Ich finde, alle sollten sich auf 2 Gewinnsätze einigen.
Wozu 3 Gewinnsätze führen können, hat man ja gestern gesehen: die standen gut viereinhalb Stunden auf dem Court, in praller Sonne. Und wer da zuschauen wollte, war gut beraten, eine solide Kopfbedeckung auf das schüttere Haar zu pressen. Gut - die Yachtbesitzer von der Cote d’Azur, die 50 Prozent des Publikums bildeten, sind Hautkrebs gewöhnt… Aber auch als Couchpotato konnte man, als das Match mal losging, den Rest des Sonntags vergessen.
Der Trend geht bei einigen Sportarten ja schon seit Jahrzehnten dahin, die Zeitdauer der Veranstaltungen knapper und berechenbarer zu machen. Tennis war dabei immer so etwas wie eine Wild Card, und ich will gar nicht erst anfangen, über selige Wimbledon-Zeiten zu räsonieren, als es die Tiebreak-Regel zunächst gar nicht und später dann nur in den Sätzen 1 - 4 und nicht im Entscheidungssatz gab (John Isner und Nicolas Mahut trinken wahrscheinlich heute noch ihre isotonischen Kaltgetränke).
Selbst im Cricket sind die 5-tägigen Tests mittlerweile eher die Ausnahme; bei vielen Veranstaltungen gilt die T20-Regel, was im Normalfall zu lächerlichen 3-Stunden-Matches führt, bei denen es nur eine 20-Minuten-Pause gibt, in der man Mühe hat, seinen Tee mit Scones zu organisieren.
Und ja, beim Frauen-Tennis kann es passieren, dass eine 6:1, 6:0 Rasur schon nach gut einer Stunde vorbei ist. Aber bringt es wirklich so viel Mehrwert, einer Hinrichtung statt in zwei, nunmehr in drei Akten beiwohnen zu müssen? Die wirklich lohnenswerten Matches bringen es sowohl bei Frauen als auch bei Männern schon mit nur 2 Gewinnsätzen auf den Gegenwert einer durchschnittlichen Bundesliga-Begegnung, und oft erheblich mehr.
Ich bin da ein bisschen zwiegespalten.
Im Verbandstennis geht die Tendenz seit Jahren zu immer mehr Verkürzungen. Dritte Sätze werden seit Jahren nicht mehr ausgespielt. Statt dessen wird in allen Altersklassen ein Matchtiebreak bis 10 gespielt. Die No-Ad-Regel findet immer häufiger Anwendung. Man will damit erreichen, dass die Spiele kürzer und zeitlich berechenbarer werden, was durchaus seine Berechtigung hat, v.a. wenn man als Freizeitsport mit anderen Sportarten konkurriert, die feste Spielzeiten haben.
Da wirken die Grand Slam Turniere wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten, aber vielleicht sind sie auch deswegen noch so beliebt bei Zuschauern?
Die Einführung der Tiebreaks im fünften Satz war definitiv ein richtiger Schritt, aber bei der Reduzierung auf 2 Gewinnsätze hätte ich schon ein merkwürdiges Gefühl.
Natürlich. Aber eine Folge des Verzichts auf den Tiebreak war auch, dass McEnroe nach dem dritten Satz ziemlich KO war und in den Sätzen 4 und 5 Becker nicht mehr Paroli bieten konnte. Wäre es nicht noch spektakulärer gewesen, wenn es statt dessen auch noch zwei hart umkämpfte Sätze 4 und 5 gegeben hätte mit einem Entscheidungstiebreak im letzten Satz?
Stell dir mal vor in einem fünften Satz steht es im Tiebreak 5:5.
So bleibt natürlich die Erinnerung an einen heldenhaften Sieg vor gegnerischem Publikum und die martialisch hohe Spieldauer von über 6 Stunden in den Geschichtsbüchern stehen, was auch was hat.
ich glaube wir würden uns vielleicht nicht mehr dran erinnern. Becker hat 8x gegen McEnroe gewonnen. Aber das ist das Spiel an das jeder zurückdenkt.
Ich war in Berlin. Es war ziemlich heiß. Das Spiel ging bis irgendwann 5 Uhr früh. Meine Tante dachte, als sie Nachts mal raus musste, ich sei verrückt und ob ich den wenigstens zwischendurch geschlafen hätte
Da hätte ich das Meta-Problem, dass ich gegenüber den Sport-Protagonisten wie Zverev einfach gar keine Meinung in puncto Sympathie/Antipathie oder gar Verehrung/Verachtung habe. Wozu auch? Ich sehe den sehr vereinzelt mal während eines Tennismatches im Fernsehen, außerhalb interessiert mich die Person schlicht 0,0.
Falls er tatsächlich gewalttätig gegen seine Frauen war, wäre das natürlich ein komplettes No-Go, dann würde ich ihm auch nicht mehr zuschauen. Aber solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist, mache ich einen auf Justitia, zucke vorurteilsfrei mit den Achseln und maße mir kein eigenes Urteil dazu an; bei diesen reinen Aussage-gegen-Aussage Geschichten wissen halt leider nur die Beteiligten, was wirklich war.
Die Sache ist einfach die, dass es zwei Frauen waren. Eine Ex-Freundin und die Ex-Frau.
So ganz aus der Luft ist es wahrscheinlich nicht. Aber natürlich wissen wir nicht, was tatsächlich los war.
Beim Gedanken an drei Gewinnsätze bei den Damen kommt mir unweigerlich das WTA-Finale Hingis vs Graf in New York in den Sinn. Die junge Schweizerin pfiff aus allen Löchern und ging gegen Graf im fünften Satz unter Krämpfen komplett unter.
Es wurde fleißig an einer neuen amerikanischen Helden Saga gearbeitet heute Nacht im MSG.
Ich bin ja nicht so eng mit Basketball, aber das wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Da wird es die WM schwer haben in Punkto Stimmung, Euphorie und Dramatik.
Die Knicks 2026. Was für ein Team!
Gegen so eine Dramatik kann ein Fußballspiel natürlich nur schwer ankommen. Aber das was gestern im Basketball passiert ist, war nicht umsonst ein Rekord und somit ein ziemlich seltenes Ereignis. Oft genug plätschern Spiele, bei denen ein Team mal über 20 Punkte Vorsprung hat, einfach auch eher langweilig und ohne jegliche Spannung dem Ende entgegen.
Das was gestern passierte, war in etwa so wie beim Fußball ein Spiel mit 2 Gegentoren in der Nachspielzeit oder das Drehen eines 0:3 Pausenrückstandes…so was soll es geben.
Im Nachhinein muss man fast sagen, dass auch das WM-Finale 2022 unter diese Kategorie fällt, weil es schon auch eine extreme Dramaturgie hatte.
Frankreich holte in der Schlussphase ein 0:2 auf und schaffte dann auch in der Verlängerung noch einmal den Ausgleich, hatte sogar die Riesenchance auf den 4:3-Sieg und die Entscheidung fällt dann im Elfmeterschießen. Recht viel mehr Dramatik und Spektakel geht eigentlich beim Fußball kaum.
Ich finde es im Übrigen ziemlich cool von der NBA, dass sie ihren Rahmenkalender nicht an die WM angepasst haben und ihr Finale bewusst noch mit der WM überschneiden lassen. Es war ziemlich klar, dass eine Final-Serie eher nicht 4:0 ausgeht und das wäre die einzige Chance gewesen, dass der NBA-Champion vor WM-Beginn feststeht.
So findet das 5. Spiel in der Nacht auf Sonntag statt, wenn die WM schon in vollem Gange ist und kann sich sogar noch bis zum 20.6. ziehen. Zumindest gibt es keine Überschneidung mit dem ersten Spiel der US-Fußballer, denn die spielen schon in der Nacht von Freitag auf Samstag zum ersten Mal.
Geld kann da nicht mehr entscheidend sein. Die Unterschiede sind ja noch größer als beim Fußball.
Der Unterschied im Personaletat zu Alba ist vergleichbar dem zu Hoffenheim oder Frankfurt. Der Rest der BL geht dann schon eher in Richtung Heidenheim.
Da den Titel nicht zu holen ist ein einziges Debakel.
Es ging mir nicht unbedingt um die Bundesliga. Eher um den europäischen Wettbewerb. Die vergeigte Meisterschaft ist peinlich, aber im Grunde geht es ja um was anderes.
Also zur Halbzeit hab ich gesagt das wird ja ein ungefährdeter Sieg der Basketballer das Sie dann so einbrechen und ganze 20 ptk Vorsprung verspielen war absolut nicht absehbar. Das war der pure wahnsinn.
Richtig krass war der Einbruch im 4. Viertel.
Dass nach einer klaren Pausenführung der Gegner ein bisschen näherkommt, ist keine Ausnahme. Aber von den 20 Punkten Vorsprung zur Pause waren nach dem 3. Drittel immerhin noch 13 übrig. Das letzte Viertel ging dann mit 15 zu 31 verloren.
Bayern wurde punktetechnisch immer schwächer:
Viertel: 25 Punkte
Viertel: 22 Punkte
Viertel:19 Punkte
Viertel: 15 Punkte
Bei Alba sah es so aus:
1.Viertel: 20 Punkte
2.Viertel: 7 Punkte
3.Viertel: 26 Punkte
4.Viertel: 31 Punkte
Was da im letzten Viertel los war, ist wirklich schwer in Worte zu fassen.
„Bayerns Star-Ensemble derweil? Es zerfiel in beiden Spielen in seine Einzelteile. In Spiel vier in Berlin verspielte man eine Zehn-Punkte-Führung und gab sich in der Schlussphase komplett auf. In Spiel fünf vergeigte man in heimischer Halle sogar eine 20-Punkte-Führung.
Die Spieler verfielen in Panik. Echte Lösungen als Team gab es nicht mehr, stattdessen nur noch Versuche es im Eins gegen Eins zu regeln.
Genau hier lag eines der Hauptprobleme in dieser Saison: Die vielen Stars der Bayern agierten zu selten als echtes Kollektiv. Berlin dagegen war ein echter eingeschworener Haufen, der damit die geringere individuelle Klasse ausglich.“
Ich muss da an das Messi-Neymar-Mbappe-PSG denken.
Man hat viel Geld, viele Stars, aber mannschaftlich kriegt man es nicht auf die Reihe.
Hier ist es tatsächlich Zeit für den Umbruch auf allen Ebenen.