Relativierung Par excellence!
Was versteht man eigentlich an zwei simplen Wörtern (illegale Einwanderer) nicht?
Wieso fängt man an reflexartig zu pauschalisieren bei dem Thema?
Relativierung Par excellence!
Was versteht man eigentlich an zwei simplen Wörtern (illegale Einwanderer) nicht?
Wieso fängt man an reflexartig zu pauschalisieren bei dem Thema?
Ich hatte vor Jahren ein interessantes Gespräch, darüber, wieso so viele Menschen auf einmal eher den Parteien zugewandt sind, die eher am äußeren Rand des politischen Spektrums stehen, wozu ich auch DIE LINKE zähle und wieso die sogenannten Parteien der Mitte - gerade auch die SPD - unter starken Abwanderungen leiden.
Nach einigem Zuhören habe ich eingesandt, dass wir in Zeiten extremer Unsicherheit leben ( und das war noch vor Corona). Das Gefühl, dass man Veränderungskräften - und das auf jeder Ebene - ausgesetzt ist, führt leider zu Unsicherheit und Angst. Lässt man den Versuch einer Begründung ZUNÄCHST aussen vor, wird sehr vielen gerade sehr viel abverlangt. Egal, ob es um die berufliche Sicherheit geht, gesellschaftliche Sicherheit oder irgendetwas Anderes.
Viele wissen schlicht nicht, ob sie nächstes Jahr noch im Job sind, ob Ihre Familie noch da ist, etc.
Die Parteien der Mitte bieten sperrige, komplexe langwierige Lösungen dafür an: und das ist für mich VOLLKOMMEN RICHTIG.
Die Parteien am äußeren Rand sind da einfacher unterwegs. Ob das richtig ist oder falsch spielt keine Rolle (für mich ist es vollkommen falsch). Aber aufgrund der Ohnmacht einerseits und der mit den einfachen Lösungen scheinbaren Sicherheit gehen halt viele dann in die „einfache“ Richtung.
Das die Vieles noch schlimmer macht, ist dann egal, wenn ich vor Sorge nicht weiss, was in einem Jahr ist.
Dem stimme ich in Bezug auf die Linke nicht zu. Denn wer sich mit dem Programm auseinandersetzt, kann nicht zu dem Fazit kommen, dass es hier rein um Populismus oder Krakelerei geht, denn genau deshalb habe ich die Linke jahrelang eben nicht gewählt. Die aktuell führenden Politiker*innen dieser Partei setzen sich aber inhaltlich mit den Problemen auseinander, die SPD und Gründe und andere sowieso über Jahre hinweg haben liegen lassen. Dieser Partei konnte nichts Besseres passieren, als der Austritt des Wagenknecht-Flügels.
Ich drehe diesen Vorwurf gar um: Wer a) die Linke mit bspw. der AfD gleichsetzt und b) ihr unterstellt, sie betreibe reinen Populismus, der macht sich die Welt deutlich zu einfach. Denn hier geht es um Inhalte und nicht darum, billig irgendwen zu fischen.
Meine Sorge vor der Zukunft ist in der Tat real. Dafür haben aber jene Parteien gesorgt, die in der Regierung auf den Klimawandel geschissen haben und sich seit Jahren lieber darum kümmern, rechten Narrativen auf dein Leim zu gehen, statt die eigene politische (Aus)Richtung durchzudrücken.
Es ist genau, was ich versucht habe zu sagen. Ich rede EXPLIZIT NICHT von Populismus.
Die Aussage ist: es gibt Leute, denen der Zustand in 10 Jahren egal ist. Nicht, weil sie es nicht sehen, sondern, weil die Angst vor morgen drängender ist.
Ich stimme mit Dir in vielen Punkten überein, aber der Kernpunkt DER LINKEN ist aufgrund ihrer Historie eine andere Gesellschaft und damit verbunden auch eine Simplifizierung der Probleme.
Und da sind wir dann wieder LEIDER bei komplexitätsreduzierten Lösungen.
Für Dich, für viele hier und für mich ist der Wandel und die damit einhergehenden Anforderungen etwas, was wir mitgestalten. Viele sind aber schlicht überfordert und wünschen sich keine schwierigen Lösungen…
Dies ist kein Plädoyer für Populismus, sondern nur meine singuläre Sichtweise.
Nö. Sorry, aber das ist altbackener Quatsch. Die Linke will definitiv Veränderungen bewirken, die in unserer Gesellschaft aber schlichtweg notwendig sind. Aber wer hier mit „historisch“ kommt, macht es sich zu einfach. Die Linke will keine zweite DDR. Aber wer sich das einreden möchte, wird das auch in 20 Jahren noch tun, wenn auch die letzten SED-Überbleibsel weg sind.
Blockzitat: Die Linke tritt ihrem Grundsatzprogramm nach für den demokratischen Sozialismus als ein „anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem“ ein. Sie will „grundlegende Veränderungen der herrschenden Eigentums-, Verfügungs- und Machtverhältnisse“ und fordert einen Systemwechsel, weil der ihrer Ansicht nach auf „Ungleichheit, Ausbeutung, Expansion und Konkurrenz“ beruhende
Altbackener Quatsch??
Mittlerweile auch dazu gekommen das zu Lesen und zu Durchdenken.
Wirklich hochinteressant!
Er überholt die Linken sogar quasi noch Links (und ja, das Bild daß er da sehr ausführlich und detailliert von der Konferenz zeichnet ist leider alles andere als schmeichelnd für die Linke und kann ich mir durchaus vorstellen, dass da viel dran ist) und ist in vielen seiner Ansichten zu extrem.
Aber von den Ansätzen her formuliert er da viele unangenehme Wahrheiten für den Westen und durchaus zumindest von der Richtung (abgesehen von der Radikalität seiner Forderungen - in der Praxis ist sowas natürlich nur wesentlich „sanfter“ überhaupt irgendwie denk/machbar) her richtige Lösungsansätze…
Ja, das empfinde ich so. Ich verstehe sehr viele Gründe, weshalb man Linke nicht wählen möchte. „Historie“ ist keiner davon. Dafür hat sich die Partei zu sehr gewandelt, dafür hat sich gerade in den letzten zwei Jahren auch zu viel getan. Das wird diesem Wandel nicht gerecht.
Wenn wir darüber sprechen, die „Gesellschaft zu verändern“, dann meint das in dem Kontext ja eigentlich nichts anderes als die Sorge vor einer sozialistischen Diktatur. Genau das strebt die Linke aber nicht an. Die Linke bekennt sich zu den demokratischen Grundpfeilern dieses Landes. Sie will vieles verändern, das ist korrekt. Sie will auch tiefgreifendere Dinge verändern, wenn es bspw. um die Umverteilung von Reich zu Arm geht, aber sie will sicher keine zweite DDR.
Und wenn wir über „langsame Lösungen“ sprechen: CDU und SPD hatten Jahrzehnte lang Zeit, „langsame Lösungen“ gegen den Klimawandel zu finden. Sie haben versagt. Es gibt kein anderes Wort dafür als Versagen. Das „immer weiter so“, das „bloß nicht zu viel Veränderung“ hat uns auf vielen Ebenen genau dorthin gebracht, wo wir jetzt sind.
Ist unsere Situation katastrophal? Das liegt an der Perspektive. Meine Lebensqualität ist gut. Aber die Entwicklungen sind auf mehreren Ebenen nicht nur bedenklich, sondern in der Tat besorgniserregend. Ich schreibs gern nochmal: Klima, Gesundheitssystem, Bildung, Infrastruktur, Wohnungsmarkt und und und
Und das müssen sich die Parteien auf die Fahne schreiben, die hier über viele Jahre hinweg regiert haben, immer schön unter der Prämisse „läuft ja eigentlich ganz ok im großen und Ganzen, also machen wir weiter so“.
Leider ist mein Punkt nun in einem Diskurs über Deinen Wahlfavoriten geendet.
Meine Aussage war: in diesen unglaublich unsicheren Zeiten suchen ganz viele Menschen nach einfachen und klaren Lösungen, die VERMEINTLICH Sicherheit bieten…
In einem Punkt stimme ich Dir aber tatsächlich NICHT zu: Die etablierten Parteien sind keine außerhalb der Gesellschaft stehenden Organisationen. Sie sind Teil dieser Gesellschaft und entwickeln sich gewissermaßen aus ihr. Sie sind genauso starr oder auch nicht wie diese Gesellschaft.
Ich kann das gut nachvollziehen. Gerade mit Deiner Begründung.
Hätte ich früher nie gedacht, das mal so zu empfinden, aber seit die Wagenknechte die Linke verlassen haben, sind sie auch für mich zumindest mal unter die wählbaren Alternativen gerutscht.
Letztlich kann man den Wandel von der ehemaligen SED-Nachfolgepartei hin zu einer „normalen“ linken demokratischen Partei einfach nachvollziehen. (Insofern würde ich @Katsche widersprechen: so wie die Grünen halt einfach nicht mehr die - Achtung, Schublade - über-moralische Verbotspartei sind, ist die Linke halt auch nicht mehr die Partei alter SED-Ostzonen-Nostalgiker.)
Ich bin (wie so oft) bei @Faenger:
Die Außenpolitik ist auch für mich immer noch der große Haken. Wobei Du natürlich Recht hast, dass dieser Faktor bei dieser Wahl und den strukturellen Umständen zu vernachlässigen ist. Prinzipiell wäre das aber der Punkt, der mich ideologisch am meisten von dieser Partei trennt.
Trotzdem bin ich im momentanen Zustand auch sehr dankbar, zumindest noch von einer Seite Widerspruch zu hören, wenn es um die Themen Migration und Asyl geht. Und auch die vielen kleinen Anfragen im Bundestag hab ich wahrgenommen. Am meisten freuen würde es mich, wenn die Linken die 5% schaffen, das BSW aber nicht…
Meine Stimme bleibt jedoch -noch - bei den Grünen. Mag sein, dass
ich völlig naiv bin, wenn ich eine mögliche Regierungsbeteiligung immer noch nicht ausschließen mag - aber letztlich bleiben für mich tatsächlich nur immer die Grünen übrig, denen ich zutraue, wenigstens ein bisschen echte Klimapolitik zu betreiben bzw. in diese Richtung einzuwirken. Dass ich in vielen Bereichen nicht glücklich mit der Entwicklung der Partei bin, versteht sich; gerade kulturpolitisch haben sie mich sogar sehr enttäuscht (Frau Roth, Frau Baerbock). Ich halte es immer noch dem zugute, dass man unter einem zutiefst konservativen Zeitgeist mehrheitsfähig bleiben will, aber meine Bauchschmerzen werden größer.
Für den Moment habe ich halt immer noch zwei absolute Lieblingspolitiker, und beide sind bei den Grünen… (Marina Weisband, Robert Habeck)
Was mich verzweifeln lässt, ist die Tatsache, dass in den (unsäglichen, viel zu häufigen) Umfragen seit Monaten die Zahlen komplett festgetackert zu sein scheinen. Ich frage mich, was eigentlich noch passieren soll, damit sich die Bevölkerung aus ihrem paralysierten Zustand erhebt.
Da sind heute wieder 300 000 Menschen versammelt, um sich gegen rechte Hetze zu erheben. Und dann kommt in drei Tagen die nächste Umfrage, und du hörst: immer noch jeder fünfte will die Radikalen wählen (jeder vierte, wenn man das BSW mitzählt). Oder auch die Union, was ich auch kaum mehr verstehe. Für mich sind die schnurstracks auf dem Weg zum Trumpismus, und zwar nicht nur bezüglich der Migrationspolitik, sondern auch auf anderen Gebieten, auch sprachlich. Da nutzt es wenig, dass ich einzelne Unionspolitiker schätze, die haben nichts mehr zu sagen. Zumal ja schließlich, ich als leidgeprüfter Münchner darf das sagen, an der CDU die CSU dranhängt - und die haben, für alle, die die bayerische Politik nicht so verfolgen, diesen Pfad längst überschritten. Söder, Dobrindt… Lügen, Schaumschlägerei. Unerträglich.
Das sind auch keine Konservativen mehr, wenn man den Begriff im Wortsinne versteht. Höchstens in Bezug auf den Machterhalt. Unser MP wechselt seit Jahren je nach Bedarf den Tonfall, und solange die CDU von einer starken CSU abhängig ist (und wann war das je nicht der Fall?), sollte man bezüglich moralisch-ethischer Standards (wie etwa einer Brandmauer) nicht zuviel erwarten - in der CSU blicken so einige mit Interesse nach Österreich und verstehen gar nicht, was da so schlimm sein soll.
Klar, die Österreicher gehen den Schritt vom Konservativen übers Autoritäre hin zum Faschistoiden seit jeher viel entspannter, weil sie ja mit der NS-Zeit aus ihrer Sicht nichts zu tun haben; sie waren halt ein besetztes Land (für die Jüngeren: von wegen! Schon vor dem bejubelten „Anschluss“ haben sie sich beherzt in Richtung Faschismus bewegt). Versteht sich, dass man sie hier im rechten Lager um die Nonchalance ihrer Geschichtsvergessenheit beneidet.
Glückwunsch! Videos von nem AfD-Account posten!
Spricht für Deine politische Einstellung!
Aber das wird hier im Forum vermutlich wieder durchgewunken!
Nein, wird es nicht. Und zwar nicht wegen deines Posts (ich bin gerade erst wieder im Leben angekommen, nachdem ich gestern recht lange unterwegs war), sondern weil ich das als geschmacklos empfinde. Geht auch weniger um die Herkunft des Accounts, habe keine Zeit, hier jeden Link hintergründig zu checken.
Folgende Gründe für die Löschung:
Da gibts für mich auch keinen Diskussionsspielraum. Insbesondere in diesem oftmals aufgeladenen Thread erwarte ich, dass die Diskussion sachlich bleibt. Wenn hier aber nun zum wiederholten Male anlasslos irgendwelche Provokationen reingeworfen werden, dann hat das eine Löschung zur Folge.
Davon kann keine Rede sein. Zuletzt bin ich für zu schnelles Sperren unserer Rechtsaußen kritisiert worden (aber nicht aus ihrem „Lager“), und gelöscht habe ich sowieso viel. Es ist aber gut, wenn das sich im Team ein bisschen verteilt.
Nachdem diese fraglichen „Appeasement“ (ja der große Begriff im angelsächsischen Raum zur Politik versus D der dunklen 30er Jahre - da gibt es schon auch viele Parallelen zum Russland der 10er/20er Jahre in diesem Jahrhundert) Themen jetzt ja eh auch von BSW bespielt werden, wäre es umso wichtiger dass die Linke da rationalere Positionen endlich bezieht in der Außenpolitik.
Für Leute mit Sehnsucht nach einfachen Lösungen (keine Waffen schicken, kein Krieg und ewiger Frieden?) können sie wohl eh nicht mehr mit dem BSW mithalten und bei vielen linken Themen hätte die Linke halt klares Alleinstellungs Merkmal Potential…
Kleine Frage in die Runde:
Gesetzt, dass sich die Umfragewerte in das Ergebnis der BTW übertragen - wie wird Merz vorgehen, was wird dann passieren?
Wie wird er Koalitionsgespräche einleiten, moderieren? Kann er das überhaupt mit den Grünen, nachdem die CSU-Darsteller das ausschließen? Wie wird er das verargumentieren?
Und wie werden sich SPD und Grüne positionieren? Sich anbiedern? Auch Bedingungen stellen?
Haltet ihr es für möglich, dass wir gar keine Regierungsbildung sehen und auf österreichische Verhältnisse zusteuern?
Ich denke (für den Fall dass es für beide Koalitionsmöglichkeiten reicht, zuletzt klar wahrscheinlicher geworden mit vielen Umfragen zuletzt SPD/Grüne gleichauf, zudem zusammen mit Union jetzt oft um die 45% wo es wohl reicht für Mehrheit wenn nur eine der 3 Parteien, die mit 5% Hürde kämpfen nicht reinkommt - sehr wahrscheinlich) dass ganz einfach die SPD entscheidet:
Die Union hätte sie natürlich lieber als Partner als die Grünen, es könnte aber halt auch kaum klarer sein, dass wenn man auch Chancen (mit Pistorius wohl schon nicht völlig unrealistisch so beliebt er in Umfragen ist) haben will mal wieder den Kanzler zu stellen die SPD eigentlich klar in die Opposition müsste…
Die Frage also ob man in der SPD wieder eher auf dem Trip ist wie 2017 als Groko nur noch als allerletztes Resort (das denke ich würden sie aber quasi sicher zumindest wieder) akzeptiert vor Neuwahlen, oder ob man nach dem Ampelchaos wieder mehr Bock auf Groko hat als damals?
Im Moment schwer zu sagen. Wenn keine sehr, sehr große Überraschung geschieht, wird die CDU/CSU stärkste Fraktion und Merz Kanzler.
Seine Juniorpartner sind insofern schwer zu prognostizieren als es für FDP, BSW und Linke noch fraglich ist, ob sie in den Bundestag kommen. Das wird natürlich einen elementaren Unterschied auf mögliche Mehrheiten/Koalitionen haben. (Gleichzeitig sind natürlich für die vier „großen“ Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne und AfD noch jeweils +/- einige Prozent drin. Auch das hat natürlich Auswirkungen…)
Meine Glaskugel: Es wird Schwarz-Rot.
Falls es dafür nicht reicht, ist vieles denkbar.
Meine These:
Ziel ist Koalition mit der SPD. GroKo kann man es ja nicht mehr nennen. Scholz wird nicht mehr dabei sein. Generell wird es ein großes Stühlerücken dort geben. Aber für staatspolitische Verantwortung ist die SPD ja gemacht.
Mit den Grünen gibt es Alibi Verhandlungen.
Es liegt klar auf der Hand: mit der AfD kann man gemeinsam abstimmen, ohne Einbußen in den Umfragen hinnehmen zu müssen. Den eigenen Wählern verspricht man wieder und wieder: nichts geht mit den Grünen. Daran wird die Union sich halten. Die SPD wird sich letztlich zur Koalition bequemen, denn die Drohung mit Neuwahlen stellt - ob offen ausgesprochen oder nicht - weitere Zuwächse für die AfD in Aussicht, die dafür keinen Finger krümmen muss.