Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 4)

Fortsetzung der Diskussion von WM 2026: Tag 4 im Blog – Nmecha und Brown als Gamechanger für Deutschland:

Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen mich hierzu zu äussern, bevor der Thread geschlossen wurde.

Worum es mir geht, und da bin ich tatsächlich heikel, ist die Religionsfreiheit. Sie hat für mich eine extrem hohe Bedeutung, weil sie ein demokratisches Grundrecht ist. Und ich bin überzeugt, dass sie elementar für eine friedliche und freie Gesellschaft ist. Wenn wir unsere Augen öffnen, sehen wir, dass dort, wo sie nicht gewährleistet ist, sich Gewalt, Repression und Unfreiheit breit machen.

Bedroht wird sie dabei nicht nur von aussen. Oft sind es gerade intolerante Glaubensrichtungen selbst, die anderen die Freiheit nehmen, sobald sie die Macht dazu haben. Darum ist die Trennung zwischen Macht (normalerweise der Staat) und Religion so bedeutend.

Bei der Intoleranz liegt für mich die Grenze. Ein Glaube darf für sich selbst vorgeben, wie man zu leben hat, so viel er will. Was er nicht darf, ist anderen ihre Art zu leben absprechen. Der Unterschied ist der zwischen einer Überzeugung für mich und einer Vorschrift für alle. So eine Intoleranz finde ich keinen Deut weniger demokratiefeindlich als die Unterdrückung des Glaubens.

Und deshalb will ich beides auseinanderhalten. Wo eine Weltanschauung intolerant wird, gehört sie kritisiert, da gibt es für mich nichts zu beschönigen. Nur sollte die Kritik dann auch die Intoleranz treffen und nicht gleich das Beten an sich verdächtig machen. Für mich ist diese Unterscheidung kein Ausweichen, im Gegenteil, sie ist mir der eigentliche Punkt.

Das war alles nicht der enge Gegenstand dieses Threads, schon klar. Aber es ist die Haltung, aus der heraus ich überhaupt argumentiere.

Ich wollte das einfach noch kurz klarstellen. Danach ist die Diskussion ein wenig aus den Fugen geraten wie mir scheint. Die Schliessung des Threads war die logische Konsequenz.

8 „Gefällt mir“