Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Nein, ich meine, sowohl eine Union als auch eine SPD könnte ohne ihren jeweiligen Kern zu verraten viele Punkte abdecken, die heutzutage zum Erstarken der Rechten führen. Sowohl hier im Thread, als auch im echten Leben, machen es sich meiner Meinung nach viele derjenigen, die es nicht mit der Union halten, zu leicht. “Unsere Politik ist schon richtig. Wir müssen halt besser kommunizieren. Die Union darf keine Positionen bedienen, die auch die AfD bedient (hier verweise ich auf meine Ausführungen mit x und y% von gestern) Etc. Es liegt also alleine an der Union.” Die SPD hat viele ihrer Wähler ebenfalls an die AfD verloren. Entsprechend hätte ich mir gewünscht, sie hätte das erkannt und den notwendigen Schwenk eingeleitet. Dann hätte die aktuelle “Große” Koalition was erreichen können oder könnte es immer noch. Sind ja noch ein paar Jahre bis zur nächsten Wahl.

Daumen :+1:t3: hoch @ChrisCullen für Deine letzten Kommentare!

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Wie auch immer man das quantifizieren mag: solche Strömungen gibt es sehr wohl in der Union, und es gab dieses Lager immer schon, auch in der alten BRD. Die wenigsten werden sich bislang dazu hinreißen lassen, es quasi programmatisch hinauszuposaunen. Man kann es aber erkennen z.B. an der gescheiterten Verfassungsrichterwahl im vergangenen Jahr, als die Fraktion sich für eine unanständige Kampagne aus dem AfD-Umfeld erschreckend unbedenklich und im weiteren Verlauf uneinsichtig einspannen ließ. Das sind Symptome, von denen gewiss nicht die ganze Partei betroffen ist, die aber andererseits auch keine einmaligen Ausreißer einzelner sind. @anon44472850 urteilt mir da auch ein wenig zu pauschal, ich sehe aber auch keinen Grund, die Union in dieser Frage mehr oder weniger pauschal zu entlasten.

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Den letzten Gedanken vom werten @jep möchte ich hier nochmal bewusst aufgreifen: niemand wird hier mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, die AFD zu wählen. Das liegt einzig und alleine in der Verantwortung des Wählers. Und jeder, der sich enttäuscht fühlt vom derzeitigen politischen System und vielleicht den gewissen Anteil konservativer Politik vermisst, den eine CDU/CSU z.B. heute anbietet, darf und muss sich sehr bewusst sein, dass man mit der AFD eben keine konservative Partei wählt. Unzufriedenheit in allen Ehren: aber gerade wir in Deutschland sollten es gelernt haben, dass rechtspopulistische bis rechtsextreme Parteien wie die AFD alles andere als echte Lösungen anbieten.

Wir sitzen hier heute und schütteln den Kopf über die USA, in denen ein rechtspopulistischer Narzisst sondergleichen mit dem Slogan MAGA gerade die Grundfesten dieser jahrhundertealten Demokratie erschüttert. Aber gewählt wurde er genau von den Bürgern seines Landes. So, wie die AFD heute scheinbar immer mehr Zulauf erhält.

Ein gewisses Verständnis für Wähler, die die AFD wählen, kann ich daher leider nicht aufbringen. Ich verstehe Frustration, ich verstehe Unzufriedenheit. Ich verstehe aber nicht die daraus resultierende Reaktion, eine rechtspopulistische bis rechtsextreme Partei zu wählen. DAS ist wirklich das Letzte, was wir in Deutschland brauchen.

Die Verantwortung für meine ganz persönliche Wahlentscheidung trägt nur einer: ich alleine. Mit allen Konsequenzen, die dazugehören. Und damit muss man, denke ich zumindest, den Fokus auch wieder etwas zunehmend richten auf die eigene Verantwortung. Nicht nur auf Empörung über das, was „die da oben“ alles falsch machen.

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Das sehe ich selbstverständlich auch nicht. Das wäre sehr undifferenziert das zu tun.
Natürlich gibt es diese Strömungen in der Union.

Das Beispiel der Verfassungsrichterwahl hat es gut gezeigt. Da hat sich ein Teil der Fraktion für eine Kampagne aus dem AfD-Umfeld einspannen lassen. Das wirkte nicht wie ein bloßes Versehen, sondern zeigt zumindest taktische Naivität und eine problematische Anschlussfähigkeit.

Aber zwischen „es gibt gefährliche Strömungen“ und „die führenden Personen WOLLEN mit der AfD regieren und nach Vorbild Trumps herrschen“ liegen Abstufungen, die man nicht überspringen sollte.

Aber die Kernaussage war anders, da wurde aus berechtigten Symptomen ein pauschaler Vorsatz konstruiert. Aus einer differenzierten Kritik wird ein Generalverdacht, bei dem am Ende nur noch Günther übrig bleibt.

Das ist mir viel zu ungenau und vor allem ist es politisch kontraproduktiv. Wenn man die Union als Ganze vorsorglich ins AfD-Lager schreibt, sieht man nicht mehr, wo die eigentlichen Kämpfe innerhalb der demokratischen Rechten stattfinden.

Genau diese Kämpfe sind entscheidend. Die wichtige Frage ist ja nicht, ob es in der Union Leute gibt, die mit AfD-Narrativen spielen. Die gibt es offensichtlich.

Viel wichtiger ist, ob sich innerhalb der Partei diejenigen durchsetzen, die konservative Politik rechtsstaatlich formulieren, oder diejenigen, die sich von AfD-Logik treiben lassen. Wer das eine vom anderen nicht mehr unterscheiden will, hat keinen analytischen Gewinn . Er bekommt dafür eine bequeme Weltsicht, in der man nicht mehr genau hinschauen muss. Bringt uns das weiter?

Pauschal entlasten wäre völlig naiv. Pauschal ins Lager der Radikalen einbürgern finde ich gefährlich.

Absolut. Wer AfD wählt, trägt die Verantwortung inklusive aller absehbaren Konsequenzen. Unzufriedenheit ist kein Freifahrtschein.

Moralische Verantwortung und politische Analyse sind jedoch zwei verschiedene Dinge. Die Verantwortung des Wählers bleibt bestehen. Nur erklärt sie nicht, warum diese Partei wächst. „Die sind halt selbst schuld“ ist moralisch befriedigend, aber politisch eher eine Sackgasse.

Die Ängste von denen wir hier schon geschrieben haben müssen glaubwürdig adressiert werden. Sonst füllt die AfD diese Lücke. Nicht mit besseren Lösungen, sondern mit einfacheren Feindbildern. Und je länger diese Lücke offen bleibt, desto eher werden Feindbilder mit Antworten verwechselt.

Du sagst, du kannst für AfD-Wähler kein Verständnis aufbringen. Verstehen ist jedoch nicht Entschuldigen. Es ist der Versuch, einen Mechanismus zu begreifen, den man durchbrechen will. Hannah Ahrend eben. Wer einen Mechanismus nicht versteht, kann ihn nicht stoppen. Er kann sich dann lediglich über ihn empören.

Wer AfD wählt, ist verantwortlich für seine Stimme. Aber wer die AfD schwächen will, muss trotzdem begreifen, warum diese Wahl für so viele Menschen überhaupt als Option erscheint.

Ansonsten bleibt man bei der Diagnose stehen und kommt nie zur Therapie. We need a Cure :wink:

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Und die verabfolgen uns Doc Fiete und Schwester Kathi? Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so tief fallen würde. :sweat_smile:

Aber Spaß beiseite: da war viel Schönes dabei in Deinem Kommentar. :wink: In vielem hast Du ja recht.

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Ich hoffe zumindest, dass ich in meinem Beitrag zuvor klar dargestellt habe, dass ich die Beweggründe, die AFD zu wählen, durchaus erkenne: ich halte (zumindest zum Teil: von weiteren Wählern, die tatsächlich deutlich rechts orientiert sind, abgesehen) Unzufriedenheit und Frustration über bestehende Zustände für maßgeblich. Wie gesagt: ich verstehe das (zumindest in gewissen Grenzen: wenn ich mir die Situation in Deutschland anschaue und mit vielen anderen Ländern auf der Welt vergleiche, dann relativiert sich diese Unzufriedenheit aus meiner Sicht sehr schnell auch wieder, aber das ist ein anderes Thema).

Das entlastet diese Wähler aber ganz, ganz sicher nicht von der eigenen Verantwortung - nichts anderes wollte ich ausdrücken. Und für mich spielt dann diese eigene Verantwortung die ganz große, sehr entscheidende Rolle. Wir sind Bürger in einer Demokratie, die Herrschaft geht tatsächlich durch unsere Wählerstimme von uns aus. Parteien sind nichts anderes als Organisationen, die Optionen anbieten und den Wählerwillen dann umsetzen.

„We need a cure“ - das sehe ich genauso.

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Das klingt logisch, aber es ignoriert, dass man selbst beim kritischsten Blick auf die letzten Jahre nicht feststellen kann, dass dieses Thema Migration nicht genug besprochen worden wäre. Das GEGENTEIL war der Fall, nicht umsonst geistert noch heute das unschöne Wort Seehofers von der Mutter aller Probleme durch die Gazetten und Münder. Es brauchte Krisen planetaren Ausmaßes weltweit, um wieder andere Kernthemen (Krieg, Terror) in den Vordergrund zu rücken. Wie schon erwähnt, selbst eine Partei wie die Grünen bemühten sich schon in der Ampel-Zeit, sich des Themas konstruktiv zu bemächtigen.

Dass man die Probleme lösen muss, die mit Migrationsbewegungen entstehen, da sind wir uns einig. Jedoch suggerierte die Union doch in der Opposition mehrfach und ausdauernd, dass sie in der Regierung dafür sorgen würden. Und tatsächlich versucht man ja auch, diesen Eindruck nicht zu enttäuschen. Und auch die SPD weiß, dass sie sich da nicht krumm stellen kann, denn wie du richtig bemerkst, laufen auch die alten Wählergruppen der Arbeiterschaft mit Freuden (besser: Wut, Frust) der AfD hinterher.

Also. Niemand verschweigt hier irgendwas, jeder ist sich der Probleme bewusst.

Aber:

Die Gesetze, von denen ich sprach, und die schnellere, umfassender Abschiebung verunmöglichen, sind in Teilen keine nationalen, sondern entsprechen internationalen Regularien. Ja, von Menschen gemacht. Nur kann der Mensch der Union, in diesem Falle der äußerst abschiebewillige Dobrindt, auch nicht hergehen und diese mal kurz aushebeln, weil sich dann nämlich Gerichte damit befassen werden. Ganz zu schweigen von der Sinnhaftigkeit der prozentualen Abschiebungen im Vehältnis zur Gesamtproblematik, ganz zu schweigen von dem teilweise menschenverachtenden Umgang ehemaliger Versprechen an afghanische (um nur ein Beispiel zu nennen) Helfer aus Kriegszeiten, ganz zu schweigen von dem, sorry for that, ruchlosen Zynismus gleichzeitiger Verhandlungspartner aus den Reihen der Taliban, nur um die Zahlen daheim zu schönen.

Summa summarum, ganz gegenteilig von den Reden der damaligen Union zu Oppositionszeiten: Probleme der Migration lassen sich nur eingeschränkt und sowieso nur im Rahmen internationaler Vereinbarungen großflächig lösen, weil es da viel um prophylaktische Handlungen und Ursachen geht. Und die Union wusste das, hat den Bürgern im vollen Bewusstsein vermittelt, wir kriegen das hin und hat obendrein die Wahrheiten verschwiegen (Gesetzeslage, Logistik, Ursachenforschung, Notwendigkeit der Einwanderung). Sprich, sie haben die Narrative der AfD wiederholt, im Glauben, sich deren Wählerpotential verfügbar zu machen. Und wie man sieht, hat das nicht funktioniert, und HIER liegt das Problem, nicht darin, dass irgendwer erfolgreich Probleme unter den Teppich kehren hätte wollen oder können. Die Probleme werden seit Jahren sehr laut und sehr deutlich formuliert - was leider nicht heißt, dass man sich auch funktional darum gekümmert hätte. Dies wurde auch von vielen Migrationsforschern wie Gerald Knaus u.a. immer wieder bestätigt und angemahnt.

Wenn man nun falsche Erwartungen weckt, zugleich aber die gleiche Platte abspielt, dann fühlen sich die Leute verständlicherweise veralbert. Und bei fehlender Reflexion neigen sie dazu, die zu wählen, die noch einfachere Antworten bieten, dazu Ressentiments und Zuflucht zu einer wie auch immer gearteten vermeintlich besseren Vergangenheit, und schwupps, landet man bei der AfD.

Das sage ich nicht, da hast du mich falsch verstanden. Ich sage: sie suggerieren, eine ganze Menge zu tun - nur tun sie aus meiner Sicht das Falsche, das Ineffektive, das Symbol-hafte. Aber das mit großer Begeisterung.

Natürlich. Wo hätte ich anderes angedeutet? Ich will nur, dass man, um es mal leicht provokativ runterzubrechen, nicht die Herkunft zum Problem macht, wenn dasselbige eher zwischen den Beinen baumelt.

Nun ja, an dieser Stelle kommen wenigstens wir zwei nicht zusammen, was ja in Ordnung ist. Pull-Faktoren, das ist so ein bisschen wie der Trickle-Down-Effekt. Ich bin nach wirklich reichlich Lektüre zu diesen Themen von der schieren Existenz beider Phänomene keineswegs überzeugt. Eigentlich sogar eher davon, dass beides als politsicher Kampfbegriff nutzbar gemacht wird, ohne entsprechende Basis in der Realität. Und dass dann damit eine Form der Politik beworben wird, die den realistischen Szenarien der Zukunft schlicht nicht gerecht wird. Probleme werden in die Zukunft verschoben, Bevölkerungen belogen oder ruhiggestellt, und das in Kenntnis des sicheren, wissenschaftlich belegbaren Zeugnisses. Nur wirst du für letzteres halt nicht gewählt respektive abgewählt. Hierin liegt meines Erachtens die Kernaufgabe der Bürger: wer sich immer nur fragt, wie eine Regierung egal welcher Farbe mein Leben sichert, ohne dass ich mich je verändern oder auch mal meinen Teil leisten muss, wird auf Sicht immer unzufrieden sein. Weil die Probleme tiefer liegen und Veränderungen notwendig sind, und das kann niemand ändern. Politiker, die diese Probleme angehen wollen, durch mediale Hetze in den Senkel zu stellen, ist jedenfalls nicht die Lösung.

Ich habe hierfür noch ein zugegeben subjektives Beispiel:

Wenn eine relativ sinnlose politische Maßnahme handwerkliche Schwächen hat wie der Tankrabatt, ist die Häme eher berechtigt. Weil Symbolpolitik kein Problem weitsichtig löst.

Wenn eine extrem sinnvolle, notwendige politische Maßnahme handwerkliche Schwächen hat wie das Heizungsgesetz, dann ist Häme und Hetze kurzsichtig und zeugt von fehlendem Problembewusstsein.

Und dieses Beispiel, I’m very sorry ‘bout that, passt leider zu meinen persönlichen Eindrücken, dass letzteres - Problembewusstsein - heute nicht mehr auf konservativer Seite zu finden ist. Zumindest was Deutschland betrifft, oder sagen wir, weite Teile der Parteienlandschaft. Auch in der Union gibt es noch vernünftige Menschen, nur sitzen die eher weiter hinten als auf dem Fahrersitz.

Wir sind alle gefordert, die Zukunft zu meistern. Politik, Zivilgesellschaft, Individualisten. Ich schließe mich diesbezüglich dem Appell von @Lukenwolf1970 explizit an.

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Es gibt ja immer wieder Forderungen, den Rechtspopulisten eine Art des Linkspopulismus entgegenzustellen.

Ich bin da sehr skeptisch. Und halte es sogar auch für gefährlich.

Was aber dran ist:

Heutzutage ist es wohl nötig, politisches Geschäft auch über die reine Sachargumentation hinaus zu führen. Politik ist, mehr denn je, eine Emotions-Maschine. Und es steht außer Frage, dass Rechtspopulisten diese (bisher) besser zu bespielen verstehen als andere. Die Ängste, die Krisen und Zukunftssorgen auslösen, müssen zweifellos adressiert werden, das kann man denen nicht überlassen.

Über die reine Sachebene hinaus wird so deutlich, wie wichtig neue kommunikative Formen in der Politik geworden sind. Eine Lösung könnte darin liegen, den Menschen auch oder gerade in Krisenzeiten positive Narrative anzubieten, die sich in allem von den Untergangsszenarien einer AfD abgrenzen.

Ohne auf die inhaltliche Ebene wertend einzugehen, selbiges hat Robert Habeck hierzulande versucht. Oder Zohran Mamdani in New York.

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Schöner hätte man es nicht sagen können. Wenn ich mehr als ein Herz vergeben könnte, würde ich es tun.

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Hier im Forum ist @Faenger der König der One-Liner, und @jep der Bundespräsident der Herzen. @ChrisCullen ist ohne Frage die Stimme der Vernunft. :slightly_smiling_face:

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Ach je :wink:

*vom Webhoster

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Das hast Du schön gesagt.

Und stimmen tut es auch noch.

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal meinen (erneuten) Dank aussprechen an alle, die an dieser Diskussion bisher beteiligt sind, sei es @jep, @ChrisCullen, @Basst, @anon44472850, @cheffe oder @willythegreat zum Beispiel und auch andere:

Die Diskussion rund um die AFD ist ganz sicher keine einfache. Und hat durchaus ein gewisses Spaltungspotential. Aber wie hier damit umgegangen wird, ist für ein Fußballforum (denke ich) bemerkenswert sachlich. Vielen Dank dafür!

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So, da ich die Antwort auf cheffe vor dem Essen nicht mehr geschafft habe und die Worte von Chris ja eigentlich so ein guter Schlusspunkt waren, tut es mir fast Leid nochmal zu schreiben, finde es aber auch ein Gebot der Höflichkeit zu antworten in einer guten Diskussion in den letzten beiden Tagen und ich denke, wir kommen in einigen Punkten auf den gleichen Nenner und in manchen kamen wir das vllt auch nicht, aber auch das ist ja ok, solange es sich im gesitteten Rahmen abspielt.

Richtig, es wurde viel darüber gesprochen. Es kam jedoch zu wenig dabei rum. Und dass da auch mehr geht bei einer Demokratie in Europa zeigen auch manche Länder. Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Dass die Diskrepanz zwischen Reden und Tun ein Problem ist, das hast du im Folgenden gut erklärt.


So hatte ich deine Antwort an Willy verstanden. Aber dann war das wohl ein Missverständnis :wink:

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es eine faktische Beobachtung der letzten Jahre, in denen jede düstere Vermutung über die CDSU eingetroffen ist… wie man das weiterhin leugnen oder nicht sehen kann und sich permanent hinter ellenlangen, zwar gut gemeinten aber letztlich sinnlosen, Argumentationstexten verstecken kann um das längst sichtbare zu verschleiern, wohl weil die Realität so weh tut… das erschließt sich mir nicht!

nicht alles ist immer hyperkomplex… ja - Kapitalismus (und erst recht der entartete des Westens der letzten wenigen Jahrzehnte) ist die Keimzelle allen/vielen Übels!

ja - ein Großteil der Menschen trägt Fremdenhass in sich (schon evolutionär bedingt), der zwar gesellschaftlich und zivilisatorisch bedingt meist lange unter der Decke gehalten wird - aber wenn das eigene (gefühlte) Leid zu groß wird, bricht er sich bahn - immer und weltweit! und den kriegt man auch nicht mehr eingefangen - höchstens mit noch größerem Kollektivleid!

und deshalb nerven mich diese ewig wiederkehrenden, politisch korrekten, halb philosophierenden, moralisierenden und akademisch aufgeladen Texte, die ich hier seit Jahren lesen muss…

und euch nervt es, wenn man die ekelhaften Wahrheiten auf den Tisch knallt, weil sie die eigene Argumentationslinien und das Luftschloss der wohl formulierten und elfenbeintürmigen Überlegenheit in sich zusammenbrechen lassen…

mein Wort zum Pfingstmontag:
nicht alles ist immer super kompliziert und komplex - vor allem nicht das Böse!

(aber lieb hab ich euch alle :heart::green_heart:)

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Ich habe nicht bestritten, dass es in der Union problematische Strömungen gibt. Im Gegenteil, ich habe sie ausdrücklich benannt. Meine Frage war ja eine andere.

Wie kommst du von diesen Beobachtungen zu der Gewissheit, dass die Führung der Union mit der AfD regieren und nach Vorbild Trumps herrschen will?

Darauf kommt von Dir keine Antwort. Stattdessen sagst du, das es „faktische Beobachtung“, jede düstere Vermutung sei eingetroffen sei, und wer differenziert, verstecke sich hinter langen Texten. Der letzte Teil empfinde ich dann schon wieder als etwas unverschämt.

Denn das ist keine Widerlegung sondern der Versuch, die Frage selbst für unzulässig zu erklären.

Nicht alles ist hyperkomplex, unbedingt. Jedoch ist nicht jede Vereinfachung deshalb schon Klarheit. Der Kapitalismus als „Keimzelle allen Übels“, der evolutionär angelegte Fremdenhass, der sich zwangsläufig Bahn bricht, die Union, die angeblich geschlossen Trump will… Sorry, das sind keine unbequemen Wahrheiten, die alle anderen sich nicht trauen auszusprechen. Das sind Generalschlüssel, die auf jedes Schloss passen sollen und deshalb keines richtig öffnen.

Was mich daran stört, ist weniger die Schärfe der Kritik als die Denkform. Eine große Ursache, eine große Schuld, die Abwertung jeder Differenzierung als Ausrede, und die Gewissheit, man selbst spreche nur aus, wovor sich alle anderen drücken. Das klingt nach radikaler Systemkritik, funktioniert aber strukturell ähnlich wie das, was man bei den Bewegungen beobachten kann, die man selbst bekämpft. Nicht abwägen, sondern entlarven. Nicht argumentieren, sondern enthüllen. Komplexität nicht zulassen, sondern als Feigheit, Verdrängung oder Elfenbeinturm diskreditieren. Da denkt man doch automatisch an die MAGA oder die AfD, nicht?

Wenn also die Diagnose immer schon feststeht, braucht man keine Analyse mehr. Dann ist jeder Widerspruch Verdrängung, jede Differenzierung Ausweichmanöver, jede Nachfrage bloß intellektuelle Nebelkerze. So wird aus Kritik kein Argument, sondern ein geschlossenes System.

Mein Wort zum Pfingstmontag wäre darum das folgende. Nicht alles ist kompliziert. Aber wer alles einfach macht, erkennt am Ende nicht mehr, wo genau das Problem liegt und wo die eigene Analyse aufhört und die Gewissheit anfängt

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Lustig, ihr labert alle noch dasselbe und mittlerweile hat die AfD 10%+ gut gemacht. Ihr werdet vermutlich auch noch dasselbe labern, nachdem die AfD in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Meck-Pomm und Thüringen regiert und Teil der Bundesregierung ist.

Manche würden das als Wahnsinn definieren. Aber den könnt ihr ja immer nur den anderen unterstellen.

Ist nicht dein Ernst, oder? LOL. Geile Diskussion, bei der sich alle einig sind.

Zur CDU/CSU von mir folgendes.

Es gibt mMn 4 Typen von Politikern die dort in Führungspositionen zu finden sind.

Der klassisch Konservative mit christlichen Werten - z.B. früher Merkel und heute vlt noch Daniel Günther.

Drehtür zu Großen Lobbys - also Leute die vor Allem Interesse daran haben den Willen von einer oder mehrerer Lobbys durchzusetzen - z.B. früher Peter Altmeier und heute Katherina Reiche und Friedrich Merz.

Die absoluten Opportunisten/Karrieristen, ohne echte Werte und Positionen - z.B. Markus Söder und Phillip Amthor.

Die Einreißer der Brandmauer (Leute die rechts(populistische), fremdenfeindliche und neoliberale Positionen vertreten und die Koalition mit AfD wollen) - z.B. Früher (vergeblich) Hans-Georg Maaßen und nun vor allem Jens Spahn - Merz würde ich indirekt auch dazu zählen aber er zumindest kann sich keine Koalition mit der AfD leisten aufgrund seiner früheren Aussagen.

Da die erste Gruppe immer schwächer wird innerhalb der Partei, wird es immer deutlicher, dass die CDU/CSU den Österreichischen Weg gehen wird, mit der rechtsextremen Partei zu koalieren und dadurch sich selbst ins Bein zu schießen.

Die CDU könnte sich jederzeit aus dieser Spirale befreien, indem sie sich wirklich klar von der AfD abgrenzt und nicht nur neoliberale Politik macht und nicht ständig fremdenfeindliche Aussagen tätigt und Politik betreibt.

Doch dafür haben sie den falschen Kanzler.

Ob es mit einem Laschet ohne Kichern bei Flutopfern anders gelaufen wäre?

Möglicherweise!

Dann hätten wir aber noch mit Lindners FDP zu tun und das kann ja keiner wollen.

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Glaubst du das ernsthaft? Wann hat denn die CDU mal nicht neoliberale Politik gemacht? Warum sollte sie für etwas abgestraft werden, was schon immer so gewesen ist? Warum steht die CDU denn aktuell so mies da? Sicher nicht, weil die Menschen der Meinung sind, es würde AfD-Politik gemacht. Die CDU ist doch viel eher im unaufhaltsamen Sog des SPD-Untergangs gefangen, dem sie sich mit der Brandmauer selbst ausgesetzt hat.

Egal was passiert, man bekommt mit der CDU Politik, die für das Gegenteil steht, was die CDU einmal ausgemacht hat. Deine Antwort ist also, die CDU muss noch linker und woker werden. Und dann wunderst du dich vermutlich über AfD-Werte jenseits der 40%. Ach ne, gewundert wird sich nicht, dann wird auf “die da unten” geschimpft.

Wir lernen hier ja immer wieder, “Eliten-Bashing” ist ganz böse, aber “Volks-Bashing” ist Volkssport.

Ich will mich hier wirklich nicht groß einklinken, aber mal ernsthaft, lest Ihr eigentlich auch mal eure eigenen Beiträge und gleicht diese mit der Realität ab? Wo bleibt denn eure Selbstreflexion, wenn SEIT JAHREN alles anders läuft, als ihr euch das gerne wünschen würdet? Und damit meine ich explizit nicht dich im Speziellen, sondern so gut wie alle hier.

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