Ich finde diese Variante, zumal in der Öffentlichkeit, ebenfalls richtig. Er sagt klar: Man kann das Rassismus nennen. Natürlich will er diesen Vorwurf aber nicht machen, weil er sehr genau weiß, dass die Aussage sehr wahrscheinlich nicht rassistisch gemeint war. Ich nenne Schweinsteiger ja wie gesagt auch nicht Rassist. Ich halte ihn auch nicht für einen böswilligen Menschen. Höchstens für einen Experten, der seinen Job nicht immer ernst nimmt und schlecht analysiert. In dem Fall führte das dazu, dass er rassistische Stereotype bedient hat, um irgendwas zu sagen. Er hätte lieber schweigen sollen. Oder eben den Kontext Afrika weglassen.
Ich bin wie gesagt der festen Überzeugung, dass wir uns von Begriffen wie Schuld oder Vorwurf lösen sollten. Nicht aber vom Begriff Rassismus. Man sollte benennen können, was es ist, ohne Staunen darüber zu ernten. Ich halte die Akzeptanz dessen für einen elementaren Schritt auf dem Weg zur Verbesserung in der Zukunft. Je mehr Leute begreifen, dass Rassismus ein Teil unserer kulturellen Vergangenheit und Gegenwart ist, desto einfacher wird es fallen, zu verstehen, warum es immer wieder Konflikte gibt und wo wir es besser machen können, als wir jetzt gerade tun. Weil dann weniger Menschen schweigen und sagen: Verstehe ich nicht, wo soll das Rassismus sein? Bei mir kommt das nicht vor. Oder: Man kann sich das Leben auch unnötig kompliziert machen.
Dass wir auf derselben Seite stehen, würde ich übrigens nie in Frage stellen.