Zusätzlich war die Kampagne auch nicht in sich schlüssig. „Trump ist böse“ war zeitweise Inhalt, dann wurde das aber auch komplett über Bord geworfen und man ist mit einer vagen „Freedom“-Formel in den Wahlkampf gegangen.
Also konnte man noch nicht einmal sagen, was genau das Ziel ihrer Kandidatur eigentlich sein sollte. Selbst „Trump ist böse“ wäre irgendwie fassbar gewesen, wenn man das von Anfang bis Ende durchgezogen hätte.
Wobei der Satz von Clinton ja mittlerweile auch schon in abgeänderter Version herumgeistert:
„It’s the culture, stupid!“
Ich denke, es ist eine Kombination aus beiden Aspekten. Fakt ist, dass die
Populisten immer mehr einen Kulturkampf herbeischreien. Dieser Kulturkampf wird ihrer Deutung nach von den linken Parteien geführt und man selbst ist die letzte Bastion dagegen. Die aggressive Rhetorik, die dabei verwendet wird, zieht bei immer mehr Menschen, denn gegen einen Gegner muss man kämpfen.
Trump zieht auch daraus seine Sympathien, dass er in den Augen vieler Wähler authentisch rüberkommt und dazu gehören auch unbedachte Aussagen, Übertreibungen, unkorrekte Ausdrücke gegenüber Minderheiten und auch mal Lügen…halt das genaue Gegenstück zu Politikern die sämtliche Worte mit Bedacht wählen und nicht aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden. Und das reicht absurderweise, dass der betrügerische Milliardär als „one of us“ angesehen wird, der quasi den Kampf gegen die abgehobene Elite anführt. Ich denke, dass ihm das die Wahl letztendlich mit gesichert hat.
Und nach diesem Muster wird auch Höcke den Kampf des Volkes gegen abgehoben Elitäre wie mich und Dich (Geschichtslehrer vs. Geschichtslehrer ) anführen wollen.
Ich glaube tatsächlich auch, dass es so einfach ist.
Ihre Umfragewerte waren stark rückläufig, als sie anfing Interviews zu geben.
Ihre Auftritte waren inhaltlich dünn und wenig souverän.
Na, dann sind wir doch alle froh, bald einen Führer zu haben, der inhaltlich breit aufgestellt zu allen relevanten Themen Intelligentes beizusteuern hat und dazu jederzeit souverän im Auftreten ist und dazu eine gesunde orangene Gesichtsfarbe hat.
Wir haben keinen Führer. Die Amerikaner kriegen einen neuen Präsidenten.
Finde es übrigens irgendwie befremdlich, dass ständig über seine Hautfarbe geredet wird.
Oder war Obama für dich auch nur „der Schwarze“?
Dann würde es Sinn machen.
Letztlich ist Trump origin gar kein Politiker, sondern ein Guru, der die Massen (populistisch) in einer Art Bewegung hinter sich scharrt. Querverweis auf Hitler ausdrücklich hier gewollt.
Problem Nummer 1, Harris ist eine Frau und sie ist nicht weiß. Wirtschaft hin oder her, Amerika ist dafür nicht bereit gewesen und wird es auch in den nächsten 50 Jahren nicht sein ( if ever at all).
Drum hab ich mich seit der Wahl (anders als davor wo der Ausgang für mich auch beruflich hochrelevant war) fast null mehr damit beschäftigt.
Weil halt vor allem mal hoch frustrierend…
Und im Endeffekt halt wohl der Anti Trump Bias in den Umfragen (weil seine Fans null Bock auf sowas) weiter das Hauptproblem, das offensichtlich trotz völliger Klarheit bzgl des Problems einfach nicht wirklich lösbar scheint weil man dessen Größeneinfluss einfach nicht präzise vorher einschätzen kann und alle Versuche das rauszurechnen offenbar wieder gescheitert sind.
Und gesellschaftlich gesehen ist halt einfach die trübe Schlussfolgerung - die Leute sind dort drüben IM SCHNITT einfach noch dümmer und egozentrischer als man das schon befürchtet hat…
Sorry, aber was schmeichelhafteres fällt mir dazu leider nicht ein
Ihre Auftritte waren tatsächlich souverän, ihre Programm blieb trotzdem vage. Trump hingegen hatte eine relativ klare Agenda, die bestand zwar aus simplen Plattitüden die im Realitätscheck nicht belastbar sind, aber er hatte klare Botschaften.
Gibt hier einen Vergleich von Nate Silver der jeweiligen Webauftritte (und auch ein Vergleich zu Obamas Kampagne). Aus dem Auftritt von Harris wird man nicht besonders schlau. https://www.natesilver.net/p/likability-isnt-enough
Ich glaube, dass in einem regulären Vorwahlkampf es auf Gretchen Whitmer oder Gavin Newsom als Kandidaten hinausgelaufen wäre und Harris da keine Chance gehabt hätte. Dann mit einer normal geplanten Kampagne, und Trump hätte glaube ich verloren.
Ich hätte mir auch gewünscht, dass Harris gewinnt. Aber es gibt trotzdem Gründe, warum er gewonnen hat, wirklich populär ist Trump in der Mitte auch nicht.
So isses - man findet keine größere Bevölkerungsgruppe die deutlicher PRO Trump (grob 2:1) abgestimmt hat als mit der Frage ob man sich politisch interessiert/informiert oder nicht!
Sprich entschieden haben diejenigen, die das ganze eigentlich gar nicht interessiert und die sich keine Mühe machen sich darüber zu informieren - richtig „geil“ aber so funktioniert Politik LEIDER auch gerade heutzutage auch vor allem…
Da kannste dann so tolle Agenda haben und informieren bis der Arzt kommt - interessiert halt nur leider die entscheidenden Leute (an der Wahlurne) alles n’en Dreck - so bitter ist das leider mittlerweile!
‚Die Nachrichtenagentur AFP zitiert den Ex-US-Präsidenten auf der National Association of Black Journalists wie folgt: „Ich wusste nicht, dass sie schwarz ist“, bis Harris vor einigen Jahren „schwarz wurde“, so Trump. Jetzt wolle sie als Schwarze bekannt sein. „Also, ich weiß nicht, ist sie indisch oder ist sie schwarz?“ Trump sagte weiter: „Ich respektiere beides, aber sie offensichtlich nicht.“ Harris sei immer indisch gewesen, doch „dann machte sie plötzlich eine Kehrtwende und wurde eine Schwarze“.‘
(Tagesschau 1.8.2024)
Meine Schuld. Hab die Ironie nicht erkannt. Ich hab doch tatsächlich gedacht, es ginge Cheffe darum, sich verächtlich über Trump zu äußern und dafür die Hautfarbe als Aufhänger zu nehmen.
Sorry.
Ich habe da leichte Zweifel, weil er ihn seit geraumer Zeit nur den „Orangenen“ nennt und es eben nicht eine einmalige Sache, in einem ironischen Post war.
Glaub nicht, dass es ironisch gemeint ist, aber das ist mir auch keine Diskussion wert.
Wenn Cheffe sich auf Trump-Niveau bewegen will, soll er das tun.
Aber mit „Politics as usual“ wie die Demokraten durchaus im positiven Sinne (wenigstens noch eher pro Mittelschicht anders als die Republikaner) im Angebot lockste in so einem Umfeld halt offensichtlich keine Mehrheit mehr an die Urne.
Von daher bin ich da grundsätzlich schon beim hier oft Gesagten - wenn schon progressive (in ganz vielerlei Hinsicht) dann richtig!
Und am besten eben (mit Sicht auf D wo sowas anders als in US/UK wegen ihrem „First through the post“ System nicht auf Dekaden hin noch völlig unrealistisch) gleich mit komplett neuer Partei…
Der Name (nachdem gestern schon mal geteasert in die Richtung) wäre bei mir was in Richtung Denkfabrik (Ideologiefrei außer pro Science) und die Farbe wäre Lila - die Farbe des Wandels.