leicht kuriose Nachricht von vor einigen Tagen:

Da ich keine Eismaschine verwende, ist auch kein Diebstahl nötig :wink:.

Zutaten: (für etwa 6 Kugeln)

  • 250 ml Schlagsahne
  • 150 g gezuckerte (!) Kondensmilch (ohne Werbung machen zu wollen: Milch-Mädchen ist keine schlechte Wahl und findet sich fast überall). Sie ist wichtig, weil sie die Bildung von unerwünschten Eiskristallen verhindert
  • 60 g Zartbitterschokolade (ich selbst habe eine recht hochwertige Bioschokolade mit 87 Prozent Kakaoanteil gewählt)
  • 1 TL flüssiges Bourbonvanilleextrakt
  • 150 g TK-Himbeeren

Zubereitung: (15 min am Vortag, plus Kühlzeit über Nacht und am Folgetag etwa 5 min für die Himbeersauce)

  • die Zartbitterschokolade etwa 1 Stunde in den Kühlschrank legen, danach mit einem großen Messer in die gewünschte Splitterstückengröße hacken
  • die Schlagsahne in einer Schüssel recht steif schlagen
  • In einer weiteren Schüssel die gezuckerte Kondensmilch abwiegen und mit dem Vanilleextrakt verrühren
  • die steif geschlagene Sahne vorsichtig unter die Kondensmilch heben, bis eine homogene Masse entsteht
  • danach die Schokoladensplitter gleichmäßig unter die Masse rühren. Ein klein wenig der Splitter dabei zurückhalten und in den Kühlschrank stellen als Deko für morgen
  • die Mischung in einen Behälter füllen, glatt streichen und direkt an der Oberfläche mit Frischhaltefolie bedecken (verhindert Eiskristallbildung an der Oberfläche)
  • den Behälter zusätzlich mit einem passenden Deckel verschließen und die Masse über Nacht im Gefrierfach fest werden lassen
  • am nächsten Tag: die Himbeeren in einem kleinen Topf ganz kurz aufkochen und dabei mit einem Schneebesen zerkleinern und verrühen (ich lasse die kleinen Kerne bewusst drin, wer mag kann die Sauce durch ein feines Sieb geben, um sie zu entfernen), etwas abkühlen lassen

Zum Servieren für eine Portion auf einem kleinen Teller etwas warme Himbeersauce im „Splash“-Stil verteilen und zwei Halbkugeln Eis darauf platzieren, mit etwas Schokosplittern garnieren.

Guten Appetit - auf ein hoffentlich sehr entspanntes Rückspiel und ein Weiterkommen ins Viertelfinale!

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Straciatella , ein Name wie ein Gedicht und eine meiner Lieblingseissorten.
Aber es sei ihnen sei das Eis gegönnt, wir nehmen den Pott. :slightly_smiling_face:

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Das Cafe, dass es angeblich erfunden hat ist übriges super .

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CL-Viertelfinalhinspiel: Real Madrid - FC Bayern München: Champiñones Rellenos mit Ensalada de San Isidro

Noch etwas früh, aber die Vorfreude meinerseits ist auch heute schon extrem groß (und der Hunger heute ebenso :wink:): Auf geht es gegen die „Königlichen“ im Hinspiel, ein Spiel mit durchaus großer Bedeutung für den FCB in dieser Saison. Ziel sollte es (zumindest für mich) vor allem sein, den eigenen Spielstil konsequent durchzuziehen. Real hat natürlich Extraklasse in individueller Form, aber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ist für den FCB sehr vieles möglich (das haben die Bayern in dieser Saison schon mehrfach bewiesen , auch gegen so einige Widerstände). „Keep it simple“, was die eigene Spielidee angeht - das wäre zumindest meine persönliche Idealvorstellung für das anstehende Spiel…

Was das Rezept angeht: es handelt sich um gefüllte Champignons (nach Belieben auch gerne vegetarisch) zusammen mit einem eher einfach zuzubereitendem Salat, dem Ensalada de San Isidro (benannt nach dem Stadtpatron von Madrid, San Isidro Labrador). Das Rezept und die Zubereitung selbst ist zwar wirklich nicht schwierig (getreu dem Motto „Keep it simple“), aber es erreicht durch die Verwendung von qualitativ eher hochwertigen Zutaten durchaus ein gewisses, sehr solides Niveau, ist also einem Spiel gegen Real durchaus angemessen - denke ich zumindest.

Für die Füllung der Champignons wähle ich dabei für mich selbst einen Mix aus Serranoschinken mit Petersilie, Semmelbröseln, Knoblauch, frisch geriebenem Hartkäse und etwas Weißwein. Es gibt aber zahllose gute Ideen für eine leckere Füllung - feel free, möchte ich da nur sagen (für Vegetarier:innen zum Beispiel vielleicht: fein gehackte, getrocknete und in Öl eingelegte Tomaten mit geräuchertem Parikapulver statt Serranoschinken - erlaubt ist sowieso immer, was gefällt und dem eigenen Geschmack dient!). Die folgenden Mengenangaben gelten für etwa 2 Personen, wenn man es als vollwertige Mahlzeit nimmt.

Zutaten:

Für die Pilze:

  • 10 bis 12 recht große Champignons (braun oder weiß, egal)
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein paar Stangen glatte Petersilie
  • 70 g Serranoschinken, in kleine Würfel geschnitten
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 TL Semmelbrösel
  • 2 EL trockener Weißwein
  • 5 EL frisch geriebener Hartkäse (ich habe Grana Padano genutzt)
  • Olivenöl zum Anbraten, dazu etwas Süßrahmbutter
  • Zitronensaft

Für den Salat:

  • etwa 200 g Blattsalat der Wahl (z.B. Romana)
  • Kalamada-Oliven (mit Kernen)
  • 2 Eier
  • 2 große Thunfischfiletstücke aus dem Glas (in Olivenöl eingelegt)
  • für das Dressing: 4 EL recht hochwertiges und fruchtiges Olivenöl, 1 EL Olivenöl aus dem Thunfischglas, 2 EL Sherry-Essig, Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer sowie etwas Dijonsenf

Zubereitung: (etwa 40 min)

Für die gefüllten Pilze:

  • den Backofen auf 200 Grad vorheizen
  • die Champignons mit Küchenpapier abputzen, die Stiele herausdrehen (nicht wegwerfen!)
  • die Stiele, die Petersilie und den Knoblauch sehr fein hacken, den Schinken klein würfeln
  • eine Pfanne auf mittlere bis hohe Hitze mit Olivenöl und Butter erwärmen, darin die Stiele, den Knoblauch und den Schinken einige Minuten anbraten
  • Pfeffer, Semmelbrösel und den Weißwein hinzugeben, den Weißwein dabei einreduzieren bzw. aufsaugen lassen von den Semmelbröseln
  • die Petersilie hinzugeben, gut umrühren und dann die Pfanne von der Hitze nehmen
  • die Pilze mit der Masse aus der Pfanne großzügig befüllen, auf jeden Pilz zusätzlich etwas geriebenen Käse geben
  • die Pilze in eine mit Butter eingefettete, große Auflaufform legen und etwa 15 Minuten lang im Ofen in der mittleren Schiene backen

In der Zwischenzeit den Salat zubereiten:

  • die Eier kochen („wachsweich“, etwa 7 min)
  • den Salat waschen und trocken schleudern, in eine große Schüssel geben
  • fruchtiges Olivenöl mit etwas Olivenöl aus dem Thunfischglas und dem Sherry-Essig zusammen mit Salz und Pfeffer sowie einer großzügigen Messerspitze Dijonsenf in eine kleine Schüssel geben, mit einem Schneebesen gut verrühren
  • das Dressing unter den Salat mischen

Zum Servieren pro Portion:

  • ein Teller für den Salat: die Hälfte des Blattsalats mit dem Dressing auslegen, dann ein gevierteltes Ei, die Oliven sowie ein Stück Thunfischfilet darauf drapieren, mit frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Meersalz überstreuen
  • auf einem weiteren Teller die Hälfte der Pilze anrichten, etwas Zitronensaft sowie etwas fruchtiges Olivenöl über die Pilze träufeln, ebenfalls etwas Pfeffer darüber geben

Buen provecho - auf ein hoffentlich schönes und erfolgreiches Spiel!

(PS/Edit: nach dem ersten Verzehr stellte ich fest: es fehlten im ersten Durchgang die Oliven. Also neues Bild und neuer Verzehr - das Rezept reicht also auch für eine Person :slightly_smiling_face:)

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UPDATE: Selbstgemachte Gemüsebrühenpaste (Version 1.1)

Ich habe hier vor etwa einem halben Jahr schon einmal eine selbstgemachte Gemüsebrühenpaste vorgestellt, mit einem Stabmixer püriert - mittlerweile ist der erste Durchgang davon bei mir komplett verbraucht, er hat die etwa 6 Monate im Gefrierfach problemlos überstanden.

Ich habe diese Gemüsebrühenpaste in der ersten Version mittlerweile in zahlreichen Rezepten verwendet - z. B. als Beigabe zu einer einfachen Tomatensauce, aber auch in Schmorrezepten wie Gulasch oder zusammen mit asiatischen Rezepten: das ist geschmacklich wirklich ganz ohne Übertreibung ein himmelweiter Unterschied zu den Brühwürfeln, die man im Supermarkt kauft, die zu einem nicht geringen Anteil z.B. aus Hefeextrakt, Geschmacksverstärkern und Fett (nicht selten Palmöl) bestehen und maximal 20 Prozent Gemüse beinhalten, selbst in den Biovarianten - und ist ein absoluter Allrounder. Die Herstellung lohnt sich daher aus meiner Sicht unbedingt :slightly_smiling_face:.

Einige kleine Stellschrauben könnten das Ganze vielleicht noch etwas verbessern, denke ich: weniger Salz (12 g statt 20 g auf 100 g Gemüse - die Konservierung findet bei mir vor allem im Gefrierfach statt und man kann im Gericht bei Bedarf mit Salz nachsteuern), zusätzlich etwas rote Paprika für noch mehr Süße statt Kohlrabi (obwohl auch dieser eine gewisse Süsse mit sich bringt) sowie nur die Zwiebel und den Sellerie anbraten und dabei die Karotten und den Lauch bewusst nicht anbraten (Hybridversion), damit ergibt dann hoffentlich eine bessere Mischung aus Brataromen und Frische - mal schauen!

Zutaten:

  • 1 Bund Suppengemüse (ca. 500 g: Karotten, Sellerie, Lauch)
  • 1 große rote Paprika (ca. 150 g), entkernt
  • 1 große Gemüsezwiebel (ca 200 g, nach dem Anbraten noch etwa 150g)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Petersilie (sowohl etwas krause als auch etwas mehr glatte Petersilie)
  • 2 EL Thymian
  • 2 EL Kräuter der Provence
  • 1 EL Chilipulver (für etwas Schärfe)
  • 1 EL Paprika edelsüss
  • 2 EL Sojasauce
  • Salz: 12 g pro 100 g Gemüse

Zubereitung:

  • Das Gemüse schälen
  • alle Zutaten in feine Würfel schneiden (das erleichtert die Arbeit mit dem Stabmixer), den Knoblauch pressen
  • Zwiebel und Sellerie in einer beschichteten Pfanne ohne Öl leicht anrösten bei mittlerer bis hoher Hitze, danach gut abkühlen lassen
  • Wasser ziehen: Das Gemüse zusammen mit den Gewürzen in eine Schüssel geben. Das abgemessene Salz gleichmäßig unterrühren und 10 Minuten warten, bis sich Flüssigkeit am Boden absetzt, die Flüssigkeit aber nicht abgießen
  • Mixen: Den Stabmixer zuerst am Boden ansetzen. Von unten nach oben alles gleichmäßig pürieren, bis eine relativ feine Masse entsteht
  • Einfrieren: Die Paste in Eiswürfelbehälter füllen und tiefkühlen, mit einem Deckel verschließen

Die neue Version 1.1 mit roter Paprika statt Kohlrabi hat einen eher rötlichen Farbton (der Anteil der Karotten ist aber auch höher gewesen als vorher, denke ich) - hier das Bild dazu ohne Deckel im nicht eingefrorenen Zustand. Man sieht schon: das hat auch rein optisch eher wenig mit einem klassischen Gemüsebrühwürfel aus dem Supermarkt zu tun…

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Sensationell @Lukenwolf1970 , das ist eine Spitzenidee. Bringt viel und braucht nur wenig Aufwand. Chapeau und vielen Dank dafür.

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CL-Viertelfinal-Rückspiel: FC Bayern München - Real Madrid: Huevos Rotos

2:1 auswärts im Bernabeu-Stadion gewonnen - der FC Bayern hat einen ersten, sehr wichtigen Schritt getan hin zu einem Einzug ins Halbfinale: er hat 60 Minuten lang das Spiel dabei sehr kontrolliert gestaltet und mit 2:0 verdient geführt, bis dann Real auf einmal realisiert hat, dass man auch aktiv werden muss - und für mich zumindest auch nicht unverdient den Anschlusstreffer erzielt hat. Die Bayern sind aber ihrer Spielidee treu geblieben. Ich hatte meinen Rezeptvorschlag für das Hinspiel (Champiñones Rellenos) daher hoffnungsvoll mit „keep it simple“ begleitet, was die eigene Spielidee angeht - das hat offensichtlich funktioniert :slightly_smiling_face:.

Das Motto für meinen Rezeptvorschlag im Rückspiel lautet daher "Keep it ‚noch simpler‘ " - mit noch weniger, aber auch hier wieder mit eher hochwertigen bzw. bewusst ausgewählten Zutaten. Kartoffeln, Schinken, Eier, Olivenöl und etwas Salz - das ist es im Grunde genommen. Aber die „Kunst“ (die wirklich überhaupt gar keine Kunst ist, sondern nur eine gewisse Sorgfalt bei der Auswahl der Zutaten und der Zubereitung benötigt) macht daraus ein wirklich sehr leckeres Gericht: Huevos Rotos : die „zerschlagenen Eier“.

Ein paar Worte zu den Zutaten:
Für die Kartoffeln wählte ich persönlich Spargelkartoffeln, weil diese gerade bei uns in der Spargelsaison verfügbar sind: festkochende Kartoffeln mit einer sehr dünnen Schale, die man nur gut abwaschen und nicht mal mehr schälen muss. „Normale“ festkochende (und dann geschälte) Kartoffeln gehen aber ganz sicher auch, der Stärkegehalt sollte nur bewusst eher niedrig sein. Die Eier sind Bio-Eier aus Freilandhaltung, der Schinken ist bei mir ein Serrano Reserva (18 Monate gereift). Ein qualitativ gutes und eher mildes, fruchtiges Olivenöl ist eminent wichtig für dieses Rezept, da die Kartoffeln in diesem Öl konfiert und nicht frittiert werden, und das relativ teure Öl kann zu einem Großteil auch später wiederverwendet werden - siehe weiter unten.

Zutaten: (für etwa 2 Personen)
• 600g (Spargel-) Kartoffeln (auf jeden Fall festkochend)
• 4 Bio-Eier
• 70 g Schinken
• ca. 300 bis 400 ml Olivenöl
• etwas grobes Meersalz

Zubereitung: (ca. 40 min)

  • den Schinken aus dem Kühlschrank holen und in mundgerechte Stücke zupfen, beseite stellen
  • die Kartoffeln gründlich waschen (die Schale kann dranbleiben bei dünner Schale, ansonsten schälen und dann waschen). Die Kartoffeln in etwa 1 cm breite Pommesstreifen schneiden. Unter kaltem Wasser im Sieb abwaschen, um weitere Stärke zu entfernen und anschliessend mit Küchenpapier richtig gut trocken tupfen
  • In einer großen Pfanne reichlich Olivenöl auf etwa mittlere Hitze erhitzen, dabei Zeit lassen bei der Erwärmung, nicht überhitzen. Die gut abgetrockneten Pommesstreifen dann hineingeben. Die Pommes sollten dabei im Öl bewusst nicht deutlich sprudeln, sondern nur feine Bläschen am Rande der Pommes ausbilden, die relativ langsam aufsteigen („konfieren“), gelegentlich wenden (gerne den Deckel nutzen). Etwa 20 Minuten sanft im Öl garen lassen, bis sie richtig weich sind. Kurz vor Ende eine Minute die Hitze auf etwas stärker sprudelnde Bläschen an den Pommes erhöhen, um eine ganz dezente goldene Farbe zu erzielen, dann die Pommes mit einer Schaumkelle herausheben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und minimal salzen
  • die konfierten Pommes portionsweise auf zwei Tellern anrichten, jeweils die Hälfte des zerrupften Schinkens locker darauf geben. Das Fett des Schinkens schmilzt dabei leicht an, und der Schinken hält die Pommes dabei noch etwas warm
  • den Großteil des Olivenöls (den Boden der Pfanne dabei gut bedeckt belassen) kurz in eine Schale zum Auskühlen geben, dann in ein Sieb mit eingelegtem Küchenpapier über eine Schüssel geben und langsam ausfiltern lassen, danach in einen Glasbehälter mit Deckel umfüllen und zum Beispiel für Salate aufbewahren (es hält mindestens 10 Tage im Kühlschrank). Das Öl wird dabei im Kühlschrank hart und muss nur kurz bei Zimmertemperatur wieder flüssig gemacht werden, verliert aber dabei nicht an Qualität
  • während das Öl ausgefiltert wird: in das relativ heiße Restöl in der Pfanne bei relativ hoher Hitze die Eier als Spiegelei hineinschlagen. Das Öl sollte so heiss sein, dass das Eiweiß Blasen wirft und später dann einen kleinen, knusprigen braunen Rand bildet. Immer wieder etwas Öl mit einem Löffel über das Eiweiß geben und wenige Minuten anbraten. Der Dotter sollte dabei eher flüssig bleiben für dieses Rezept (wer ein Problem mit eher flüssigem Eidotter hat: einfach wenden und von der anderen Seite kurz mitanbraten, aber dann verliert das Rezept seinen eigentlichen Charakter der „zerschlagenen Eier“, wenn man ehrlich ist)
  • die fertigen Spiegeleier aus der Pfanne nehmen und je zwei davon direkt auf die Pommes-Schinken-Vorlage auf den Teller legen. Zusätzlich ein klein wenig grobes Meersalz darüber geben
  • zum Schluss werden auf dem Teller pro Portion die Eier mit Messer und Gabel grob zerstochen („zerschlagen“, daher der Rezeptname) und mit den Pommes und dem Schinken vermengt, so dass der flüssige Dotter als Sauce dienen kann

Das sind butterweiche Pommes mit einem sehr angenehmen, milden Olivenölgeschmack, kombiniert mit einem delikaten Schinken und einer Ei-Creme, die sich wunderbar verbindet mit den weiteren Zutaten. Einerseits recht simpel, aber andererseits auch ein echter Genuss.

Guten Appetit - und auf ein Weiterkommen zu Hause in der Arena!

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Spargel gab es hier heute auch. Aber sehr klassisch. Hollandaise natürlich home made.


Dazu einen Gutedel aus dem Markgräflerland.

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