Der Politik- und Gesellschafts-Thread (Teil 3)

Meinen Segen hat der Cem ( auch wenn er den sicher nicht braucht…)

Den Kretschmann seh ich gern abgelöst!
Thx to @Cosray8d

Kann man gar nicht oft genug posten:
Ein Grüner Ministerpräservativ pusht die Rüstungsindustrie! Petra Kelly dreht sich im Grabe um vor Scham!

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Wobei er als Landwirtschaftsminister mMn nicht gerade viel gerissen hat.
Klar FDP und so - aber ich kann mich an keine positive Veränderung durch ihn erinnern.

Themenfremder Einwurf:

Und immer, wenn man glaubt, dümmer geht’s nimmer, kommt von irgendwoher ein Trump-Republikaner her:

https://www.instagram.com/share/BAF_KSmqxO

Dass es da nicht zu Massen-Parteiaustritten kommt…!

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Özdemirs Hintergrund ist ein ganz anderer als der vieler Migrant*innen, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind und leider merkt man ihm das in seinen Äußerungen häufig an.

Ich habe kein grundsätzliches Problem mit ihm, im Gegenteil, aber Özdemir ist für mich deutlich näher am typischen weißen, deutschen Politiker als an einem Mann, der für alle Migrant*innen sprechen könnte (mal abgesehen davon, dass es einen solchen ohnehin nicht gäbe, weil die Probleme deutlich komplexer sind).

Dass er einen „Shitstorm“ für die Aussage über seine Töchter bekam, geschenkt. Die, die ihn dafür kritisiert haben (=/= Shitstorm), haben viele richtige Punkte aufgeworfen. Ich kenne auch viele Frauen in meinem Umfeld, die sich nachts nicht allein auf die Straße trauen. Der Grund dafür sind Männer. In einem Umfeld mit vielen Migranten in „Problemvierteln“ sind es häufig Männer mit Migrationshintergrund. In Sozialbrennpunkten, in denen hauptsächlich Deutsche leben, sind es eben deutsche Männer. Beide Geschichten gibt es genauso wie eine Mischung aus beidem. Die einzige Gemeinsamkeit all dieser Menschen, die Frauen belästigen ist das Geschlecht. Man muss sich ja nur die Kriminalstatistiken vergegenwärtigen, um einen Eindruck davon zu bekommen, dass Gewalt gegen Frauen auch ohne den Anteil an Migranten ein Problem in diesem Land ist. Ein riesiges.

Ich verstehe jede Frau, die sich nachts nicht auf die Straße traut. Ich habe kein Verständnis für Menschen, die diese Thematik auf Ausländern abwälzen wollen.

Ich finde darüber hinaus eine weitere Entwicklung sehr schade. Über die Jahre hat es immer wieder Menschen mit Migrationshintergrund gegeben, die sich als Experten in ihrem Gebiet hervorgetan und einen überaus kritischen Blick auf die Migrationsfrage haben – teils sogar einen populistischen. Nichts dagegen einzuwenden, dass sie ihre Meinung kundtun und diese Meinung haben, solange sie sich sachlich begründen lässt. Darum geht es mir nicht. Mir geht es eher darum, dass einige Deutsche sich diesen Teil der Expert*innen im Migrationsbereich zusammensuchen, sie als Instanz für sich aufbauen, weil die eigenen Denkmuster und vielleicht auch die eine oder andere Erfahrung, die man in der eigenen „Blase“ gemacht hat, bestätigt werden.

Und die dann aber nicht mehr empfänglich sind für die vielen anderen Migrant*innen, die anderer Meinung sind und andere Perspektiven aufwerfen. Mir gefällt das nicht. Zumal ich es gefährlich finde, wenn Menschen wie Özdemir – bei allem Respekt vor seiner Lebensleistung – hingestellt werden, als könnten sie eher bewerten, wie mit der heutigen Migration umzugehen ist. Özdemirs Meinung ist gewichtig und auch wichtig. Aber sie ist längst nicht das letzte Wort in solchen Debatten und gar nicht mal selten auch nicht gehaltvoller als das, was Leute von sich geben, die in der Migrationsfrage nur eine Richtung kennen.

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Abgesehen von vielem Richtigen in Deinem Kommentar, muss man Özdemir schon, finde ich, Respekt zollen dafür, wie er mit seinen verschiedenen Identitäten umgeht. Ich hab mal eine Lesung von Schauspielern gehört: Hassmails an politisches Spitzenpersonal, u.a. Özdemir. Er bekam sie als Muslim, als Türke (aus Deutschland), als Abtrünniger (aus der Türkei). Das muss man alles erstmal aushalten.

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Das würde ich niemals abstreiten. Özdemir ist qua Herkunft seiner Familie immer eine Zielscheibe für Arschlöcher gewesen. Aber mir geht es nicht darum, wie sich jemand fühlt, der ausgegrenzt wird (gern auch von vielen). Mir geht es auch nicht darum, Özdemir Expertise abzusprechen. Mir geht es darum, ihn nicht zu etwas zu stilisieren, was er schlichtweg nicht ist, nur weil er ein paar Meinungen vertritt, die ins eigene Denkmuster passen. Und das passiert recht häufig. Gern auch mit dem Zusatz „Wenn es ein Migrant sagt …“

Faktisch ist Özdemir selbst mehr Schwabe als Migrant – nicht was seine persönliche Identifikation anbelangt, sondern seine Zugehörigkeit zu diesem Land, seine Integration, wo er aufgewachsen ist, wie er sich gibt und verhält – selbstredend hatte auch er viele Probleme auf dem Weg zu dem, der er heute ist, zu überwinden. Aber seine Geschichte ist eine ganz andere als die eines Kriegsflüchtlings bspw.

Mal abgesehen davon, dass auch Migrant*innen nicht homogen sind, sondern eine sehr heterogene Gruppe. Es gibt kein Sprachrohr für diese Gruppe.

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Ich Glaube nicht, dass Özdemir für sich je beanspruchen würde, …
Zitat @justinals könnte (er) eher bewerten, wie mit der heutigen Migration umzugehen ist“… als andere.
Ich glaube, dass passiert automatisch, wenn einer aus türkisch-stämmigem Elternhaus Bundesminister wird.
Klar ist er näher am deutschen weißen Mann als der Flüchtling, der 2016 aus Syrien kam. Wie auch anders?
Er ist in Deutschland geboren, aufgewachsen, ausgebildet werden und hat seine gesamte berufliche Laufbahn im Deutschland verbracht. Und so würde ich ihn als Fachmann für die Probleme der 2. Generation befragen - und viel weniger als Migrationsfachmann.
Latent steckt in dieser Verallgemeinerung (heißt türkisch-sieht Türkisch aus-also hatter was zum Thema Ausländer aus eigener Erfahrung zu berichten) die weit verbreitete, plumpe Vereinfachung der Medienwelt. (va Boulevard und TV-Talk)
Und wenn ich das Kind beim Namen nenne: das ist struktureller Rassismus.

Jau, da ist sicher was dran. Aber ich frage mich, inwiefern dieser Blick auf Özdemir nicht grade der von deutschen weißen Männern ist, die eine Identifikationsfigur suchen und brauchen - wie Du richtig beschreibst @justin . Schublade auf, Özdemir rein.
Nur: dieselbe Schublade öffnest Du, wenn Du ihm zwischen den Zeilen vorwirfst, er wäre…

Özdemir ist Schwabe mit türkischen Eltern.
Deswegen erledigt sich die Diskussion um die Symbolfigur des Migrantentums ime.

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Zustimmung zu vielem. Nur bei der Passage gab es ein Missverständnis: Ich unterstelle Özdemir nicht, dass er das selbst von sich glaubt. Ich sage nur, dass er von außen zu dem gemacht wird. Und das gern von Leuten, die durch seine eher konservativeren Meinungen gern die Migrantenkarte spielen á la: „Wenn der das schon sagt …“

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Natürlich hast Du Recht - mit jedem Wort.
Aber: wer stilisiert ihn zu etwas, was er nicht ist?
Trägst Du nicht aktiv dazu bei, wenn Du Dir bei deinem Post ausschließlich ein einziges Detail herauspickst, um ihn zu charakterisieren - sein türkisches Elternhaus?

Kein Wort über seine Aussagen in dem Tagesspiegel-Interview, die jede Menge Feedback verdient hören…
Statt dessen geht’s ausschließlich um seine Abstammung Özdemir und das daraus entstandene Bild in Medien und Öffentlichkeit.

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Ich finde, dass Cem Özdemir in Sachen Islam ein ziemlicher Experte ist und seine Einschätzung zu diesem Thema sehr gewichtig ist. Als Vertreter eines säkularen Islams hat er in Verbindung mit vielen anderen von mir sehr geschätzten Muslimen wie der Anwältin Seyran Ates, dem Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad, der Soziologin Necla Kelek und dem Psychologe Ahmad Mansour die Initiative Säkularer Islam gegründet.
Er kennt sich mit dem Thema aus und kann ganz genau einschätzen, welche Verhaltensweisen von Muslimen akzeptabel sind und wo der Bereich beginnt, in dem der Staat einzugreifen hat. Das unterscheidet ihn von denjenigen ohne Ahnung aus dem rechten Spektrum, die eine generelle Unvereinbarkeit von Islam und Deutschland propagieren und deswegen ein hartes Vorgehen fordern. Und das unterscheidet ihn auch von den ebenfalls vorhandenen Beschwichtigern auf der anderen Seite des Spektrums, die am liebsten über jedes Fehlverhalten von muslimischen Migranten den Mantel des Schweigens hüllen würden und vor lauter Angst, dass man jemanden mit schwierigem Background zu Unrecht eines Fehlverhaltens beschuldigen könnte, die Tendenz zeigen, vieles Menschenverachtende zu relativieren, was Menschen muslimischen Glaubens in unserem Land oft mit Bezugnahme auf ihre Religion machen.
Anders gesagt: wenn die AfD die Ausweisung von allen Muslimen, die das Hamas-Massaker in Deutschland feierten fordert und andere Politiker (teilweise Parteigenossen von Özdemir) den Staat Israel vor dem ersten eigenen Angriff schon zur Einhaltung des angemessenen Rahmens auffordern, dann sind Stimmen von jemandem, der beide Seiten versteht, weil er mit der einen Gruppe die Religion teilt und mit der anderen Gruppe das Parteibuch, für mich für meine eigene Meinungsbildung enorm wichtig. Ich würde sogar sagen, dass Özdemir, genauso wie die o.g. Mitstreiter für mich und meine Meinungsbildung wichtig sind und nicht gerne genutzte Quoten-Migranten, die ich nutze um meine Meinung zu untermauern.
Dass es andere Leute gibt, die das machen, ist natürlich unbestritten und gehört auch kritisiert.

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Ich hatte bei dir in der Vergangenheit schon das Gefühl, dass du Kritikpunkte an mancher von dir oben genannter Person ignoriert hast, aber darum ging es mir ehrlichgesagt nicht und der Vorwurf war auch nicht an dich gerichtet.

Dass ich Özdemir bspw. für eine wichtige Stimme mit viel Expertise halte, habe ich oben auch verdeutlicht. In mancher Frage ärgere ich mich umso mehr darüber, wenn Menschen wie er dem Populismus verfallen. Und das hat er hier und da leider drauf und das darf man dann auch gern kritisieren sowie seine Rolle hinterfragen.

Ja, da hast Du recht. Hatte ich auch nie anders verstanden.
Es macht nur stutzig, wenn Du ihn mit der umgekehrt selben Brille musterst wie die, die ihn zur Identifikationsfigur auserwählen.

Ich finde, Du trägst dazu bei, indem Du in diesem Blickwinkel bleibst. Du fokussierst nicht auf den Arbeitersohn, der sich über die Realschule auf seinen weiten Bildungsweg gemacht hat. Nicht auf den Schwaben, nicht auf den GRÜNEN, nicht auf seine politische Entwicklung…

Auch Du sprichst, wenn’s um Özdemir geht, ausschließlich von dem Sohn türkischer Einwanderer bzw. davon, wozu ihn dies in den Augen vieler Deutscher macht…

Finde ich nicht. Ich sehe in Özdemir keinen Mann irgendeiner bestimmten Nation. Ich sehe in ihm einen Experten auf vielen Gebieten und einen guten Politiker. Ich warne nur ausdrücklich davor, genau das zu tun, was du hier ja auch beschreibst: Einen Menschen zur Instanz zu machen, weil er gewisse Kriterien erfüllt und zusätzlich noch Meinungen vertritt, die einem gut passen. Özdemir hat in seinem Leben schon sehr viel Gutes zum Thema Migration gesagt. Dass seine Töchter nachts Angst hätten, gehört bspw. nicht dazu, wenn man es im Rahmen der Migrationsdebatte so kontextlos tut. Und das darf und muss man dann kritisieren. Es ärgert mich, wenn solche Zitate dann auch noch als Beweis dafür hergenommen werden, dass selbst Migranten so denken würden. Das führt an der eigentlichen Problematik und den damit verbundenen Lösungsansätzen vorbei.

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Die Kritik hat Özdemir (den ich persönlich sehr mag) in Teilen deswegen abbekommen, nicht weil er etwas gesagt hat, was ein reales Problem darstellt - sondern weil sich durch seine Aussagen wieder mal die entsprechende Klientel mit dem Feindbild Migrant vergnügen konnte.
@willythegreat stimme ich in allen Punkten zu, die er erwähnt: das alles sind Problembereiche, wo es sicher nicht gilt, die Augen zu verschließen.
Jedoch:
Wenn es um Gewalt gegen Frauen geht, ist das Bild des misshandelnden Migranten, der die Rolle von Frauen in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren mag, schlicht nicht komplett. Oder im Klartext:
Wenn man Gewalt gegen Frauen thematisiert, muss man es völlig unabhängig von der Herkunft betrachten. Ich habe das schon oft gesagt, erst vorgestern kam wieder ein Beitrag in der Kulturzeit drüber:
Die von patriarchalen Zuständen strukturell gestützte Gewalt von Männern gegen Frauen nimmt immer mehr zu, gleichzeitig wird Frauen immer weniger geglaubt, fällen Richter fragwürdige Urteile zum Schutzstatus von Frauen, nehmen Plätze in Frauenhäusern ab, werden Femizide nicht als solche erkannt.
ES IST EINE FRAGE DES GESCHLECHTS. Es ist eine Frage von männlicher Gewalt gegen Frauen, es ist Misogynie. Und die hat viele Ursachen. Ja, sie kann durch kulturelle Prägung gestützt sein. Aber so zu tun, als sei das Herkunftsland das eigentliche oder einzige Problem, verschweigt und relativiert den statistisch täglichen Femizid, den der deutsche (gerne Ex-)Partner an einer Frau verübt. Denn in den meisten Fällen ist es eine Beziehungstat (was es so beschissen leicht macht, den Femizid nicht als solchen zu benennen). Eine Juristin sagte im Bericht der Kulturzeit ganz treffend:
Sobald etwas wie Eifersucht im Spiel ist, tun sich Gerichte schwer, es Femizid zu nennen. Weil Eifersucht immer noch als Gefühl gilt, nicht als das, was es vor allem ist:
Besitzdenken.
Letzteres kennt meines Erachtens keine bestimmte Nationalität oder Herkunft, aber ein Geschlecht ganz sicher.

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Danke, du hast diesen Teil wie immer besser auf den Punkt gebracht als ich.

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Ich kenne leider das inkriminierte Zitat über seine Töchter weder im Original noch im Kontext.
Und ich verstehe, sehe und respektiere deinen Ansatz vollkommen.

Ich sehe nicht, dass das auch nur einer der Vorredner getan hätte. Daher meine Intervention - das Thema entstand erst durch dich, wie ich finde. Ein bisschen jagen wir zur Zeit dem eigenen Schwanz hinterher, wir beiden. Is‘ aba auch ma okay… :wink:
Nochmal deutlich: deine Kritik an der Ikonisierung Özdemirs durch idealisierungs-bedürftige Talkpartner:innen und grüne Parteigänger:innen teile ich. Voll und ganz. Wo immer sie statt findet.
Hier und heute war das allerdings nicht der Fall - in meinen Augen.

Ja, kann man so sehen. An mancher Stelle war es mir ein bisschen zu positiv. Deshalb mein Einwand mit dann auch eher grundsätzlichem Fazit.

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Auch von meiner Seite: @cheffe : Toller Beitrag - Klarer kann man(n) das Thema nicht auf den Punkt bringen. :clap::clap:
Gewalt gegen Frauen ist immer ein patriarchales Thema, nie eines der Nationalität oder Herkunft.

Wo kann ich denn die umstrittene Äußerung von Özdemir im Original nachlesen? Ich kenne sie bisher nur aus Dritter Hand…

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Hab’s recherchiert. Du hast völlig recht:

in der FAZ formuliert er in einem Zusammenhang männlichen Sexismus und Migrationshintergrund.
„Hier schreibt deshalb nicht nur der Politiker Özdemir, sondern auch der Vater.“
Der Landwirtschaftsminister berichtet von den Zumutungen, denen seine Tochter in Berlin ausgesetzt ist. „Wenn sie in der Stadt unterwegs ist, kommt es häufiger vor, dass sie oder ihre Freundinnen von Männern mit Migrationshintergrund unangenehm begafft oder sexualisiert werden.“

Er relativiert oder erläutert das auch in der Folge nicht, im Gegenteil: sein Fokus bleibt auf dem Fremden.
In einem Podcast äußert er weiter:
Kein Bruder, kein Imam und auch sonst niemand habe vorzuschreiben, wie die Mädchen sich anzuziehen hätten. Özedmir: „Wenn das nicht gewährleistet ist, dann haben wir ein Problem. Dann tragen wir auch dazu bei, dass wir Leute verlieren, die wir eigentlich nicht verlieren sollten für die Demokratie.“
Und weiter im Podcast:
Ausländischen Gewalttätern oder Hasspredigern müsse der Staat klarmachen: „Du musst dich an die Gesetze und Regeln dieses Landes halten. Und wer damit ein Problem hat, dem muss man sagen: ‚Kollege, du bist hier falsch‘. Geh nach Saudi-Arabien, in den Iran, in die Türkei oder nach Russland!“

Das ist nicht weit entfernt von AfD-Speak.
Ich verstehe deine Befremdung vollkommen, @justin !

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Findest du diese Aussagen wirklich zu pauschal?
Özdemir redet davon, dass man ausländische Gewalttäter und Hassprediger vor die Wahl stellen sollte, ob sie die Gesetze und Regeln in Deutschland einhalten oder lieber in ein anderes Land gehen.
Da kann ich ehrlich gesagt nur bedingt AfD-Speak entdecken.
Die AfD würde wahrscheinlich am liebsten jeden Ausländer, vor allem diejenigen mit muslimischem Hintergrund, aus Deutschland entfernen. Da würde schon Kopftuch oder Ramadan reichen.
Özdemir beschränkt es auf diejenigen, die entweder tatsächlich Gewalt angewendet haben oder andere durch ihre Worte zu Gewalt anstacheln wollen, entweder gegen Deutsche oder auch gegen „abtrünnige Glaubensbrüder“ oder ganz speziell gegen Juden.
Sorry @Gratschifter: aber mein Verständnis dafür, solche Menschen zu verteidigen, hält sich arg in Grenzen.
Ich wage mal zu behaupten, dass Özdemir für diese Aussage bei über 2/3 der deutschen Bevölkerung auf volle Zustimmung stößt und auch genügend Menschen, denen nie in den Sinn käme die AfD zu wählen, sich eine solche Vorgehensweise von Staatsseite wünschen würden. Geh mal mit solchen Aussagen in den SPD-Ortsvereinen hausieren und du würdest oft den Satz hören: „Wenn nur unsere Politiker so etwas sagen und umsetzen würden.“
Ich wage sogar zu behaupten, dass innerhalb der muslimischen Community in Deutschland deutlich über 50% diesen Aussagen zustimmen, weil die Millionen von Menschen, die vorbildlich zum Gelingen unseres Zusammenlebens beitragen, es satt sind, für die Verfehlungen einiger degenerierter Sexisten und Hassprediger in Sippenhaft genommen zu werden.
Und wie man es als Verteidiger von Frauenrechten negativ sehen kann, wenn Özdemir das Begaffen und Sexualisieren von jungen Frauen bzw. Vorschriften an Mädchen bezüglich ihres Kleidungsstils vonseiten steinzeitlicher Familienmitglieder oder vermeintlich religiöser Autoritäten, kritisiert, verstehe ich auch nicht.
Da ist doch keine Pauschalisierung dabei.
Falls du das so siehst, kein Problem. Die Gedanken sind frei. Ich habe mit diesen Aussagen überhaupt kein Problem und hätte auch kein Problem damit, wenn die neue Bundesregierung hier im Sinne Özdemirs eingreift.
Jedes gewalttätige, sexistische bzw. ideologisch-fanatische Arschloch, verdient kein Mitleid und andere Menschen hat Özdemir wenn ich mir die Aussagen so anschaue doch nicht gemeint, oder?
Ich sehe es im Übrigen auch so, dass die Hauptgefahr für deutsche Frauen nicht von ausländischen Männern ausgeht und dieses Problem dringend angegangen werden muss. Trotzdem wäre es meiner Meinung nach ein richtiger Schritt, wenn man all diejenigen, die
a) Gewalt gegen Frauen, Homo- oder Transsexuelle, Juden oder andere Minderheiten begangen haben oder dazu aufrufen
und
b) keine deutsche Staatsbürgerschaft haben
aus unserem Land ausweisen könnte. Das Verringern der Anzahl an Arschlöchern müsste doch ein für alle erstrebenswertes Ziel sein. Die Symbolwirkung wäre enorm, da endlich der Eindruck entsteht, dass man sich nicht alles gefallen lässt und es gewisse rote Linien gibt, die man in diesem Land nicht überschreiten darf, wenn man hier aufgenommen werden möchte. Warum man mit solchen Menschen Mitleid und Nachsicht haben sollte, erschließt sich mir nicht.
Übrigens: auch für frauenfeindliche, homophobe, transfeindliche oder antisemitische deutsche Staatsbürger würde ich mir eine deutlich härtere Bestrafung wünschen. Man kann sie nicht einfach dahinschicken, wo sie hingehören würden, aber zumindest den Rahmen der Bestrafung deutlich erhöhen.
Radikalität gegen Menschenfeindlichkeit sollte eigentlich common sense unter allen sein, denen Demokratie und Menschenwürde am Herzen liegt.

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