Es zeigt, wie groß die Bedeutung der Auswahl ist.
Man würde sich ja wohl erinnern, wenn man bei der Wahl dachte:
„Wollte zuerst Biden wählen, aber als er mit Harris ankam, habe ich mich unentschieden.“
Nahezu gar nichts. Hat Trump die Entscheidung für seinen VP ein einziges Prozentpünktchen Zustimmung gebracht oder gekostet?
Vor kurzem redeten wir übrigens hier noch davon, wie aufwändig es wäre, einen Biden-Nachfolger in dem Riesenland bekannt zu machen.
Der Vergleich hinkt gewaltig. Und bestätigt dann ja witzigerweise meine These, dass quasi niemand seine Wahlentscheidung davon abhängig machen wird, wen Trump und Harris als VP benennen.
Niemand. Außer vielleicht den Leuten aus dem Staat des Running mate. Und es geht ja nur um einige wenige Swing States. Da den einen - vielleicht Pennsylvania - zu bekommen über den VP kann da den Unterschied bedeuten.
Noch interessanter als die Frage, wer es wird, finde ich fast die Frage, wer es warum nicht werden könnte/sollte. Es gibt nämlich rein gar nichts, was etwa gegen Gretchen Whitmer sprechen sollte, außer, und das ist das entscheidende „Argument“:
Sie ist eine Frau, und es würde angeblich Amerikas Wähler/-innen überfordern, es mit einer weiblichen Doppelspitze zu tun zu haben.
Ich muss schon sagen, es macht mich wiederholt fassungslos, so etwas zu hören. Im Jahre 2024. Nachdem eine männliche Doppelspitze offensichtlich die totale Normalität darstellt. Es ist bitter und rückständig, und zwar sowohl die Geisteshaltung hinter diesem Denken als auch natürlich das Argument selbst, was sich keineswegs mit der Vermutung beißt, dass es stimmen könnte.
Heute hab ich einen Artikel in der SZ gelesen, von Rebecca Solnit, der bekannten Autorin und Journalistin, die das Wort Mansplaining geprägt hat und von der ich bereits mehrere Bücher verschlungen habe.
Die Eckpunkte:
Der Rückzug Bidens markiert für sie nicht eine Krise der Demokratischen Partei, sondern ein Verlassen journalistischer Standards einiger Medien, die wider besserem Wissen behaupteten, wichtige Politiker der Demokraten seien gegen Biden - eine Kampagne.
Einzelne Spender drohten Senatskandidaten, Gelder zu entziehen, falls sie Biden nicht angreifen.
Der Plan, den Biden-Nachfolger auf einem offenen Parteitag zu installieren, wurde von weißen Männern gefasst, die dabei demokratische Standards ignorierten, indem sie die natürliche Nachfolgerin Kamala Harris in Frage stellten.
Die öffentliche Begeisterung, mit der Harris aufgenommen wurde, zeigt, dass es nicht etwa das weiße, männliche Establishment war, das Harris installierte, sondern der Widerstand demokratischer Wähler und Aktivisten gegen alle anderen Kandidaten.
Umfragen erfassen nur schlecht das Engagement an der Basis. Kamala Harris ist es gewohnt, von allen möglichen Seiten in Frage gestellt zu werden, sei es als Staatsanwältin, als Frau, mit ihrer Race-and-Gender-Identität. Aber genau das lässt die Basis so hart arbeiten und Begeisterung wecken.
Die Strategie der Republikaner, die auf weißer, männlicher Dominanz basiert, kann auf nationaler Ebene nur mit antidemokratischen Mitteln erfolgreich sein.
Neben Harris wirkt plötzlich Trump wie der alte, senile, ständig wirres Zeug sprechende Gestrige. (Anmerkung von mir: fällt nur weniger auf als bei Biden, weil Trump auch schon als junger Mensch nur wirres Zeug erzählt hat.)
Gewänne Harris, könnte sie Amerika in eine lohnendere Zukunft führen: mit solider Klimapolitik, Gleichheit, Integration; während die Republikaner als trumpistische Sekte, die sie nun mal sind, vor einem dramatischen Niedergang stehen.
Da ist sicherlich einiges dabei. Die Frau verfolgt natürlich auch eine Agenda. Da werden gewisse Umstände auch etwas überzeichnet. Aber es ist sicherlich viel Wahres dabei.
Was will man jetzt auf Seiten von Harris?
Will man die bestmöglichen Siegeschancen schaffen oder geht’s ums Prinzip?
Natürlich ist es traurig, dass zwei Frauen da viele Wähler abschrecken würden. Total.
Aber ist es nicht besser jetzt erstmal eine US Präsidentin an die Macht zu bringen als zu scheitern? Die Siegchancen mit einem eher konservativeren Demokraten aus einem Swing State zu erhöhen wäre für einen Sieg aus meiner Sicht das probatere Mittel.
Politik ist kein Wünsch Dir was.
Persönlich fände ich Withmer super. Aber darum geht’s aus meiner Sicht eben nicht.
Es gibt sehr konservativ denkende Menschen. Leider auch in Bezug auf Frauen. Nicht nur in den USA. Aber dort spricht man noch offen darüber. We have to deal with it.
Meine Meinung wäre ähnlich wie die von @ChrisCullen : es hat von der Gründung der USA im Jahr 1776 bis zum Jahr 2009 gedauert, bis der erste männliche schwarze Präsident mit Obama in den USA gewählt wurde. Wenn nun Kamala Harris 2024 die erste weibliche Präsidentin würde (dazu mit asiatischen und jamaikanischen Wurzeln, was die Eltern angeht) und gegen den „white man“ Donald Trump nach ganz kurzer Bewerbungszeit gewinnen könnte, wäre das schon ein großartiger Erfolg. Was man sich wünscht, ist die eine Sache - Realpolitik eine andere.
Falls da ein anderer Eindruck entstanden sein sollte:
Ihr habt ja Recht. Siehe meine Bemerkung:
Und natürlich beiße ich in den (rückständigen) Apfel und akzeptiere jeden konservativen Mann, wenn Kamala dafür mit höherer Wahrscheinlichkeit ins weiße Haus einzieht.
Nur:
Die Realität zu sehen und zu akzeptieren heißt ja nicht, dies nicht trotzdem beklagen zu dürfen
Und in manchen Momenten habe ich das ungute, leicht irrsinnige Gefühl, die Menschen in ihrer progressiven Entwicklung fordern zu wollen, anstatt vernünftig oder geduldig zu sein. Oder anders gesagt: Sich einfach mal was trauen.
Ich bin sicher, als Obama sich an die Anfänge seiner Bewerbung machte, gab es viele, die ihm gesagt haben: Bruder, hast du mal auf deine Hautfarbe geschaut und bemerkt, dass sich dein Name auf den Todfeind Amerikas reimt?
So wie ich es verstanden habe möchte sie erstmal Gouverneurin bleiben.
Ich wäre tatsächlich für sie als Presidentschaftskandidatin (statt Harris) gewesen, aber selbst als Biden noch nicht sicher raus aus dem Rennen war, wollte sie sich auf ihren derzeitigen Job konzentrieren.
Auch vor 4 Jahren hätte sie eine gute Konkurenz für Biden sein können, hat aber stattdessen mit ihm zusammen gearbeitet.
Klar gibt es immer noch einen Teil der amerikanischen Bevölkerung, der aus misogynen Gründen keine Frau akzeptieren könnte, aber der Teil wird immer kleiner und ist sowieso eher mMn bei der republikanischen Wählerschaft einzuordnen.
Heutzutage ist Charisma und Reputation deutlich wichtiger.
Inhalte sind natürlich auch wichtig - die Beliebtheit dieser sind aber leider auch stark von den Medien abhängig.
Trump bspw hat die Themen Kriminalität und Inflation aufgebauscht obwohl beides unter ihm schlechter und unter Biden besser wurde.
Das war nur durch die Propaganda von Fox und die schlechte Arbeit von CNN, MSNBC etc möglich.
Er wiederholt seine Lügen bis zum erbrechen und seine Anhänger und viele Unentschlossene glauben ihm.
Die Republikaner bezeichnen jeden Demokraten (nicht nur Bernie) als Kommunisten und Sozialisten obwohl sie nichts damit zu tun haben und ihre Anhänger plappern es nach.
Inhalte zählen wohl nur bei Ideologischen Themen (wie etwa Pro/Contra Choice) und bei aufgeklärten Demokraten.
Viele Wähler (auch Republikaner) sind eigentlich für „linke“ (also für amerikanische Verhältnisse) Themen wie „Single Payer Healthcare“ oder „Tax the Rich“ oder Investitionen in Infrastruktur und Bildung.
Sie sind aber oft desillusioniert von beiden Parteien, unpolitisch oder empfinden Ideologie als wichtiger.
Und so wird jede (amerikanische) Wahl auf einen Beliebtheitswettbewerb reduziert.
Die steigende Beliebtheit von Harris hat schließlich wenig mit ihren Inhalten sondern viel mehr mit der Erleichterung zu tun, dass es Biden NICHT wird.
Trump ist auch weniger wegen seinen Inhalten sondern viel mehr wegen seiner untypischen Art (Charisma, Agressivität, Redewendungen) und den blassen republikanischen Alternativen bei seinen Anhängern beliebt.
AOC ist jedenfalls meine Hoffnung für die Zukunft.
Wir sehen das ja öfters, dass extrem starke Wörter für schreckliche Dinge verwendet werden.
Es sind alles Terroristen, Nazis etc. pp.
Der oder das Pogrom steht für Hetze und gewalttätige Angriffe gegen Leben und Besitz einer religiösen, nationalen oder ethnischen Minderheit mit Duldung oder Unterstützung der Staatsgewalt
Dass die Staatsgewalt. solch abscheuliche Taten dulden würde, sehe ich in GB überhaupt nicht.
Darum sollte man das extrem starke Wort Pognom hier besser nicht benutzen. Es wertet die wahre Bedeutung dieses Wortes ab.
100% richtig.
Genau das wird passieren wenn man sie gewähren lässt. Auch in Deutschland.
Es ist für die Politik noch nicht zu spät gegenzusteuern. Leider sehe ich da keinerlei Bemühungen.
Eine Familie aus Aleppo in Syrien kommt nach Deutschland. Der Vater ist mit zwei Frauen verheiratet. Eine stirbt angeblich auf dem Weg nach Deutschland. Sie ist die Mutter von vier der zehn Kinder.
Der Vater begeht seit seiner Ankunft in Deutschland 12 Straftaten. Die meisten richten sich gehen seine eigene 21-jährige Tochter Mutiah, deren Beziehung ihm nicht passt.
Mutiah selbst soll vier Straftaten begangen haben. Ihre jüngere Schwester Fakhria mit 18 Jahren schon 14 Straftaten. Sie saß sogar bis Februar im Gefängnis.
Zwei Brüder sitzen immer noch ein. Der 19-jährige Edo mit sieben Straftaten und Khalid, 18, mit acht Straftaten.
Der 14-jährige Mustafa begeht 21 Straftaten. Selbst der 12-jährige Ali bereits eine Akte mit drei Einträgen, aber natürlich noch nicht strafmündig. Die älteren Brüder Mohammed (22) und Alaa (17) zählen ebenfalls drei und vier Einträge. Mohammed wurde zudem mit Bruder Jalil (26) und dem besagten 17-jährigen Khalil, dem Spitzenreiter der Familie mit nun 34 Straftaten, als Mittäter bei der Messerattacke von Stuttgart festgenommen.
Einer der Söhne der Großfamilie sagte am Rande eines Strafverfahrens zu den Ermittlern gesagt, dass ihm die Vorschriften und Gesetze in Deutschland egal seien. Für ihn zähle nur Allah und der Koran. (Quelle: BILD)
„Netzfund“ ist ja auch so Neu-Nazi-Sprech für: „ich folge jedem rechtsextremen Hetzer bei Twitter, und einer hat gerade das gepostet, aber ich möchte nicht, dass gleich jeder weiß, wo ich mich so ‚informiere.““!
Es wurde doch Tim Walz!
Der mMn beste VP-Kandidat!
Ein Grund zur berechtigten Hoffnung, dass Harris Trump schlägt.
Hier mal ein kurzes Video/Portrait zu ihm, was ich auf die Schnelle gefunden habe.
Ja, das glaube ich allen klar. Und die Rechten streuen gezielt diese gefälschten Informationen. Auch hier, auch immer wieder. Gezielt. Dabei: Zeitungen wie die BILD, oft nicht gefälscht, aber einseitig und Hass schürend (gerne mal die Ausgabe von heute anschauen, hat direkten Bezug zum Posting von MiaSanFCB).
Das ist doch genau das Problem?
Grüße
Der Dingens