Das wievielte Mal wurde Armageddon jetzt schon verschoben? Die Töne des Gangster-Präsidenten werden immer schriller, weil er sich bewusst gemacht hat, dass er in einer Zwickmühle sitzt, die er nicht leicht auflösen kann. Läuft er einfach weg und erklärt sich zum Sieger, wird ihn die gesperrte Straße von Hormus über den Ölpreis trotzdem treffen. Einen Regime Change und das Einsammeln des angereicherten nuklearen Materials kann er nur mit Bodentruppen und einem langwierigen Krieg mit nicht völlig gewissem Ausgang herbeiführen. Vom Raketenarsenal des Iran hat er bestenfalls ein Drittel ausgeschaltet, etwas wurde schon verschossen, die Hälfte ist aber mutmaßlich noch da, um die Golf-Nachbarn zu terrorisieren. Den Bodenkrieg wird er sich aber wegen seiner Unwägbarkeiten und dem öffentlichen Widerstand in den USA nicht trauen. Von daher hat er außer Bluffen keine guten Optionen mehr und es ist ja in den letzten Wochen klar geworden, dass die Welt ihn zwar nach wie vor fürchtet, aber auch nicht mehr so recht ernst nimmt. Und das sollten wir bis zum Beweis des Gegenteils auch nicht tun. Die Börsen hätten schon längst komplett crashen müssen, wenn man ihm alles glauben würde, was er so ablässt. Haben sie aber nicht.
Was mich hier vorsichtig optimistisch stimmt: Trump ist ein Feigling. Und er führt den Krieg nicht, weil er damit konkrete außenpolitische Ziele verfolgt, sondern nur, um als starker Mann wahrgenommen zu werden und die Medien mit diesem Narrativ zu füllen. Alles, was er tut, ist auf innenpolitische Machterhaltung ausgerichtet, mit allen Mitteln von juristischen Winkelzügen bis hin zur gewalttätigen Machtübernahme über militärische oder paramilitärische Institutionen. Er hat überhaupt kein Interesse am Iran.
Natürlich können nun Brücken, Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen im Iran bombardiert werden und der Iran wird im Gegenzug das Gleiche bei seinen Golfnachbarn versuchen (die sich vermutlich während der ganzen Terminverschiebungen entsprechend vorbereitet haben). Das sehe ich als Worst Case im Moment. Und ja, es wäre schon schlimm genug, es würde die Ukraine mittelfristig den Zugang zu Abwehrraketen erschweren, hätte u.U. langfristige Folgen in der ganzen Region und würde die konkrete Situation der blockierten Hormus-Straße nicht fundamental ändern. U.U. wäre eine fatale Folge des Krieges, dass die vorwiegend in Asien/Ozeanien sitzenden Öl- und Gasabnehmer durch diese Engstelle über die Erpressung von Gebühren dem iranischen Schurkenstaat den Wiederaufbau finanzieren.
Zur (vorläufigen) Beruhigung, es ist wieder mal TACO Tuesday. Armageddon ist um zwei weitere Wochen verschoben. Eine einzige aufmerksamkeitsheischende Horror-Clown-Show, um uns allen auf die Nerven zu gehen, weil man sonst ja wieder über Epstein und Trump und Trump und Epstein reden würde.
Wenn er nicht wieder Blödsinn erzählt und Verhandlungen erfindet, könnte die Straße von Hormus wieder befahrbar werden und wir würden da landen, bevor Trump diesen blödsinnigen, halbherzigen Ablenkungskrieg begonnen hat. Zumindest ein bisschen, irreparabler Schaden wurde ja schon angerichtet. Art of the deal halt, das kann er, der alte verkrachte Immobilien-Pleitegeier. Ich hoffe nur, dass die amerikanischen Bürger sich nicht wieder schlafen legen und im Herbst wieder für ihn und seine Schergen stimmen, wenn die Benzinpreise zurückkommen. Bis dahin hat er nämlich noch Kuba eingesackt und wird wieder Grönland bedrohen, die schießen weniger zurück.
Das Problem ist hier, dass nicht mal im Geringsten eine mögliche Lösung auf dem Tisch liegt. Der iranische sog. 10-Punkte-Plan ist nicht nur für die USA, sondern auch für die Golfstaaten und den Rest der Welt inkl. uns völlig inakzeptabel. Der einzige Grund, dass Trump das zum Anlass nahm, sein Armageddon abzusagen, war, dass er die Hosen gestrichen voll hatte, er hätte jedes Papier auf dem Verhandlungstisch als Ausrede genommen, sich nicht noch tiefer in diesen Krieg zu verstricken. Es ist völlig unklar, was jetzt passieren wird. In zwei Wochen stehen wir vielleicht wieder vor einem Taco Tuesday.
Was wir uns hier aber immer wieder klar machen müssen, ist, dass es in diesem Konflikt keine Guten gibt. Der Iran ist ein seit über 40 Jahren etablierter Schurkenstaat der übelsten Sorte mit Hunderttausenden von Opfern, der ganze Nachbarstaaten destabilisiert und Millionen in eine grauenhafte Elendsexistenz in einem Failed State gezwungen hat. Dagegen ist das US-Regime noch ein Junior, der nur mal gelegentlich einige wenige der eigenen Bürger auf der Straße ermordet, weil sie gegen ihn protestieren, aber er hat Ambitionen für viel mehr. Israel hat hier noch den meisten Kredit, weil sie immer noch unter dem Einfluss des 7.10.2023 stehen, der dem ganzen Land gezeigt hat, dass die jahrelange Strategie der Eindämmung der iranischen Kontrolle und Finanzierung der Terrororganisationen der Hamas und der Hisbollah ihre Sicherheit und ihre staatliche Existenz nicht mehr garantieren kann. Mit einem rechten Drecksack wie Netanyahu überreagieren sie jetzt natürlich, was aufhören muss, aber Israels grundsätzliche Motivation ist nicht unberechtigt, man verfolgt hier ureigene elementare Sicherheitsinteressen.
Trump ist dagegen ein Idiot, der völlig unüberlegt ein fragiles Gleichgewicht in der Golfregion zerstört hat, ohne in die letzte Konsequenz gehen zu wollen, die Iraner zum Wohle der ganzen Region und der Welt tatsächlich von ihrem brutalen diktatorischen Regime zu befreien. Das Ziel muss jetzt sein, das Gleichgewicht der Vorkriegszeit annähernd wieder herzustellen, ohne dem iranischen Regime die Oberhand über seine Nachbarn und die Möglichkeit zur kontinuierlichen Erpressung der Welt zu geben. Leider sitzt der bösartige orangene Idiot auf der anderen Seite des Verhandlungstisches und denkt nur über seinen vergoldeten Ballsaal nach, dessen Bau kürzlich gerichtlich gestoppt wurde. Und die Welt hätte auch ohne diesen gefährlichen Schwachsinn genug andere Probleme zu lösen.
Ungarn kurz vor Orbans möglicher Abwahl. Für Trump und seine Kamarilla wäre das ein massiver Rückschlag im Bemühen, die EU zu zerstören. Da muss Vance mit einem Haufen Lügengeschichten Wahlkampfhilfe leisten.
Mindestens 70.000 Tote Palästinenser seit 2023 haben jeglichen Kredit Israels zerstört.
Und nochmal: Israel und die USA haben diesen völkerrechtswidrigen Krieg begonnen und Israel führt explizit u.A. einen Krieg um ihr Territorium zu erweitern.
Ja, Iran und Libanon sind Unrechtsstaaten, aber können wir doch mal bitte endlich aufhören die (Kriegs-)Verbrechen von USA und Israel zu relativieren und zu rechtfertigen?
Diese “Gefährdung der staatlichen Existenz”- Ausrede ist halt schlicht die Propaganda eines Angreifers, der unter dem Schutz der militärisch mächtigsten Nation der Welt ein Kriegsverbrechen nach dem anderen begeht um die nationalistische Fantasie des “Greater Israel” zu verwirklichen.
(Hier ein interessanter Artikel dazu)
Israel hat Atombomben und mit der “Samson Option” wird auch kein Gegner Israels die nukleare Auslöschung riskieren.
Netanyahu hat mit dem Krieg Israel eine viel größere Gefahr ausgesetzt als es Iran je konnte.
Denn die Länder, die unter der Ölknappheit leiden geben zurecht Israel und den USA die Schuld und wenden sich zwangsläufig an Russland und China.
Langfristig wird das gefallene Ansehen sowie die Gegenangriffe Irans und Libanons Israel weit in ihren Ambitionen zurückwerfen.
Ja, kurzfristig wird Israel Teile Libanons erobern können, aber Politiker weltweit, die zu Israel halten, sind durch den Krieg politisch geschwächt, da man schlicht nicht Israel und die USA glaubwürdig verteidigen kann.
Weltweit spürt man nach und nach steigende Preise und Ölknappheit und die Rechtfertigungen von USA/Israel sind nur noch lächerlich - weil nicht genügend “Manufacturing Consent” betrieben wurde.
Und zu allem Überfluss hat die USA auch noch eine Mädchenschule bombardiert - mit einem Double-Tap - dass sieht halt alles echt nicht nach Befreier und Weltpolizei sondern wie blutrünstige Tyrannen aus.
Dass sie auch noch dutzende an potentiellen Nachfolgern des alten Regimes in Iran getötet haben wirkt halt auch nicht gerade professionell und geplant.
Trump schlägt zudem mit seiner Rhetorik um sich, prahlt & droht - wie es gerade sein nächster “Rug Pull” oder Insidertrading-Manöver vorsieht - während Israel munter weiter Zivilisten tötet - egal ob in Gaza, Lebanon oder Iran.
Nie waren beide Staaten unbeliebter, nie war Iran Dank der Kontrolle der Straße von Hormus einflussreicher, nie hat China und Russland mehr von Konflikten profitiert.
Dieser Krieg wird weitreichendere Folgen haben als Iraq, Syrien und Afghanistan zusammen, da Iran, mit Drohnen und Mienen langfristig die Straße und damit den Ölpreis kontrollieren kann - mit den einzigen Alternativen von Friedensverhandlungen zu Gunsten Irans oder einer Atombombe.
Dieser Krieg war völlig sinnlos - von Anfang an, da eben dieses Szenario absehbar war.
Naja außer man plant Iran nachhaltig zu destabilisieren, damit der stärkste territoriale Gegenpol bei der Expansion von Israel nicht dazwischenfunkt - nur so kann ich mir zumindest die derzeitige Lage erklären.
Dafür spricht wie gesagt, dass Israel kurz nach den Friedensverhandlungen die Waffenruhe gebrochen hat, die Rhetorik von Netanyahu und seinem Regime sowie der Einmarsch in Libanon.
Ginge es Israel um Öl, dann würden sie nicht Irans Infrastruktur angreifen und ginge es ihnen um Irans Zivilisten, dann würden sie nicht die Innenstädte bombardieren und ginge es ihnen um ihre eigene Sicherheit, dann hätten sie den Krieg gar nicht erst begonnen.
Jedes Kind sollte die Chance auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung haben. Gewohnheiten, die man sich im Kindes- und Jugendalter angewöhnt, sind sehr prägend und schwer zu ändern. Deswegen sollte die Ernährung eben nicht vom Bildungslevel oder dem Portemonnaie der Eltern abhängig sein.
sprechen wir jetzt vom deutschsprachigen Raum oder sprechen wir von Entwicklungsländern?
Wir waren doch bei Werbung von Actionsportlern etc. Dann gehen wir doch mal von unseren Breitengraden aus. Fair?
Die günstigsten Lebensmittel im Supermarkt sind gleichzeitig die gesündesten: Kartoffeln, Haferflocken, Hülsenfrüchte, TK-Gemüse, saisonales Obst, Quark, Leitungswasser. Eine Portion Linsensuppe kostet weniger als eine Tiefkühlpizza, ein Apfel weniger als ein Schokoriegel.
Die eigentlichen Hürden heißen Gewohnheit, Bequemlichkeit und teilweise fehlendes Wissen. Für das Wissen gibt es in deutschsprachigen Ländern kostenlose oder sehr günstige Angebote. Vom Internet über Volkshochschulen bis zum Schulunterricht. Es ist die Verantwortung der Eltern diese Angebote wahrzunehmen.
Mir ging es schon um Deutschland. Und in Deutschland sind ja eben doch ein beachtlicher Teil der Gesellschaft übergewichtig oder sogar adipös. Und hier sehe ich eben schon auch den Staat in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Menschen dem entkommen können und am besten sogar gar nicht in diese Situation geraten. Und die Möglichkeiten gibt es wie du ja auch schreibst, aber eben nicht flächendeckend und überall. Aber Werbung gibt es überall.
Soziale Probleme strukturell zu erklären, also Verantwortung weg vom Einzelnen hin zu dem System oder Staat zu verschieben ist manchmal berechtigt, aber bei diesem Thema führt es m.E. in die Irre
Wenn Du soziale Gerechtigkeit willst, müsstest Du doch eigentlich sagen, dass gesundes Essen für alle leistbar ist und dass jeder einzelne durch Massnahmen wie Aufklärung, Kochen in der Schule, praktische Hilfe etc. etwas dagegen zu tun kann.
Mit Argumenten wie „es ist zu teuer“ es fehlt das Wissen etc. wird eine Opferrolle konstruiert, die den Betroffenen letztlich nicht hilft, sondern nur deren handlungsunfähig erklärt.
Wir müssen den Menschen zutrauen und auch fordern, dass sie mit einem normalen Budget eine Karotte statt einer Tütensuppe kaufen und einfache gesunde und günstige Gerichte zubereiten können. Ich glaube nicht, dass der Staat das grundsätzlich dem einzelnen abnehmen kann.
Es ist natürlich leistbar, aber wenn zum Beispiel viele nicht wissen, wie sie es lecker zubereiten können, dann greifen sie am Ende doch zur Tütensuppe. Oder wenn die Eltern Vollzeit arbeiten und das Kind dann Zuhause alleine ist, ist die Tiefkühlpizza einfacher als zu Kochen.
Als ob Tütensuppen und Tiefkühlpizzen gut schmecken . Einfache Gerichte gut zubereiten, kann jeder lernen. Egal welcher Bildungsgrad etc. Dazu braucht es nicht viel. Man muss es wollen.
ich glaube wir unterscheiden uns da. Du rufst nach dem System und ich nach der Verantwortung der Erziehungsberechtigten, sprich des Einzelnen. Ich glaube nicht, dass der Staat all unsere Unzulänglichkeiten lösen kann. Ich glaube einiges davon müssen es selbst in die Hand nehmen. Ernährung unserer Kinder zum Beispiel.
Ich sag ja auch nicht, das alles vom Staat kommen muss. Mir geht es ja auch eher darum, dass der Staat auch schlechte Anreize verringert, denn ich glaube nur gute Anreize vorstellen funktioniert nicht, weil der Mensch eben bequem ist.
Für mich kommt zuallererst die Verantwortung des einzelnen. Erst nach dem Staat zu rufen ist nicht mein Ding. Es gibt viele Dinge da muss der Staat Leitplanken setzen. Klar. Soziale Marktwirtschaft. Das ist unser deutsches Baby und es ist ein hübsches Kind :).
Aber bei der Ernährung der Kinder kommt doch zuerst die ureigene Verantwortung die jede Erziehungsberechtigte Person hat. Dass der Staat da noch etwas Hilfe leistet, von mir aus. Aber das ist doch nur eine flankierende Massnahme.