Als es an die Preisverleihung ging, hab ich mich aus dem Livestream bis kurz vor der Auslosung verabschiedet. Warum soll ich mir diese erbärmliche Farce antun? Den möglichen Gewöhnungseffekt empfinde ich als ungesund. Natürlich völlig subjektiv, dieses Statement; niemand sollte sich davon bevormundet fühlen.
Die Auslosungen sind in einer Hinsicht interessanter als früher, denn ein frühes Scheitern ist möglich. Platz 3 als Airbag sollte aber die größten Sorgen nehmen. Dass nach vier Spielen ab dem Achtelfinale schwere Gegner ins Haus stehen: ja mei, wann denn sonst? Ein Turnier wie 2002, als der erste große Gegner im Finale auftauchte, ist doch auch nicht ideal. So sehr kann man gar nicht Ergebnisfan sein, dass über das momentane Erfolgserlebnis hinaus sich dauerhaft positive Erinnerungen mit solch einem Turnierverlauf verknüpfen.
Im Zuge der Auslosung der Endrundengruppen am 5. Dezember 2025 wurde der US-amerikanische Präsident Donald Trump mit dem erstmals von der FIFA verliehenen Friedenspreis ausgezeichnet. Kritiker warfen dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino vor, den Preis eigens für Trump ins Leben gerufen zu haben. So sagte Minky Worden, Direktorin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, zwei Tage vor der Auslosung, dass es kein transparentes Verfahren, keine weiteren Nominierungen, keine Jury gebe und der Preis selbst dem FIFA-Rat neu gewesen sei.
@justin vielleicht solltest du den Miasanrot Friedenspreis ins Leben rufen und an Trump & Infantino verleihen. Evtl. bekommt ihr dann freien Zugang zu den Spielen und exklusive Interviews mit Spielern & Trainern?
Ich bin etwas überrascht, wie überrascht ihr scheint…das mit dem Friedenspreis war ja vorher klar, die „Männerfreundschaft“, Korruption, Fremdscham-Bedingung etc auch. Deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, mir das anzuschauen. Leider würde ich auch nie auf die Idee kommen, eine WM zu boykottieren, zu sehr liebe ich den Sport. Aber das Show-drumherum vermeide ich, so weit es geht.
Also wenn hier jmd davon wirklich überrascht wurde, hat er wohl einiges verpasst in letzter Zeit.
Ich fänds aber auch schlimm, wenn das nun einfach achselzuckend hingenommen wird. Ich hab mir diesen Zirkus auch nicht angetan - und es sogar soweit ausgeblendet, dass dieser glorreiche Preis an mir vorbei gegangen ist.
Es ist ja auch unter Satirikern eine ungelöste Frage, wie man auf diese Real-Satire-Konkurrenz reagieren soll. Komplett ignorieren wird halt auch nicht gehen.
Eine schöne Reaktion fände ich, wenn jetzt (wie vorgeschlagen) lauter sinnlose Preise verteilt werden würden, um die Sinnlosigkeit dieses Preises ad absurdum zu führen.
Unter Real-Satire verbuchen und hoffen, dass für ein paar Tage Trumps Ego genug gepinselt wurde, damit er Ruhe gibt. Wenn dem so wäre sollte man ihm vielleicht wöchentlich so hoch angesehene Preise wie wie den ersten Fifa-Friedenspreis geben. Mir würden da schon noch einige einfallen: Deal-Maker of the Universe, Sexiest man alive, Greatest American of all time…
Der bekennende Narzist schätzt auch die kleinen, unscheinbaren Titel. Es muss nicht immer der Nobelpreis sein. Dream Neighbor, Most Entertaining Party Guest, Haircut of the Year… das wären so Titel für zwischendurch, für den Alltag, als Garnitur für die grossen Auszeichnungen wie den historischen ersten Fifa-Weltfriedenstifter.
Und, am besten aus weiblichem Mund: „Hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass du der bestaussehende Mann und charmanteste Filou bist, den die Welt je gesehen hat?“
Von den originalen Village People ist nur noch einer übrig, der großer Trump-Fan ist und in letzter Zeit auch intensiv versucht, die Geschichte der Band umzuschreiben. Nee nee, die Band, die sich nach einem hot spot des queeren Lebens damals benannt hat, deren ursprüngliche Besetzung mehrheitlich selbst homosexuell war und auf dessen erstem Album es textlich größtenteils um Erfahrungen homosexueller Männer geht, war nie irgendwie queer, schon klar.
wobei das nach der „does Putin have the picture of trump blowing Bubba?“ eMail aus den epstein Files ja eigentlich passt, wenn er auf queere Musik steht.
Ich fand die WMs 2010 und 2014 am tollsten. Da hätte ich auch richtig Vorfreude darauf und insbesondere die Songs haben sich positiv bei mir eingebrannt. Ich hatte 2010 auch einen goldenen Jabulani und das war wie ein Schatz für mich. Aber wahrscheinlich lag es auch daran, dass ich damals 9 und 13 war. Nach der Schule bin ich immer nachhaus gekommen und habe dann Fußball geschaut. Die Teams haben mich eigentlich gar nicht interessiert. Und natürlich haben wir sowohl in der Schule als auch außerhalb mit den Panini-Karten getradet.
Aber jetzt habe ich so gut wie gar keine Vorfreude auf die WM. Sie konnte mir eigentlich nicht egaler sein.
lag vlt auch daran das es die letzten WMs waren , in denen der Fußball tief in der Gesellschaft verwurzelt ist,
Favelas oder Townships da is der Fußball Teil des täglichen Lebens gerade bei der Unterschicht
19.00 Uhr und 22.00 Uhr. Zumindest für die Gruppe noch halbwegs humane Zeiten.
Insgesamt muss man mit Auslosung, Gegnern, Spielzeiten usw. wirklich zufrieden sein.