Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Also dieser Volldepp von „Präsident“ muss spätestens jetzt jedem seiner Landsleute, die noch nicht völlig verblödet sind, hochnotpeinlich sein. Trump ist wirklich dumm wie Brot. Als ob der Staat Norwegen irgendeinen Einfluss auf die Vergabe eines Nobelpreises hätte. Offenbar glaubt er es läuft überall so wie in seiner „Bananenrepublik“, zu der er die USA mittlerweile geformt hat.

Das Ganze ist ein beispielloser Skandal und ich hoffe sehr, dass die EU zusammenhält und konsequent mit gleicher Münze zurückzahlt.

Mir ist klar, dass ich ab sofort nicht mehr in die Staaten einreisen darf, aber das hatte ich auf absehbare Zeit eh nicht vor.

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Ich glaube nicht, dass Trump verrückt ist, und ich glaube auch nicht, dass er uns freiwillig einen Blick in seinen Kopf erlaubt. Er ist sicher etwas senil, Lobhudeleien auf ihn sehr aufgeschlossen, ungebildet (Oslo, Kopenhagen, Hauptsache Grönland!), ein wenig dumm, vollkommen skrupellos, machtbesessen bis -besoffen, aggressiv, unausgeglichen, unzufrieden, maßlos, gierig und unreif, traumatisiert von der berechtigten, leider nicht zu Ende geführten Strafverfolgung gegen ihn, rachsüchtig, feige, unkonzentriert, von sich selbst eingenommen, Frauen nur als Objekte betrachtend, zu jedem beliebigen Verbrechen fähig. In Summe ein Gangster, den man nicht über diesen Fakt verstehen muss, völlig analog zu Al Capone, genauso gefährlich wie der schlauere Huey Long (der früh genug ausgeschaltet wurde, bevor er die Möglichkeit hatte, nationalen Schaden anzurichten), um mal einen anderen historischen US-Politikgangster zu erwähnen.

Trump glaubt ganz sicher nicht alles, was er sagt, aber er würde gerne, dass wir das glauben, weil ihn das gefährlicher und unberechenbarer erscheinen lässt. Er ist eine Westentaschenausgabe von Putin ohne dessen Mut, Ausbildung, Disziplin und kognitiven Fähigkeiten, nur mit ungleich mehr ökonomischer und militärischer Firepower des Landes, das er als großer Führer übernehmen will.

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Mein erster Gedanke:

Wo ist der sonst hier oft übliche Link zum Postillon?

Was ne wunderbare Satire!

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In den USA gibt es schon seit geraumer Zeit in Militärkreisen und darüber hinaus Planspiele und Überlegungen, dass man Grönland dem eigenen Territorium einverleibt. Erste Pläne hierzu stammen aus dem 19. Jahrhundert. 1917 kauften die USA Dänemark einige Karibik-Inseln ab, weil man die Gefahr sah, dass sich der Kriegsfeind Deutschland möglicherweise im Falle eines Sieges im 1. Weltkrieg auch Dänemark und somit dessen Kolonien einverleiben könnte und man dann jemanden in der Nachbarschaft hätte, den man da eigentlich nicht haben möchte. Es ist für mich klar, dass man damals sicher auch mit dem Gedanken spielte, Grönland ebenfalls zu erwerben. Wahrscheinlich wurde der Plan im frühen 20. Jahrhundert auch deswegen nicht verfolgt, weil der Gedanke daran, dass das Eis immer weiter schmilzt und darunter noch andere verborgene Rohstoffe liegen, neue Schifffahrtsrouten entstehen und irgendwann Raketen mit mehreren 1000 Kilometern Reichweite gebaut werden können, den Menschen wie Science Fiction vorkam. Nach der dänischen Besetzung durch Nazi-Deutschland 1940 wurde das Land übrigens vom dänischen Botschafter in den USA im Auftrag des Königs (allerdings ohne Genehmigung und sogar gegen den Willen der Regierung) der Souveränität der USA übergeben. Nach dem 2. Weltkrieg wollte Truman Dänemark Grönland abkaufen, was die Dänen ablehnten. Durch die Gründung der NATO sah man dann wohl auch keine unbedingte Notwendigkeit mehr, etwas zu ändern, weil das Gebiet ja zu einem NATO-Verbündeten gehörte und man die Erlaubnis erhielt, selbst Truppen dort zu stationieren. Die Idee eines Besitzes von Grönland war deswegen aber nicht komplett aus dem Ideenkatalog von Sicherheitsexperten verschwunden. Ich könnte mir vorstellen, dass sie jedes Mal, wenn neue Präsidenten ins Weiße Haus einzogen, auch wieder zumindest kurz angesprochen wurde und dann wahrscheinlich schnell als nicht umsetzbar bzw. nicht unbedingt nötig wieder beiseite gelegt wurde. Beim aktuellen Präsidenten stieß man damit allerdings nicht auf taube Ohren und konnte ihn davon überzeugen, dass es eine Idee ist, für deren Umsetzung es sich lohnt, sogar einen Konflikt zu riskieren. Die Bedenken, dass sich Russland und v.a. China in Grönland einkaufen könnten, sind nicht erfunden.

Dass Militärs ganz anders denken als Zivilisten und die Sicherheit des eigenen Landes vor alles andere stellen, ist unbestreitbar. Schön zu sehen war das übrigens bei der Kuba-Krise. Wenn es nach den US-Militärs gegangen wäre, hätte man Kuba nach Entdeckung der sowjetischen Atomraketen dem Erdboden gleichgemacht, nur um zu verhindern, dass dort einsatzbereite Atomraketen existieren, die US-Territorium treffen könnten. Die zu erwartende Gegenreaktion der Sowjets hätte Europa möglicherweise dem Erdboden gleichmachen können, aber das wäre den amerikanischen Militärs ein akzeptabler Preis für die Sicherung des eigenen Territoriums gewesen. Damals war mit Kennedy gottseidank ein Präsident im Amt, der einen anderen Weg wählte. Jetzt hat man mit Trump jemanden, der nach anderen Prinzipien handelt und deswegen die Vorteile, die sich für die USA ergeben, falls man Grönland besitzt, für gewichtiger ansieht als alle Nachteile, die dieses Vorgehen mit sich bringen wird.

Einen lesenswerten Überblick zum US-Interesse an Grönland liefert die Bundeszentrale für politische Bildung.

Das soll im Übrigen Trumps Vorgehen nicht verteidigen, sondern nur zeigen, dass das Interesse der USA an Grönland schon lange vor Trump bestand.

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Und der Rückgriff auf frühere historische Gegebenheiten soll als Verständnisbrücke für die imperialistischen Erpressung eines kolonialistischen Aggressors dienen?

Etwa, frage ich, so wie Vladimir Putin zurecht nachweisen kann, dass die Ukraine Jahrhunderte vor 1990 zu Russland gehörte? Das Interesse von Russland an der Ukraine bestand schon lange vor Vladimir Putin - was ändert das bitte an der Tatsache, dass Krieg und wirtschaftliche Erpressung zur Durchsetzung kolonialer Ansprüche als völkerrechtswidrig mit aller Entschlossenheit und Härte bekämpft werden müssen?! Dabei ist es mir völlig egal, ob der Aggressor im östlichen Morgenrot, unter der Fackel der Freiheitsstatue oder im Land des Lächelns regiert.

Wie lange, bitte schön, beansprucht China Taiwan für sich? Doch nicht nur Jahrzehnte – das ist auch ein Jahrhunderte altes koloniales Eroberungs-Projekt.

Von den feuchten Ostpreußen- oder Memelträumen der Altvorderen ganz zu schweigen…

Klingt in meinen Ohren wie Jensi-Babys Statement

„Wenn man die Lage Grönland auf dem Globus anschaut, sind die von den USA gestellten Fragen übrigens nachvollziehbar.“

Und das wiederum klingt in meinen Ohren wie…

„Wenn man die Lage der Ukraine auf dem Globus anschaut, sind die von Moskau gestellten Fragen (bzgl. einer NATO-Mitglied- oder Partnerschaft der Ukraine) übrigens nachvollziehbar.“

Da reicht s ja schon, dieses Zitat aus dem Mund einer Sarah Wagenknecht oder Alice Weidel zu hören - brauch ich gar nicht im Vladimir-O-Ton…

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

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deine Einlassungen verstehe ich nicht so ganz bzw. den darin (nach meiner Lesart) enthaltenen „Angriff“ - @willythegreat wirbt ja nicht für Trumps Vorhehen, er erläutert lediglich den historischen Hintergrund…

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Wie ich @Gratschifter verstanden habe können USA, China und Russland sonst noch so viele historische “Ansprüche” haben - es gibt ihnen nicht das Recht Angriffskriege zu starten und internationales Recht zu brechen - und vor allem den Willen der dortigen Bevölkerung zu übergehen.

Diese “Ansprüche” sind schlicht ein Vorwand für “Might makes Right” Politik und dienen nur der eigenen Propaganda.

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ja, aber das ist ja eh klar - ich las es so, dass er eine Rechtfertigung vermutete - da mag ich mich getäuscht haben :innocent::folded_hands:t2:

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Ich denke wir sind uns einig, dass ein historischer Anspruch keine Rechtfertigung für einen Angriffskrieg darstellen kann und niemals einen Rechtsbruch rechtfertigt.

Mir ging es lediglich darum, ein paar mMn interessante Fakten zur Grönland-Thematik zu teilen. Ich wusste vieles davon ehrlich gesagt nicht. Es macht Trumps Vorhaben natürlich immer noch nicht legitim. Aber es zeigt doch, dass die Meinung, dass nur ein völlig verrückter Präsident wie Trump auf die Idee kommen kann, Interesse an Grönland zu zeigen, halt doch nicht ganz der Wahrheit entspricht. Wie aus dem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung hervorgeht, hat u.a. auch der US-Präsident, dem wir zu verdanken haben, dass West-Berlin 1949 nicht von der Sowjetunion geschluckt wurde, kurz nach dem 2. Weltkrieg die gleichen Ambitionen bzgl. Grönland verfolgt. So etwas finde ich schon interessant, allerdings käme mir nicht in den Sinn, deswegen einen berechtigten Anspruch abzuleiten.

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Aus unserer Sicht natürlich nicht. Aus Sicht der Person/des Landes welches den historischen Anspruch hat aber eben doch :man_shrugging:

„Normale“ Menschen streiten sich wegen eines Gartenzauns der 1cm zu weit auf dem falschen Grundstück steht und jeder fühlt sich im Recht.

Der gleiche Präsident, der 2 Atombomben auf Japan hat werfen lassen?

Tut mir leid, dass mir die Ambitionen von so einer Person wirklich völlig egal ist.

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Es gibt keinen historischen Anspruch der USA. Das ist Bullshit.
Was es aber gibt ist Völkerrecht.

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Vielleicht zur Präzision. Es gab historisch Personen die Anspruch erhoben haben. Das ist aber etwas anderes. Mir würde Mustique auch gefallen. Ich hätte diese Insel gerne (8tung nicht ernst gemeint). Vielleicht hab ich das auch schon mal gesagt. Deswegen habe ich aber keinen Anspruch drauf.

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Es mag ja sein, dass Präsidenten/Militärs der USA immer mal wieder Interesse an Grönland gezeigt haben. Aber um dieses Interesse mittels Mafiamethoden in eine Annexion zu wandeln, dazu braucht es jemanden wie Trump, der völlig verrückt oder irre ist.

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Ich hätte so an einigem Interesse. Aber mir fehlt dieses dieses ruchlose autokratische.
Da hat ein anderer zu viel von abbekommen.

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Ich bin total altruistisch. Hätte nichts dagegen, dem Faenger Malle zu überlassen.

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Er ist nicht verrückt. Nur bösartig. Das ist das schlimmere “Verrückt”. Er weiß genau, was er tut, was er haben will und wem er dafür von anderen Leuten, die ihm dienen oder nur andere Feinde von uns sind, den Schädel einschlagen lassen möchte. Uns nämlich.

Weniger Leute, die sich ihm widersetzen = mehr und sicherere Macht für ihn.

Alles, was Trump tut, dient nur dazu, ihn dem Ziel näher zu bringen, Diktator der USA auf Lebenszeit zu werden, damit ihn niemand mehr damit bedrohen kann, für seine Verbrechen in den Knast einzufahren. Dass man das zumindest versucht hat, hat ihn nachhaltig traumatisiert. Grönland ist nur ein Ablenkungsmanöver, aber eins, das seine innenpolitische Macht auf die eine oder andere Weise stärken könnte, wenn er darauf gewaltsam die US-Flagge hisst. Und nach ihm die Sintflut.

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Ich denke Trump ist sich schon bewusst, dass er nicht mehr lange lebt.

Dazu spricht er viel zu häufig darüber in den Himmel zu kommen.

Ich glaube, dass er nun schlicht nach seinem Ego handelt.

Macht und Geld sind dass, wodurch er sein Leben definiert - ergo versucht er auf seine “letzten Tage” dies zu maximieren.

Nach ihm kommt sprichwörtlich die Sintflut.

Er nimmt seine Wähler nach wie vor mit Betrügereien aus und hat sich bspw auch Geld aus Venezuela unterm Nagel gerissen.

Auch will er - ähnlich wie Putin - als Territorialerweiterer in die Geschichte eingehen.

Aber Trump will auch an anderen Punkten die Geschichte ändern:

Dass sich diese Ereignisse gerade überschlagen ist für mich ein Zeichen, dass es um seine Gesundheit nicht gut steht.

Auf der anderen Seite ist es endlich auch eine Ablenkung von den Epstein-Files.

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was den historischen Anspruch anbelangt auf Basis ursprünglicher Eroberung/Entdeckung etc.

ich habe da so eine Ahnung, wer einst um 1000 rum in Amerika gelandet ist… das ihre Nachfolger u.a. die Dänen sind, entspricht schon einer gewissen Komik…

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