Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Was könnte man dagegen tun?

Ich glaube zwar nicht dass es funktionieren würde, aber eine Variante wäre eben das Aufzeigen der Folgen ungesunder Ernährung. Das Bewusstsein fehlt mMn sehr vielen.

Also das wird doch überall gemacht. Man liest doch fast nur noch von Life Hacks und was gesund ist und was nicht. Das ist doch nicht so, dass das an den Leuten vorbeigehen kann.

Ja und? Wenn Leute sich bewusst ungesund ernähren ist das alleine ihre Sache. Ich trinke auch bewusst Bier, obwohl es nicht gesundheitsförderlich ist, sondern einfach weil es mir schmeckt und ich lieber früher sterbe, das Leben genossen habe und Spaß hatte. Das geht den Staat einfach nichts an.

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Natürlich hat jeder für sich bzw. die Erziehungsberechtigten für die Kinder die Verantwortung. Aber die Verantwortung AUSSCHLIESSLICH dort zu sehen, ist genau das Kernargument derer, die sich an krankmachenden Produkten dumm und dämlich verdienen - Zucker, Alkohol, Tabak /Vapes, Energydrinks, Social Media, you name it.

Um kurz bei der Ernährung zu bleiben, für Eltern ist es ein Sisyphus-Kampf gegen milliardenschwere Werbung. Klar soll jeder selber entscheiden, was er isst (bzw. die Kinder), aber wenn man sich oder die Kinder gesund ernähren möchte, ist das einfach ein ungleicher Kampf bzw. es wird einem nicht gerade leicht gemacht. Und auch wenn man niemandem verbieten sollte, zu essen, was er möchte, ist es schon auch im Interesse des Staates, das möglichst viele Menschen möglichst gesund sind. Und in meinen Augen ist es auch seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass sich der Einzelne gesund ernähren KANN.

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Ich glaube es fehlen die mittelbaren Konsequenzen. Deswegen verfolgen so wenige den eher gesünderen Lifestyle.

Nichts für ungut - aber die Diskussion driftet gerade aus meiner Sicht etwas sehr stark vom eigentlichen Thema dieses Threads, nämlich Alphonso Davies, ab.

Als konstruktiver Vorschlag: den Offtopic-Thread „Essen und Trinken - sportlich betrachtet“ nutzen: da gehört es meiner Meinung nach zumindest eher hin.

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Jeder darf essen, was er will. Aber die Kinder sollten das eben nicht alleine entscheiden und sollten eben von den Eltern angeleitet werden gesund zu essen. Aber sehr oft ist es dann eben doch so, dass Eltern mit ihren Kindern zu McDonald’s gehen, weil bereits ihre Eltern mit ihnen zu McDonald’s gegangen sind. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel auch mit Räuchern, deren Kinder ebenfalls häufiger selber Raucher werden.

Die Diskussion kann natürlich auch gerne dahin verschoben werden.

Geht schon eher um die politische Dimension, nicht so sehr um Essen und Trinken, oder?
Wer macht denn das mit dem Verschieben der Themen?

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Es könnte auch eine Diskussion im „Politik- und Gesellschaftsthread“ wert sein, da hast du ganz sicher recht. Verschieben können die Beiträge die Moderatoren hier.

Ich würde es jetzt bis hierhin einfach mal so stehen lassen, weil sich in diesem Thread die interessante Diskussion entzündet hat. Bei weiteren Beiträgen dazu, die mit Phonzie eher wenig zu tun haben, würde ich dann auch verschieben.

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@AchWas
Du hast insofern recht, dass Umfeld, Werbung und Verfügbarkeit Verhalten beeinflussen. Aber Einfluss ist nicht dasselbe wie Entschuldigung.

Der Staat kann Rahmen setzen. Die erste Verantwortung für die Ernährung von Kindern bleibt trotzdem bei den Eltern. Alles andere führt in eine Haltung, in der am Ende nur noch „die Verhältnisse“ handeln und nie mehr konkrete Menschen.

Wir wählen die Umstände nicht, aber wir sind verantwortlich dafür, was wir aus ihnen machen.
Gerade Erziehung heißt doch, Kindern beizubringen, nicht jedem Reiz sofort nachzugeben.

Weniger aggressive Werbung, bessere Angebote, mehr Aufklärung. Gute Punkte.
Die ureigene Verantwortung der Eltern ist damit nicht wegdefiniert. Kann sie nicht und darf sie auch nicht.

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Ich wünsche mir einen Staat, der sich um jene Kinder kümmert, die von ihren Eltern vernachlässigt werden. Sie können nämlich nichts dafür, wenn diese ihrer ureigenen Verantwortung nicht nachkommen.

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Ich war so frei und habe mal die Diskussion hierhin verschoben - @AchWas hat recht, hier ist es am besten aufgehoben. Bitte gerne weiter diskutieren!

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volle Zustimmung. Kinder können sich ihre Eltern nicht aussuchen. Und wo Eigenverantwortung versagt, muss der Staat als Sicherheitsnetz da sein. Beim Schulessen, bei Aufklärung, notfalls beim Jugendamt. Das widerspricht Eigenverantwortung nicht, es ergänzt sie. Beides gehört zusammen.

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Hast du denn das Gefühl, dass sich der Staat hier zu wenig kümmert? Ich weiß es nicht, ganz ehrlich gesagt. Es gibt Jugendämter und es gibt an vielen Schulen z.b. mittlerweile unterstützende Hilfe von Schulpsychologen, die Probleme erkennen können und auch konkrete Angebote anbieten. Diese muss man natürlich auch annehmen.

Und das wirst du nie ganz vermeiden können. Wir lernen immer von unserem Umfeld.

Die letzte Antwort von @ChrisCullen fasst das mMn ganz gut zusammen. Es gibt Kontrollnetze, man kann sicher auch in manchen Punkten noch nachschärfen (MwSt-Reduktion auf gesundes und Erhöhung auf ungesundes, o.Ä.). Aber prinzipiell wirst du nie eine 100%-ige Chancengleichheit zwischen Kindern hinbekommen und der Staat weiß auch nicht alles immer besser. Da arbeiten auch Menschen, die dann noch dazu weniger emotional mit dem Kind verbunden sind. Zusätzlich ändert sich mit wissenschaftlichem Fortschritt auch bei so manchen Themen in der Erziehung die Meinung was richtig ist. Als Vater von Kleinkindern ist das schon spannend zu sehen, was meine Eltern damals alle falsch gemacht haben aus heutiger Sicht. Ich bin gespannt, wie viel ich aus Sicht meiner Kinder falsch mache, wenn sie vllt in 2-3 Jahrzehnten selbst Nachwuchs haben. Daher plädiere ich für „leben und leben lassen“ mit notwendiger Kontrolle als Netz, dass das Kind nicht vernachlässigt wird (U-Untersuchungen, Erzieher in Kita/Kindergarten, Lehrer in Schulen, etc. die auch alle angehalten sind auf das grundlegende Wohlergehen zu achten) sowie Angeboten, die darüberhinaus gehen und freiwillig sind.

Daher ist es für mich auch absolut ok, wenn Davies für RB wirbt. Es ist ein Konsumgut, welches von manchen geschätzt wird. Der Bogen muss zwar jetzt nicht mehr gespannt werden, da wir in einen anderen Thread (zurecht) verschoben wurden. Aber ich spanne ihn trotzdem.

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Ich weiß es nicht. Es wird schon was getan, und mehr als früher. Was ich für Österreich sagen kann, ist, dass es an Schulen in der Breite viel zu wenig psychosoziale Ressourcen gibt, und die, die vorhanden sind, haben größere Baustellen als Ernährung. Ich sage nur aus Prinzip - wenn es um Kindeswohl geht - dass Eigenverantwortung der Eltern mMn nicht die letzte Linie sein soll.

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Es ist immer die Sache mit besten Wissen und Gewissen. Mit dem Wissen von heute, hätte ich bei der Kindererziehung vor 20 Jahren und mehr auch einiges anders gemacht. Ich habe damals so gut gemacht wie ich es wusste. Es ist wie bei allem. Rückblickend ist man immer schlauer.

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Absolut. Und genau deswegen

bin ich auch kein Freund von zu starker Einflussnahme durch den Staat. Der ist nämlich auch erst rückblickend schlauer. Und meinen Eltern bin ich unendlich dankbar dafür wie sie mich erzogen haben, auch wenn ich nicht alles so mache. Sie haben es mit Liebe und nach bestem Wissen getan. Das zählt.

Mir ist spontan jetzt jedoch noch was eingefallen, was ich gut finden würde in der schulischen Bildung und was aktuell fehlt (oder zumindest zu meiner Schulzeit gefehlt hat). Ein paar Stunden zum Thema Ernährung & Kochen. Das hätte sicher nicht geschadet und erlaubt auch den Kindern aus Elternhäusern, die darauf keinen Wert gelegt haben zum Start in die Selbstständigkeit diese Bildung anderweitig (durch die Schule) zu erlangen. Da würde ich mit den Mitdiskutanten mitgehen, dass es der Staat noch besser machen kann ohne gleich bevormundend zu sein.